5.Internationaler Kongress für Speläologie. Abhandlungen. Band 3: Sektion, Speläogenese, Höhlenbesiedelung


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5.Internationaler Kongress  für Speläologie. Abhandlungen. Band 3: Sektion, Speläogenese, Höhlenbesiedelung

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Title:
5.Internationaler Kongress für Speläologie. Abhandlungen. Band 3: Sektion, Speläogenese, Höhlenbesiedelung
Creator:
International Speleological Congress
Publisher:
International Union of Speleology
Publication Date:
Physical Description:
1 online resource

Subjects

Subjects / Keywords:
Speleology ( lcsh )
Caves ( lcsh )
Karst ( lcsh )
Genre:
Conference papers and proceedings ( lcgft )

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University of South Florida
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University of South Florida
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K26-05617 ( USFLDC DOI )
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Verband der Deutschen Höhlenund Karstforscher e.V., München ülNTERNAIlONALERpSTUTTGART KONGRESS EUR SPELÄOLOGIE ARHANDLONGEN Sektion Speläogenese Höhlenbesiedelung In Kommission bei der Fr. Mangold’schen Buchhandlung, Blaubeuren V. Int. Kongr. Speläologie Stuttgart 1969, Abh. Bd. 3 München 1969

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Geduckt nit Zuschüssen des Bundesministeriuis für Bildung und Wissenschaft in Bonn, des Kultusainisteriuis BadenWürttenberg in Stuttgart und der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz. Herausgeber: Verband der deutschen Höhlenund Karstforscher e. V. t München. Geschäftsstelle: D 744 Nürtingen, Eschenweg 3. Schreibarbeiten und 2. Korrektur: Übersetzungsbüro G. UPPENBRINK, D 7o15 Korntal. 1. Korrektur: H 0 BINDER, K„ E„ BLEICH, K. DOSAT, F. FUCHS, A. GERSTENHAUER, 0. KOEDER, 0. LICHTENSTEIN, G. NAGEL, K.-H, PFEFFER, E. WARTTMANN„ Druck: ELMAR WEILER, D 7o2l Musberg.

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Band 3 Speläogenese II / Höhlenbesiedelung Inhaltsverzeichnis Contents Table des Matières 1„ DINES, G.: Die Höhle als örtliche untere Erosionsbasis und die Entwicklung der Aggteleker Baradlahöhle S 41 2. GADOROS, M„: Registrierung der Lithoklasenbewegung unter den lunisolaren Einflüssen S 42 3. GADOROS, M,,: Betaund Gamma-Aktivität in wenigen Karsthöhlen S 43 4„ GADOROS, Mo: Analyse der lagesschwankung und Jahresschwankung der Lufttemperatur in der Höhle "Vass Imre" S 44 5. FINK, M„ H„: Studien Uber Canons in alpinen Höhlen S 45 6. BERG, P.: Forschungsbericht aus dem Hochsystem des Höllochs S 46 7. BLEAHU, M. D„: Über die unterirdischen Säle » S 47 8. Sociedade Excursionista e Espeleologica Ouro Preto: La Gruta ¡te los B rejoês localización y vias de acceso S 48 9. NÂ(£L, G 0 : CO^-Gehalte der Bodenluft in Spitzbergen Messergebnisse und Methoden S 49 10. KIRALY, L. f MATHEY, B. 8 TRIPE!, J.-P.: Fissuration et orientation des cavités souterraines. Région de la grotte Milandre (Jura tabulaire) S 51 11. DELBROUCK.R.: De l'influences des acides humiques sur la corrosion des roches calcaires ... S 52 12. OEDL, R.: Konkretionen und Wassermarken in der Eisriesenwelt im Tennengebirge und in den Dachsteinhöhlen S 54 13. MISEREZ, J.-J.: Utilisation d'une électrode spéciale pour la mesure de P CO 2 dans les eaux et l'atmosphère Application â l'étude des phénomènes karstiques du Jura suisse S 55 14. HABE, F.: Eisund Schneehöhlen in Jugoslawien und ihre Verbreitung S 56 15. RODA, S.: Das Speläolabor Gombasek $ 58 1. MALEZ, M.: äandalja bei Pula eine bedeutende Ansiedlung der jungpal äolithi sehen Jäger in Istrien ..Hl 2. BARTA, J. : Die Grundaspekte der urgeschichtlichen Höhlenbesiedlung in der Slowakei H 2 3. WIDMER, J.-P.: La maison des premiers hommes H 3 4. DEWEZ, M. C. : Revision des successions chronologiques observées à la Grotte de Spy, Belgique H 4 5. TRATMAN, E. K.: Caves Bccupied during the FVehistoric Iron Age in the Mendip Hills, Somerset, England .... H 5 6. PETROCHILOS, A. J.: Gravures et peintures rupestres de l'homme primitif dans les grottes helléniques H 6 7. GEMÜND, H.: Höhle und Karst in der Mythologie der Hellenen H 7 8. PETROCHILOS, A. J.: Gravures néolithiques sur l'fle de Naxos, Cyclades H 8 9. DE URIBARI ANGULO, J. L. : Las pintas rupestres de Ojo Guarena, Burgos, España H 9 10. 8ENTINI, L. î BIONDI, P. P.: La grotta preistorica di Capriles nel Supramonte di Orgosolo, Sardeyia CentroOrientale H 1o 11. MOSER, M.: über den Stand der archäologischen Forschungen in Schachthöhlen Deutschlands unter Be¬ rücksichtigung ausländischer Parallelfundstellen H 11

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S 41/1 Die Höhle als örtliche untere EroaAonsbaais und die Entwicklung der Aggteleker Baradlahöhle GYÖRGY DÉNES (Budapest / Ungarn) Die geräumigen Flusshöhlen verhalten sich tiydrslegisch wie Wasserläufe in offenen Betten. Sie sind eigentlich durch Karsteresienstätigkeit entstandene überwölbte Täler, die aus dem Gesichtspunkt der Karst« eresien mit den gewöhnlichen sffenen Tälern gleichwertig sind, sie können also für ihre Umgebung als örtliche untere Eresiensbasis dienen. Diese geräumigen Flusshöhlen ziehen die absinkenden Karstwässer, die früher in Richtung ferner liegender Täler oder höher liegender Höhlen einen oberflächigen bzw. unterirdischen Abfluss fanden, zu sich. Somit können die entstandenen Flusshöhlen oberoder unterirdische Wasserläufe anzapfen (dekaptieren) und so auch die früheren hydrographischen Zusammenhänge ändern. Wenn sich also die Bedingungen der Entstehung eines Ponors in der Nähe einer Flusshöhle entwickeln, zieht das in die Tiefe dringende Wasser nicht in das ferner liegende Tal, sondern in die näher liegende Fluss¬ höhle. Se entwickelt sich eine neue obere Strecke des Hauptganges (Abb. 1-2), oder es entwickelt sich ein Seitenarm der schon früher ausgebildeten Flusshöhle (Abb. 3-4)6in grösserer Seitengang kann selbst zur örtlichen unteren Erosionsbasis der weiteren Karsterosion werden. Oft entstehen so von Si^aake zu Strecke die Hauptgänge und dann auch die Seitenarme der grossen Höhlensysteme. So entwickelte sich auch die 23 km lange Aggteleker Baradlahöhle in Ungarn. Dieses mächtige Höhlen¬ system bildete sich in einem früher mit pliazänem Ten bedeckten Trias-Kalksteinplateau aus vom Ende des PI iozäns'durch das Pleistozän bis auf den heutigen Tag. Das ganze Gebiet in der Gegend von Aggtelek war am Ende des Tertiärs mit einer wasserundurchlässigen, mit Quarzkieseln durchsetzten Tonschicht bedeckt. Auf der Oberfläche dieser wasserdichten Tendecke flössen die Wasserläufe ab. Oie Erosion der oberirdischen Wasserläufe schnitt zuerst das Tal des Jlsvaflusses ein, dann entfernte sie fortschreitend die wasserundurchlässige Tandecke des Kalksteinplateaus. So entstand am Rande der Tondecke, an der Grenze der Karstoberfläche, ein Ponor und entwickelte sich ein Höhlengang, eine Flusshöhlenstrecke. Das ist der gegenwärtige Endteil des Höhlensystems Baradla, bei dem Jlsvatal. Diese primgre Höhlenstrecke führte das von der Oberfläche durch den Ponor eindringende Wasser in die Ur-J4svaquelle ab. Dann entfernten die oberflächigen Wasserläufe die undurchlässige Tondecke des Kalksteinplateaus fortschreitend weiter und weiter, und so wurde immer die früher entstandene Flusshöhlenstrecke die örtliche untere Erosionsbasis der nacheinander entstandenen neueren Ponore, während die früheren, ohne Wasser geblieb¬ enen Ponore durch Terra rossa ausgefüllt wurden. Heute finden wir an den Stellen der ehemaligen Ponore mit Terra rossa gefüllte Dolinen, Dolinenreihen und Dalinenseen. So vergrösserte, verlängerte sich schrittweise der Hauptgang des Höhlensystems und nach der weitergehenden Entfernung der Tondecke wuchsen auch die Seiten¬ arme weiter. Auf der beigelegten vereinfachten Skizze des Höhlensystems sehen wir diesen Entwicklungsprozess. Die ganze Entwicklung des mächtigen Höhlensystems Baradla war natürlich ein viel kompl izierterer Vorgang, als das durch die Skizze dargestellt werden kann, da diese nur das Wesen des Prozesses in vereinfachter Form zu charakterisieren sucht. Die wasserundurchlässige Tondecke wurde in der Natur ¡durch ¿r<*3.’íím nil der angegebenen Regelmässigkeit entfernt und die Karstgrenze zog sich dementsprechend .nkfit se j'kifrbaaik' zurück; an ihrer Grenzlinie entwickelten sich vielerorts Ponore und die in diesen versunkenen Wasserläufe Ul ¡deten wahrscheinlich Mehrere kleine Höhlen aus,, die eigene Quellen im Kecsl-Jisva-Tal hatten. Infolge der weiteren Denudation verlor ein Teil dieser kleineren Höhlen den Wassernachschub und diese wurden durch Terra ressa ausgefüllt und ihre einstigen Ponore werden jetzt durch Dolinen angedeutet. Nur solche Höhlen bzw. Höhlenabschnitte blieben unverschüttet, die von der wasserdichten Oberfläche weiterhin regelmässig eine Wasserzufuhr erhielten. Es ist möglich, dass in einem früheren Entwicklungsstadium die Aggteleker und JSsvafter Abschnitte der Baradlahöhle ursprünglich voneinander unabhängige, selbstständige Höhlen darstellten, die nur infolge einer in westlicher Richtung erfolgten mehrmaligen Verlängerung des Höhlenabschnittes von Jésvafé ver¬ knüpft wurden. Hier möchte ich mich aber nicht in die Analyse dieser Probleme tiefer einlassen, da ihre Lösung noch einer weiteren langwierigen und mühevollen Forschungsarbeit bedarf.

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S 41/2 Aber auch ein solcher kurzer Überblick hilft uns Étóu, einen wesentlichen Faktor des Mechanismus des Entwicklungsprozesses zu verstehen. In diesem Prozess spielt die Flusshöhle die Rolle einer örtlichen unteren Eresiensbasis. Diese Erkenntnis ermöglicht uns, wie wir das im konkreten Beispiel gesehen haben, den in den früheren geologischen Zeiten abgelaufenen Vorgängen näher zu kommen und die paläogeographischen Verhältnisse besser zu verstehen. Literatur CHOLNOKY, Jenê CHOLNOKY, Jen! CHOLNOKY, Jen® CVIJIG, Javan DUDICH, Endre GWQZDETZKI J , N. A. JAKUCS, Läszl® KESSLER, Hubert LÄNG, SSndor TRIMMEL, Hubert A barlangok és a folyivölgyek ôsszefüggése. Barlangvilí, II. 1-2 pp. 3-10. Budapest, 1932 Az Aggtel e ki Baradl a -cseppkíbatl a ng tôrténete, Egen, Földön. Franklin Tirsulat pp. 113=124, Budapest A barlangokril (A karsztjelensSgek). A TermiszettudomSnyek Elemei 15. Termlszettudamänyi Tirsulat, Budapest, 1944 La géographie des terrains calcaires. Académie Serbe des Si enees et des Arts, CCCXLI, Beograd, 1960 Az Aggteleki cseppkSbarlang és kôrnyêke. Népszerü Termêszettudomlnyi Kônyvilr 12, Temészettudamlnyi Tirsulat, Budapest, 1932 Karst. Gesgraphgiz, Moskva, 1954 Adatak az Aggteleki-hegység és barlangjainak morfogenetikljihoz. Fôldrajzi Kôzlemények, IV. (LXXX.) 1. pp. 25-38, Budapest, 1956 Az aggteleki barlangrendszer hidregrifilja. Fôldrajzi Kôzlemények, LXVI . 1-3. pp. 1=30. Budapest, 1938 Geomerfeligiai tanulmânyek az aggteleki karsztvidêken, Fôldrajzi Ertesit®, IV. 1. pp. 1=20. Budapest, 1955 Höhlenkunde, Friedr. Vieweg et Sohn, Braunschweig, 1968 Di s kussien; AOB (Arhus): In welcher Richtung fallen die Schichten? DENES: Nach Norden LANG (Budapest): Die Resultate von Dr. Dénos sind sehr wichtig, sehr deutlich und beweisbar über die Entwicklung des Aggteleker Höhlensystems in Ungarn. 1. Es ist eine Tatsache, dass das ganze Gebiet mit Sand und Kies überdeckt war. 2. Es ist auch anzunehmen, dass ursprünglich die beiden Höhlensysteme von Aggtelek und Jisvaf® selbstständig waren, weil sich nämlich die grossen Höhlenräume bei Aggtelek und bei Jfsvafi häufen, die dazwischen liegenden Strecken dagegen weit weniger grasse Räume aufweisen. 3, Auch die mächtigsten Trepfsteingruppen beschränken sich praktisch auf die eben erwähnten Endstrecken der Höhlensysteme. Geemerpholegisch gesehen, meine ich, haben wir hier ein sehr schönes Beispiel für eine Karstflussregressien.

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S 41/3 Abb. 1-2: 1. K alkstein, 2. w a s s e r undurchlässige hecke, 3. o b e r flächiger V/asserlauf, 4. Ponor, 5 . P lußhöhle , 6. H öhlenfluß, 7» .uelle, 8. Pluß am Pusse des Kalksteinberges, 9. T alsohle, 10. Doline, die sich an Stelle eines früheren Ponors bildete, 11. Ablagerung, die die frühere Ponorhöhle ausgefüllt hat.

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S 41/4 Abb. 3 4* 1. K a lkstein, 2. wasserundurchlässige Decke, 3. o berflächiger Wasserlauf, 4» nichtkarstige Oberfläche auf der wasserdichten Decke, 5. k a rstige Oberfläche am unbedeckten Kalkstein, 6. G renze der karstigen und nichtkarstigen Oberfläche, 7. F lußhöhle im Karst, 8. Q uelle am Fusse des Berges, 9«Fluß im Tal, 9. F luß im Tal, 11. n e uer Ponor, der sich infolge der Entfernung der wasserundurchlässigen Decke gebildet hat, 12. neuer Seitenarm der Flußhöhle.

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Regí s t r i e r u n g der Lithoklasenbewegung unter den 1 u n ’ s o 1 a r e n Einflüssen S 42/1 MIKLOS GADOROS (Speläologische Forschungsstation, Jösvafo / Budapest / Ungarn) Summary: At the main joints of the Vass Imre Cave the seismie movements first were registered by a mechanic implement. Later on an electric tel-registration-implement was developed. With this implement the registration was continued. Im Aggteleker-JSsvafSer Gebiet richtete die statistische Analyte der Zeitpunkte, wann die Saugheberausbrüche der Nagytohonya und L6fej-Quelle beginnen, die Aufmerksamkeit zum erstenmal auf die Ebbe-FlutWellen des Karstwasserspiegels, L, HAUCHA bearbeitete Im Jahre 1965 die Verteilung dieser Zeitpunkte statistisch, und er stellte fest, daß die Häufigkeit um 6, 12, 18 und 24 Uhr ein signifikantes Maxi¬ mum hat«, Die Beobachtung und Bearbeitung wurden natürlich fortgesetzt, und es ist gelungen, nicht nur diese statistischen Ergebnisse weiter zu bestätigen, sondern auch in den Ruheperioden des Saughebers die Ebbe=Flut-Wellen der Wasserschüttung zu beobachten. Es scheint, daß lunisolare Einflüsse mittel¬ bar, durch die Gezeitenbewegung der Erdkruste, auf das Karstwasser wirken. Zur Bestätigung dieser Voraus¬ setzung fühlten wir uns veranlasst, die Gesteinsbewegungen bei lithoklasen unmittelbar zu untersuchen. Erste Mes sung Zum erstenmal im Jahre 1966 führten wir Messungen »Ittels mechanischer Messgeräte durch, um die Größen¬ ordnung der Bewegungen festzustellen. 1» N-S Hauptgang der Vass Imre Höhle haben wir einen Meßstand mit drei 0,001-Bifn-Indikatoruhren (für N»S, W»0 und vertikaler Richtung) aufgestellt. Die Indikatoruhren von 17.08.66, 18 h, bis 24.08.66, 8 h, wurden alle 10 Minuten abgelesen. Wir haben 11 Kontraktionswellen mit einer durchschnittlichen Größe von 2,4 Mikrometer beobachtet. Wir fanden keine wesentliche Bewegung nach der Ganglänge (N-S-Verschiebung), und eine vertikale Verschiebung nur in einem Fall, beim Eintref¬ fen der Erdbebenwelle aus der Türkei (20.08.66, 22-24 Uhr). Alle Bewegungen waren reversibel, ausgenom¬ men diese vertikale Verschiebung, die sich als irreversibel erwies. Konstruktion des Registr i e rg eräts Die Messungen bewiesen, daß die Llthoklasenbewegungen wirklich existieren, so bekamen wir die Grund¬ angaben zur Konstruktion eines Registriergerätes. Die Anlage misst die Bewegungen an demselben Ort, wo die erste Beobachtung durchgeführt wurde. Die Mess¬ anlage meldet die Bewegung durch Kabelleitung ins Laboratorium der Forschungsstation. Die Spezialanfor¬ derungen des unterirdischen Betriebs sollte man bei der Entwicklung weitgehend berücksichtigen. Unterirdischer Teil Die Messumformer sind 3 Flachkondensatoren, Eine Schraubenanlage mit Differentialwindungen gehört zu je¬ dem einzelnen Messkondensator für die Feineinstellung des Plattenabstandes. Eine Umdrehung der Einstei 1scheibe entspricht einer Abstandsänderung von 50 Mikron» Die 3 Messkondensatoren und der ständige KontrolIkondensator werden durch die Schältanl a ge zu einem hochstabilen Oscillator nach Clapp gelegt. Die mittlere Nennfrequenz ist 14.950 MHz; 10 kHz Frequenzänderung bedeutet di« Verschiebung von 1 Mikron (l06 m ) . Stahlrohre übertragen die Bewegung von der westlichen bzw. östlichen Wand der Höhle zu den Messkonden¬ satoren» Der Messkopf (Kondensatoren und Oscillator) Ist in einem Raum, der gegen das Höhlenklime mittels öl isoliert ist, untergebracht.

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%  S 42/2 Das Signal des Messkopfes um 14,95 MHz wird mit dem Signal des Quarzosci 11 ators mit der Frequenz von 15,QÛ0 MHz gemischt. Nach einem Tiefpass bekommen wir die Unterschiedsfrequenz mit einem Nennwert von 50 kHz. Diese Frequenz von 0 100 kHz geht durch das Kabel zur Oberfläche, Durch die Überlagerung bekommen wir eine Vergrösserung: die Verschiebung gegen 1 Mikron ruft die ¡Änderung des Hessfrequenz um 0,07 % hervor; nach der Überlagerung beträgt diese Änderung 20 %, Teil im Laboratorium Im Laboratorium der Forschungsstation misst ein direktanzeigender Frequenzmesser und ein Fallbügel¬ schreiber registriert die Heidefrequenz. Der Kondensatorumschalter in der Höhle wird gleichzeitig mit dem Farbwechsel des Schreibers gesteuert. Der unterirdische Teil wird aus dem Laboratorium durch eine Kabelleitung mit stabilisiertem Strom von 80 mA gespeist. Bei Hesskopf wird 24 V Gleichspannung mittels Zenerdioden erzeugt; so sind die Störeffekte bei der Speicherleitung ganz eliminiert. Die Kennwerte der Anlage sind: Entfernung vom HöhTeneiiigang bis zur Hesstelle ung. 180 m Entfernung von der Hesstelle bis zue Registriergerlt ung. 5oo m Jahresschwankung der Temperatur an der Hesstelle 0,2 ... 2 °C Nennkapazität des Messkondensators 17 pF PI attenabstiind 1 mm Nennfrequenz des Hessoscillators 14,950 MHz Frequenz des Überlagerungsoszillators 15,000 MHz Empf i n dlichkait (Frequenzänderung) 1 Mikron ^ 10 Fernmeldefrequenz 0 ... 100 kHz Schrei bempfindl ichkei t 1 kHz/mm 10 Vergrösserung 10.000:1 Punktfolge 20 Sek. Streifengeschwindigkeit 20 mm/Std. Messergebnisse Es wurden viele Kontraktionswellen von ähnlichem Charakter registriert, wie sie bei der ersten Messung beschrieben wurden. Es sei ein Beispiel von 24 Stunden vorgelegt (vgl. Abb. 3). Ober die anderen Messgeräte Es wurdftn schon viele Messgeräte,sogenannte Strainseisometer aufgestellt, am meisten in Japan und Amerika. Diese Geräte messen dia elastische Deformation der Kruste, dagegen die Jbsvafoer Einrichtung misst die Bewegung bei einer Lithoklass, aíslan der Grenze zweier verschiedener tektonischer Einheiten. Das ist ifi, physikalischer Hinsicht ein grosser Unterschied. Zusammenfassung Es wurden die Erdbewegungen bei Haupt! i thold asen der Vass Imre Höhle erstens mittels eines mechanischen Messgerätes beobachtet, dann wurde eine elektrische Fernregistrieranlage entwickelt und durch sie die Beobachtung fortgesetzt.

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s 42/3 Abb.l : Skizze des Messkopfes mit der Schuf zdecke 1. Westwand der Höhle 2. Stahlrohr 3. Bügel 4. Öl halter 5. Schutzdecke 6. Messkopf 7. Öl 8. Konsole 9. Ost wand der Höhle Abb.2: Blockschaltbild der Messanlage 1. Messkondensator 2. Kontrollkondensator 3. Umschalter 4. Messoszillator 5. Steuerquarz 6. Öberlagerungsoszillator 7. Mischstufe 8. Tiefpass 9. Verstärker 10. Gleichspannungshalter 11. Fernsprecher 12. Fernsprecher 13. Gleichstromhalter für Fernspeicherung 14. Verstärker 15. Begrenzer 16. Differenzierung 17. Messgleichrichter 18. Fallbügelschreiber 19. Steuergerät des Umschalters 3 20. Speichergerät V? Abb. 3 : Bewegungen am I7.l2.l967 (Vollmond) 110 6fn 17*11.67. £ It 0 11 2H

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S 42/4 Li t cratur : L. Hiersemann L. Maucha Fortlaufende Aufzeichnung von Bodenbewegungen durch ein Strainseisometer. Freiberger Forschungshefte C 135. Akad. Verl. Berlin, 1962 Ausweis der Gezeiten-Erscheinungen des Karstwasserspiegels. Karsztis Barlangkutatis V. 1963-1967. Budapest, 1968

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S 43/1 Betaund Gamma-Aktivität in v/enip;en Karsthölilen MIKLÔS GÂDOROS (Budapest / Ungarn) Summary : According to the studies made in 8 caves of three areas, the gauge of radioactive radiation lies between 0.5 ts 2.5 times the gauge of "background activity". The caves with well-streaming winds have a low gauge, yet in caves without winds the radioactive material is cumulated. In humid caves the radioactive material most certainly is part of the aerosol. Zusammenfassung : Nach den Untersuchungen, die in 8 Höhlen der drei Gebirge durchgeführt wurden, lag der radio¬ aktive Strahlungspegel zwischen dem 0,5 2,5-fachen der Hintergrundaktivität. Öie gut durch¬ lüfteten Höhlen haben einen niedrigen Pegel, dagegen sind die radioaktiven Stoffe in der Luft der zuglosen Höhlen kumuliert. In den feuchten Höhlen sind die radioaktiven Stoffe sehr wahrscheinlich mit dem Aerosol verbunden. Eine interessante frage der Speläologie ist, ob sich in den Höhlen eine wesentliche Radioaktivität befindet oder nicht; jedoch wissen wir darüber zu wenig. Um Kenntnisse zu sammeln, wurden im April, Juni und Juli 1966 Vergleichsraessungen über Höhlen-Radioaktivitat in verschiedenen Karst¬ gebieten durchgefUhrt. Hessgerät und Hesstellen Ich habe die Messungen in 8 Höhlen durchgeführt,, in Buda (2), im Pilis Gebirge (3) und im Aggteleker Höhlengebiet (3). Bie drei im Aggteleker Gebiet waren Flusshöhlsn, die anderen 5 Labyrinthhöhlen. Alle befinden sich im Trias-Kalkstein. Das Messgerät, das zur Verfügung stand, war ein tragbares Ratemeter mit einem Hesskopf von 4 paral 1 el g eschal t eten GH-Zählröhren. Die Zählröhren waren sowjetische vom Typ CTC 6 (STS 6), mit der Wandstärke von etwa 7o mg/ci/. Es wurdeealso die Beta-Teilchen gezählt, die eine Energie Uber 270 keV hatten (z.8„ RaE). Der Hesskopf mit einer Absorptionsplatte zählt die Gammaoder die Beta * Gamma-Strahlen. Ohne Isotapsn-Prlparat konnte ich nicht die absoluten Aktivitätswerte im mRtg/Stunde ermitteln, ich musste aber in jedem Falle die unterirdischen Hessangaben mit der Hintergrundstrahlung, die in der Nähe des Eingangs gemessen wurde, vergleichen. Im ersten Teil wurde der allgemeine Strahlungspegel gemessen; wenn die Strahlung ungewöhnlich stark war, wurde die Strahlungsquelle untersucht. Es wurde die Aktivität der Luft, des Hutter¬ gesteins, der Sedimente und Tropfsteine gemessen. Hessangaben Die Hintergrundaktivitätsw*rte bei verschiedenen Hesstellen weichen im Verhältnis 1:2,5 ab. Der Unterschied war ziemlich gut reproduzierbar. Das Verhältnis der grösste« unterirdischen Beta &f Gamme-Aktivitat war 0,5-mal schwächer, die grössere 2,5-mal stärker als der Hintergrund beim entsprechenden Eingang. Wenn es gelungen ist, auch bloss die Gamma-Aktivität zu messen, verringerte sich ihr Pegel in den inneren Höhl ehstrecken auf 1/2 1/3 des Oberflächenhintergrunds. Die Beta &f Gamma-Strahlungsstärke erreichte nie den Pegel, den ich in der Nähe des leuchtenden Zifferblattes meiner Armbanduhr messen kannte.

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Beobachtungan E.S ist gslungsnj den klaren Zusamnienliang zwischen der Aktivität snd den morphologischan-kli m a¬ tai ogi sehen Verhältnissen nachzuweisen. Die Hi ni ma] w erte wurden in jedem Falle in Höhlenstrecken, die gut durchgelüftet sind, genessen. An diesen Stellen weicht die Gamma» und Beta * GamngbAktivität kaum ab, also der Pegel der BetaStrahlung ist sehr niedrig; die Gamma-Strahlung vermindert sich je nach der Abschirmung durch die Gesteine, die über der Höhle liegen. Die Maximalwerte wurden in luftbewegungsfreien Höhlensfrecken oder in Nebensälen beobachtet; in statischen Höhlen fand ich nach einer Minimalaktivität mit relativem Wert 0,8 1 In der Eingangsstrecke bis zum Höhlenende steigende Aktivität. Beim Fertgehen von Orten, wo grösser* Aktivität festzustellen war, zeigte das Messgerät im allgemeinen eine bedeutende Hysteresis; nach Besichtigung der statischen Höhlen zählte das Gerät an der Oberfläche 10 20 Minuten lang eine höhere Aktivität (in einem Falle eine zweimal grössere) als der Hintergrund, (infolge dieser Hysferesiserscheinung an solchen Stellen gelang es nicht, bloss die GammaoStrahlung gut zu messen.) Die Ursache dieser Erscheinung kann weder eine Durchfeuchtung noch andere Beschädigung deë Messgeräts sein, weil diese Möglichkeiten durch Ksntrol 1 m e s s ungen ausgeschlossen wurden. !n den Höhlenstrecken, in denen die Strahlung stärker als der Hintergrund an der Oberfläche war, zeigte immer die Luft die grösste Aktivität, ln der Nähe des Gesteins, der Sedimente oder Tropfsteine nahm der Strahlungspegel ab. Diskussion Aus diesen Beobachtungen geht hervor, dass in den besichtigten Karsthöhlen sich Beta-strahlende radioaktive Stoffe befinden. Diese Stoffe können in lüftungsarmen Höhlenstrecken bzw, in statischen Höhlen vermehrt angetroffen werden. Die Kumulation findet meistens in dar Luft statt; in den beobachteten Höhlen zeigt die feste Phase (Gesteine, usw.) immer eine geringere Aktivität als die Luft, Die wahrscheinliche Ursache der beschriebenen Hysteresis kann sein, dass in feuchten Höhlen die radioaktiven Stoffe mehr oder weniger im Aerosol gelöst sind, und diese aktiven AerosolTeilchen am Masskopf kleben können. Die gemessenen Aktiv!fätspdgel waren sehr niedrig, sie überschritten die dreifahee Grosse der Hintergrundsaktivität nicht. Jedoch, wenn sich die Voraussetzung über die im Aerosol gelösten oder absorbtierten radioaktiven Stoffe bestätigt, so kann die Strahlenbelastung der Lungen das vielfache des gemessenen Pegels betragen. Es sind weitere Untersuchungen sowohl über die Strahlung, als auch über den Kumulationsmechanismus durchzuführen. Dis kussion : GEYH (Hannover): Eine Messanordnung zur Bestimmung van Betaund Gamma-Aktivitäten, die mit SH-Zählrohren von 70 mg/cm^ Kathsdendich+e aufgebaut ist, erlaubt nicht den Nachweis von Radon, das als d-.Strahler wesentlich kleinere Reichweiten hat. Für diese Zwecke eignen sich Emanometer ( Ionisationskammern). Zur normal erweise fésigestel 1 ten Abnahme der Aktivität mit wachsender Entfernung des Messgeräts vom Höhleneingang soll gesagt werden, dass dafür vermutlich die Absorption der kosmischen Strahlung durch die Höhlendecken verantwort!ich gemacht werden muss. Betaund Gamma-Zählrohren haben einen Nullaffekt, der mit von der Höhlenstrahlung bestimmt wird. Eine Entstehung für die Nul 1 e ffektshysteresis in speziellen Höhlen könnten das Vorhandensein von thoriumhaltigen Mineralien sein, die Isotope mit Halbwertszeiten besitzen, die im Hinutenbereich liegen und mit demEdelgas Thoron in der Höhlenluft liegen könnten.

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s 4V3 3SD0R0S: a. Oies« Hessanerdnungen erlauben rfen dlrekien Nachweis vsn Radon wirklich nicht; das Referat beschäftigt sich nicht mit dem Nachweis van Radon. Jedoch eine erhöhte Beta-Aktivität in der Luftfcwn den Verdacht auf das Vorhandensein von Radon, Thersn oder Aktinen begründen, weil die ffeH-s trahi en den Isetapefl nur mit einem Edelgas (als Zerfallsprodukt) in die Höhlen¬ luft gelangen können, wenn der Staub inaktiv ist. b. Jawohl, diese Abnahme der Aktivität wird verursacht durch die Absorption der kosmischdn Strahlung durch die Höhlendecken, dach diese Absorption ist schon gut bekannt, also nicht so interessant wie die Anhäufung der aktiven Stoffe c. Ober die sich anhäufenden Stoffe wissen wir bisher nicht Näheres; die Bestimmung ist eine Aufgabe für die Zukunft.

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s W1 Analyse der Tagesschwankung; und Jahres Schwankung; der Lufttemperatur-.' in der Höhle "Vass Imre" MIKLÖS GÂDOROS (Speläologische Forschungsstation Jôsvafô, Budapest / Ungarn) Summary : Observations on temperature during the period af caeling and warming were made. A function was found for calculating the annual vacillation of temperature in the cave. Zusammenfassung : Es wurden einige Eigenschaften der Abkühlwngsund Erwärmungsperiode beobachtet und eine Funktien zur Ermittelung der Temperatur-Jahresschwankung in der Höhle gefunden. An der Jásvaféer Speläologisehen Forschungsstation werden die Klimabeebachtungen der Vass Imre Höhle seit 1958 durchgeführt. Die benützten Messgeräte und Einrichtungen wurden schon grössten¬ teils publ iziert. Die Höhle In den geräumigen Hauptgang der Vass Imre Höhle kann man durch einen 7 m tiefen Schachteingang und einen 80 m langen, labyrinthähnlichen und engen Deltagang gelangen. Der erschlossene 500 m Isnge Teil des Hauptganges ist in einem grossen Saal durch eingestürztes Geröll abgesperrt, (dieses Hindernis konnte bis jetzt nicht überwunden werden). In vier bekannten Etagen der Höhle fliesst kein Bach; doch im Falle grösserer Hochwässer wird das Wasser aus der bisher unbekannten Unterhöhle aufgestaut. Der Syphon in der Höhlenmitte (der osg. LagunSs Syphon) wird jährlich gesperrt, in niederschlagsreichen Jahren sogar 5-6 Monate lag. Der Syphon beim Eingang war seit 1959 dreimal gesperrt. Natürlich üben diese periodischen Absperrungen auf die Klimaverhältnisse der Höhle einen entscheidenden Einfluss aus. Wenn der Syphon in der Höhlenmitte gesperrt ist, ist die Luftbewegung kaum beobachtbar; die Aussenluft übt dann eine sehr geringe Wirkung aus. Das Absperren des Eingangsyphons isoliert Natürlich das gesamte Höhlenklima.. Dagegen herrscht bei offenen Syphsnen im Winter eine starke Kälteeinströmung, und in entgegengesetztem Sinne im Sommer ein* starke Ausströmung der Höhlenluft. Abgesehen von dem Einfluss des Syphene, wird die Geschwindigkeit der Luftströmung am meisten von der Aussentemperatur beeinflusst. Mltteltemperatur Die Karte der Abb. 2 zeigt die bisher gemessene Mitteltemperatur und die absoluten Extremwerte. Das Diagramm in Abb. 3 stellt die Mitteltemperatur dar. Sehr auffallend ist die Kältezone beim Eingang; dieselbe haben bereits auch andere Forscher beobachtet (G. Abel, M. Pulina). Diese Kältezone entsteht infolge des starken Kühleffekts der im Winter eindringenden kalten Luftströ¬ mungen. |m Winter strömt ja die kalte Aussenluft ein und entfaltet einen sehr starken Kühleffekt. Im Sommer strömt dagegen keine Warmluft, sondern nur die Höhlenluft mit einer Temperatur von 10 C durch die Eingangsstrecke aus. Also muss die Hitteltemperatur in der Eingangszone zwischen der Höhlentemperatur und der äusserlichen mittleren Wintertemperatur liegen. Die Mitteltemperatur ist in 5 Monaten (XI, XII, l, II, III) unter 1O 0 C; die Mitteltemperatur dieser Periode ist 0,3 S C. Die Mitteltemperatur der 5 Monate (V, VI, Vil, VIII, IX) ist Uber 10 O C. Das direkte Mittel beträgt 5,15 C als Erwartungswert für die Mittel temperatur der Eingangszone. Doch befindet sich die Messtelle vom Eingang in einer Entfernung von 25m, also müssen die äusseren Mittelwerte umgerechnet werden. Durch eine monatliche Reduzierung bekommen wir das Wintermittel van 2,3 D (über die Umrechnung siehe unten). So ist der Erwartungswert 6,15 C. Der Messwert, also dis Mi ttel temperatur an dieser Messtelle, ist 6,4 C; die Differenz ist somit nicht bedeutend.

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MSS IMRE BARLANG elzúrodásí helyek Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Kozèphômèrsèktet neztemptrature 1964-1967 Miieitempcratvr yASS IMRE" tig = --.MSS IMRE“ Kôzèphômèrsèklet és ahszolùt szélsoèrtèkek Meztemperaturo kaj absoluta/ ekstremoj Mitteltemperatur und absolute Extremwerte S 44/2

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VASS IMBE barlang groto Höhla A t = A t Q . a xp k 65T64 l e 62 ^ 25 m 64*-65 2,40 11,3 m 65-66 1,86 13 m 6667 6768 1,69 18,8 m Tabelle 1 Abb. 6 CO TJU

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S 44/4 Tagesschwankung Wenn wir die Änderungen der Höhlenteinperaiur betrachten, sollen natürlich zwei Perioden, Abkühlung und Erwärmung, unterschieden werden. Beide Perioden teilen sich in zwei ünterperioden. In der ersten Unterperiode (sie sei mit (^bezeichnet) ist längs der ganzen Höhle im allgemeinen eine Abkühlung. Die zweite Unterperiode der Abkühlung (/) ist gleich der ersten Erwärmungsperiode (/“); nämlich in der Eingangsstrecke ist eine Erwärmung, ' im Inneren der Höhle nach weiter eine Abkühlung beobachtbar. In der ganzen Abkühlungsperiode, also auch in der ersten Erwärmungsunterperiode, herrscht eine Lufteinströmung in die Höhle. In der zweiten Erwärmungsunterperiode (j’) herrscht eine Luftströmung aus der Höhle. Beim Strömungswechsel im Frühling und Herbst ist wochenlang eine Stillperiode (£, und¿J. Leider beeinflussen in der Vass Imre Höhle die beiden Syphone die klimatolsgischen Verhältnisse sehr stark» Im Jahre 1963 bekamen wir eine ganze Winterperieda mit offenen Syphonen. Die Abb. 4 stellt die monatliche Regressionsgerade des Tagesminimums dar; in der Abszissenachse ist die Oberfl ächentemperatur, in der Ordinatenachse ist die Höhlentemperatur an der ersten Messtelle (25 m vom Eingang) eingetragen. Abgesehen vom unruhigen Dezember, kann man die Abkühlungsperiode und die erste Erwärmungsunterperiode, und eine Hysteresis gut erkennen. Es wurde auch die allgemeine Regressionsgleichung ermittelt: t M M.tQp &f 3,4 C 0 (Diese Gleichung wurde auch bei Umrechnung der Temperaturmittelwerte benützt.) jahresschwankung Es ist natürlich, dass die Ampltitude der Jahresschwankungen sich sehr stark nachinnen vermindert. Die Klimatslogen machten schon darauf aufmerksam (K. Ashton, A. Cigna), dass die theoretische Temperaturänderung in Höhlen meistens in der Mähe des Einganges eine Exponential k ennlinie haben. Es wurde schon festgestellt, dass die Änderung in Wirklichkeit nicht so stark ist, wie es theore¬ tisch anzunehmen wäre (K. Ashton). Wir haben die Amplitude der Jahresschwankungen mathematisch diskutiert. Wir fanden, dass die Kennlinie der Amplitudenverminderung in der Vass Imre Höhle annähernd expenential verlief» Die Verminderung war jeweils etwas geringer als die Exponential! inie. Das ist in Abb. 5 gut zu erkennen, wo die beobachteten Schwankungen an einem halblagarithmischen Koordinatennetz dargestellt sind. Wir haben die Funktion der Amplitudenverminderung analysiert, und fanden, dass eine wurzelförmige Reduktion der Entfernungen nötig ist, also At (1) = 4 t 0 . e x p !m ersten Augenblick würde man annehmen, der Wurzelfaktor sei eine reiner Höhlenkennwert. Die Entfernung 1 8 (in der sich die Amplitude bis zum 1 Teil, also auf 37$ der Aussenamplitude vermindert) hängt natürlich von denjsweiligen Klimaverhältnis 8 s e n ab. Bringt der Winter starke, jedoch kurze Abkühlung mit sich, so wird diese kritische Entfernung kleiner als bei geringerer, aber sehr langer Abkühlung. Eine genaue Berechnung überzeugte uns davon, dass leider auch dieser Wurzelfaktor ver¬ änderlich ist. Doch darf hierbei nicht vergessen werden, dass der Syphon in der Höhlenmitte jedes Jahr in einem anderen Zeitabschnitt abgesperrt ist. Tatsächlich wurde in solchen Jahren, in welchen der Syphan länger abgesperrt war, der Wurzelfaktor merklich grösser. Die Abb. 6 zeigt, dass die ermittelte Umrechnung der Entfernungen die Funktion der Ampiitudanverminderung wirklich in die Expanentialfunktian transformiert. Die nächste Aufgabe ist, weiteres über K und 1 a , Uber ihren Zusammenhang mit der Höhlenmorphologie und den Klimaverhältnissen festzustel 1 en. Literatur G. Abel Die Höhlentemperatur in nordalpinen Bereich. Problems of the speleological Research Part II. Proc.Int. S pei .Conf. Brno 1964

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S 44/5 K. Ashton A. Cigna K. QSdoros M. Gisloros H. Pulina Cave Meteerlogy in the Tropics. Proc, of the 4th Int.Kongr.in Jugoslavia Vol . 111. Ljubljana 1968 Air Temperature Distribution near the Entrance of Caves. Symp. Intern, di. Speleologia, Varenna 1960 Elektremes tSvmlréberendezés ... (Elektrische Fernmessanlage zur Unter¬ suchung der klimatelogischen und hydrologischen Verhältnisse in der Vass Imre Höhle. In ung.Spr. mit deutscher Zusammenfassung). Karsztés BarlangkutatSs II. 1960 Budapest, 1962 Temperaturfernmessung mit hoher Genauigkeit. Referat 4. Speläol.Kengr. in Ljubl jana, 1965 Termika vezduha v pescserah Polskih Tatr Proc. of the 4th Int.Kongr. in Jugoslavia Vol. III. Ljubljana 1968 Diskussion : GEYH (Hannover): Die theoretischen Überlegungen über die Temperaturschwankungen in Höhlen könnten durch eine Dissertation an der TH Clausthal-Zellerfeld (Geophysikalisches Institut) 1 966/67 durch Herrn MUFTI unterstützt werden. Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit Aufwärmungs¬ und Abkühlungseffekten in Bergwerksstollen durch die Bewetterung. Normierte Tabellen sind angegebi 3AD0R03: Danke sehr ELRALHY (Cairo): Two points I would like to enquire about: 1. The variation in the 1st part of the curve and if this was due to influence of outside air temperature along the first 175 metres in the cave, (curve of temperature vs. distance). Also, if there is any gas emanations of high temperature which affects the last part of the curve. 2. What was the reason for giving different factors of k in the different years and it was noticed from the sMl-log paper that the year 64-65 possesses the highest factor. GÂDQR0S: ad.1 Es ist bekannt, dass mit der wachsenden fiefe eine Zunahme der Temperatur zu beobachten ist. Bei dem normalen geothermischen Gradienten (je 30 35 m Tiefe) erhöht sich die Temperatur um ein Grad Celsius. Also ist der innere Teil der Höhle wärmer, weil dort der geo¬ thermische Einfluss wirksam ist. ad. 2 Die Grösse des Faktors k kann durch die geometrischen Verhältnisse der Höhle beeinflusst sein, und der Syphen in der Höhlenmitte ist jedes Jahr in einem anderen Zeitabschnitt abgesperrt. 1964-65 war der Syphan ?e,'.rlang, vom Herbst bis Sommer, gesperrt.

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S 45/1 Studien liber Conons in Alpinen Hohlen MAX H. FINK (Wien / Österreich) Im Sptlätl»gischen Fachwörterbuch (H. TRIHfCL u.a. 1965) wird der Begriff "Canan" oder "Canyon 1 ’ wie felgt definiert: "enge, klasmartige Höhlenstrecken geringer Breite und bedeutender Höhe, deren Wände oft durch Schichtgesimse gestuft sind. Er besitzt meist mäandrierenden Verlauf und kann ven Höhlengewässern ständig» zeitweise »der überhaupt nicht durchflassen werden. 1 * Vielfach wird der Caben mit dem Begriff "Klamm* gleichgesetzt; in der Schweizer Literatur hat sich der Terminus "Schluchtgang* eingebürgert. Als wesentliches Kriterium für einen Höhlericansn sehen wir die heben und zugleich schmalen Querschnitte, die senkrecht bis überhängenden Seitenwände, sowie den vornehmlich mäandrierenden Verlauf an. Die Ca'ñens weisen vielfach auch in ihrer vertikalen Erstreckung ein Häandri e r en. a uf. Ia allgemeinen sind in alpinen Höhlen zwei Arten von Cänens zu unterscheiden: und zwar Canons mit gleichsinnige« und selche mit ungleichsinnigem Gefälle. Ein Senderfall des Cañen* mit gleichsinnigem Gefälle stellt jener Raumquerschnitt dar, der ln der Literatur als "Schlüssellechprefil* bezeichnet wird, bei dem sich an der Basis eines meist flachelliptischen Ganges eine Canenstrecke eingetieft hat. R. G. SPÖCKER (1962) beschreibt selche Hehlräume aus der Schlüssellechhöhle im Laubensteingebiet (Chiemgau» BIS) als deutlich fluviemerphe Urprefile, bei denen der obere Teil als primäre Druckleitungsröhre, der darunterliegende canenartige Querschnittsteil als Gravitationskanal gedeutet wird, der vielfach ven Verbruchmaterial erfüllt 1st. iases Verbruchmaterial besteht häufig aus kantigem bis kantengerundetem Bruchschutt, webei eine psraautechthene Umlagerung mittels eines Gravitatiensgerinnes angenemmen wird. Die Studien ven A. BÖGLJ (1969) erbrachten ebenfalls den Nachweis einer zweiphasigen Entwicklung dieses RauaquarschnitteSc Der ebene Teil entstand in der phreatischen Anfangsphase als schichtgebundener Ellipsengang. In dessen einstige Gangsehle wurde der Can’on durch ein Gravitatiensgerinne eingeschnitten. A. BÖGLI fasst unter anderem den Cañen als Leitferm für vadose Bildungsbedingungen auf, wobei dieser häufig durch Verbruch (Inkasien) verändert wird. H, RIEDL (1959), der die speläegenetische Bearbeitung der Paul inenhöhl e bei Tümitz (Niederösterreich) eingeleitet hat, wies bei der Besprechung der Canenstrecken darauf hin, dass "... die Klüfte als selche nicht mehr erkennbar sind, wenn auch die Profile auf eine Kluftanlage deutlich hinweisen." Diese Bemerkun g lässt die damals verbreitete Lehrmeinung erkennen, die besagte, dass durch hohe und schmale Hehlräume unbedingt auf eine Kluftgebundenheit geschlessen werden könne. Durch eine Kluftgebundenheit der Canenstrecken ist jedoch ihr mäandrigrender Verlauf nicht erklärbar. N. H. FINK (1967) gelang es in der Paul inenhöhle nachzuweisen, dass die Caliens entweder eine geneigte ebene Decke oder eine flachelliptische Deckenpartie aufweisen. Diese Decken flächen, wie wir die »bere Begrenzung der Cañens nennen können, sind hier an Schichtflächen gebunden und felgen ihnen generell in der Fällrichtung, webei ein leichtes Pendeln des Ganges in Ferm eines Mäanders veri i e gt. Die Entstehung des "Schluchtganges* eines Schlüssellechprefiles geht in gleicher Weise ver sich wie die Cah'ens im engeren Sinne* Die Gesimse» die vorwiegend parallel zu den Schichtfugen verlaufen, entstehen in den meisten Fällen durch selektive Abtragung» webei die Korrosion als verstärkender und glättender Faktor der eroslven Primär¬ ferm zum heutigen Erscheinungsbild geführt hat. Die konkaven Teile der Seltenwände entsprechen den ausstrei¬ chenden Schichtfugen» die kenvesen hingegen den einzelnen Schichtpaketen. In der Lechnerweidhöhle am Dürrenstein (Niedarösterreich) sowie in anderen Höhlen des gleichen Gebirgssteckes haben die Ferschungen ergeben, dass eine Reihe von Carfonstrecken, die zumeist grosse Hallen verbinden, an flach einfallende Harnischflächen grosser Verwerfungen angelegt sind.

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S 45 / 2 Die in den östlichen Kalkalpen festgestellten Verhältnisse wurden durch die Studien in anderen Höhlen, vor allem in der Dachstein-Maramuthöhle (Oberösterreich) bestätigt. Die Mehrzahl der Canons nimmt ihren genetischen Ausgang aus einer primären wasserwegsamen Gesleinsfuge, die entweder eine Schichtfuge oder eine tektonische Fuge sein kann und die zumeist eine flache bis mittlere Neigung aufweist. Die Dachflächen von stratigraphischen oder tektonischen Fugen stellen die Deckenflächen der Canons im engeren Sinne dar. Die Eintiefung der Canons mit gleichsinnigem Gefälle erfolgt im vadosen Bereich durch das erosiv-korrosive Kräftespiel eines Gerinnes, wobei die erosive Komponente als dominant angenommen werden kann. Oie Dachfläche der primären Ausgangsfuge bleibt als Decken fläche des Canons erhalten, wobei eine nachträgliche korrosive Umformung in Frage kommen kann. Beim freien Abfluss über eine geneigte Fläche benützt das Wasser den jeweils am stärksten geneigten Weg, der als Fallinie bezeichnet wird und der im idealfall eine Gerade darstellt. Darüber hinaus ist in Höhlen das an einer Schicht oder Verwerfung abfliessende Wasser bestrebt, den Weg des geringsten Widerstandes zu überwinden, der durch die wechselnde Wasserwegsamkeit der Fuge bestimmt wird. Daraus und aus der von der inneren und äusseren Reibung bestimmten fliesbewegung ergibt sich der mehrfach gekrümmte und mäandrierende Verlauf des Abflusses. Durch Eintiefung des Gerinnes "vererbt" sich die Form der ursprünglichen Abflussrinne und es kommt durch langandauernde Tiefenerosion bei gleichzeitiger Korrosion und relativ bescheidener Lateral erosion zu den bekannten Mäanderbildungen der Canonstrecken. H. W. FRANKE und H. ILHIUG (1963), von denen eine Untersuchung der Canons in der Dachstein-Mammuthöhle vorliegt, haben felgende Hypothese formuliert: "Die Breite eines Canons ist seiner Wasserführung proportional, seine Tiefe ist von dieser in erster Näherung unabhängig und nur der Zeit proportional." Um die Frage des Eintiefungsvorganges eines Canons mit gleichsinnigem Gefälle zu klären, ist es notwendig, die Erkenntnisse der allgemeinen Geomorphologie zu berücksichtigen. Ein Gravitationsgerinne in einer Höhle unterliegt den gleichen naturgesetzlichen Bedingungen wie ein Fluss an der Erdoberfläche. Jedes Gerinne hat das Bestreben, eine Normalgefäl 1 s kurve zu erreichen, die sich parabelähnlich konkav gegen den Oberlauf zu versteilf. Diese Normalgefäl 1 s kurve wird von jedem Gerinne individual! durch die Wasserund Geschiebeführung bestimmt. Eine verstärkte Tiefenerosion, die zur Bildung eines Canons führen soll, setzt ein sehr unausge¬ glichenes Gefälle voraus, das vor Idealfall einer Gleichgewichtsoder Normal gefall skurve sehr stark abweichen muss. Dieses unausgeglichene Gefälle liegt vor allem dann vor, wenn zwischen einer im "Oberlauf" befindlichen flacheren Abflusstrecke, die etwa an eine Schichtfuge gebunden sein kann, und der lokalen Erosionsbasis in Form eines Vorfluters im Gebirgsinneren eine ausgeprägte Gefällsstufe vorhanden ist. Diese Gefällsstufe kann entweder eine steil in die Tiefe führende wasserwegsame Kluft oder Verwerfung oder ein bereits existierender Hohlraum sein, dessen Evakuationssohle tiefer liegt als die Deckenfläche des späteren Canons. Im Bestreben, die Normalgafäl 1 s kurve zu erreichen, wird das Gerinne gezwungen, sich durch rückschreitende Erosion einzutiefen und dabei die Canonstrecke zu bilden. Neben den oben besprochenen Canons, die ein gleichsinniges Gefälle aufweisan, gibt es sine Reihe von Canons, die in ihrer Längserstreckung ein ungleichsinniges Gefälle besitzen. Die Hochund Tiefstellen entsprechen zugleich den starken Biegungen der Gangstrecke. Die Deckanfläche und die Gesimse verlaufen kongruent mit dem Aufund Absteigen des Canons. Auch bei diesem Canontyp, der unter anderem besonders eindrucksvoll in der Hermannshöhle bei Kirchberg am Wedhsel (Niederösterreich) und in der bereits erwähnten Paul inenhöhle zu beobachten ist, erfolgt die Primäranlage an den Schichtfugen. Die Genese eines solchen Canons ist mittels eines Gravitationsgerinnes nur schwer vorstellbar. Das Vorhandensein eines ungleichsinnigen Gefälles würde im vadosen Bereich zu einem Stagnieren des Wassers führen, wobei eine Erosionslei stung nicht mehr gegeben is Hingegen ist eins Bildung der Canons mit ungleichsinnigem Gefälle unter phreatischen Bedingungen nicht auszuschl iessen. Die Untersuchungen Uber den Entstehungsvorgang, der vermutlich in Form des Zusammenwachsens einzelner übereinander befindlicher Ellipsengänge zu denken ist, sind zur Zeit noch nicht abgeschlossen. Literaturhinweise BüGLI, A. (1969) Neue Anschauungen über die Rolle von Schichtfugen und Klüften in der karst¬ hydrographischen Entwicklung. Gsol. Rdsch., B. 58, H. 2, Stuttgart 1969 FINK, M. H. (1967) Tektonik und Höhlenbildung in den niederösterreichischen Kalkalpen. Wiss. Beihefte z.Z. "Die Höhle", Nr, 11, Wien 1967 FRANKE, H. U. und ILM1NG, H. (1963) Beobachtungen in der Dachstein-Mammuthöhle (Oberösterreich), Die Höhle 14. Jg., H. 2, Wien 1953

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S 45/3 RIEDL, H. (1959) 3PÖCKER, R. G. (1962) TRIMKEL, H. u.a. (1965) Di e Paul inenhöhl s in Klausberg bei lUrnitz. Höhlenkundl.Hitt., 15. J g., H. 3, Kien 1959 Karstmorpholagische Untersuchungen im Laubensieingebiet. Jh.f. Karstu. Höhlenkunde, H. 3, Hünchen 1962 Spelaologisches Fachwörterbuch (Fachwörterbuch der Karstund Höhlenkunde), Kien 1965

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S 4 6/1 yorschungsbericht aus dem Hochsystem des Hölloches (mit Lichtbildern) PAUL BERG (Ef f retikon / Schweiz) 2 1 In der Zentral Schweiz liegt jenes Karstgebiet, welches das Hölloch in sich birgt. Von der 250 km verkarsteten Fläche entwässert dieses Höhlensystem etwa 22 km^. 2 Seit 1951 führt die "Arbeitsgemeinschaft Böllochforschung* alljährlich ihre Winterexpeditionen durch. Im Winter 1964/65 gelang es erstmals, in das obere System des Höllochs einzudringen. Damals schon bestand die Arbeitsge¬ meinschaft aus verschiedenen selbstständigearbeitenden Gruppen. Jede ist für ein bestimmtes Arbeitsgebiet ver¬ antwortlich. Die folgende Schilderung soll nur einen bescheidenen Überblick geben, Uber Erlebnisse, Arbeit und Beobachtungen einer einzigen von den drei Forschungsgruppen der AGH. Das Hochsystem liegt völlig unabhängig durchsdnittlich 300 m über den mittleren Höl 1 ochregionen. Der Aufstieg 3 folgt einer Verwerfung, welche die Öberschiebungsflächen des Sîîbemxfceke über die Bächistockdecke durchquert. Die Überwindung einer Deckenüberschiebung zweier tektonischer Einheiten, die als dicht gilt, ist in der Höhlen4 forschung einmal iif! Nun ein Blick zurück. Es ist ein alter Wunsch der Höhlenforscher, nach oben zu kommen und einen zweiten Ausgang zu finden. Von jeher wurden Schlote sorgfältig geprüft. Im mittleren Hölloch wurde der Blankstollendom 1960 mit Hilfe einer Kletterstange überwunden. Dann begann der Vorstoss nach oben. Dieses Gebiet wurde "Wassergang" benannt. Die Wirkung fallender Wasser war überall ersichtlich. Ein Abgrund, der vom alten Bachlauf angeschnitten wurde, lenkt nun das Wasser in unbekannte Tiefen. Die weitere Fortsetzung nach oben, ein enger wasserführender Stollen, wurde durch einen Felsblock versperrt. Erst nach zwei weiteren Jahren konnte dieses Hindernis unter schwierigen Umständen gesprengt werden. Dieser Punkt erwie sich als die Schlüssel stelle. Es ist der einzige Zugang ins obere System des Höllochs. Der Winter 1965/66 brachte sehr gute Resultate. Die Gruppe von Prof. Dr. Bögli stiess ins Ostgangsystem vor und darüber hinaus in den "Roten Gang" sowie in die "Grosse Schlucht". Unsere Gruppe gelangte, dem Bache aufwärts 5 folgend, durch ein Steilgangsystem in das Gebiet der "Via Gloriosa". Die ersten Vorstb'sse wurden von Biwak I und Biwak II aus durchgeführt. Die Anmarschwege wurden zu lang. Wir beschlossen daher, im Winter 1966/67, Hochbiwaks 6 anzulegen. Die hierzu notwendigen Vortransporte dauerten zum Teil 36 Stunden; eine ausserordentliche Leistung von den Vortransportgruppen! Es war notwendig, die Zugangsroute zum Hochsystem gut auszubauen. Wir mussten jedoch berücksichtigen, dass technische Hilfsmittel, wie fixe Seile, Steigleitern, Hacken etc. sehr stark strapaziert werden, da ja nicht nur einzelne Forscher, sondern ganze Transportgruppen mit schwerem Material, die Einrichtungen benutzen. 7 Unser Hochbiwak ist mit 1145 m das höchstgelegene im Hölloch. Es befindet sich im Gangzug "Via Gloriosa". Niedrig, nass, unbequem, lehmigjdoch der einzige ebene Platz zwischen gähnenden Abgründen. Die mehr oder weniger horizontal 8 verlaufende "Via Gloriosa" schneidet komplizierte Schlotsysteme im Osten und Westen an. Rund 3 km wurden bisher kartographisch aufgenommen. Das ist im Hölloch relativ wenig, jedoch müssen wir uns vor Augen halten, dass von diesen Gangstrecken nur 10 % wenig geneigt, 60 % dagegen senkrecht und die übrigen 30 % steil bis sehr steil ver1 a ufen. 9 Lange Zeit war unser Hauptziel, den Weg nach oben zu verfolgen, dem sich alles unttrzuordnen hatte Die äusserst schwierigen meist wasserführenden Schlote von unten nach oben zu begehen, stellte uns vor heikle klettertechnische Aufgaben. Da die Wände ausgewaschen, ohne jegliche Risse sind, arbeiten wir ausschliesslich mit IBthrhakm. Sehr gute Dienste erwies uns die sechsteilige Kletterstange (12 m hoch) aus Anticorodal. Neben den senkrechten Röhren, die den nordamerikanischen Shafts ähnlich sind, gibt es noch die engen Spalten mit elliptischem Querschnitt. 10 Die Aufschwünge sind stufenweise aufeinandergestellt; die Rampen schmal und abschüssig. Bei grösseren, sind 11 gelegentlich KalkL vwharvüM. 12 Leider gelang bis heute kein Durchbruch an die Oberfläche. Der höchsterreichte Punkt in dem Gebiet "Via Gloriosa" liegt auf 1283 m, also 653 m über dem tiefsten Punkte des Höllochs. Die Schlotsysteme enden meistens in engen unpassierbaren Spalten. Die Erdoberfläche liegt immer noch etwa 110 m höher. Alle Versuche, von oben her einen Zugang in die Höhle zu finden, blieben bisher erfolglos.

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S 46/Z 13 Kritisch 1st das Arbeiten ln den Wasserfällen» dessen aechan! s ehe Einwirkungen ganz.'betriebt!kh sind, abge= 14 sehen von der Temperatur von 5°C. Nur kurze Einsätze gewähren die nötige Sicherheit*. Die wasserdichten Kleider, die wir gezwungeneraassen tragen, hindern den Kletterer in seiner Bewegungsfreiheit» Innerhalb des Hochsysteas wurden durch verschiedene Färbungen ait Fluorescein die Zusammenhänge der einzelnen Wasserläufe abgeklärt. Jedoch konnte die Fortsetzung nach unten nirgends beobachtet werden. 15 Die Steilgänge haben aeistens Schluchtgangcharakter«, Man erkennt sehr gut die zweiphasige Entwicklung. Oben ellipsenföraig, phreatisch, angelegt auf Schichtfugen. Später unter vadosen Bedingungen entstand die einge= fressene Schlucht. 16 Bei der diesjährigen Winterexpedition schenkten wir dem Höhlenwind besondere Aufmerksamkeit. Unser System der "Via Gloriosa" muß von irgendwoher noch eine weitere Luftzufuhr erhalten» denn aus der Aufstiegszone weht nur ein schwacher Wind. Nun wir fanden des Rätsels Lösung. Aus einem Steilgang blies uns ein heftiger Luftzug ent¬ gegen, also in falscher Richtung, denn ia Winter steigt die Luft normalerweise aufwärts. Von dieser Tatsache läßt sich einiges ableiten! Verbindungsmöglichkeit mit den vorderen Teilen der Höhle; eventuell sogar Aussich¬ ten auf einen neuen Ausgang ia Westen« Was wir aber mit Sicherheit annahmen,war,daß wir in dieser Richtung ein 17 neues System entdecken würden. Durch ein heikles Schlotnetz erreichten wir am vorletzten Forschungstag ein neues Gangsystem."Zauberpfad" nannten wir den Hauptzug, der in westlicher Richtung hinwegzieht. Aufgrund der Fliessfassetten bewegte sich das Wasser in der letzten phreatisehen Phase nach Osten, spätere periodische Was¬ serläufe in einstigen Oberschwemmungszonen bewiesen in den Sandund Kiesablagerungen eine Strömung nach Westen. Rund ein km wurde dieses Jahr vermessen und gegen alle Regeln unserer Forscharbeit ein weiterer begangen, ohne daß ein Ende erreicht worden wäre.Ein Seitenarm,der gegen Sudosten führt, nimmt einen bedeutenden Teil des Win¬ des auf.Im Sommer verhält sich im Zusammenhang mit dem Wind alles umgekehrt.Hereingewehte,tote Fliegen bewiesen, daß auch in dieser Richtung ein"Weg"zur Erdoberfläche führt.Nun, einiges wartet da noch auf seine Entdeckung. 18 Etwas noch über den einmalig schönen und reichhaltigen Tropfsteinschmuck der "Via Glor1osa".Wir beobachteten "Macaroni-Stalakti t en", a uch viele "Exzentriker",unter welchen auffallend viel Trümmer liegen, die fast aus¬ schließlich Nordwest-Südost-Achse ausgerichtet sind» 19 Hier 1st an Erdbeben zu denken. Montrai Ich bereichert an einigen Stellen den farbigen Tropfstein. An mehreren Orten stiessen wir auf die kuriose Erseheinung»daß neben kristallklaren,schimmernden und aktiven Stalaktiten andere vorkamen,die gänzlich verlehmt waren»D1e Lehsscfeicht beträgt etwa 3»10 mm» Hier handelt es sich um 20 präglaziale Bildungen, die nachträglich nochmals überschwemmt wurden.Oft erkennt man an exponiert gewachsenen 21 Tropfsteinen die Einflüsse des Höhlenwindes.Vlele Spalten,die nach oben verlaufen,weisen herrliche Tropfst*!nkaskaden auf.Die Farbenpracht übertrifft alles bisher bekannte im Hölloch. Ihre Skala reicht vom reinsten 22 weiß über gelb und orange bis zum feurigsten dunkelrot» Solch eine vielfarbige Tropfsteinwelt gehört auch für 23 ä»n Höhlenforscher nicht zum "Alltäglichen". Durchschimmernde dünne Sinterfahnen ergänzen unseren Eindruck. 24 25 26 Die besonders schönen KristalIseen krönen diese Welt,ln welcher Farben und Formen von der Natur zu meisterhaf¬ ter Kunst geschaffen wurden. 27 Die Forschung im Hölloch ist zum Teil an die Grenze der Leistungsfähigkeit des Menschen angelangt. Ich denke dabei an die klettertechnischen Schwierigkeiten» an die Anmarschwege, an die Unfallmöglichkeit und nicht zu¬ letzt an die Hochwassergefahr.Wieviel Mühe, Zeit und Anforderung, wieviel Material, wieviel guten Willen und was für einen großen Idealismus brauchen wir für unsere Höhle.Ohne viele helfende Hände, ohne wahre Kamerad¬ schaft wäre ein solches Forschungsprogramm, welches das Hölloch von uns fordert, gänzlich unmöglich. Die Geheimnisse des Unterirdischen zu lüften, gesunde Abenteuerlust, intensives Erleben der Höhle und deren Schönheiten, unvergessliche Augenblicke des Neuentdeckens sind und bleiben die treibenden Kräfte, die uns immer wieder in die Höhle locken. Aufstellung der Lichtbilder 1 Karstlandschaft (Muotatal) 14 Abseilen im "Stei 1 gangdom" 2 Gesamtplan Hölloch 15 Schluchtgang 3 Skizze über Tektonik 16 Steil gang 4 Detailplan (siehe beigelegte Druckvortage) 17 Gangzug "Zauberpfad" 5 Kletterstelle im Wassergang 18 Macaroni und exzentrische Tropfsteine 6 Quergang in der oberen Rampe des Wasserfalldoms 19 Montmilchvorkommen 7 Hochbiwak VI 1 20 Tropfsteinbeispiel» rein und verlehmt 8 Gangzug "Via Gloriosa" 21 Roter Stalagmit (Windverformung) 9 Schlotaufstieg 22 Tropfsteinkaskaden 10 Klettertechnische Darstellungen 23 Mehrfarbige Tropfsteingruppe 11 w » 24 Rote Sinterfahne 12 Aufstieg in den Çteî I g a ngdom" 25 Tropfsteingruppe mit Sinterfahne 13 Auf der Drahtsei 11 ei ter im Wasserfall 26 Kristall see 27 Biwaksee mit Drahtsei il ei ter

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S 46/4 Li t eratur: Berg P. Höllochforschung 1965/67 "Tat" 32. Jahrgang, Nr. 7 Berg, P. Die 1Û0 km Grenze ist überschritten (Höllochforschung 1943 bis 1968) "Berner Tagblatt" 81. Jahrgang Nr. 101 "Tat" 33. Jahrgang Nr. 68 Bögli, A. Präglazial und präglaziale Verkarstung im hinteren Huotatal "Regio Basiliensis" Heft IX / 1 1968 Bögl i , A. Neue Anschauungen über die Rolle von Schichtfugen und Klüften in der karst¬ hydrographischen Entwicklung "Geographische Rundschau" Band 58 1969 Das Hölloch von 1961 1967 "Die Alpen" Heft 3 Wittenburg, W. Höllochnachrichten Nr. 1, Nr. 2 Oie Erforschung des Höll o ches "Neue Zürcher Zeitung" Jan. 1967 Diskussion: KRAUTHAUSEfí (Karlsruhe): Wie repräsenti e ren sich im Höhlenverlauf der Deckenübergang bzw. die Öberschiebungsbahn? BERG: Deckengrenze bzw. -Übergang sind nicht genau auszumachen. Sie sind auch noch nicht genauer festgestellt worden.

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Über die unterirdischen Säle S 47/1 MARCIAN D. BtEAHU (Bukarest / Rumänien) Im Rahmen eines end§karstisehen Hohlraumnetzes kann man drei elementare Formen unterscheiden: Gänge, Schächte und Säle. Die Gänge werden durch waagerechten Verlauf und gleichbleibenden Querschnitt, die Schächte durch senkrechten Verlauf und gleichbleibenden Querschnitt und die Säle durch unbestimmtes Gefälle und vergrösserten Querschnitt gekennzeichnet. Schon diese einfachen Erläuterungen schaffen den Sälen eine Sonderstellung, da die erste der beiden kennzeichnenden Eigenschaften (das Gefälle) einen unbestimmten Charakter hat (d h. dass es verschiedenartig sein kann), während die zweite Eigenschaft (der Querschnitt) von einer anderen Form abhängig ist, demgegenüber si e ' ^ergrössert" sein muss. Die Höhlensäle können als Erweiterungen der Gänge, welche zu ihnen fuhren, angesehen werden. Obschon es einfach scheint, zu bestimmen, welcher Teil einer Höhle Saal genannt werden kann, ist es in der Praxis oft doch nicht immer eindeutig, welchen Räumen man diese Benennung zuschreiben kann. Erstens kann man keine genauen Masse angeben, zweitens hängt es vom Grundriss ab, und schliesslich besteht auch mit der Höhe ein Zusammenhang, da eine gewaltige Erhöhung der Decke auf einer kurzen Strecke den Eindruck eines Saales gibt. Was die Position der Säle gegenüber dem Gangnetz anbetrifft, ist zu erwähnen, dass sie bei unterirdischen Zusammenflüssen als Erweiterungen eines Ganges, oder abseits der Hauptgänge auftreten. Gänge und Schächte waren bereits das Thema zahlreicher Arbeiten. Säle wurden bisher nur in den Arbeiten erwähnt, welche sich mit Einstürzen befassen, und es scheint, dass allein Ph, Renault (1958) eine Analyse und Klassifizierung der unterirdischen Säle durchgeführt hat, wobei er folgende Typen unterscheidet: A. A n Gänge gebundene Säle a. Niedere Säle, welche zu einem Gängelabyrinth gehören, b. Längliche Säls, Riesengängen ähnlich, deren grosse Höhe durch Deckeneinsturz entstand, c. Einsturzsäle, welche durch den Einsturz der Decke von zwei Übereinandergelegenen Gängen entstanden sind. B. An Schächte gebundene Säle Trichterförmige Säle (unterirdische Dolinen) durch senkrechten Abfluss entstanden. C. Gemischter Typ Säle,in welchen sich der Effekt des waagerechten mit dem des senkrechten Abflusses kombiniert, wobei Zwischentypen entstehen. Im folgenden wird der Versuch gemacht, alle Entstehungsmöglichkeiten eines unterirdischen Saales aufzuzählen, mit besonderem Hinweis auf die spezifischen morphologischen Kennzeichen, wobei der Vorgang,der zur Vergrösserung des unterirdischen Raumes beiträgt, besonders beachtet wird. In diesem Sinne werden vier genetische Saalarten unterschieden, von denen jede mehrere Typen aufweist. I. Zerrungssäle Diese Saalart entsteht im Inneren des Kalksteinmassivs ohne Beitrag des Wassers. Der Hohlraum wird durch Zugkräfte hervorgerufen, welche bei tektonischen Bewegungen auftreten oder durch gravitationale Verlagerungen im Inneren des Massivs entstehen. 1. Die tektonischen Zerrungssäle können solche Ausmasse aufweisen, wie sie Wasser auch mit einem noch so grossen Durchfluss niemals hätte bilden können. Säle dieser Art sind an folgenden Kennzeichen zu erkennen: (1) Längliche Form, welche der tektonischen Dislokation folgt; (2) glatte und paral! e ie Wände, oft mit Harnisch¬ flächen; (3) Abwesenheit jeder Spur von fliessendem Wasser (weder Sohlennoch Druckgerinne). Das Wasser be¬ findet sich hier rein zufällig und hat in keiner Weise zur Bildung des Hohlraumes beigetragen. Rein zufällig ist auch der Zugang zu solch einem Saal, welcher oft einem Hauptgang gegenüber exzentrisch ist. Die österreichischen Speläologen nehmen an, dass die gewaltigen Säle der Mammuthöhle auf diese Weisen entstanden sind (Arnberger 1954).

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S 47/2 2. S r avitational z e rrungssäle bilden sich infolge der Verschiebung verhältnismässig kleiner Kalksteinmassen, welche auf einem undurchlässigem Untergrund lagern. Das Kalksteinmassiv verlagert sich entlag von Hiimimalwiderstandslinien (Klüfte, Verwerfungen), längs derer sich grosse Hohlrüume bilden. Auch in diesem Falle beteiligt sich das Wasser nicht an der Modellierung des unterirdischen Hohlraumes. Für solche Säle sind kennzeichnend: (1) längliche Formen; (2) das Fehlen der Wasserbearbeitungsspuren; (3) unregelmässige Wände; (4) eine grosse Menge von gestürzten, eckigen Felsblöcken. 1 1 . Korrosionssäle Die Korrosion ist der Ursprung der meisten speiäo^enetisehen Prozesse, und wie aus dem folgenden hervorgeht, spielt sie in der Bildung der Einsturzsäle eine ausschlaggebende Rolle. Hier werden aber nur diejenigen Säle in Betracht gezogen, bei welchen der erzeugende Prozess unmittelbar derjenige der Korrosion ist. Nach der Art des Koiirosionsvorganges unterscheiden wir verschiedene Saalarten. 1. Piff eren tialkorrosionssäle Ein unter Druck befindliches Wasser vergrössert durch gleichmässige Auflösung nach allen Seiten hin den unter, irdischen Hohlraum, in dem es fliesst. Wenn das Wasser durch diese Ausbreitung eine löslichere Gesteinschicht antrifft, dann vergrössert es den Hohlraum, durch schnelleres Auflösen, bis zu den relativen Ausmassen eines Saales. In den Horizontal schichten kann ein solcher Saal sich nicht bilden, da die Vergrösserung in der ganzen Länge des Ganges etwa gleichiist, so dass dieser einen Querschnitt in Form einer sehr flachen Ellipse haben wird. Nur in geneigten Schichten und nur wenn der Gang senkrecht oder schräg zum Schichtstreichen verläuft, wird ein Auflösungssaal entstehen. Da der zugrundeliegende Prozess die von der verschiedenen Löslichkeit des Kalkes her¬ vorgerufene Differentialkorrosion ist, haben wir diese Art von Sälen Differentialkorrosionssäle genannt. 2. Total aufl ösungssäle Für eine differentielle Korrosion kann man nicht nur die Lösungsfähigkeit des Materials in Betracht ziehen, sondern auch die ungleiche Verteilung der Angriffswege. Es ist bekannt, dass bei einem dreidimensionalen Netz, welches aus Gefässen mit kleinem Durchmesser besteht, das Wasser sich unter Druck befindet. Die Vergrösserung des Durchschnittes der einzelnen Kanäle führt mit der Zeit zur Bildung eines Gängelabyrinthes. Wenn die Auf¬ lösung vollständig ist, bis zum Verschwinden der Trennwände der einzelnen Kanäle, bildet sich ein Hohlraum von grösseren Ausmassen. Dieses ist im allgemeinen der Vorgang, durch den sich ein Labyrinth in einen einzigen Gang verwandelt. Wenn im Kalkstock jedoch die Verteilung der Risse und Spalten ungleich ist, wird sich die spalten¬ reichere Zone in einen Saal verwandeln. Dem angedeuteten Prozess wurde von Ph. Renault (1957) die seitliche Position der Säle gegenüber den unterirdischen Hauptgängen zugeschrieben. Ein derartiger Saal, den wir Totalauflösungssaal nennen, weil die Trennwände vollkommen aufgeköst wurden, ist gekennzeichnet durch: (1) das typische Ätzungsmikrorelief der Wände; (2) durch die Unregelmässigkeit des Hohl raumesnach allen drei Dimensionen hin, welche dem Druckfliessen eigen ist; (3) durch die Abwesenheit der Einsturzblöcke. 3. Regressivkorrosionssäle Die Korrosion kann einen Saal nicht nur in einem Druckgerinne, sondern auch entlang eines Flusses mit Sohlen¬ gerinne bilden. Wenn sich an einem Gang eine durch das Nähertreten der Decke oder Wände hervorgerufene Enge befindet, so arbeitet diese bei Hochwasser als Siphon, welcher einen Rückstau hervorruft. Auf diese Weise bildet sich entweder ein See oder aber es füllt sich der Gang vollständig mit Wasser an und steht dann unter Druck. Der neue Wasserstand führt zu einer intensiveren Korrosion, welche durch Vergrösserung des Ganges einen Saal entstehen lässt. Ein solcher Saal, Regressivkorrosionssaal genannt, wird gekennzeichnet durch: (1) birnenförmigen Umriss (mit dem breiten Teil der Verengung zu); (2) Druckerossivspuren auf Wänden und Decke; (3) das Fehlen von Einsturzblöcken. Das grossartigste Beispiel auf der Welt ist der grosse Saal der Skocjan-Höhle (Jugosl a vien), wo aber auch der Einsturz eine bedeutende Rolle gespielt hat. 4. Dolinensäle Dolinen sind die typischten Formen des Oberflächenkarstes, üolinen können auch unterirdisch auf der Sohle von Höhlen auftreten, hervorgerufen durch: (1) eine Häufung von Klüften im Kalkstein; (2) einen unterirdischen Ponor oder (3) das Einsenken des Bodens, das durch einen darunterliegenden Gang hervorgerufen wurde.

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s 4 7 / J Henn die Bildung der Doline aber nur das Ergebnis der Korrosion ist, dann reden wir von einer Sinkkorrosion, bzw. von den, was PH. Renault "affaisement-dissolution" und H. Bretz "solutional-subsidence" nennt. Wenn die Doline das Ergebnis des langsamen Einsturzes in einen darunterliegenden Hohlraum ist, dann reden wir von einer Saugerscheinung, von Renault "soutirage" genannt. In beiden Fällen ist das Ergebnis die Bildung einer trichterförmigen Vertiefung auf dem Boden eines Ganges, was den Eindruck eines Saales an der Stelle hervorruft. Das Einsinken des Bodens führt später zum Einsturz der Wände, was zur Vergrösserung des Saales beiträgt. Säle solcher Art nennen wir Dolinensäle, wie sie auch Ph. Renault genannt hat (Punkt 3 in seiner Klassifi¬ zierung). Sie werden durch folgende Merkmale gekennzeichnet: (1) einen kreisrunden Umriss; (2) gleiche Höhe mit den Gängen, welche in sie münden; (2) die Form der Decke entspricht der Form der Decke des Ganges, aus welcher sie hervorgegangen sind, (4) eine mit einer dicken Gerölloder Tonschicht bedeckte Sohle, in welcher der Trichter eingesunken ist. 5. ilischungskorrosionssäle Ein neuer Prozess für die Speläogenese wurde in letzter Zeit von A. Bögli (1964) hervorgehoben. Es ist damit die Mischungskorrosi o n gemeint, welche daraus besteht, dass beim Zusammenfluss von zwei Gewässern mit verschiede¬ nem C02-Gehalt und demnach unterschiedlicher tösungskraft, die Lösungskraft durch die Befreiung eines Teils des CO 2 wächst. Dieser Vorgang findet selbst dann statt, wenn beide Wässer gesättigt sind. Diese Feststellung ist sehr wichtig, denn sie erklärt, weshalb die Korrosion auch noch sehr tief im Inneren des Kalksteinmassivs statt¬ finden kann, wohin normalerweise jedes Wasser nur in gesättigtem Zustand gelangen kann. Die Steigerung der Korrosionsfähigkeit beim Zusammenfluss von zwei unterirdischen Wasserläufen führt zur Idee, dass hier ein Saal entstehen wird. Es ist eine den Speläologen wohlbekannte Tatsache, dass fast alle unterirdischen Zusammenflüsse in grossen Sälen stattfinden. In den meisten Fällen entstehen solche Säle beim Aufeinandertreffen von Klüften, entlag deren dann Einstürze stattfinden. Aber nicht von solchen Sälen soll hier die Rede sein, denn in diesem Fall haben die zusammenfliessenden Gewässer Sohlengerinne, bei denen die Mischungs¬ korrosion einen geringen Einfluss hat, da sie nur unter dem Wasserspiegel tätig ist. Der Einfluss der Mischungs¬ korrosion gewinnt an Bedeutung, wenn sich das Wasser unter Druck befindet, wobei es auf dem ganzen Querschnitt des Ganges wirkt. In diesem Fall kann die Korrosion durch eine weitgehende Erweiterung des Ganges zur Bildung eines Saales führen, den wir Mischungskorrosionssaal nennen. Die Ilischungskorrosionssäle finden wir in den unterirdischen Metzen, welche die Druckgerinnemorphologie beibehalten haben. Diese Saalart hat: (1) eine ovale Wölbung, (2) einen kreisrunden Grundriss, (3) die Wände weisen ein Ätzungsmikrorelief auf und (4) es fehlen die Einsturzblöcke. Der Saal ist glockenförmig, wenn in einen waagerechten Gang ein von oben kommendes Wasser eindringt. III. Erosionssäle Die Erosion spielt in der Bildung der kleinen unterirdischen Hohlräume eine verhältnismässig geringe Rolle. Sie führt nur zur Vergrösserung des Hohlraumes, so dass sie in demselben Mass an Bedeutung gewinnt, in dem sich die Abflussgänge erweitern. Durch die Vergrösserung der Hohlräume führt die Erosion zu Einstürzen. Im folgenden werden wir uns aber nicht mit dieser letzteren Erscheinung befassen, sondern nur mit jenen Erweiterungen, welche ausschliesslich auf Kosten der Erosion gehen. 1. Differentialerosionssäle . So wie bei der Korrosion, wirkt auch die Erosion auf die weniger widerstands¬ fähigen Kalksteinschichten. Wenn bei der Korrosion die Schwäche des Gesteins chemischer Natur war, so ist sie hier mechanischer Art. Wenn zum Beispiel ein unterirdischer Fluss, weldher Mäander bildet, auf weniger wider¬ standsfähige Schichten auftrifft, werden diese kräftiger ausgewaschen, so dass der Gang zu einem Saal erweitert wird. Wie bei der Korrosion, ist dieses nur dann möglich, wenn das Wasser rechtwinklig oder schräg zum Schicht¬ streichen steht. Diese Differentialerosionssäle sind durch (1) eine regelmässige Form, die von der weniger widerstandsfähigen Schicht abhängt, (2) durch mäanderförmigen unterirdischen Flusslauf und (3) durch relativ grosse Höhe ein Beweis der epigenetischen Vertiefung des Wassers gekennzeichnet. 2. Hydrodynamische Erosionssäle . Oftmals ist entlang eines unteri rdi sehen Wasserlaufes eine Verengung zu erkennen, welcher je eine saalförmige Erweiterung vorhergeht und folgt. Wenn Klüfte, Zusammenflüsse oder Ein¬ stürze, welche diese Form begründen würden, fehlen, muss die Erklärung bei der Wirkungsweise des fliessenden Wassers sei bst gesucht werden, welches bei Hochwasser durch die Vergrösserung der Durchflussmenge nicht mehr durch die Enge abfliessen kann. Oberhalb der Enge staut sich das Wasser und führt auf diese Weise zur Bildung eines Regressivkorrosionssaales, wie vorher erklärt. Dadurch, dass das Wasser die Enge passieren muss, steigt aber seine Geschwindigkeit und folglich auch seine Kraft. Abwärts prallt das Wasser wahllos auf die Wände, erodiert kräftig und vergrössert den Gang bis zur Grösse eines Saales. Der Abbauvorgang ähnelt etwa dem eines Hydromonitoren. Ein solcher Saal kann hydrodynamischer Erosionssaal genannt werden.

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s 47/4 3. Verlikalerosionssäle . Die hydrodynamische Erosion finde! nicht nur waagerecht, sondern auch senkrecht statt. Es handelt sich um das freie Fallen des Wassers in einen Schacht, wobei die Erosionskraft von der kine¬ tischen Energie des Wassers abhängig ist. Es ist bekannt, dass jeder Wasserfall, der sich auf der Erdoberfläche findet, an seinem Fusse eine tiefe und weite Auswaschungswanne aufweist. Genauederselbe Vorgang findet auch unter Tag statt, mit dem Unterschied, dass hier die ganze Reihenfolge der Formen, von der ursprünglichen bis zur gegenwärtigen, erhalten bleibt, so dass die Vertiefungsetappen von den Wänden abgelesen werden können. Je mehr die Sohle nach unten geht, desto grösser wird der Wasserfall, desto kräftiger die Erosion, und infolge¬ dessen der Hohlraum grösser. Das Ergebnis ist ein glockenförmiger Saal, wobei dieser Typ Vertikalerosionssaal genannt werden kann. III. Einsturzsäle Die komplizierteste Saalart wurde für den Schluss aufgespart, da hier diejenigen Formen eingegliedert werden, die nicht ausschliesslich den vorhererwähnten Prozessen zugehören, deren Anwesenheit aber auch hier vermutet wird. Wie schon der Name imdeutet, werden hier alle Formen zusammengetragen, die von einem Einsturz herrühren, wobei durch Einsturz das Lockern und Fallen eines Teiles der Kalksteins zu verstehen ist, der den unterirdischen Hohlraum umfasst, ganz gleich, wo der Einsturz stattfindet (Decke, Wände, Sohle). Der Einsturz ist der letzte saalbildende Vorgang, doch hat er mehrere Gründe. Bei der Analyse des Einsturzvorganges muss von der Voraussetzung ausgegangen werden, dass es ohne Diskon¬ tinuitäten in der Hasse des Kalksteins keine Einstürze geben kann. Diese Diskontinuitäten sind Schichtfugen, Klüfte und Risse, von deren Dichte und Verteilung die Grösse und Form der Einstürze abhängen. Zweitens muss auf die Agenten geachtet werden, welche dazu führen, dass zusammenhängende Kalksteinblöcke die Bindung zueinander verlieren, sich lösen und einstürzen. Schliesslich greift noch ein drittes Klassifikationskriterium ein. die Stelle, an der der Einsturz stattfindet (Decke, Wände, Sohle). In dieser Situation, selbst mit dem Risiko des Nichteinhaltens eines einheitlichen Klassifikationskriteriums, werden wir unmittelbar die hervorgegangenen Formen unterscheiden, bzw. die durch Einsturz gebildeten Säle, ohne sie nach einem genetischen, räumlichen oder strukturellen Kriterium einzugliedern. 1. Kluftkreuzungssäle . Es wurde hier schon erwähnt, dass sich unterirdische Zusammenflüsse meist in grossen Sälen befinden, was bei Druckfliessen der Hischungskorrosion zugeschrieben wurde. Bei Sohlengerinne ist die Ersdheinung noch eindeutiger, zumal wenn die zusammenfliessenden Gewässer aus grossen Gängen kommen. Diese Gänge sind von Klüften bedingt, welche sich beim Zusammentreffen schneiden und dadurch eine weniger widerstandsfähige Zone des Kalkgesteins bilden, die das Abstürzen von Blöcken aus der Decke ermöglicht. Die häufigen Einstürze bilden einen Saal, welcher durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: (1) deachförraige Decke; (2) grössere Höhe als die beiden Gänge, die sich hier treffen; (3) ein Wandrelief, das Abstürzspuren aufweist; (4) Ansammlung von Einsturzblöcken, sofern diese nicht vom Wasser abgetragen wurden. Die Kreuzung zweier Klüfte kommt Örter vor. Seltener ist das Aufeinandertreffen von drei oder mehreren Klüften, aber um so grossartiger ist der Effekt. Je grösser die Zahl der Klüfte, desto grösser ist die dem Absturz günstige Zone, und um so grössere Ausmasse kriegt der Saal. 2. Säle der Kreuzung von Bruchfugen mit Schichtfugen bilden einen besonderen Fall der vorherbeschriebenen Säle, wobei eine der Diskontinuitäten eine Schichtfläche ist. Vom morphologischen Standpunkt aus ist der Unter¬ schied deutlich, da die Einstürze, die entlag der Schichtfläche stattfinden, die Schicht entblössen und eine glatte; geneigte Fläche hinterlassen, die beim Begegnen einer Kluft plötzlich aufhört. Infolgedessen ist das Deckenprofil assymmetrisch, mit einer mehr (Kluftfläche) undieiner weniger starken (Schichtfläche) Neigung. Säle dieser Art bilden sich oft den Gängen entlang, die einer Schichtfläche folgen. Sie weisen stellenweise plötzlich auftretende Erhöhungen und Erweiterungen auf. 3. Differantialeinsturzsäle . Es wurde schon erwähnt, dass sich bei verschiedenartiger Löslichkeit einer Kalkschicht genau so gut ein Saal bilden kann wie bei unterschiedlichem Erosionswiderstand. Solche Unterschiede kann es auch im Bereich der Kohäsion der Kalksteinmasse geben, in dem Sinne, dass manche Schichten stärker zer¬ klüftet oder weniger widerstandsfähig dem Gewölbeeffikt gegenüber stehen und so, fähiger sind, Einstürze zu verursachen. Beim Aufeinandertreffen eines Ganges mit solch einer Schicht findet, wegen des Abstürzens, ein Erheben der Decke und ein Zurücktreten der Wände statt. Der so entstandene Saal entspricht genau der Stärke der Schicht. Die Decke eines solchen Saales ist assymmetrisch, mit einem Gefälle, welches der Schichtenstärke der gestürzten Schicht entspricht, und einem kleinerem Gefälle, welches der unteren Schichtfläche der darüber¬ liegenden widerstandsfähigen Schicht entspricht.

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S 47/5 4. Kalkzertrümmerungssälä. In der Masse des Kalksteins befinden sich manchmal tektonisch angegriffene Zonen, welche an ausgeprägteren Zerklüftungen und Rissen zu erkennen sind. Solche Zonen tauchen in der Mähe der Verwerfungen auf oder sind von Flächenpaaren, welche sich unter gewissen Winkeln schneiden, erzeugt. Wenn ein Gang eine solche Zerklüftungszone schneidet, wird sich hier ein Saal bilden. Auch dieses ist ein Differen¬ tial einsturzsaal , wie im vorhergehenden Fall, mit dem Unterschied, dass hier die Verschiedenartigkeit des Wider¬ standes nicht von einem stratigraphisehen Element (einer bestimmten Schicht), sondern von einem tektonischen (starken Zerklüftungszone) hervorgerufen wird. 5. Chemioklastische Einsturzsäle. Die bisherigen vier Saaltypen wurden nur unter dem Gesichtspunkt der Diskontinuitäten, denen entlang die Einstürze stattfinden, analysiert, wobei aber der Agent, der den Einsturz hervorruft, nicht in Betracht gezogen wurde. Dieser ist meistens die Korrosion, hervorgerufen vom Sickerwasser, welches gerade an diesen Diskontinuitäten Zutritt findet. Folglich könnten alle erwähnten Saalarten auch in diese Kategorie eingegliedert werden. Doch war der vorherrschende Effekt von dem Vorhandensein einer bestimmten strukturalen Beschaffenheit gegeben, so dass eigene Kategorien gebildet wurden. Mun werden die Fälle angegeben, bei denen die Einstürze von einer stärkeren Korrosion hervorgerufen sind. Eine stärkere Korrosion kann durch eine stärkere Zerklüftung oder durch ein aggressi v eres Wasser hervorge¬ rufen werden. Der erste Fall ist dem beim vorhergehenden Punkt besprochenen gleich; der zweite lässt sich durch ein leichteres Eindringen des Wassers von der Oberfläche bis zum unterirdisehen Hohlraumnetz erklären, wo es mit aggressivem CO 2 geladen eintrifft. , Die Lokalisierung des eindringenden Wassers bestimmt die Morphologie des Einsturzes und folglich des entstan¬ denen Hohlraumes. Wenn der Eintritt auf einer kleinen Fläche konzentriert ist, so wird der Einsturz einen hohen und mehr oder weniger runden Kamin bilden, welcher, wenn er aus einem engen Gang aufsteigt, den Eindruck eines sehr hohen Saales erwecken wird. In einer fortgeschrittenen Phase der Einstürze wird der Saal eine Glockenform annehmen. Wenn das hochaggressive Wasser auf einem begrenzten Abschnitt einer Kluft eintritt, entlang der ein Gang existiert, dann beschränken sich die Einstürze auf diesen Abschnitt, der an Höhe gewinnt. Die zu grosse Erhöhung führt an dieser Stelle auch zu einer Erweiterung des Ganges durch Einsturz der Seitenwände und, schliesslich, zur Bildung eines Saales mit dem Aussehen eines Riesenganges. Ein solcher Saal hat dann folgende Merkmale: (1) er ist der Längsachse des Zutrittganges entlang angeordnet; (2) ist viel breiter als dieser; (3) hat eine spitzbögige Decke, so wie auch die des Ganges, aber in einer grösseren Höhenlage; (4) weist Anhäufungen von Einsturzblöcken auf. Die Benennung !l chemioklastisch * * * * * 6 7 * * * 1 1 wurde von J. Montoriol Pous (1951, 1964) übernommen, der diesen ausschliess¬ lichen Korrosionstyp dem glyptoklastischen Typ gegenüberstellt von dem noch die Rede sein wird. 6. Vereinigungssäle . Bisher wurden die Säle erwähnt, die durch den Einsturz der Decke entstehen. Einstürze können aber auch in den Wänden oder auf der Sohle stattfinden. Die seitlichen Einstürze können zur Vergrösserung eines vorhandenen Hohlraumes, also zur Vergrösserung der Gänge führen. Aus zwei paral 1 e l z u e i n a nder verlaufenden Gängen kann durch den Einsturz der Trennwand ein Saal entstehen, in welchem sich die zwei Gänge treffen. Dieser Saal wird (1) die Höhe der Gänge und (2) eins Breite, die der Gesamtbreite beider Gänge entspricht, haben; (3) auf der Decke sind die drei Richtungsspalten, die parallel verlaufen, bemerkbar; (4) von der Trennwand können Pfeiler übrig bleiben. Da die Verbindung der zwei Gänge in derselben Ebene stattfindet, ist in diesem Fall von einem Horizontalvereinigungssaal zu sprechen. Wenn der Einsturz auf der Sohle des Ganges, zwischen zwei übereinander liegenden Gängen stattfindet bildet sich ein hoher Saal, dessen Höhe der Höhe der beiden Gänge entspricht. Auf der Sohle solch eines Saales sind Haufen von Einsturzblöcken zu finden, wohingegen die Decke meist keine Einsturzspursn aufweist. Dieses sind die Vertikal vereinigungssäle. 7. Glyptoklastischs Einsturzsäle . Unter Gylptogenese versteht man in der Geologie alle Abtragungsvorgänge. J. Huruorioi Pous (1951) hat in der Speläogenese diesen Ausdruck eingeführt, um die gemischte Aktion der Korrosion und Erosion zu definieren, deren Endeffekt das gänzliche Verschwinden der Tronowände eines Ganglabyrinthes durch Einsturz ist. Der so gebrauchte Ausdruck "glyptos'' beschränkt sich aut einen Einzelfall, aber wenn von glypto¬ kl astischem Einsturz die Rede ist, ist der Ausdruck gut umrissen. J. Montoriol Pous (1954) unterscheidet zweierlei glyptoklastische Einstürze. Der erste Typ, "monorektikularer glyptoklastischer Einsturz" genannt, geht von einem unter Druck stehenden und waagerecht verlaufenden Labyrinth aus, das in einer einzigen Kalksteinbank liegt.

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S 47/6 Durch den Einsturz der Trennwände entsteht ein Saal dessen Breite, im Vergleich zur Höhe, sehr gross ist. Diese Saalart wurde von Ph. Renault "niedere Säle" genannt (Punkt A.a, in seiner Klassifikation). Den zweite glyptokl astische Einsturztyp wurde von Hontoriol Pous "pol ireiikularer gl yp tokl asti scher Einsturz" genanntwobei er darunter den vollkommenen Einsturz der Wände und Sohlen eines vielstöckigen Labyrinthes versteht. Es ist folglich eine senkrechte, mehrfache Vereinigung, welche aber von einem Druckfliesslabyrinth ausgeht. Das Ergebnis ist ein Saal, welcher sowohl in der Waagerechten wie auch in der Senkrechten, grosse Ausmasse hat» Der obengenannte Verfasser ist der Meinung, dass die grossen unterirdischen Säle auf diese Weise entstanden s’nd» Auch Ph. Renault erkennt diese Art Säle, welche er einfach "Einsturzsäle" nennt (Punkt A.a. in seiner Klassifizierung)» Folglich können wir die aus einem Labyrinth entstandenen Säle vier Typen zuweisen, je nachdem, ob das Labyrinth einoder mehrstöckig ist, oder ob die ursprünglidhe Decke erhalten oder abgestürzt ist. Diesen vier genetischen Typen entsprechen ebensoviele morphologische Säle, welche sich gut voneinander unterscheiden: a. Einstöckiger Labyrinthsaa l mit Urdecke » Ein Saal, dessen Breite, gegenüber der Höhe, sehr gross ist, wobei die Höhe die Ösr Gänge ist, die in dem Saal münden» Diese Säle haben Pfeiler, welche Reste der ehemaligen Trennwände darstellen, eine Decke die Druckfliess-Spuren aufweist, und wenige Einsturzblöcke, b» Einstöckiger Labyrinthsaal mit Einsturzdecke . Hoher länglicher Saal (Typ Riesengang) mit Dachdecke oder abgerundetem Gewölbe, ohne Spuren eines Druckfliessens, oftmals abseits der Höhlenhauptachse gelegen» Seine Sohle ist mit Einsturzblöcken bedeckt, c» Meh r stöc kiger L a byrinthsaal mi t Urdecke. Weitläufiger Saal grosser Ausmassë, sowohl in der Waagerechten wie auch in der (Senkrechten, in welchen in verschiedenen Höhen Gänge münden. Die Decke ist flach, mit Spuren von Druckfliessen. Die Sohle ist von Gesteinsblöcken bedeckt, welche ebenfal'ls Spuren von Druckfl lessen aufweisen (die von den Zwischendecken stammen), d» Mehrstöckiger Labyrinthsaal mit Einsturzdecke . Hat die Kennzeichen des vorhergehenden Saales aber mit einer Decke, welche nach zwei Seiten abfällt, oder die Form eines abgerundeten Gewölbes. Die Decke weist keine Druckrinnungsspuren auf. 8, Fr osteinstur zsäle. Die Frostspaltung ist das Bersten der Gesteine durch Einfrieren. Im Karst ist dieses einer der Hauptagenten der Abtragung. In Höhlen spielt die Frostspaltung nur dort eine Rolle wo die klimatischen Schwankungen spürbar sind, bzw. in der Eingangszone. Der Frostspaltung kann man die grossen Höhleneingänge, die Halbhöhlen (abri sous roche) und die oftmals gewaltigen Höhleneingangssäle, die bald trichterförmig enden, zu, schreiben. Die Frostspaltung wirkt auf allen Rissen, aber auch auf grossen Klüften, so dass die aus dem Einsturz hervorgegangene Form ein Saal mit einem abgerundeten Gewölbe sein kann, oder sich dessen Decke nach zwei Seiten neigt. Die Frostspaltung bildet keine eigenen Formen, so unterscheidet sich von den übrigen Einsturzfaktoren durch die hohe Zerstörungsgeschwindigkeit, Jede Klassifikation ist ein künstlicher Schnitt zwischen Phänomenen, die sich gegenseitig durchdringen, und zwischen Formen, die alle Übergänge aufweisen. So auch im Falle der Klassifizierung, welche wir vorschlagen. Es ist klar, dass wir nur schwer' reine, unvermischte Typen finden werden und man könnte sogar gemischte Typen schaffen, da es in den meisten Fällen schwer ist, die Wirkungen der Korrosion von denen der Erosion zu trennen. Unsere Klassifizierung ist ausschliesslich genetisch, aber ohne eine strenge Rangordnung der erzeugenden Faktoren, so dass man zu jeder Zeit Ergänzungen mit neuen Typen bringen kann. Gegenüber einer morphologischen Klassifizierung, wie derjenigen von Ph. Renault, erscheint sie uns abgestufter und viel handlicher in der Anwendung. Dieses aber wird in der Zukunft nur die Praxis bestätigen oder widerlegen. SCHRIFTTUM Arnberger, E, (1954) Bögl i , A. (1964) Bretz, J. H. (1950) Neue Ergebnisse moiphotektonischer Untersuchungen in der Qachstein-Mammuthöhle. Mitt. der Höhlenkommission, J. 1953, H. 1, S. 68-79 Oie Kalkkorrosion, das Zentrale Problem der unter!rdisehen Verkarstung. Steirische Beitr. zur Hydrogeol . J. 1963/54, S. 75-90 Origin of the filled sink-structures and circles deposits of Missoori. Bui. Geol. $oc. America, t. 61, 3. 789-833

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S 47/7 Goguel, J. (1953) Données techniques sur l ' e ffrondsment des cavités souterraine». Spèl. VIII, F. 1, 3. 1-8 Montoriol Rous, J. (1951) Hontoriol Fous, J. (1954) Renault, Ph. (1957) Renault, Ph. (1958) Renault, Ph. (1959) Los procesos clásticos hipogeos. Fass. Spei. Ital, III, F. 4, S. 119-129 Resultado de nuevas observaciones sobre los procesos clásticos hipogeos. Fass. Spel. Ital . VI, F. 3, 3. 103-114. Sur deux processus d'Iffrondement karstique. Ann. Spêl. XII, F. 1-4, S. 19-46 Elements de spêlêomorphologie karstique. Ann. Spêl. XIII, F, 1-4, S. 23-48 Effaondements karstiques. Les travaux de Joaquin Hontoriol Pous. Ann. Spêl. XIV, F. 1-2, 253-259

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S 48/1 La grutad de Los Bre.jôs. Localización y vias de Acceso Sociedade excursionista e Espeleologica (Ouro Prêto/ Brasilia) La gruta esta situada en la Sierra de las Araras ( o u de los remedios), en el paredSn de la margen Izquierda del cañen formado por el rio Jacari (su Roman Garnacha), prlxîma a la divisa del municipio del Morro do Chapiu en el de Ireci y aproximadamente a 60 Km al nordeste de esta ciudad,» Podemos llegar a la gruta a partir de feíra de Santana, ou pasando por jacobina ou yendo hasta Morro do Chapiu» Informaciones son fácilmente conseguidas en la regiln, pero aconsejamos el trayecto via Jacobina, parque las condiciones de trifle# de esta carretera son mejores. La mejor ipeca para visitarse a la gruta es |a íeoipreendida entre los meses de mayo y agosto, Ipeca en que las lluvias sen pocas y las carreteras razonablemente transitables» Geología Consideraciones Generales » La Gruta dos Brejoes, (Gruta de las Brechas), se situa en um calcSrio eenieiente azulado, correlacionado con el conocido en Minas Gerais como CalcSrio Bambú!» Representa actualmente, con toda certeza, uno de les lechos fSslles subterráneos del Rio Jacari que tuvo por lo menos um segundo, mas antiguo, en nivel superior, fijado en levantamientos tepogrSficos en 1935 y 1936» Presentemente, las aguas d# Rio desapareceu a 3,5 i abajo del muro ou piro de la gruta, bajo los escombros de bloeos de las paredes y techo de 1« gruta» Un bocho importante a ser resaltado, es la presencia de um tronco de cedro con mas é§ 50c K de diSaetro que yace a urnas 40m de la beca de la entrada Norte, ou sea, a montante de la entrada e sumidouro do rio» la presencia de este tronco y bloeos de Quartflto» aunque poces,constatan que hasta algunos siglos otras, la gruta fue invaiída por voluminoso caudal de Sgua» Esto se justifica teniendo en vista la bifurcación en ángulo recto existente a 150 i de la entrada» Debemos considerar que 1a presencia del cedro enla región, según el agrónomo INEMY NUNES D0URAD0, de la Superintendencia del Vale de Sâo francisco, ne aperece en um rilo de 60 ki» En visita a las proximidades pudemos constatar la casi ausencia de suelo, urna vez que el misai no Ijega a alean jar les 2m» Esto viene a refazer nuestra opiniao de que la región estuvo bajo un regimen da lluvias intensas hasta al g uns siglos atrls» Desenvoi vi mi ente de la Caverna » la salubilidade del Calcirio, es la primordial razón del porque de la existencia de las cavernas» Cuanto mayor es el macizo, cuanto mayor es el desenvolvimiento de las cavernas porque tqles camadas sen prácticamente impremí ables al agua excepto en les planos de fractura y en los de Acami amiento» Por otro lado, Calcarlos mas porosos, que sferecea pasada libre al agua en tedas las direcciones, usualmente no desenvuelvan grutas ou "sinkkiles 9 , excepto cuando la concentración de âgua esta localmente concentrada» El principal constituente del calcarlo es le carbonato de cSlcie, siendo que es aproximadamente neeessario ?5»000 postos d§ "gua para dlsdver una parte de II» La agua carbonatada actuando sobre el Cac 03 , da el bicarbonato ácido de cólcio Ca (HCG;j)p. Este producto es 30 veces mas soluble que el carbonato de cSlcitf« Pero sí el agua contiene algún gis carbónico disolvide, ella es aun mas soluble que el carbonato leído de calcio, gas carbónico que puede ser proveniente del aire e del suelo» Tomemos un ejemplo bien estudiados Mammoth Cave, USA» En esta región, el aqua de lluvia que ca% durante un año «s capaz d® dissolver, en un acre de tierra, 25 pies cubicas de calcarle ou mas» Dicho en outras pal abras, la lluvia caendo en esta región es capaz de remover en disolución fácilmente un fe de espessura de calcarlo, en toda la región, durante 2 o 000 a'noáa la concentración de agua en las calcarías se hace, primeiro a lo largo de las juntas eu fisuras, segundo, a lo large del aoamami e nte» El agua se filtra al largo de estes lugares de mas fácil percolación, cargando em di solución el calcáreo dissolvido» Al Principle es urn process® moroso» El Igua baja hasta encontrar urna camada impermeable que en el caso de la Brejoes, se trata de un foîlello, ou entonces hasta el lienzo freático que en tiempos pretfritos estaba mas alto que actualmente» Una vez alcanzados los primeiros canales y pasajes, estas son alargados par la acción erosiva de el agua del sismo modo cose en la superficie» Esto es aun facilitado per la presencia de sil tos de las pastas super! orespara las inferiores» El material Arena = %  Si lioso puede venir de alguma camada de aren!te de las adjacenelas e también de la ftllelles ademas de algún residuo del propio calcarlo» Geología de la Gruta » la Postura de las camadas no pasa de 7 o NO y su dirección gentral es N»E» siendo portanto prácticamente horizontal» la entrada de la gruta obedece la linea N28®0 mientras que las camadas ahí tienen N35° i G 0 NO o Peco adelante entre y Î 2 hay

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S 48/2 Abb. 2: Altura visuel de la salida: 65 m total de la misma: 96 ms.

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s 48/3 Abb.3: Altura de la bocea de entrada: 86 ns.

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S 4 8 /-Í«na petguèna galería en cuy# nivel InferUr aparee# um c«ngleaerad# de matriz sil tice arenosa con seixes de qusftz» rolado =• angultso» sílex, quartzite y salean«. Aunque ellas están bien roladas es posible, desagregando» las notar formas da En las Veiinaaaes'de 6J3 el fecho esta ligeramente recatado por votas de calcita formando un reticula de losangular, con crista» les subcentimétricos, claros pero na translúcidos® Entre 6 23 y i 24 » en 9 ran! ^ e canílidad aparece epsonita, sulfato de magnesio hidratado, formando una gran concentración de cal= carie, remevido® Este material apapede principalmente llenando los vieles de los blocos grandes y esporádicamente. En la altura de ^ 22 vamos encontrar un material mal selecienado donde venes un material residual compuesto de epsenita, arena fragaetes de fellello y muchas cenchas minúsculas, bien cerne huesos pequeños. Cerca de E4 notandese desde ¡Ja pequeña galería de hasta €20 el material tiene consistencia y elor de huesas en descompesiciln ademas del guano. Entre S ig ^ § 23 vuelve a predominar en todo el piso de la galeria la concentración residual de epsonita. Entre € 33 ° f) 11 se encuentra una grande fermaciSn de travestinas, las mas benitas de la gruta, que dicho sea de paso son pecad, Es urna formación muy simótrica, presentando patamares de 2 m. escalonados y alternadamente. Has abajo de este travestíno encontra¬ mos una superficie rugosa formando una rampa con travestinas pequeñas y dispuestas azimetricamente® Dicha rampa se suavisa en 814 , donde se notan pequeñas estalactites y un gran estalagmita aun en formación. El lugar yas es ventilado pero con carácter húmedo. De D 2? = ^ 13 encontramos un residue siltice=argilose de material en decompesicil del calcarle. Temperatura de una 15 e C, ven¬ tilada y en algumas puntas pequeñas e irregulares travestinas. Las camadas continuant con postura Inicial varían# apenas la dirección N 3 0 «E 6® NO. A medida que avanzamos! les travestinas ceden lugar a las estai a gtitas y estalagmitas, al principio interligando» se para dèspuis separarse entre 63g ® €32* Apesar de esto, ahi surgen travestinas en formación. Estas crescen a le ancho tamando la forma cunar. El tech# proximo a 65 = , se presenta con un desmoronamiento elíptico concéntrico perfecto, dotándolo de uta aspects simple y emocionante, fuera del tamanhe de las galerías, la forma escalonada y alternada del gran travestino descrito entre &n = 613, es la única cosa que impresioné. Avanzando siempre llegamos a un travestino rugoso, grande, que escalado lleva a la claraboya. El teche ahi apresenta al guns estalactites bien grandes pero de peca belleza, mayormente del lade izquierdo. Centoraando el referido travestino y siguiendo En » E'ii, mejor dicho, a la derecha entramos en una galería bastante nueva en relación a la principal. El piso es de pequeña y rugesas travestinas con estalagmitas en formación. El teche es bien baje y nes muestra lindas estalagtites. Es la parte mas caliente de la gruta. Deste local hasta la claraboya unos 350 m al frente tenemos un travestino tipo esponja con floresctsTfa a a lo coliflor. Es la parte mas calcica de la gruta siendo esto todavía colaborado por la presencia de pequeñas solares laterales con pequeñas estalactites, y can presencia de gipsita en alguns locales. Entre €74 » €gg vamos a encontrar nuevamente la mistura de arena fina, pedazos de huesas fragmentas de conchas, epsemita y cal¬ carlo residual can coloración amarillo ciar«. En 674 encontramos gran cantidad de calcita *diente de Perro*'. Su superficie es en florescencia coliflor, mientas que la parte inferior es de *diente de Perro?. El gran desmoronamiento que acasiena la clara » boya, se encuentra entre Sgg e §49. Es talvez lo mas viejo de toda la gruta equivalente a una fractura de la antigua superficie fluvial que vino a co«unicarse con el lecho subterráneo formando una gran dalina. Las horadas destas dolinas están tetalmenteeapeadas por estalagtites que solamente en un punto logro alcanzar la plata¬ forma inferior. El calcario se vuelve mas obscuro, continuando con su postura N 40 *E |®N 0 diferindo poco de la descrita, asi como también los camadas centiulótricas de follellos continuam las mismas. En E17 aparecen grandes sistemas de fracturamientos que ocasionaran el desmoronamiento de una antigua solida del Rio. En esta par te de la gruta el rio, serpenteo por largas trayectorias ocasionando un valle extenso y auch« que se comunica can la actual y real solida del rio. Conviene notar que a unes 3 »m de E17 vemos un bleco circular en forma de pilar caide, pera amparado en su parte inferior pop una de las paredes de la galería. Poco antes de este pilar y hacia la izquierda se encuentra la actual beca de entrada del Rio. la cenunicaciin con 1 asal ida se hace externamente. El potencial del Rio aumenta considerablemente pasando per galerías can coordenadas N 30 *E 5 °NW. Después de su salida extiéndese un largo "cañón* de paredes poco altas, mas e menos des veces el ancho que es de uns 60 m, prologándose por mas uns 68Km a la jusante. Al regrese pasamos por la galeria tedavia no visitada.

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S ^ 8/5 Ea TlOO hasta T45 «ra sncantranes el ri« 0 unía ytz qui canilnaia@s parti«!» a il, • un aluvien y eluvien qu* sansta ia UB material g«a granulaciln de arena gruesa y find® Dich* material ss constituido de arena, silte, fragmentas de fallella y algunas seix*s da salcSria® Relataría del equipe de Bioespelealagia 1®= fauna * 5 ) Treqlíia o Les individuas troglabias sen aquelles que vivem dentro de las grutas y ahí se reproducen, A» Arthrapada a) de ía clase aracnldam arden Pedipalpas, familia frimus y tedas de la misma especie, el Trichadaman princeps, fueram caletadas y vistes en teda el percurse de la gruta, en bastante profusion. Haaipher«« , ., T a) Ordern Quireptera» fueran vistes pere ne fue pasible la captura de ningún murcie!age, 2 ) Traqlaflla ° San individuos que puenden vivir ocasionalmente en grutas. A~ Gasteropoda En la entrada de la gruta fueran encentrados vSrios reprensentantes de diversas familias y san; a) Ampullaridae ~ del genero Ampullaria, selo un ejemplar fue reeoleatada; b) Pupidaedel genere Puppa es el de najár ocurrencia, habiendo sido encentrado tambiín en outres puntos de la gruta; c) Bulímulidaedel genera Bulimulus, fueron colectadas algumas; d) Strophocheilidae= orden Pólienota, colectados virios déla especie » Strophe cheilus oblongos. 8= Arthrepeda a) Orthoptera= grille » en toda la extenciSn de la gruta fueran vistes y colectados especies de la familia Raphidophoridaa, familia Tettigenioidea; , : b ) Aracnida ~ Opiliees « fueran vistos y colectados también en teda la extenciSn de la gruta. Por falta de literatura espe¬ cializada no nos fue posible determinar la especie. CMamiphera Debida al gran desmoronamiento de la gruta, principalmente en la entrada, fue posible llegar casi al techo, faltando para tocSUlo unos 2m. a) Rodhentia = En la Estación B3, presos al techo y misturadas en um arenito de cemento calcífero, encontramos grande profsstíln de huesos, todas de roedores; ordern rodhentia, familia Caviidae de las generas Hydrocherus sp C Capivara, principalmente en las claraboyas encontramos huesas de cutia, que alli deben haber caído. Taobém en la entrada de üa gruta encontramos urna mandíbula provablemente de anta, familia Tapiridae. Cerca de la entrada de la gruta mas a menos a unos 50 m en «1 interior, B2, hay grande acumule de focos de roedores, le que evidencia le grau profusiln de esos animales en aquellas paragenss. b) Carnivora = In B22 y %21 ft jer ' an encontrados restos de animal de la familia felidas, espicies Leopardus pardalis (jaguatirîca) siendo que en B25 el animal mûrie hacia poce tiempo estando en inicio de putrefacifn. Justificase la presencia de esos animales por causa de los roedores (cutía y paca) en la gruta y por su descomunal abertura, tas Jaguaziricas entraram prevablemente tras de los roedores, quedándose después presas por la obscuridad y muriendo. D = Roptilea Esqueletos de cebras fueren encentrados en la entrada de la gruta y en las clarabeyas. No fue pesible su determinaciín debí de a la falta de cabeza. E <= Ave Cerca de la primeira claraboya fueron encontrados restos de un especime de la ordern falceni f erae, sub orden Cartatts. No fue posible determinar la especie del gallinazo, pere este debo haber sido atraído per alguno de los animales en putrefaciSn, ji citados. 1 1 f lora En las claraboyas esisten verdaderas casis em vegetaciSn, predominando essencialmente os dicetiledenias . Aunque están situados en el interior de la gruta, debido a la situaciSn de haber sido encontrados en las claraboyas solamente, es una flora epigena. Se diferencia de la flora epigena del exterior déla gruta debido a la mayor exuberancia de las arbores lo que se explica por la mayar humedad alli existente. Topografía Notable por su dimenciones, tanto horizontales come verticales, la gruta no apresenta grandes problemas para sua levantamiento topográfico. Este fue hecho utilizándose brújulas y trenas de 20 m 0 Se tente hacer su nivelamiento can altímetro, pero fue

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S ^8/ abandinad» dtspuas dt algún tiemp», ya que las errares que astraban sienda eanetidas eran grasas* El pisa da. la gruta es casi tetalmente cubierta de gran quantidad da fragnentas de calcarle* despendidas de] techa y de las pareded* En algunas puntas encentranes grandes abatlnientas y an autres arena y arcilla que fueran narcadas en el napa» La falta de un canacinienta previa de las denensienes y cenfiguracifn de las salanes de la gruta, tiene nuestra servicia paca eficiente y can algunas fallas. Hetereeleqia La regifn en la cual se encuentra la gruta, puede ser encuadrada en el dina íride le que ecasisnarS, partante, grandes varia¬ ciones de tenperatura del dia para la neche* Estas varaciaanes se reflatiran en el interiar de la gruta par una tentativa de equilibria entre la tenperatura exterier y la interiar, pravacanda grandes nevimientes de aire, Adenls de esa tendrenas el ria enpesandese en grandes lagos que tendrán también una marcada influencia. Debido a la cerniente de aire, ^ veces bien fuertes, tendremos en el interier de la gruta, locales donde la humedad relativa del aire atinge valares muy bajos, en torno de 60,1. Un ponto notable fue encontrado, donde una massa de aire relativamente grande, estS aprisionad^. Este punta tiene una tempe¬ ratura de 21,3*0 can una humedad relativa de 991. Fueran usadas termimetros al décima de grada centígrada.

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s 49/1 Der CO o G ehalt der Bodenluft in Spitzbergen Messergebnisse und Untersuchungsmethode GÜNTER NAGEL (Frankfurt am Main/ Bundesrepublik Deutschland) Schlagkopf Ziehgriff Schlauchtülle 7mm 0 Balgenpumpe HL Schlauchverbindung Prüfröhrchen --Ansauglöcher 2mm 0 Gasspürgerät Multi Gas Detector Modell 21/31 Das Ausmass der Kalklösung und die an fast allen Gesteinen wirkende Lösungsverwitterung wird neben anderen Ursachenkomplexen durch die Lösungsfähigkeit der angreifenden Wässer bestimmt. Die Agressivität eines Wassers ist u. a„ von der Dissoziation der Kohlensäure abhängig. Nach den Gesetz von "Henry Dalton" ist die Löslichkeit des Kohlendioxids im Wasser dem Partialdruck des Gases in der Luft proportional und zwar gilt nach F. TROMBE (1952':

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L * Austauschfaktor 9/2 C0 9 gelöst » L x p x 1,964 p CO^-Partialdruck Die nach dieser Ferael berechneten Vierte für gelöstes C02 beziehen sich auf einen Gleichgewichts¬ zustand. Damit dieser erreicht werden kann, muss die Varau Setzung gegeben sein, dass die Kantaktzeit zwischen Gas und Wasser genügend grass ist, das neisst, dass sie der Diffusiensgeschwindigkeit entspricht. Da mar innahmen muss, dass nur das im Beden versickernde und zirkulierende Wasser in genügend langem Kentakt mit Luft steht, ist der C02-Gehalt der Bsdenluft für die quantitative und qualitative Beurteilung der Lösungsvergänge von besenderer Bedeutung. Im Gegensatz zu dem auf Kalkgesteinen »berflächlich abfllassenden Wasser, treten selbst bei starken Niederschlägen während des Vorgangs der Varsickerung nur relativ geringe Geschwindig¬ keiten auf. Nach GCHETFER-SCHACHTSCHABEL (1960, 161) "schwankt die Permeabilität der Böden bei vellständigs'' Füllung der Psren mit Wasser zwischen 0,1 und 20 cm/h". Ist der Anteil der Ksrngrössen 20/* im Beden grösser als 50 %, was für die meisten Böden auf Kalksteinen zutrifft, s® kann die Permeabilität auf unter 8 cm/lag absinken. Leider finuen wir heute in der Literatur nur wenige vergleichbare Werte ven COo-Hessungen in der Beden«der Höhlenluft, (WALTER, H. 1962 VEIT, U. 1961 KIOTKE, F.D. 1968). Da mit dem Gasspürgerät der Firma Dräger, das noch eingehend beschrieben wird, seit einigen Jahren eine hinreichend genaue und einfach durchzuführende, von persönlichen Fehlern weitgehend unabhängige Feldmethode gegeben ist, begannen die Mitarbeiter des Geographischen Institutes in Frankfurt 1967 mit der systematischen Untersuchung der CO 2 Gehalte der Bodenluft. Neben den hier von A. BöGLI und vom Verfasser veröffentlichten Messungen hat A. GERSTENHAUER (1969) an vier stellen im Rhein-Main-Gebiet unter verschiedener Vegetation den Jahresg^ng des C02-Gehaltes im Boden bestimmt. Ebenfalls ganzjährige Messreihen hat der Verfasser an sechs verschiedenen Orten im Fränkischen Karst im Sommer 1969 abgeschlossen. Weitere Messungen werden im Südalpenund Mi ttelmeerraum von H. LEHMANN, F. FUCHS und K. H. PFEFFER zur Zeit durchgeführt. Unser Ziel ist es, vergleichbare Messreihan von möglichst vielen Klimagebieten zu erhalten, denn der ^-Partialdruck und die Grösse des Austauschfaktors (vgl. Gleichung 1 die Faktoren p und L) werden in erster Linie durch das Klima bestimmt. Der Austauschfaktor L ist eine von der Temperatur abhängige Grösse, die, wie aus der Tabelle ersichtlich, mit steigender Temperatur abnimmt. Tabel 1 e 1 Der Austauschfaktor L als temperaturabhängige Grösse (nach F. TROMBE, 1952) t °c 0 5 10 15 17 20 25 30 L 1,713 1,424 1,194 1,019 0,958 0,878 0,771 0,565 Beispiel : 1. 0,02 % CO 2 in der Luft 0,0002 at Partialdruck 1.1 t . 10° L 1,194 (F. TROMBE, 1952) CO 2 gelöst » 0,0002 x 1,194 x 1,964 = 0,47 mg/1 1.2 t 20° L . 0,878 CO 2 gelöst * Ö.OOCZx 0,878 x 1,964 => 0,35 mg/1

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S 49/3 Die Rechnung zeigt, dass bei einem gleichen CO 2 Angebot von 0,02 % schon eine Temperaturerhöhung von 10° genügt, um die Menge an gelöstem CO 2 zugunsten des "kühleren Klimas 1 1 zu verschieben. in entgegengesetzter Richtung wirkt sich das Klima hinsichtlich des CO 2 Partialdruckes (Faktor p) aus. In warmhumiden Klimaregionen ist, verursacht durch die grosse Aktivität des organischen Lebens, besonders im Boden die Pro¬ duktion von biogenem CO 2 wesentlich höher als die in kalten oder kühl gemässigten Klimabereichen. Aus diesen Überlegungen ergab sich die Fragestellung für meine CO 2 Messungen in Spitzbergen anlässlich der Spitzbergen-Expe¬ dition 1967, die unter Leitung von Prof. Büdel durchgeführt wurde. Die Messergebnisse sollten zur Klärung der Frage beitragen, ob die allgemein angenommene niedrigere CO 2 Produktion in kalten Klimaten durch die höheren Austauschfaktoren hinsichtlich der Lösung von CO 2 im Wasser kompensiert werden kann. Durch die grosszügige Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft war es mir möglich, ein CO 2 Messgerät der Firma Dräger anzuschaffen. Ich möchte an dieser Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ihre Sachbeihilfe danken. Messgerät und Messmethode Gasp'ürgerät Multi Gas Detector Modell 21/31 Herstellerfirma : Drägerwerk Lübeck Die Balgenpumpe des Gerätes saugt pro Hub 100 ml Luft durch ein Prüfröhrchen. Die Anzeige im Prüfröhrchen beruht auf der Reaktion des Kohlendioxids mit Hydrazin, dessen Verbrauch durch einem Indikator angezeigt wird, der sich von farblos nach Blauviolett verfärbt. Die Länge der Farbzone ist das Mass für die Konzentration des Gases. Da es sich um eine stöchiometrische Anzeigereaktion handelt, müssen wir bei der Auswertung unserer Messungen voraus¬ setzen, dass bei gleicher Anzeige selbst bei verschieden hohen Luftdrucken Z.B. unterschiedliche Höhenlage der Messorte die gleiche Anzahl Moleküle bzw. MOL CO 2 Gas mit Hydrazin reagiert haben. Für CO 2 Messungen stehen Prüfröhrchen folgender Messbereiche zur Verfügung : 0,01 0,3 Vol& 0,1 1 Vol£, 0,5 10 Vol?, 1 20 Vol?, 5 60 Volt Die Eichung der Prüfröhrchen in Vol$ gilt für einen Druck P 1 atm. Der abgelesene Wert (M) entspricht unter Normalbedingungen den Volumenprozenten : (1) M Vol ? Der Partialdruck Pt eines Gases errechnet sich nach der Gleichung ( 2 ) (3) VoU t ' 100 Vol% t ’ 100 . P oder JL 100 Daraus folgt für den Fall P 1 atm Die Volumenprozente für den Gasanteil des CO 2 errechnen sich nach : V (4] Vol % . • 100 M ges Einem bestimmten Ablesewert (M) entsprechen unabhängig von Druck und Temperatur immer die gleiche Anzahl n Mol CO 2 Gas (Stöchiometrische Anzeigereaktion) in der durch die Abmessungen des Gerätes bestimmten Prüfluftmenge Das Volumen V„ von Druck und ^ , das n Mol eines Gases einnehmen, ist aber entsprechend der Idealen Gasgleichung abhängig Temperatur. (5) P.V « n.RT oder V n.R. P Für das Volumen von n Mol CO 2 gilt nach den Gesetz von Avogadro bei P 1 atm und T * 273, 2 °K

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S 4-9/4 ( 6 ) co 2 n . 22,4 Für den Druck P 1 und die Temperatur T* bei n konstant gilt nach den Gesetzen von Boyle, Charles und Gay-Lussac : ( 7 ) C0 2 nach Einsetzen von (6) n . 22,4 T' 1 ( 8 ) V co 2 C02 273 V 273 P' Die entsprechenden Volumenprozente für V' werden nach (4) berechnet und man erhält durch Einsetzen des Klammerausdruckes aus (8) : V (9) Vol % C0 2 . 100 T' V Ges 273 Durch Umformen nach (1) und (4) erhält man (10) Vol % . M „ T' 273 1 "P 7 Hit dieser Formel können durch Umrechnung aus dem abgelesenem Wert (H) die Vol % für alle von den Normalbedlngungen abweichenden Verhältnisse ermittelt werden. Die entsprechenden Partialdrucke lassen sich nach Einsetzen von Formel (10) in (2) errechnen : Für den Druck P' und Temperatur T 1 gilt : (11) V * M T' 1 . P 100 273 P' (12) P t M T' 100 273 Für Temperaturen zwischen -10°C und &f 30°C ergeben sich Korrekturfaktoren zwischen 0,96 und 1,1 . Diese Temperaturkorrektur kann vernachlässigt werden, da sie bereits in der Fehlergrenze des Gerätes und der Messmethode liegt. Sie ist für unsere Fragestellung praktisch nicht mehr von Bedeutung, es genügt die Formel (13) P H t 100 Verursacht durch die höhere CO 2 Konzentration in der Bodenluft gegenüber der bodennahen Luft und der freien Atmosphäre, entsteht ein nach oben gerichteter Diffusionsstrom. Er ist abhängig vom Konzentrationsgefälle, der Bodenstruktur, dem Wassergehalt des Bodens und schliesslich auch von der Art und Dichte der Pflanzendecke. Da das C0 2 -Gas von den Hauptbestandteilen der trockenen Atmosphäre das grösste spezifische Gewicht besitzt, wirkt dem nach oben gerichteten Diffusionsstrom die Schwerkraft entgegen. Wir mussten daher bei der Entwicklung unserer Messmethoden davon ausgehen, dass innerhalb eines Bodenprofils Konzentrationsunterschiede auftreten, die, wie ich schon bei Vorversuchen feststellen konnte, bei steigender C0 2 -Konzentration mit zunehmender Bodentiefe in einigen Profilen den Faktor Zehn Uberschritten. Diese Erfahrungen und die schon aus der Bodenkunde und der Botanik bekannten, hier nur kurz skizzierten Zusammenhänge, erfordern für eine Interpretation des C0 2 Haushaltes im Boden Messungen in verschiedenen Tiefen innerhalb eines Bodenprofils. Bei einem klar erkennbaren Horizontaufbau des Bodens sollte in jeder Schicht eine Messung vorgenommen werden oder in

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s 49/5 möglichst regelmässigen Abständen. Ein ideales Hessprofil sollte die nach der Tiefe hin zunehmende Konzentration bis zur Überschrei tung des Maximums und die folgende Konzentrationsabnahme wiedergeben oder das anstehende Kalkgestein erreichen. Diese Forderungen können leider aufgrund der Bodenbeschaffenheit, der iiasserverhältnisse und der Bodenmächtigkeit nicht immer erfül 1 1 werden. Für die Sodenluftentnahme habe ich eine aus Stahlrohr gefertigte Sonde entwickelt, die sich relativ leicht in jeden Boden einschlagen lässt (Abb, 1) und die wir bei unseren bisherigen Messungen mit gutem Erfolg verwendet haben. Die Ansauglöcher wurden seitlich und nicht an der Spitze der Sonde angebracht, um zu erreichen, dass die Luft möglichst nur aus einem bestimmten horizontalen Bodenbereich angesaugt wird. Die Bohrungen wurden sehr klein gehalten (2 mm $) was zur Folge hat, dass ein relativ konzentrierter Sog entsteht, der einen horizontal gerichteten Luftstrom begünstigt. Die Messungen werden im Profil von oben nach unten durchgeführt. Vor jeder Messung werden, entsprechend den Abmessungen der Qeräteeinheit (Saugleistung pro Hub = 100 ml, Luftvolumen der Sonde 250 ml) drei Hübe mit der Balgenpumpe ausgeführt, um die "Falschluft" abzusaugen; danach wird erst das Prüfröhrchen angeschlossen. Oie Messergebnisse zeigen bereits sehr deutliche Unterschiede in der (^-Konzentration bei einer Differenz der Messtiefen von nur 19 15 cm (vgl. Hesstelle 1). Das weist darauf hin, dass die angewandte Methode unsere Anforderungen weitgehend erfüllt. F. D. MIOTKE (1968, 142) hat bei seinen Untersuchungen in Nordspanien "in Bodenlöchern ver¬ schiedener Tiefen, die längere Zeit vorher geschlagen und abgedichtet wurden, durch Einfuhren einer Prüfröhre, die am Ende eines Schlauches befestigt war, den C02-Qehalt bestimmt" und hat dabei Werte bis zu 16 % isstgestellt. Durch diese Messanordnung soll wohl erreicht werden, dass sich in dem Bohrloch eine repräsenta¬ tive Gaskonzentration einstellt. Dem muss aber entgegen gehalten werden, dass das (^-Sas aufgrund seines relativ hohen spezifischen Gewichtes sich in dem künstlichen Hohlraum ansammeln wird und gegenüber den natürlichen Verhältnissen stark erhöhte Gaskonzentrationen a u f t reten. Messergebnisse In den folgenden Tabellen ist der unmittelbar an den Röhrchen abgelesene Wert H in Volumenpro¬ zenten angegeben. Eine Korrektur erwies sich aus den schon dargelegten Gründen als nicht not¬ wendig, zumal die Luftdruckschwankungen während der Messungen äusserst gering waren. Hesstelle 1 Lokalität: Edge Insel, Strandvorland südlich Kap Lee 25 m ü.NN Vegetation: Hoostundra Bedeckung 100 % Boden: Moder-Ranker auf marinen Sedimenten Entwicklungstiefe 5 8 cm Boden pH: 7,8 o o Bodentemperatur: +4 C Hin., +8 C Hax. Auftauboden Mächtigkeit: 40 cm.

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S 49/6 friess t ell e 2 Lokalität: Edge Insel, Hangfuss eines Basaltrückens südlich Kap Lee 30 m ü.NN Vegetation: Moostundra, 70 % Bedeckung Boden: Rohboden auf ungeregeltem Hangschutt, Basalt-Tonschiefer Arkosen und Mergel Boden pH: 7,8 Bodentemperatur: +1,5°C Min., +4°C Max. Auftauboden Mächtigkeit: 32 cm (1) (2) (3) (4) (5) (S) 5 20 25 2.1 26.7.63 9.03 &f 3 , 0 0,01 0,02 0,04 0,07 2.2 26.7.68 14.00 &f 3 , 0 0,01 0,02 0,04 0,07 2.3 26.7.68 19.30 &f 2,5 0,01 0,02 0,04 0,08 2.4 26.7.68 24.00 &f 1,5 0,01 0,02 0,04 0,09 Messtelle 3 Lokal i tat: BarentsInsel, Talavera unterhalb der Steinburg 20 m ü.NN Vegetation: Moostundra 100 % Bedeckung Boden: Rohboden auf ungeregeltem Hangschutt Boden pH: 8,0 Bodentemperatur: +2° C Min., + 4°C Max. Auftauboden Mächtigkei t: 35 cm (1) (2) (3) (4) (5) (5) 5 10 15 3.1 14.7.68 21.00 &f 3,0 0,01 0,01 0,02 0,02 3.2 16.8.68 21.00 &f 4,0 0,01 0,01 0,02 0,03 Messtelle 4 Lokalität: Barents-Insel , Talavera, 40 m U.MH Messung: 4.1 Vegetation: Verrottete Moostundra am Rande eines Altschneefleckens, seit 6 Tagen schneefrei Boden: Ranker auf Hangschutt Boden pH: 8,0 Bodentemperatur: +0,5C Auftauboden Mächtigkeit: 25 cm

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s 49/7 Messung: 4.2 tuftentnahme aus dem Altschneefleck Schmelzwassertemperatur: &f 1 0 C Schmelzwasser-pH: 7,2 (1) (2) (3) (4) (5) 5 (6) 10 20 4.1 16.8.68 20,00 &f 0,4 0,01 0,01 0,02 0,04 4.2 16.8.68 20.00 &f 0,4 0,01 0,02 0,02 Oie Unterschiede im CC^-Gehalt in der freien Atmosphäre in den gemässigten Klimazonen nach bisher vorliegenden Messungen Ö,Q2 0,05^ und im Subpolargebiet Spitzbergens 0,01 % Cß? in der Luft sind sehr gering. Dagegen treten erwartungsgemäss sehr grosse Unterschiede im C 02 “Gehalt der äodenluft auf. Die in Spitzbergen gemessenen Maximalwerte von 0,08 0,09 % C02 werden von den bis jetzt von mir in Franken gemessenen Werten um das 10-fache Obertroffen. Rechnet man für diese Werte und die entsprechenden Temperaturen für den Gleichgewichtszustand Wasser/3as nach dem oben angeführt Beispiel die im Wasser gelösten Mengen CO 2 aus, so ergeben sich folgende Relationen: Spitzbergen 0,08 2 C $2 t = 5 CO? gelöst j. nO t = U CO? gelöst Franken 0,8 % C0 2 t = 17° CO 2 gelöst 0,0008 at Partial druck L = 1.424 » 2,24 mg/1 L 1,713 « 2,52 mg/1 0,008 at Partial druck L = 0,958 * 14,84 mg/1 In der Diskussion um das Ausmass der Kalklösung in den verschiedenen Klimagebieten wird immer wieder auf den bei niedrigen Temperaturen höheren Austauschfaktor hingewiesen, wenn die Kalk¬ lösung in den kalten und kühl-gemässigten Klimagebieten hervorgehoben werden soll. Vorliegende Berechnung zeigt aber, dass der höhere Austauschfaktor bei dem äusserst geringen ^-Partialdruck, wie er in Spitzbergen gemessen wurde, nicht mehr ausreicht, die ^-Produktion gemässigter Zonen, die hier durch das Beispiel von Franken vertreten werden, zu kompensieren. Aus diesem Grunde wird es notwendig sein, die u.a. von CORBEL angegebenen Werte für die Kalk¬ abtragung in den arktischen und subarktischen Klimagebieten einer neuerlichen Überprüfung zu unterziehen. Weitere Schlussfolgerungen und vergleichende Interpretationen können erst gemacht werden, wenn aus mehreren Klimagebieten Ergebnisse von C02-Messungen vorliegen. Literatur : 3ÖGLI, A. 1956 Der Chemismus der Lösungsprozesse im Karst. Report of the Commission on Karst Phenomena IGU, New VOTK CORBEL, J. 1959 Erosion en terrain calcaire, Ann. de Geogr. 68: 97 120

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S GERSTENHAUER, A. GERSIENHAUER, A. 1969 LÖTSCHERT, W. 1964 MIOTKE, F.D, 1968 PFEFFER, K.H. 1966 : Beiträge zur Frage der Lösungsfreudigkeit von Kalksteinen Abh. Karst und Höhlenkunde, Reihe A, Heft 2, München 1966 : Offene Fragen der klimagenetisehen Karstmorphologie. Der Einfluss der CO 2 Konzentra¬ tion in der Bodenluft auf die Landormung. Unveröffentlichtes Manuskript. : Neuere Untersuchungen zur Frage jahreszeitlicher pH Schwankungen. Angew. Botanik 38 : Karstmorphologische Studien in der glazialüberformten Höhenstufe der "Picos de Europa", Nordspanien. Jahrb. d. Geogr. Gese. Hannover, Sonderheft 4 SCHEFFER-SCHACHTSCHABEL, 1960: Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde. 1. Teil.Stuttgart TROMBE, F. 1952 : Traité de Spéléologie Paris VEIT, U. 1961 : Ober jahreszeitliche Reaktionsschwankungen im Bodenkomplex unter besonderer Berück¬ sichtigung des CO 2 Faktors. Beitr. Biol. Pflanzen 36 WALTER, H. 1962 : Die Vegetation der Erde. Jena Informationsschriften herausgegeben vom DRÄGER A WERK LÖBECK : Gasspürgerät Multi Gas Detector Modell 21/31 Gebrauchsanweisung GB 2341 Dräger-Hefte 252/63, S. 16 Mitteilungen zum Dräger-Gasspürgerät M 60, M 15 DISKUSSION : MIOTKE (Hannover) : Die von mir 1965 in den Picos de Europa (Nordspanien) gemessenen CO 2 Werte der Bodenluft mit dem Dräger-Gasspürgerät wurden in abgedichteten Bohrlöchern verschiedener Tiefe gemessen, nachdem diese jeweils einige Wochen bis Monate zur Erreichung eines Gleichgewichtes mit der Bodenluft im Bohrloch verschlossen blieben. Die Werte stellen daher Durchschnittswerte eines längeren Zeitraumes dar. Ob diese Bohrlöcher als "C02-Fallen" fungieren, wie Herr Nagel sagte, müsste durch die parallele Anwendung beider Methoden zu prüfen sein, doch bin ich der Meinung, dass die Diffusion Uber längere Zeit einen genügenden Ausgleich (Gleichgewichtseinstel¬ lung) herstellt. Die von Ihnen in 5 cm Tiefe gemessenen C02-Werte könnten leicht durch nachgesaugte Luft der freien Atmosphäre einen zu niedrigen CO 2 -Gehalt Vortäuschen. Haben Sie hierzu Versuche gemacht, diesen evtl. Fehler zu bestimmen oder auszuschl l e ssen ? NAGEL : Bedingt durch die differenzierten biogenen und physikalischen Eigenschaften der einzelnen Bodenhorizonte treten innerhalb eines Profils in der Vertikalen sehr unterschiedliche CO 2 Konzentrationen auf. In einem Bohrloch, das mehrere Horizonte durchteuft, kann sich daher zwischen der Luft im Bohrloch und der Bodenluft kein Gleichgewicht, sondern allenfalls eine Mischkonzentration einstellen. Der im Boden nach oben gerichtete Diffu¬ sionsstrom des CC >2 ist durch die Abdichtung des Bohrloches unterbunden. Demzufolge wird sich durch die Einwir¬ kung der Schwerkraft im unteren Teil des Bohrloches eine höhere Konzentration einstellen. Sie geben in Ihrer Untersuchung an, dass Sie Konzentrationen bis zu 16 % gemessen haben. Derartig hohe Werte sind meines Wissens weder in den feuchten Tropen, noch in stark gedüngten Kulturboden festgestellt worden. Daher nehme ich an, dass das Bohrloch eine Ct^-Falle darstellt. Sicherlich kann ich nicht ausscliessen, dass gerade in den ersten 5 cm meine Messungen etwas zu niedrige Werte ergeben. CIGNA (Roma) : What is the volume of air used for the measurement of CO 2 concentration in air ? (Bögli : 1,000 ml) NAGEL : Die PrUfmenge richtet sich nach der Verwendung der jeweiligen Prüfröhrchen, bzw. dem Messbereiche : Messbereich 0,01 0,3 % 0 , 1 1 % 0,5 10 % Prüfluftmenge 1000 ml 500 ml 100 ml GEYH (Hannover) : Wie ist di Zunahme der CO 2 Konzentration der Bodenluft in Spitzbergen während des Tages zu erckären und wie die Abnahme während der Nacht 7

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S 49/9 NAGEL: Wahrscheinlich ist die unterschiedliche C02-Konzentration auch in Spitzbergen durch den Rhythmus des Pflanzenwachstums bedingt. AU3 (Arhus): I was very interested in this method since already in 1960-1962 1 tried a similar method in Jamaica. The method was unsuccessful, since the holes were self sealing. What is your experience in soils rich in fine grain rizes? Are attempts being made to apply this technique to the sampling of soil water? NAGEL: Auch in Böden kleiner Korngrössen konnte die Methode durchgeführt werden, so lange ein Bodenvolumen im Boden vorhanden war und dieses nicht mit Wasser erfüllt war. Im Wasser ist diese Methode nicht anwendbar. C. EK (Sprimont): Avec le type d'appareil que vous utilisez, des mesures en des lieux confinés (galeries étroites ou fissures dans des grottes) nécessiteraient l'emploi d'un masque â absorber de CÛ 2 (chaux sodée par example) sans quoi l'air expiré provoque des erreurs que j'ai pu mesurer. Certes dans les conditions de vos mesuras, ce problème ne se pose évidemment pas. J. CORBEL (CEuire) : Nos mesures au Spitzberg-Ouest donnent ... résultat .. ordre de grandeur. Nous avons cherché des différences entre eau de fonte de neige et eau de fonts de glacier et nous n'avons trouvé que des valeurs très uniformes. NAGEL: In Spitzbergen habe ich keine Untersuchungen an Wässern durchgeführt und kann daher zu Ihrer Bemerkung nicht Stellung nehmen.

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S 31/ 1 Fissuration et orientation: des; cavités souterraines Régio n de la G-rotte de Milandre (Jura tabulaire ) LASZLO KIRALY, BERNARD MATHEY, JEAN-PIERRE TRIPET (Université de Neuchâtel -Institut de Géologie Centre d'Hydrogéologie / Suisse ) RÊsumi Etude réalisée dans les environs de la grotte de Milandre (Nord-Ouest de la, Suisse» bordure méridionale du Jura tabulaire); le but est d'étudier les relations entre l'orientation des galeries de cette cavité, et lin fisswrition dts ealeiiris dans lisiaèls elle se développe. Les mesures ded« 'fissuration sont faites en sur¬ face» selon un» méthode d'échantillonnage précise. L'étude.de 1' o rientation des savitls karstiques et de la fissuration est réalisée grSce a des méthodes statistiques, et par î'-smplei de la projection stéréographique. On montre que la cavité est développée d'une façon anisotrope, et qu'il y a une relation entre ses directions principales et l'orientation des principaux groupes de fissures. Une interprétation génétique de cette relati¬ on descriptive est proposée ; le degré de karstification est proportionnel au vecteur vitesse de filtretien de l'écoulement souterrain. Ce vecteur est calculé dans les directions des principaux systèmes de fractures, et le résultat de ce calcul est en accord avec cette interprétation. Abstract : This study was made in the region of the Milandre Cave (North-Western Switzerland, southern edge of the tabu¬ lar Jura); the aim is to study the relationship between orientation of the galleries of this cave and fractu¬ res of the limestones in which the cave was formed. Measurements of the fractures were made on the surface, using a fixed sampling method. The study of orientation of the karstic cavities and of fractures is achieved thanks to statistical methods, and through the use of stereographic projection. It is proved that the deve¬ lopment of the cave is ani so tropic, and that there exists a relationship betweem its main directions and the orientation of most important fracture systems. A genetic interpretation of this descriptive relation is pro¬ posed : the intensity of karstification is proportional to the vector velocity of the groundwater flow. This vector is computed in the directions of main fracture systems, and the result of this computation is in agree¬ ment with this interpretation. 1.Introduction. 1.1 But de 1'ltude Le but du prisent travail est d'étudier les relations entre ^orientation des galeries d'une cavité souterrai¬ ne, et la fissuration des calcaires dans lesquels elle se développe. Les étapes successives de l'étude sont les suivantes : a. On teste l'isotropie ou l'anisotropie de l'orientation des différents tronçons de la cavité karstique. b. On effectue la meme opération sur les fissures de la roche dans les environs de la grotte. c. On compare la distribution des deux ensembles d'éléments étudiés sous a et b. d. On propose une interprétation génétique des analogies et des différences mises en évidence sous c. LA Kir a] y (i960) fait remarquer que l'en a souvent admis ou nil l'importance de la structure géologique pour l'orientation des cavités souterraines» sans toutefois se référer $ une analyse structurale. Notamment» le terme de " cavité tectonique" est fréquemment utilisé d'une façon abusive par les spéléologues; impliquant une idée génétique» il est employé a tort pour nommer des phénomènes qui peuvent avoir des origines très diverses ( mouvements tectoniques» relâchements de contraintes au meme dissolution par l'eau af partir de fissuras); son usage est d'autre part motivé par des considérations en général trop subjectives. L'analyse géométrique de l' o rientation des cavités souterraines et Jas éléments de la structure géologique» opération descriptive, doit précéder l'interprétation génétique; celle-ci fait intervenir des processus tecto¬ niques et hydr©iliques. Tille est la démarche qui a été adoptée au cours de la présente étude. T.2. Si tuat ion général a Ce travail cancana les environs Ja la grotte de Milandre. cavité de l'Ajoie; l'Ajoîe est une régien naturelle du Nord-Ouest de la Suisse» an bordure méridionale du Jura tabulaire.

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S 31/2 La gratte de MU andre se divelappe dans les calcaires sub-harizantaux du Rauracien-Sênuaal en, qui ferment avec le Kimmeridgien, un camp]exe calcaire épais de 250 ä 270 m (E s Erzlnger, 1943). Cette cavité est parceurue par une rivière sauterraîne. En 1963, elle n 1 était cennue que jusqu'î 550 m de l' e ntrés. Actuellement, grtce ;î plus d'une centaine d'expéditlans menées par le Spélée^Club Jura (sectlen de la SaciSté Suisse de Spéléalagîe), plus de 8 km de ga¬ leries ant été tpppgraptiiésj le grtupement spéléalagîque qui effectue ces travaux publie les campta-rendus de san activité dansTm bulletin d'infarmatian, n le Jura Sau terrain". La situation et la description som¬ maire de la gratta sant dennées par E, Klaetzll (1969), et P, Yaulllamaz (1959) cite brièvement les plus récentes découvertes faites dans cette cavité (développement : 8074 m. è fin 1968); le plan et la caupe de la grette ant paru î la fin de cette dernière note; ce plan est produit dans le prisent travail (figure 1}, Etude de l 1 i r ientatian des galeries de 1a_gratte 2.1. Relevé topographique s outerrain Le relevé ta¡a9graphi q ue de la grotte a été fait dans des cendltians très pénibles. La plupart du temps, les spéléologues travaillent dans l'eau, et l'emploi d'un équipement spécial (combinaisons Isa thermiques) est In¬ dispensable. la duré® des expéditions de topographie était en générale d'une dizaine d'heures. Chaque trançon plus ou mains rectiligne de la cavité a fait l'objet d'une mesure (azimut, pente, dimensions) la technique du relevé a *té décrite par E. Klaetzll (1988); notons que l'usage d'un magnétophone portât!f a avantageusement remplacé le carnet de notes, vu les conditions particulières du milieu. 2.2. Méthode s d'élaboration des mesures Teus les axes de galeries mesurés dans la grette ant été reportés, avec indication de leur langueur, sur un diagramme de Schmidt (projection fqul-sûrfaco) (pour les projections azimutales ; iqui-sirfaca et stérécgraphiqie, val ' Æ.3. Yi stell JJ, 1965, a ; U Kiraly, Tilla, qui donne un très bref aperçu de la projection stérlegraphiquo). Les 88$ de la langueur totale des mesures ainsi représentées ant une pente inférieure sMO® (Tableau I). Tableau 1 Pente-des axes Longueur tétalo $ C @n mitres) 0 10® 9327 88,4 10 23® 783 7.4 23 90® 438 4,2 Tetal 10548 100,0 ( Remarque : La valeur de 10548 m. est supérieure au développement total des galeries de la grette, car dans la projection utilisée, les éléments linéaires horizontaux ont un poids double). Dans la suite de Tétude, il n'a été tenu compte que de cette concentration d'éléments voisins de l'horizon¬ tal«; les axes de pente supérieure, répartis dans divers azimuts, ont été négligés. Une autre simplificatien a consisté è ramener è l'horizontale toutes les mesures prises en considération; ceci est destiné i faciliter la cemparaisen entre la distribution de l'orientation des galeries et des fissures, et sera sans conséquence sur l'interprétation finale. Il reste dènc è étudier la répartition directionnelle d'éléments linéaires (axes de galeries) horizontaux, compte tenu de leur longueur. L'anisotropie de la distribution de l'ensemble de ces individus est testée grâce ä une méthode décrite par A.B. Yistelius (1966, p. 99 ). Ces axes horizontaux ant leurs pôles répartis sur le cercle équaterial, en projection azimutale. Chaque pô¬ le est affecté d'un poids égal J la longueur de son axe en mètres, afin qu'il soit tenu compte de cette lon^ gueur. On pose l'hypothèse de base que ces individus sent orientés dans l'espace d'une façon arbitraire, sans aucune tendance préférentielle; la distribution pondérée des pôles sur le cercle équatorial est alors uniforme. En d'autres termes, le long de deux arcs du cercle équatorial d'angles au centre égaux, on comptera un nombre sensiblement égal d'éléments; si N est le nombre total d'individus, et que le cercle equatorial est divisé en K arcs égaux contenant chacun nj éléments, la valeur de n^ est une variable aléatoire, pour laquel¬ le on peut accepter une loi de distribution normale (A.B. Yistelius, 1966) autour de la moyenne n %  N/K.

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CO Fig. ] : Plan de la grotte de Hilan d re

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s Pig. 2 : Distribution ae 1 f o r i e ntation des galeries de la grotte. Représen¬ tation graphique des résultats du test de A.B. VISTELIUS. Fig. 3 : Répartition des stations de mesure en surface. Fréquence des systèmes de fractures I à V â chaque station. A la station 9, le groupe Y (fréquenc >100) n'a pas été représenté pour des raisons de clarté, l'entrée de la grotte est située au point de coor données 568, 160/259» 470. co Nombre de fractures par 10 mètres 568.000 259.000 51/4

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O FRACTURES DE O 1* r ORDRE -"PIAN DE COUCHE O 2 me © LIGNE DE LEVER A POLE MOYEN DU GROUPE Fi g. 4: Orientation des éléments structuraux mesurés â la station 4. Projection équi-surface, hémisphère supérieur. Les chiffres en petits caractères in¬ diquent le nombre de fois où le pôle ap¬ paraît. Les chiffres en caractères gras indiquent les numéros d'ordre des groupes. Les deux lignes de lever sont notées EL 1 et EL 2. Fig. 5 : Orientation des pôles moyens des groupes pour l’ensemble des stations de mesure. Projection équwsurface, hémisphère supérieur. Les points sont les pôles moyens des groupes de fractures, avec indication de leur fréquence par unité de 10 mètres. Les petits cercles sont les pôles moyens des plans de couches. Fi g. 6: Séparation des pôles moyens de la Figure 5 en groupes, numéretês de 1 à V. Projection équi-surface, hémisphère supérieur. Les pôles isolés sont éliminés. Les plans moyens approximatifs (verticaux) des cinq groupes sont représentés par leur projection. Fig.?: Distribution de l'orientation des plans représentés par leurs pôles à la Figure 6. Représentation gra¬ phique des résultats du test de A.B. VISTELIUS, portant sur les intersections de ces plans avec les couches. w S/TS

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S 5V6 «B. Vistíllus (@Po eit,) éanne an« farmuîe ^ui p#nn»t si« calculer la valeur ¿es limites ¿e c#nfiance si-¡ et m 2 Paur les dlviatisns ¿e la variabís n¡ auteur de sa meyenna n, telles que l'hypethlse de dípart (is«' trepie de la distrîbutian pandlrle des plies) puisse être acceptée esrame vraie pour un intervalle de canrim** a«. n n £ 2 (t 2 * N ) où t est la variable réduit* (dlvîatien par rsppwrt ù la mayanne» exprimía an uni ils standard). En appliquant ce test sf ]' Ichanti 11 an eensidlré, et étant danné N = 9327 ( * sa mm a des langueurs de tous les axes), K * 18, n * 518, *n a i peur t = 2 { Intervalle de eenfîamet « 95,45 % )% m-l» 564 ( limite supérieure) m 2 » 476 ( limite inférieure) pour t 3 (intervalle de cmfiangt « 99,73 % )i m-]» 589 ( limit* supérieure) m 2 » 456 ( limite inférieure) 2,3. Présentation des résultats Ceci permet de distinguer les groupements suivants dans la réparti tien pondérée des plies (Figure 2 ): 1. Zones de dispersîen, ou zone I densité anormalement faibles; n| est Inférieur î m2 P eur t® 3, On peut rejeter T hypothèse d® une répartition î satrape, avec un niveau de signification de Q # 27$. 2. Zone de transition entre la dispersion et la distribution Isotrope; n, est compris entre m2 pour t » 3 et m 2 pour t » 2 ' e Cette zone Q ! i s f pas représentée ici. 3. Zene isotrope; n| est compris entre ¡«2 rai t = 2. On peut accepter l’hypothèse d’une rêpartitien isotrope avec un intervalle de confiance de 95,45ji. Cette zone n’est pas représentée ici. 4. Zones de transition entre la concentration et la distribution isotrop® ; n? est compris entre nrj pour t « 2 et m-j pour t %  3. 5. Zones de concentration ; r; est supérieur J ii^ pour t » 3. On peut rejeter l’ h ypothèse d’une répartition i so trepe, avec un niveau de signification de Q s 2? %. Cette distribution est représentée è îa figure 2, On distingue deux directions de répartition concentrée de l’orientation des galeries de it grrtte ; l’une environ tiard=Sud, 1-autre fl 50 a E. Dans la direction Est" Ouest, la répartition ne se distingue d’une distribution isotrope qu’avec un niveau de signification de 4,55 !\ cette direction est cependant prîvilegîle, par rapport aux zones voisines qui sont ’’vides 1 ’. Ces galeries orientées II 0° E, 50® E et îi 90® E sont d’ailleurs bien visibles sur le plan de la cavité (fi¬ gure 1 )„ 3.Etude de la fissuration des calcaires * J. Mesures de terrain L’étude de la fissuration est faite en surface. En effet, la méthode utilisée est quasiment inapplicable en caverne, où les fissures béantes sont généralement les seules visibles; les fissures fines, beaucoup plus nombreuses que ces crevasses, et qui jouent un rôle très important dans la circulation des eaux souterraines sent masquées par les dépits de surface de la roche, ou, si celle-ci est propre, par le poli du i l’érasiin mécanique et chimique. La méthode utilisée pour les levers est décrite par l. Kiraly (1969b), d’après t. Muller (1963). Les stati¬ ons de mesure, au nombre de 9, ont lté choisies de façon I être uniformément réparties au-dessus de la cavi¬ té, et en fonction de la qualité dts affleurements ( Figure 3 ). En une station, une ou plusieurs lignes de lever sont définies et matérialisées par un ruban métrique; la direction et le pendage de tous les éléments plans ( fractures ou plans de couches ) coupant la ligne in lever, ainsi que la dîrectionja pente et la Ion gueur de cette dernière, sont mesurés. I*orientation d’environ 550 éléments plaßs a lté ainsi relevée. 3,2» Méthode d’élaboration des mesures L-élaboration des mesures comprend les étapes suivantes t A. Au niveau de la .lkiiiiiah . apeur chaque station, les éléments plans mesurés (fractures et plans de couches) sont représentés

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S 5V7 Par leurs pSles sur un diagramrae de Schmidt ( Pr»jectien iejul-surface) (Figure 4). bLes accumulatlens de p81es plus eu peins unimedales sent séparées, sur ce dlagramne. cPeur chaque accuraulatien, la posîtîen de la normale moyenne (représentée en projection par le pSle mo¬ yen), ainsi que la fréquence des plans (calculée sur la normale moyenne, et exprimée par unité de longueur de 10 métrés) sont calculées au moyen d'une technique mise au point par L» Kiraly (1969b), d'aprís E.A. Scheidegger (1965); les calculs ont été faits au moyen d'une calculatrice électronique ( I B M 1130), Cette méthode donne une image correcte de la densité de chaque système de fractures, éliminant l'effet de l'o¬ rientation de l'affleurement. B. Au niveau de l'ensemble de la région étudiée dL'ensemble des pôles moyens pour toutes les stations, est reporté sur un diagramme de Schmidt (Fig. 5 ). eSur ce diagramme, les accumulations de pôles moyens plus ou moins unimedales sont séparées. Par simpli¬ fication, les pôles isolés, qui n'appartiennent pas ô une concentration, sont éliminés (Figure 6). fLes accumulations de pôles moyens de la Figure 6 sont situées dans la zone équatoriale, et l'on peut considérer que le plan moyen de chacun de ces groupes est I peu près vertical; ces plans sont représentés d'une manière très approximative sur le diagramme de Schmidt (Chiffres ! t V, , F igure 6)» Le Tableau 11 donne la fréquence moyenne peur chacune de ces concentrations. du groupe 11 ill IV V Tableau il Fréquence moyenne (plans par 10 mètres) 82 44 36 37 28 Ce tableau montre que les plus grandes fréquences se rencontrent dans les groupes I et 1 1 , et la plus fai¬ ble dans le groupe V. gEn raison de la nature des affleurements, les plans de couches étaient peu visibles; leur manque de net¬ teté est la cause de la dispersion de leur orientation (Figure 5). On peut cependant les consider«'? l'é¬ chelle de la région étudiée, comme horizontaux. hLa dernière étape de l'élaboration des mesures consiste ? étudier l'orientation des intersections de tous les plans moyens représentés par leurs pôles ? la Figure 6, et dont l'ensemble constitue les groupes 1 ? V, avec les plans de couches considérés comme horizontaux. Ces intersections sont des droites horizon¬ tales, dont on étudie la répartition directionnelle, compte tenu de la fréquence des différents systèmes de fractures. L'anisotropie de la distribution de l'ensemble de ces Individus est étudiée de la même manière que celle des axes des galeries de la gratte, par le test de Vistelius (voir paragraphe 2.ï); les deux pro. blêmes sont d'ailleurs posés exactement de la même manière. En appliquant, ce test ? l'échantillon considéré, étant donné N » 2622 ( = somme des fréquences de tous les plans moyens), K * 18, N * 146 c en a : pour t » 2 ; ai » 170 ( limite supérieure ) m 2 » 123 ( limite inférieure ) pour t » 3 : nv| 185 ( limite supérieure ) m 2 114 ( limite inférieure ) 3.3. Présentation des résultats Ce test permet de distinguer les groupements suivants dans la répartition pondérée des pôles (Figuré?): 1. Zones de densité anormalement faible; n^ est inférieure a m 2 pour t » 3. 2. L'intervalle de transition ,»aur lequel est compris entre m 2 paurfyt %  2 n'est pas représenté. 3. Zones isotropes; est compris entre m 2 et iH| p aur t 2. 1 * 3 6 L mj pour 4. L'intervalle de transition pour lequel n¡ est compris entre a-, pour t » 2 et ntj pour t 3 n’est pas représenté. 5. Zones de concentration ; est supérieur l i&| pour t » 3. Cette répartition est représentée ? la Fig.’’,

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S 51/(8 La ¿gnsité de îa distributlan des groupes de fractures r igure 3« í V ( paragraphe .¿s iet.tre f) tîst reprise! er tic a i. Gsraparais»n entr» l^ribi i t y t ifln des galpr!ts ¿» la grotte et cellt des ilftments de la structure gieliegipug La csmsaraison directe des figures 2 et 7 appelle les ebservations suivantes : Ilya une relation entre les principales directions de la cavit'è et r orientation ses principaux groupa^ s* fissureso La meilleure coincidence des deux ensembles, donc la plus forte karstification des fissures, s'observe dans la direction des groupes 1,11 et 111, et dsn s la direction d'un saus=ensemble du groupe IV; dans cette der¬ nière direction, îa karstification est bien marquée, mais les fissures ont une fréquence faible, comme le montre la figure 7„ Les diaclases du groupe V sont qussi karstifiées, mais sur de courtes distances seulement (vair plan de la grotte, figure 1); ceci explique l'absence de ce système de galeries î la figure 2 0 11 est passible de donner une expression du coefficient de ressemblance des deux distributions d'éléments linéai¬ res représentées aux figures 2 et 7. Ce coefficient est Je cosinus de l'angle fermé par les deux vecteurs î 18 dimensions qui représentent les deux ensembles; sa valeur est de 0¡,751 o 5. Interprétation des résultats 5,1, Hypothèse de base Proposons une interpréation des similitudes et des differences observées au paragraphe 4, Elle est basée sur l'hypothèse fondamentale suivante; H1 : le degré de karstification est proportionnel au vecteur vitesse de filtratien "q de l'écoulement souter¬ rain. Connaissant trais paramètres des principaux groupes de fissures (l'orientation rf, la fréquence f et l'ouver¬ ture u), an peut calculer la cempasante de ” dans la direction de chaque groupe (L, Kiraly, 1969b); M eiî *q|' » composante de If 1 dans la direction du f-ème groupe g » accélération due î la gravité V » viscosité cinématique de l'eau fj %  fréquence du f-ème groupe dj « ouverture moyenne des fissures du f-ème groupe I * tenseur identique © "ñj 1 » produit tensoriel de la normale du f-ème groupe par elle-même J » vecteur du gradient hydraulique Kj tenseur de perméabilité du f-ème groupe Les etTïï -5 sont estimés d'après les mesures de terrain; les d(¡ sont estimés par hypothèse (l'ouverture des diaclases étant difficilement mesurable), La direction du vecteur J est estimée, grossièrement, d'après la position de la principale zone d'exutoire. La quasi totalité des galeries est subhorizontale, il nous est donc permis de raisonner dans un sous-espace bidi mensiennel : le plan X -Y (l'axe des &f X » direction Nord; l'axe des *Y direction W), 5,2, Données peur l'estimation du vecteur g a» Les normales des principaux groupes de fissures sont représentées par les matrices colonnes suivantes: n^ « 0 ’î "TT ''a.438 W —— %  $ "111“ f 0,438 0,899 n I V “ Í 0,940 0,342^ ——* Hy [0,913 0,423' / Les fréquences moyennes sont ' =2] m f| » 8,2; f|| * 4,4 ; f||| 3,6 ; fjy « 3,7; fV 2,8

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S51/9 cFaisons l' h ypothèse que l'ouverture moyenne das diacîases avant la karstification était dj » 0,1 [mm] 1o" 4 [m], pour tous les groupes. Mous pensons, sur la base de considérations tectoniques, que cette estimation est trop faible pour les groupes I et II!, En effet, les fissures du groupe li sont des cisaillements sénestres et les fissures du groupe V sont des cisslllesents dextres, régionalement développés; donc les diacîases des groupes ! et 111 ont été certainement élargies par extensiort. Toutefois, dans cette.étude préliminaire, nous admettons un écartement uniforme de d^ » 0,1 £ mm J pour tous les groupes. d» Les constantes physiques sont : g » 9,81 {"ms T V 10“ 6 [m 2 s ”1] eLa principale zone d'exutoire est la vallée de 1* Al laine, donc la direction générale du gradient devrait être dirigée vers le NE ou vers le N=NE„ qî” est calculi pour deux directions du gradient (H 45° E et N 20® E ) représentées par les matrices=coîonnes; Jl 0,707 OJO?)' et [». 940 0 .3*2] La valeur absolue du gradient n'a pa s d 1 importance, car seuls les rapports entre les 1 ‘ %  S ‘ 1 Pour cette raison nous adoptons J Jî > J %  | 5*3. Résultats de l 1 estimation du vecteur~"j ~ ? a Les tenseurs de perméabilité K| » f|di 2 des groupes de fissures sont ( dans le sous-espace X-Y ! ): M nous intéressent» ‘6,56 0 ' — r 2,84 <=»1 v 39 K| 10~ 6 0 0 i K H » ' i ° “ 6 t ! -1,39 0,68 %l %  lO" 6 1,67 1,13 ' t ! ! 1 «Tv %  10 " 6 %  ' 0,34 -0,95 1,13 0,55 ^ ! f -0,95 2,61 "Ç . io“ 6 „ 0,37 0,86 ' i t i ! *.0,86 1,84 . f dimensions des K i : [ K “ 1 ] b» Le tenseur de perméabilité global Ky , dû aux cinq groupes de fissures, est 5 ~ “ » 10“ 6 ] »1 Ki 4 CO -0,3 -0,3 5,7 Si nous avions admis d. « 1 Jjnra} , la perméabilité serait alors : 11,8 -0,3 ~ ir 4 -0,3 5,7 On voit que la matrice Ky est pratiquement diagonale dans la base des coordonnées géographiques et que la per¬ méabilité est maximale dans la direction N -S, et minimale dans la direction E -W. Déjà d'après ce renseignement, on s'attend I une plus grande karstification des groupes I, Il et III. cLes vecteurs vitesse de filtration sont, en valeur absolue (dimension avec Jy ; ; [ms" 1 ] ):

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S 31/10 h 1 » U h 1 4,63.10“' l-’T'l 1 K u • VI 3,31.10"' 1 "iïT j » |ÏÏM VI 0,55.10"' iîif ; j 1 K lv %  V 1 2,66.1o ' l’T'l “ 1 «V V 1 0,78.10"' c J2 1 Bl ) » 6,16.1 0 “ 6 hiï ’ 1 3,48.1 0 “ 6 1 "m'i 1,46.10“® pTñf| 1,88.1 0 " 6 0,19.1 0 “ 6 Les résultats de l'estimation ne contredisent pas l'hypothèse fondamentale H 1. La karstification relative¬ ment faible du groupe V s'explique par le fait que la quantité d'eau qui s'écoule par (unité de temps) dans ces fissures était relativement faible et cela, probablement, déjà avant la formation des grandes cavités karstiques® Le développement de ces dernières dans la direction des groupes 1,1 1 et IV est expliqué par l'importance des vecteurs vitesse de filtration dans la direction de ces fissures. Si la direction générale du gradient J reste assez constante dans le temps, la karstification des fissures de¬ vient un processus auto-catalyseur : un faible élargissement des fissures d'un groupe i suffit I augmenter la perméabilité directionnelle parallèlement S ce groupe (si d passe de 0,1 (,mml ä 1 (mm}, augmente 1000 fois) ce qui entraîne l'augmentation de q^ y , donc l'accélération de la karstification des fissures. Ainsi, les con* ditions "paléo-hydrauliques® sont, en quelque sorte, "fossilisées® dans le réseau des cavités souterraines. 6. Conclusions : 1.Les cavités souterraines ne sont pas également développées dans toutes les directions (leur développement est an i s otrope ) . L'étude de la distribution de leur orientation présente un grand intérêt pour 1' h ydrogéoiogie des roches fissurées. 2.Les principales directions des cavités sont influencées par l'orientation des principaux groupes de fissures , par la perméabilité géométrique de chaque groupe de fissures et par la d i r ection générale du gradient hydrauli¬ que des eaux souterraines. 3 L es résultats de cette étude ne contredisent pas l'hypothèse que le degré de karstification des fissures est proportionnel au vecteur vitesse de filtration dans la direction de celles-ci. 4^L'étude statistique de la fissuration, de l'orientation de cavités karstiques et de la direction générale de l'écoulement des eaux souterraines est indispensable pour définir les relations entre ces facteurs, et pour con* trîler l'hypothèse ci-dessus. Remerci ements. Nous remercions très sincèrement les membres du Spéléo-Club Jura, qui nous ont fait part I plusieurs reprises de leur voeu de voir leurs recherches à la grotte de Milandre complétées par une étude géologique, et qui ont accep. té de mettre i notre disposition tous les relevés topographiques effectués dans cette cavité. Bibliographie ERZ1NGER E .(1943) : Die Oberflächenformen der Ajoie (Berner Jura). Thèse, Université de Bâle, 138 pp. KIRALY L (1968) : Eléments structuraux et alignement de phénomènes karstiques (Région du gouffre du Petit-Pré de lai nt-Livre s. Jura Vaudois). Bull.. Soc.îleu .hat f . Sei. nat. 91. p. 127-146. 10 fig. — »(1969a): Les éléments structuraux aux environs du gouffre du Petit-Pré de Saint-Livres (Jura Vaudois).Actes du 3è Congrès national Suisse de Spéléologie. Interlaken, 24 et 25 septembre 1967, p. 32-43. 10 fig.

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S 31/11 KIRALY L. (1969b) KL0ETZLI E. (1968) — (1969) «U LIER y , SCHEIDFGGÉR A.E.. (1963) (1965) VI3TELÎU3 A.B. VQUILIAMOZ P.(1966) (1969) Statistical Analysis af Fractures (Orientatisn and Density). GeaT.Rundschau f 59/1 (2 paraître). Tspsgraphie :2 Hllandre. le Jura Souterrairi® Bulletin du SpSél-Club Jura, 12/2, P® 3=4. la gratte de Mi landre (Bancourt, BE). Actes du 32 Congres national fuisse de SpHÊolagie, p. 113-.115. Der felsbau. Theoretischer Teil.. Stuttgart, 624 S», 307 Abb., 22 Taf, On the Statistics of the Orientation of Bedding.Planes, Grain.Axes, and Similar Bedl* " sientoTogiial ,Data, Ü.S« GepTi.Siiirvey, Ppof.,, Pagep 525=c, p.164-167,1 fig. Structural Diagrams, Pergamon Press, 178 p. Gratte de Milandre 1961-1969. Le Jura Souterrain, 13/l, p. 6-10, 2 fig. Discussion ; BLEICH (Wolfschlugen) ; Je komplizierter die Verhältnisse, desto mehr Messungen erforderlich; zur Kenntnis der erforderlichen Zahl,ist sehr gute Lokalkenntnis notwendig. KJRALY ; Nous replions que la reprlsentativitl de la frlquence moyenne des fissures, dans une rlgion, ne dé¬ pend pas du nombre de mesures par stations (voir la réponse 2 K.A. TOUSSAINT) mais de la densité des stations et de 1' h étérogénéité du champ de la fréquence des fissures. Si l'hétérogénéité de la fréquence des fissures est grande 2 l'échelle de la région étudiée (c 1 est-2-dire, la situatianest "compliquée’ 1 ) , c'est la densité des sta¬ tions de mesure qu'il faut augmenter et non pas le nombre de fissures mesurées par station. TOUSSAINT : Anzahl der Messpunkte (60) ausreichend für eine richtige statistische Aussage? KJRALY ; Notre méthode d'échantillonnage est tris différente de celle utilisée couramment par les géologues (voir L„ KIRâLY, 1969b); puisque, dans une région donnée, nous nous intéressons non seulement a l'orientation, mais aussi 2 la fréquence des diaclases (nombre: de fissures par mitre), nous ne mesurons pas des diaclases iso¬ lées, choisies au hasard, mais nous mesurons toutes les diaclases suivant une ligne de levé ( s tation) choisie "au hasard*. Dans ce cas la reprlsentativitl des résultats statistiques dépend non pas du nombre de diaclases mesurées par sta¬ tions mais de la longueur des lignes de levé (* grandeur * |e la station), du nombre de stations de mesure et de l'hétérogénéité des fréquences dans la région étudiée. Par exemple, si l'on étudie la distribution des sapins dans une forêt , la représentativité des résultats statis¬ tiques ne dépendra pas du nombre de sapins par échantillon, mais du nombre d'échantillons, de la grandeur de l'é¬ chantillon (are, hectare, etc,) et de l'hétérogénéité de la distribution. Il serait, en effet, absurde de dire qu'il faut dénombrer au moins 60 sapins par hectare pour que 1 es résultats statistiques soient représentatifs. Nous pensons, d'ailleurs, que les fréquences moyennes des diaclases calculées d'apres 10 stations de mesure rela¬ tivement rapprochées doivent être assez représentatives pour la région étudiée. En effet, une analyse de variance effectuée dans une autre région du Jura (l. KIRALY, 1969b) a montré que les variations locales de la fréquence des diaclases (variations entre affleurements rapprochés) sont beaucoup plus grandes que les variations entre les moyennes de plusieurs stations. KILARY L. (1969 c) ; Anisotropie et hétérogénéité de la perméabilité dans les calcaires fissurés. Eclogas Geol. Helv», 62/2, p. 613-619.

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s 52/1 De l'influence des acides iiumiques sur la corrosion des roches calcaires Robert DELBROUCK ( Rochefort/Belgique ) lntr»«luct 1 a n ; Depuis longtemps, l'en admet pue la cerresien chimique des reches calcaires est principalement due au CO 2 a.s» seus dans les eaux. Pourtant, certains travaux ont déjà prouvî pue certains éllments secondaires jouent parfois un rôle dans la dissolution des roches calcaires. Citons par exemple les travaux de P.Q. Liégeois et de G. Loriaux (l), qui montrent pue l'oxydation des pyrites donne lieu naturellement î un ion SO 4 . 11 est pratiquement prouvf, Ô l'heure actuelle, pue la teneur en CO 2 de l'atmosphère a fort varié au cours du quaternaire, ce qui implique une variation de la pression partielle en CO 2 des eaux naturelles. Les variations climatiques pendant cette même période donne lieu ! une variation à 1' a gressivité de l'eau. Des température plus llevéis, augmentent certainement l'activitl chimique des acides, mais des templratures Inférieures favori sent la dissolution du CO 2 dans les eaux ! De ces deux principes peuvent découler de nombreuses hypothèses. On oublie généralement de considérer l'action des ions secondaires tel pue Cl” , SO 4 " , des acides humipues, etc... pui ne sont soumis pu'à une seule variable : l' a ccroissiment de la température favorise 1 ' a ctivití chi¬ mique des acides. Notre travail a pour but d'essayer de mettre en évidence l'activité spécifique des acides humipues, pui jus¬ qu* 3 prisent a toujours été négligée. Chapitre 1 : Généralités I o ) Structure : Encore mal définis, les acides humipues sont des complexes produits par la dégradation des matières organiques du sol, l'humus. Ils sont produits par action microbiologipue et on peut les classer en trois groupes : 1 ° : Les préhumines : partiellement solubles dans la soude. 2°; Les acides humipues "sensu stricto" : solubles dans la soude. 3°: L'Humin» : 3 plus haut degré de polymérisation, *st complètement insoluble dans la soude et Iss solvants habituels. Nous retiendrons principalement les acides humipues "sensu stricto", pui sont les seuls 3 posséder une action vraiment acide, et pui se divisent eux-mèmes en deux catégories : la première : les bruns et bruns-rougts produits en sols qcides, et pauvres en azote. ” I a .seconde : les gris et bruns-noirs, produits en sols calciques, plus riches en azote. Leur composition chimique est encore mal définie, fuchs (2) propose une formule déstructuré pui met en éviden ce cinq fonctions acides et six fonctions phénols (voir fig. 1), Ce motif pouvant être condensé par des liai¬ sons du type -NH-, »N, -S-, donnant lieu 3 des hétéropolymêres. . Grâce aux études paît les rayons X et par le microscope électronique, on sait que ces colloïdes ont des formes sphériques et amorphes. D'après Duchaufour (3), ils forment des complexes fîoculables avec les ions Ca*, mais donnent lieu 3 des com¬ plexes avec les argiles, beaucoup plus stables vis=3~vis des alcali no-terreux. Les acides humipues formant une couche protectrice (voir fig. 2 ) mais une fois floculés, ces complexes sont dif¬ ficilement dispersadles. 2 * I 2 3 ) Activité ; En solution, ils se comportent en colloïdes électronégatifs, ils floculent en milieu acide, mais les acides fai¬ bles restent sans action. Les ions alcalihs ont une action dispersante, tandis que les alcali no-terreux les précipitent. En combinaison avec les colloïdes argileux, ils restent stables.

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S $2/2 liurs îiaîsens av*s 1*$ isftaux «st du type chl1ates 5 #f ils ss e 0 m p]ixifî#nt gînêraî e metit bien avsc ]* caklyRi fflagnlsiuiBj ssdlum,» pgiasslura* fer «t plomb® Nsus avons dltennlnl un® eourb» p®t®nlieinitpli|ui* par titration d'une solutien d'acide humi^u* extraite de la tourbe® Cette ceurb» met en ivid«nc® e deux additls¡, dînt les pK sent de 4,8? et 6,60® Cette ©eurb* nous a per= mis de dlterminer leur l^ulvalence pendirale si abserbsiemitri^ue (Fig.3)® Nous avons également rlalisl un essai de dissolutionen laborataird» Deux flacons sont remplis de 500 ml d'une solution dîluie d'acid# huiaîque extrait de la tourbe, et d® 10 gr de marbre pur d'une granulométrie de 1»3mm® Un troisiliB» flacon contenant uniquement une solution d'acide humique est conservée dans les mêmes conditions, et nous servira de rlfirenèd 1 ® Ces trois flacons sont conservés sous athmosphlre inerte (N 2 ) pendant 6 jours I une température de 2O 0 C® A temps répétés, nous effectuons 1® dosage des Ions Ca* + dissous par photoraétrie de . flamme, et nous reproduisons ei-apris les résultats® 1 1 1 temps en heures | i meg de Ca 4 '* dissout par 500 ml de sol® i 1 ! 1 premier essai ! second essai ! î ° 1 Í 0 s s » ! ! I 0 » 1 1 5 ! ! 0,15 0,125 I 9 i ! 0,225 0,200 1 ! 19 ! 1 0,540 1 ! f « ! 0,500 1 ! 23 ! 0,655 0,615 « \ 45 I ! 1,00 0,862 1 | 100 ; ¡ 1,o2 1 ! 0,860 î : : 1 144 I | 1,06 ! 0,860 I Ces résultats, sont reportés sur le graphique 4® L'équivalence de la solution mire, est de 4®Q4 meg/i, en considérant les deux ¡aeidites® Dans notre essai, nous constatons qu' après six jours la solubilisation e st pratiquementterminie, et qu'une seule acidité a réagi® En effectuant la titration d'une solution d'acide humique par un» solution d'hydroxyde de cakium, on obtient exactement le même résultat qu*avec la soude’® Nous concluons que s! les deux acidités de l'acide humique sont actives vîa=î=vîs du calcium, une seule est ca» pable de dissocier le CaCOj cristallisé® Chapitre 2 ; Présence des acides humiques dans les eaux natferelles ® 11 n'existe pas de méthode de dosage spécifique aux acides humiques® Nous avons adopté le dosage spectrophoto» métrique, qui est le plus simple et le plus précil. Nous avons relevé le spectre d'absorption (voir fig 5] d® notre acide extrait de la tourbe® Nous adoptons la longueur d'onde de 270 mu qui correspond î un léger palier et offre un minimum d'interférences dues aux, ions habituels Fe +++ , N0^”, NOjT, CIO”, et 31Û2 (d* a près un rap¬ port publié par l'Electricité de France -4»)®. , . , , Nous avons calculé la correspondance I 270 mu, 1 degré de densité optique correspond I 0,2057 meg/l d'acid# humique® 2°) Répartition dans differentes «aux naturelles : Nous avons prélevé des échantillons dans une slnîe de ruisseaux et d® rivières appartenant aux réglons glrgr^ phiques belges : le H esbayt, la famenne, les Fagnes, le Condroz et 1® A rderse’,, Nous les reproduisons ci-aprls en les classant en deux tableaux® le preiier reprend les cours d'eaux qui s'écoulent en région essentiellement non calcaire, donc en'sois acides® le second tableau reprend les cours d'eaux qui s'écoulent au moins en partie sur sous-sol calcaire, dons oui peut contenir des ions Ca*’*’ en abondance» les résultats de nos analyses sont exprimés d'un® part en milîi-iquivalents grammes d'acides humiques et d'au¬ tre part en milli-grammes de CaCOj, que pourrait dissoudre l'acide humique®

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s 32/5 Ruîsssaux et RI vitras s* Ecoulant an rigfan non calcairt i ] flom du Ruis, eu riv. ! ! Lieu de prélèvement i i 1 meg A.H. ] 1 ! i mg de CaC 03 i ( s i ] Grand Ry ~nr~ } Mayr« ! j 0,058 i 1 2,9 T ? ! J le Train ; Chaumont Gistoux 1 0,0134 í i 0,65 t 1 j R s de Dion le Mont ! Dion le Mont ! 0,050 ! 1 2,50 ! 1 ¡ Mehaigne \ Wandre ! 0,029 t ! 1,45 t 1 j La Batterie } Hanret ! 0,034 1 t 1,70 1 ! J Mehaigne ¡ Eghazie \ 0,030 1 1,50 1 1 j Rs de Nil \ Nil Saint Vincent ? 0,122 ? 1 6,10 1 ! j Rs de la Sablonifre J Suarl! Î 0,078 ! 1 3,90 ! ! 1 Rs Cortil Wanden 1 Cortil Wandon | 0,038 ! f 1,90 ! ¡ La Sarte * Thorembais St Trend } 0,056 t ? 2,80 ! ? 1 Rs de Rigneissart } Nismes ! 0,0083 ! ! 0,42 í f { Ry d’Ave j Wellln j 0,0205 I t 1,02 Î t 1 Biran (Roch) j Rochefort } 0,032 ! Ï 1,60 ! Î j Ry de Vachaux ! Villers/Lesse ! 0,0196 * » 0,88 t ! j Biran (Beauraing) } Focant } 0,085 i i 4,25 1 1 1 Ry de Fenffe I Ciergnin ! 0,0124 ! t 0,62 ? ? } Rs du Hilan ] Barenville i 0,087 f ! 4,35 T Î 1 Rs de H*er ¡ Heer \ 0,083 ? Î 4,15 f ! j Rs de Petit Doische j Heer J 0,0043 ! f 0,22 ! j j Ry du Marais ! 5 Doische ! 1 0,044 ! i ? ! 2,2 ! 1 ! Ruissaaux »t rivllres s’icaulant en rigluns calcaires 1 1 Nom du Rui s ssau ou riv. j j Lieu du prélèvement j i I 1 meg A.H. t ! mg de CaC 03 ! \ i j Heus« ] Huy 1 0,034 \ 1,70 t t 1 { Eau Nuire J Csuvin ! 0,0134 j 0,67 ? i { Lesse 1 Ciergnon ; o,oi55 ; 0,75 f ! ! Lhomme J Rochefort j o,oi86 ; 0,98 %  } Résurgence Fte Ri víre ! Sy/Ourthe J Couvin } 0,0052 > 0,26 ! $ J Résurgence de l'Eglise ; O,Oü3I ; 0,15 ! Î J Ry de Samson j Source de Petite Bamal ¡ Ourthe j Ry de Soli Ire j Ry de Ben Ahin ! j Samson Ï 0,0073 Î 0,36 f f j Bomal/Ourth« ; 0,0093 J 0,45 ? i j Sy/Ourthe { 0,0186 } 0,90 f ( J Ben Ahin ¡ 0,048 ’ 2,40 j Ben Ahin ; ; 0,041 ; ! ! 2,05 » ! 0« cas tab] « aux. Il rssssrt im¡íldiatein«nt qu®l l' a xctptian de quelques cas isaîSs, les eaux s 1 Écoulant en, riglan calcaire, eentiennent tsujsufs beauceup mains d’acides humiques que celles des rSgions i sols acides. Si nous Établissons des moyennes, an trouve 0,046 meg/l d’acides hum!ques pour les eaux des figions non calcaires et 0,0195, pour les autres. Par ces constatations, nous sommes amtnís î supposer que lors du passage d’un ruisseau dans une rigian calca!» re, les acides hum!ques rlagissent avec le calcium et finissent par flocular. Ces complexes floculSs, difficile ment dlspersables (3), ne sent pas dosis par le spectrophotemltrd. 3*) Us eaux en rigions calcair es : Afin de vlrifier î’hypothi’se formulle ci-dessus, nous avons itudii plus pricisiment un ríseau, en l’occurence celui de la IHOfffiE, entre Jernill* et Eprave. La Lhemme prend sa source dans les Ardennes belges, et apris un parcours d’une quarante!ne de kilomètres S

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S 3 2/4 travers das réglons shisteuses et gréseuses, elle entre dans les bancs calcaires Qivitîens i Jemelle, Nous avons prélevé les échantillons "Jenelle ' 1 quelques centaines de mitres avant son premier contact avec le cal¬ caire,, Elle s’écoule pendant 9,700 mitres sur les calcaires en y perdant une banne partie de ses eaux au pro¬ fit du réseau souterrain. Elle ressort ensuite de ces bancs I Eprave, et nous avons prélevé les échantillons peu avant : "Eprave aérien". Nous avons prélevé des échantillons également I Rochefort ; "Rochefort Aérien", A la meme hauteur, nous prélevons également sur la rivïlre souterraine " Rochefort Souterrain* et 1 la résur¬ gence de toutes les eaux souterraines I Eprave : 8 Eprave Aérien" , Nous reproduisons ci-aprls les moyennes des résultats d’une série d'analyses qui sont également reproduites au graphique 6 , teneur en acide husique milli-équivalints grammes / litre ! * . 1 1 réseau î 1 AERIEN 1 SOUTERRAIN Jemelle Rochefort ! Eprave j ! ! 0,0136 ' 0,0176 0,0183 ] 0,0102 0,0122 j ! On peut conclure que pour le réseau aérien, la charge en acide humique s'accroît progressivement par apport düî au lessivage des sols, les mesures ayant été effectuées par une époque de forte pluvlesiti (4). Par cen tre pour le réseau souterrain, malgré cet apport constant d'acides humiques, et d'eaux superficielles, an constate une diminution due I la forte dissolution des roches calcaires dans les réseaux souterrains, off le contact eau»substrat est important. Chapitre 3 ; Conclusions Us acides humiques sont pratiquement toujours présents dans les eau>l, lorsqu'elles rencontrent des bancs de roches calcaires, ils réagissent, soit directement sur le substrat, soit en complexant les ions Ca ++ déjî en solution, libérant ainsi 1' a nion HCO 3 ”, qui redevient agressif. Dans ce second cas on peut supposer que.les deux acidités de l'acide humique interviennent. Ils floculent généralement en formant des complexes Argilo-humates calciques. Ils nous semble que leur action en tant qu'agent de corrosion est affirmée, leur importance relative I celle du CO 2 paraît moindre dans les cas étudiés. Ne peut»en pas supposer que par des climats chauds, I farte végé¬ tation, leur concentration dans les eaux soit devenue fort importante. De plus, leur activité chimique serait accrue, tandis que la solubilisation du CO 2 serait diminuée. Notre exposé a pour but d'essayer de souligner un agent de corrosion qui trop souvent a étl considéré comme négligeable. Nous espérons prochainement apporter des indicat iens plus précises quant I leur actioncemparé» dans des eaux de différentes 'régions climatiques. Blbliegraphie 1 .» 0. tori aux : De la présence de la pyrite dans les roches calcaires et sen influence sur le cavernemant Colîeq. Intern. Spéléologie Bruxelles 1968. 2 Ktnentwa : Sell organic matted. Académie des Sciences URSS Pergamon Press. 3 Duchaufour ; Précis de Pédologie Masson et Oie. 4 „« Poncelet et Martih 1 Esquisse Climatographique de la Belgique. 5 .» Roques H : Sur la répartition du CO 2 dans les Karsts. Annales de Spéléologie sTomt 18 fase 2 1963 France. 6 Pochon et de Barjac ; Traité de mlcrsbl e l o gie des Sels » Dunod Paris 1958. 7 Demolon ; La dynamique des sols« Dunod Paris 1952 8 »•-Electricité de France : Rapport de la division laboratoire du Service do production thermique lag/7563,, 9 .» R. Dolbrtuck: Contribution î l' é tude de l'altération chimique des Reches calcaires par les Eaux de la Ihommd.

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S 52/5 Discussion : CAMILLE EK (Liig*) %  > 1) Vous avez dit que, dans vos exefriences en flacon, les acides humiques se saturent en 6 jours en carbonate de ealciuni. Cela correspondpslt’il î une forte dissolution ? Vous avez en effet dit d'autre part que les acides humiques reprisentaient 1/10 de TaciditS du CO^. Voulez-vous dire par lî qu'en Belgique, en gîbîral, les acides humiques dissolvent dans les eaux souterraine 1/10 de ce que dissout le C0 2 ? 2)Vous observez, dans vos expirienees, deux paliers dans la courbe de saturatiorf, N'est-ce pas en relation avec l'existence de deux catégories d'acides humiques : îes^runs” et les^gris"? i.CORBEL (Calnise) Nos mesures ont donné des résultats du même ordreC'est entre l'Irlande et la Belgi¬ que (ou l'Allemagne du Nord) que l'on trouve le maximum d'humud. Les quantités diminuent sous les autres climats plus froid et surtout plus chaud (oí ils sont remplacés par d'autres "acides organiques"). RV Muxart et Í., S tchouz Koy , ont mis au point une méthode (tour notre équipe de recherche pour connaître la possibilité globale a dissolution des eaux de marais (tropicales et autres ) ( CO 2 &f acides divers) CO 2 fait toujours 90$ au total , le maximum d'action des "acides divers" se trouvent dans les tourbières d'Irlande puis dans les marais tropicaux. QEYH (Hannover) In general the mentioned results are in exellant agreement with the conclusions which are being derived from " Canalyses of several stalagmite grown in caves of middle Europe. More than 95 " D» resultstshow-that the CO 2 in the soil could not be originated by decomposition of calcerous rocks* in contrast to this in seldom cases it is |lso possible that more than 75$ ¿f the C0 2 in the soils Is of such origirf. One example is theCBAR L OTTENcave near Hürben W/ Germany* CAMILLE EK (Liège) 1) A quoi est due le maximum de 1/$ d'activité des A*¡l. c'est une constatations dans les eaux courantes de la Belgique. 2) Il y a plusieurs catégories d'acides humiques qui ont des activités différentes, suivant leur origine ,sol acide ou sols alca]ini. J. CORBELD'après des analyses d'acides organiques de régions acides, ceux-ci n'atteignent non plus jamais ¡»lus de 10$ de l'acidité totale. De plus l'activité de l'humus diminue avec les climats froid et chaud, la Belgique est dans une région particulièrement propice. J-JMISEREZ ( La Chaux de Fonds) Vous dosez les acides humiques par spectrophoiomftrle. Pouvez-vous nous dire si la mesure s'est faite en !' déroulant" le spectre 7 Dans le cas contraire, quelle est îa longueur d'onde utilisée?.

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S 544 Kon kretionen urid Wassermarken in der Eisriesenwelt im Im Tennengebirge und in den Dachstein-Höhlen FRANZ ROBERT OEDL (Salzburg / Österreich) Im Auftrag und mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften haben die später auch in Höhlenkreisen sehr bekannten Professoren Dr. Otto Lehmann, Dr. Julius Pia, Dr. Otto Wettstein-Westersheim und Dr. phil. Ernst Hauser in der Zeit vom 29. März bis 6. April 1921 die neuentdeckte große Eishöhle im Tennengebirge wissenschaft¬ lich ! hach verschiedensten Fachrichtungen eingehend untersucht. In der Sitzung der mathematisch-maturwissenschaftlichen Klasse vom 6. Mai 1921, veröffentlicht im akademischen Anzeiger Nr, 11, Wien 1921, wurde erstmals darüber berichtet. Die höhlentechnische Durchführting lag unter Leitung des heutigen Referenten, der mit Unterstützung zahlreicher Mitglieder des Vereines für Höhlenkunde in Salzburg für den klaglosen Ablauf dieser erstmals ausge¬ führten Großexpedition verantwort!ich zeichnete. Darüber hinaus hat er gemeinsam mit Dr Ernst Hauser den meteorologischen Teil Uber die Eisverhältnisse der Höhle bearbeitet. Im Band VI der SPELÄOLOGISCHEN MONOGRAPHIEN, herausgegeben vom speläologischen Institut der Bundeshöhlen-Kommissi o n , redigiert von Univ. Prof, Dr. Georg Kyrie, wurde über alle Expeditionsergebnisse in Wien im Jahre 1 926 berichtet. Auf 145 Seiten mit 48 Tafeln und 40 Telt/ figuren wurde "Die EISRIESENWELT im Tennengebirge" mit einem Höhlenplan im Maßstab 1:2000, aufgenommen von Ing. Freih. vom Czörnig und dem Referenten, so komplex bearbeitet, daß dieses Werk als Standard-Werk für Höhlenkunde gelten darf. Mährend dieser ereigni srei eben For&chertage fanden wir bei den vielen oft tagelangen Befahrungen im Röhren-'' Labyrinth im Norden des Eisteiles der Eisriesenwelt herrliche "Kristall-Drusen", besonders in der von uns benannten "Kristall-Kammer". In diesem sehr engen und schwer beschliefbaren Labyrinth entdeckten wir auch den "KALZIT-SEE" der für die Entstehungsgeschichte der Bildung von Wassermarken maßgebend wurde. Auch in den "DIAMANTEN-REICHEN" I und II im westlichen Teil dieses über 45 km langen Höhlengebietes wurden diese einmaligen Fundstellen der KristallVorkommen eingehend beschrieben. Später hat Dr. Walter Biese im zweiten Teil seines umfassenden Werkes mit dem Tilg! "Ober Höhlenbildung" über die Kristall-Bildung in den beiden Diamanten-Reichen sehr eingehend berichtet. Dieses Werk ist als Heft 146 in den Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesantal t, Berlin 1 933, erschienen: es sei hier besonders auf die Seiten 76 81 verwiesen. Trotz größter Gefährdung durch Fliegerbomben haben größere verlagerte Restbestände den 2. Weltkrieg überlebt und sind noch heute durch die Mangold'sche Buchhandlung in Blaubeuren erhältlich. Vor Beginn seines Referates hat es der Berichterstatter für seine Pflicht gehalten, auf diese Werke hinzuweisen. Zusammenfassend möchte er feststellen, daß diese zahlreich Vorgefundenen Wassermarken und sonstige KristallDrusen in sehr hoch gelegenen, fast völlig abgeschlossenen Höhlenräumen der EISRIESENWELT gefunden wurden. Hier konnten sich diese oft sehr bizarren Kalkspat-Kristalle in völlig von'Bewetterung freUen Räumen in sehr langen Zeiträumen ganz abgeschlossen von Einflüssen der Außenwelt entwicklen. Dagegen fanden wir die zahlreich vorkommenden "KONKRETIONEN" gerade in den tiefsten Teilen der EISRIESEMWELT! die alle unter 1700 m Seehöhe liegen. Vor allem sahen wir diese seltsamen Konkretionen in den merkwürdi g stèn Formen in den von uns benannten "KRAPFENund KARTOFFEL-LABYRINTHEN" südlich des kilometerlangen "MIDGARDS". Der Referent 1 zeigt an Hand einzigartiger Origi n a l F undstücke, Farb-Dias und Strichzeichnungen diese reizvollen Ge¬ bilde. Er berichtet auch, daß er viele Jahre nach seinen Entdeckungen in der EISRIESENWELT beim Literatur-Studium zufällig auf die Veröffentlichung des Professors R. Trampier aus Wien gestoßen ist. Dieser schreibt schon im 43. Band des 2. Heftes des Jahrbuches der k.k. geologischen Reichsanstalt in Wien über die "LOUKASTEINE", Auf Seite 333 dieser eben genannten Veröffentlichung beschreibt er verschiedene Fundstellen im Devon-Kalk des "Brunner Höhlengebietes" in derNähe von ßlansko und verweist auf die völlig symmetrische Form dieser Krapfen, die wie von einem Drechsler auf der Drehbank bearbeitet erscheinen. Erstmals erwähnt er auch den drastischen Vergleich mit versteinerten "KRAPFEN" sowohl hinsichtlich der Form und Grö ße als auch der Farbe, da alle Fundstücke rotbraun und gelblich gefärbt waren. In der eingangs erwähnten Monographie Uber die Eisriesenwelt weist der Referent in seiner Veröffentlichung. "ERKLÄRUNG BESONDERER HÖHLENNAMEN" auf Seite 133 über die Entdeckung der Kalzit-Konkretionen im Kartoffel-Labyrinth darauf hin, daß es nicht verwunderl i ch war, bei Benennung der Labyrinthe, wo dieseseltsamen Formen vorkamen, an Kartoffel, Krapfen, Kakao und sonstige eßbare Dinge zu denken, da uns in den mageren Jahren nach dem ersten Weltkrieg, als wir diese Teile erforschten, oft der Magen stark knurrte und wir bei Betrachtung solcher Formen etwas Eßbares herbei sehnten.

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S 54/2 Sehr bemerkenswert war auch die Entdeckung ähnlicher krapfenartiger Gebilde im ßergbaugebiet der Fa. Gebr. Leube in Gartenau bei Salzburg. Ca. 10 km südlich der Landeshauptstadt Salzburg in unmittelbarer Nähe der Grenzstelle gegen Schellenberg liegt westlich von der Zollstelle Hangenden Stein der Gutrathberg, in dem seit mehr als 100 . Jahren-ein unterirdischer Abbau von Zementmergeln betrieben wird. Diese Rohsteingewinnung für das älteste Ze¬ mentwerk Europas, das sich seit Anbeginn im Familienbesitz befindet, geschifebt in den Schrammbach-Schichten im Liegenden der Roßfeld-Schichten, die der untereh Kreide angehören, in nächster Nachbarsihaft der JuragrenZe treten sehr starke Verformungen bei den sonst fast regelmäßig gelagerten Schichten auf. die allerdings im großen und ganzen mit ca. 65 nach Westen einfallen. Das mehrere Kilometer 1 a nge^Vorkommen stellt sich aber gegen Süden immer mehr aus und steht dem Ende zu völlig saiger. In den starken" Fal tungen an den erwähnten Grenzschichten zwischen den Zementmergeln und dem Jura sind einzelne schichtgebundene typische Vorkommen, in denen zahlreiche krapfenförmige Gebilde aus reinem Feuerstein lagern. Es ist als sicher anzunehmen, daß diese Krapfen, die bis zu Kopfgröße gefunden werden, nur durch die starke tektonische Verformung in den weichen Mergeln entstanden sein können. Es treten hier fließartige Bildungen auf, die fast den Krapfen der EISRIESENWELT gleichen, aber zur Gänze aus Silikat-Gesteinen (Si02) bestehen. Der Referent zeigt eine Reihe dieser Vorkommen in Dias und ein Musterstück im Original. Ferner zeigt er auch mehrere Dias eines sehr flachen brotlaibähhlichen Gebildes. Es handelt sich hier ebenfalls um eine Konkretion aus dem "Krapfenlabyrinth" der EISRIESENWELT. Summary: Concretions and Watermarks In the "Eisriesenwelt" in the Tennengebirge and in the caves of the"Dachstein". In the crystal room and at the "CaTzit"-lake of the tube-labyrinth in the north of the ice-part of the "Eisriesenwelt" we have found wonderful crystal-druses, just so in the "diamond-realm" I and II in the western part of the cave-district, which is nearly 5C km long, in altitudes higher than 1.800 m. lüány "Conkretionen" we have found particularly in the deep parts under 1.700 m in the south of the "Midrgads" and that iti the "Krapfen-" and in the "Potato-labyrinth". The author will describe these often unique forms by several findings. A piece of "limestone" from the "Bock"-cave (the later name is Oedl-cave) in the neighbourhood of the "Mammut"cave in the district of the "Dachstein" show» the "Eguttations-effect, that means the "erosion" by falling waterdrops in particularly impressive manner. This very rare appearand will be described by the original. Farther will be reported about a particular concretion from the same cave-district.

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s 55/1 Utilisation d 8 u ne électrode spéciale pour la mesure de P CO ^ dans les eaux et l'atmosphère Application à l'étude des phénomènes karstiques du Jura suisse JJ. MISEREZ (Laboratoire de Mineralogie, Petrographie et Geochimie, Institut de Géologie, Université de Neuchâtel /Suisse) Résumé : Une électrode commercialisée et d'emploi courant dans la recherche médicale est utilisée, pour la première fois à notre connaissance, dans l'étude d'une répartition du CO^ dans les eaux et l'atmosphère d'un karst. ¡1 s'agit d'une électrode Radiometer (Copenhague), type E 5036: à l'intérieur d'un boîtier étanche, fermé à son extrémité par une membrane semi-perméable en téflon, une électrode de verre combinée, miniaturisée, est plongée dans une solution de bicarbonate ce sodium. Lors de la mesure, s'établit, à travers la membrane sélective, un équilibre de P CO^ entre la solution de bicarbonate et le milieu dans lequel est plongé l'appareil. Le pH de la solution baignant l'électrode permet, après étalonnage au moyen de solutions de P CO^ connue, de donner la pression partielle de gaz carbonique. L'appareil peut être branché sur n'importe quel pH-mètre de laboratoire ou de terrain. Les principaux avantages de la méthode sont: la miniaturisation de l'électrode qui permet de mesurer le CO^ jusque dans certaines fissures ou dans très peu d'eau. l'utilisation indifférente de l'électrode dans une phase gazeuse ou-dans une phase aqueuse qui permet, par exemple, de comparer la pression partielle en CO^ d'une eau souterraine avec celle de l'atmosphère d'une cavité. la rapidité, la simplicité, en même temps que la précision de la mesure.

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s 33/2 A l'aide de l'Ilectrsde dlcrlte ci=-dessus, de nombreuses mesures ont itl effectuées dans le Jura suisse et quelques unes dans le Jura français.Elles ont porté sur la répartition de P CO 2 dans des eaux de résurgences, de pertes, de nappes (forages),de cavités, aï nsi que dans ^atmosphère libre ou souterraine. A la suite de ces mesures, deux études principales sont entreprises: 1) les eaux karstiques du Jura sont classées en divers types, suivant la valeur de P CO 2 , en iîme temps que sent déterminées les conditiens dans lesquelles le C02 dans la phase aqueuse est en équilibre avec le CO 2 atmosphérique. 1) P CO 2 mesuré est comparé avec P CO 2 théorique,calculé au moyen du pH et de la dureté temporaire, selon la métho¬ de de H. Roques (Ann.Spêléo 0 J8(2) 11 (1963) ),la correspondance est souvent très bonne. Dans le cas contraire, la différence est mise en corrélation avec la teneur en éléments autres que le calcium, tels que Mg^*, Sr^ + , Na*. K*, Fe3*. laus ces éléments ont été analysés par spectrophotométrie d'absorption atomique (Perkin=Elmer 303). Introduction Dans toute étude de l'équilibre CO 2 %  = H 2 O %  = CaC03 appliquée aux problèmes de la karstification, la détermination de P 002 est essentielle. La plupart des méthodes de dosage sont su trop simples et peu précises ou trop compliquées De plus,à notre connaissance, aucune d'entre elles ne permet de mesurer la pression partielle de C02 £ la fois dans les eaux et l'atmosphère, soit indifféremment dans les phases liquide et gazeuse. Or l'étude des échanges du gaz car¬ bonique S l'interface eau ~ atmosphère exige des mesures comparatives. Nous avons utilisé, pour l'étuoe d'une répartition du CO 2 dans les eaux et l'atmosphère du Jura suisse, une électro¬ de commercialisée et d'emploi courant dans la recherche médicale. 1.» Electrode i P CQp 1.1. Description Il s'agit d'une électrode Radiometer (Copenhague), type E 5036, dont le schéma est donné ci-dessous (figl): i l'in¬ térieur d'un boîtier étanche, fermé S son extrémité par une membrane semi-perméable en téflon de 12/v 1 , une électrode de verre combinée,miniaturisée, est plongée dans une solution de bicarbonate de sodium. L'électrode est protégée d'un contact direct avec la membrane au moyen dlune pièce de papier-tissu, chimiquement neutre, de 40 A d'épaisseur (pa¬ pier Joseph),enveloppant son extrémité. Lors de la mesure, s'établit, i travers la membrane sélective, un équilibre de P C02 entre la selutien de bicarbonate et le milieu dans lequel est plongé l'appareil. La solution baignant l'é¬ lectrode (NaHCDj 0,005 H « NaG<)0,02 M) a une force Ionique de IQ"’!, de telle sorte que l'électrode enregistré un pH linéairement proportiennel au leg de P,C02. On étalonne l'appareil au moyen de solutions de P C02 connue. L'électrode étant normalement destinée I être branchée sur un pH-mètre Radiemeter, nous en avons modifié la fiche d'entrée peur l'adapter sur les pH-raètres Hetrehm, resp. E 300 B de laberateire, íalimentatien de réseau et E 280 A de terrain, 2 piles. 1.2. Mode opératoire Après chauffage préalable du pH-mètre, en effectue un étalonnage do baso dt ce dernier au moyen d'une électrede clas¬ sique de verre combinée et d'une selutien-tampon pH7 . Dans la mesure du pessible, on travaille en expansion d' é chel¬ le (pH: 5,6 8,4) et la lecture se fera au centième de degré pH près. Après blequage de l'aiguille au moyen du beu¬ ten adéquat (sur zlre), en remplace la fiche de l ' électrede pH par celle de l'électrode 2 P 002. Cette dernière est plengét dans le liquide de telle sorte que sen extrémité soit S onviron 4 cm de profondeur. On libère 3 nouveau l'ai¬ guille du pH-raètre et on stabilise la mesure durant environ 10 min, en n'hésitant pas 3 bloquer, puis libérer l'aiguil¬ le plusieurs fois de suit*.. Il est qussl judicieux d'agiter légèrement l'électrode de temps 3 autre. La température n'a quasiment aucun effet sur la mesure, mais la stabilisation de l'électrode se fait plus rapidement lorsque celle-ci s'élève (électrode conçue pour travailler 3 36 0 c).,Une trop grande élévatien de la température risqu* cependant de provoquer un départ de CO 2 . 11 s'agit d'adopter un juste compromis. Au ISsèeratou’*, les mesures ont été faites entre 15 et 2Û*c, sur le terrain vers 10*c. 1.3. Etalonnage En accord avec le mode opératoire Radiometer, la re.latien entre le pH et log P CO 2 étant linéaire, nous avons étalon¬ né l'électrode îIU moyen de deux bouteilles 3 t de CO 2 connu, fournies dans le commerce par Instrumentation. Laboratory inc. Boston Mass. : bouteille i): CO 2 4,54$ boutoillo 2) : CO 2 9,86$ cos valeurs sont garanties 3 i 0,03$ On pass* facilement de la teneur en $ 3 la pression partielle de CO 2 au meyen de la formule : $ CO 2 (PatmCMî ~ PH 2 Q tramj ) P CO 2 (atm) » 100. 760

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—7 Z Peint d'eau Pco t c t >c«iiWi P mtfurf rc *1 i s Wo, ro^l 3 Verrière î MBOC surface 2,40 » 40 " l «,0 . 4 0 * 3 3 «î »» proto*4 2,30 » 40' 4 5,2 y 40'* 3 Brouillet Bot surface 4,3« » fO' 3 4,7 y 40 3 3 ,, î, profand 4,12 y 40' 1 9,5 y 4 0' 3 3 „ pomp, surface -»,*3 y 40" 1 2,4 y 40 ' 3 3 n i, profané 2,02 ï 40‘* 4, A y 40 * 3 Clef d Or BOC surface 4,7* y 40"* 2, £ y 40'* 3 3 » profond 4,73 y 40' 1 2,5 . 40 * u. î ,i p tmp. S urfoct 2,34 y 40' i 2,4 y 4 0'* 3 ,, n profané 2,31 « to' 3 2,5 y 40 * 3 CecUot SOC Surface 3,20 y 4 O' 1 3,6 y 40' 3 V 2 *• »• P^cfo^d 4,22 > 40"* 5,2 y 40 * 3 *, pov*»^. sur4ac* 4.22 » 40'* 4,3 y 4 0'* 3 3 s. ** 4,37 y 40'* t,5 y 40 * “ 3 Bre'vint SOC surface 2,42 y 40'* 4| f » 40 * '%* O3 ,, „ profond 4, 32 y 4 0'* 3,0 y 40'* 3 3 ,, pomp, surface 3.73 » 40'* 3,2 y 40' 3 3 *. *' pro^ond 4, 33 r 40 * 2,2 x 40 * -f 3 1 . SOC SurfoctU) 2,04 « 40* 2,4 y 40 * 3 ., " profond (11 4, 5 5 > 40‘ Z 4,35 y 4 O' 1 O 4 O ' 3 3 3 “• t 3 „ est 4,74 y 40'* A,h y 40' 3 «« 3 u bassin 4,74 » 40 * 2,4 y 40' 3 2 A u bo n n e 4,24 y 40'* 2,5 « 40 1 *6 3 2 La Oiai 4,76 y 4 O' 3 4,2 y 4 O' 3 O 2 Orbe 5,27 y 4 o ' 3 4, 0 y 4 O ' 3 > 2 Ve no%e 4,44 % 40’* », 3 y 4 O 3 1 Les Bains 2,72 y 4 O' 1 5,2 y 4 O' 3 2 Bois-de Ban 6,44 y 4 O' 1 A t A y 40' 3 > 2 Tu r 1 u r e 2,34 y 40'* 7,0 y -io' 3 2 La B twme 3,43 y 4 O* 5,0 « 40'* 2 M a u 1 i n sNe uvevi lie oues 3,43 y -to' 3 7,0 y 4Q3 2 Privôfiî Supérieure 2,04 y 4 0'* 4,4 y 40' 3 © 2 u inférieure 4, 4« y 4 O' 3 2,« y 4 O ' 3 J; 2 Les Rocbes 2,00 « 4 0'* 3,7 y 40' 3 *. 2 Rubaut -Cressier 4,45 y 4 O' 3 2,3 y 40'* 2 n St.-Biaise 2,04 y -10'* 4,7 y 4 O' 3 j 2 Verntts ce ntr t 3,2? y 4 O' 3 S,o y 4 0'* 2 V i q n e r 4, £ 3 y 4 O ' 3 »,» y 40 -1 eZ mtïuri 0 Pco » ^ort.t;iw Pco,«t** s .t^ k*^ 7 .A £ Point d'eau Pco* t® UalfU^J PCOtatmoS. Mal » 3 2 BloneW* Fon toi ne nord 2 ,3 f w 40'* 4,5 y 40'* 2.9 y 40' 1 3.0 * 4#'* » X 2 %  î 'î Sud 3.45 y 40'* 6,2 y 40'* 5,3 « 40'* 3,0 » 40'* A. 2 6a i n t e Colombe 1,44 « -»•'* 4,25 » AO' 1 4,8 y 40'* *7.2 * 4«'» 2 Combe Oorrot 7, 33 . 40'* 4,4 y 40 '* M y AO’ 1 * 4,4 y 40" 1 2 Eperon +Rocbefort 1,73 • 40'» 4,35 « 40'* 4.9 . 40'* 4,4 r 40'* 2 Monats fond 9,35 « 40' 3 4,35 » 4 0'* 4,8 ’ 40"* *4,6 * 40'* 2 Monats sortie 6,9A « 40'* 4,4 y 4 0'* 4,6 y 40'* «7,9 t 40'* 2 P 1 a n-de l'Eau 4,42 y 40'* 4,75 y 40'* 2,4 y 4 0'* *4,3 » 40'* O t5 2 P u r i e s 4,33 » 40'* 3,2 y 40'* 5,3 y 46'* 4,4 * 4©'* -1 CreuvGenat 3,33 « 4 0* 5.3 y 4 0'* 6,4 y 40'* 3,0 y 4©'» 2 Main-du Diable 2,67 y 4 0' 3 4,7 y 4 0'* 4 Milondre (-0 4,07 y 4 0"* 4,35 y 40'» 4, 4 y 40 * 3,3 y 40'* 2 A 1 % y 4f)' * ? ri y 4 0'* O 4 La Motte 4,55 * 4 O ’ 3 3.4 y 40'» 4.9 y 40' *7,2 y 40 * < f Ocourt Supérieure 3,33 y 40* r 4, o r y 40'» 2,7 y 40" 2,7 y 40'* 4 „ inférieure 4, 5 4 y 40'* 4,45 y 4o'* 5.1 y AO' 2,7 y 40 * y 4 Bief desMayiins est 2,25 y 40'* 4,0 y 40'» 3.3 » 40' 4.» y 40 » O 4 ouest 4,75 y 40'* 3,2 i AO'* 4,8 y 40' 4,8 » 40* % 3 F 1 e u r i e r *,79 y 4 O’ 1 7,5 y 40'* 80 * 40' 4,1 y 40'* 3 N o i r a i 3 u C 2,43 y 4 0'* 2,25 y 40'* 2,9 y 40'* 3,0 1 40'» •% 3 Pont de -laRoche 2,40 y 4 0'* 3,3 y 4 6'* 2,4 r 40'* 3,9 « 40'* 3 4 La Sourde 4,55 v AO'* 3.2 y 40'* 4, 2 » 40 "* 2,2 » 40' 1 2 D o u y source 2.65 y 4o'* 4,5 y 40"* 5,3 y 40'* 5.8 y 40'» *T 2 ,. bassin 4, 7 5 y 40'* 3.0 3,6 r 40'* 5.8 y 40'» 2 Petite Dour 2,55 y 40' 1 4,8 y 40'* 5.8 y 40'* > 2 Rai ssette 4,64 y 4 0'* 3,4 y 40'* 4, » > 40'* 5.8 y 40'* 3,6 y 40'* 3. U y 4 0* î.u • 4 O' 3 3 .k y 4 0 3 4,9 . 4 0'* 4,9 « 40 3 4,3 . -10'» 4,3 y 40'* 8,0 y -¡O"'* 8,0 « AO' 4 8,0 i AO 1,0 y AO' 4 4,7 y 4 0» 4,7 y 4 0'» 4,7 y 4 O ' 3 4,7 y AO' 3 9,2 « 4 O' 4 9.2 y AO' 4 9, 2 4û' 4 -1.6 * -10 / ,4 • -10 /, 6 * -10 2.i* 2,4 2,4 ^ , t y -1 o 1, t » -IO' 9,> » -(0 2, î y -10' 4,q 3 , 3 3, 3 3,3 y /IO' J y -10' 3 y -IO' 3 * -10 y -1 0' 1 y -I O' 1 -Î y -10 Merdasson îup«ri*ur i, inferieur -1,43 3,42 y -10 y -10" Tí 3,-1 3,0 1 -10' y -10" I i s o r. Sarroïine -1.33 -I, if y ^0' y -io -I 4,2 3,í » ^0' y -10 -I 4 , í y -10 2 y -1 O v 4 ,f » -10 3.3 y -10 -1,-1 y -10 4,? y -10 2, S y -10 4.4 y -10-1,-1 y -10' -i, S y -10 4,4 y -AO 3,2 » -io 4,3 4, 3 4,3 y -10' 1 -3 y -10 y -10 -3 *S,Î 4.3 4.1 3.3 3,3 -i,-i 2.2 3.3 3.4 rr » -1 o y -io" y -lo y -io' y -10" y 10 ' y -10 -1 -1 » io" -î y -10 41 Cascade Triangle (n' 4 'i Cave C"'«) î, 5 3 -1,4« « -10 y -10 5,0 3,3 < 10 ' y ^0' 4, * y -10' 1 4,4 y 40"^ 4,3 y 40'2 Leubot amont ,, aval Sainte -Anne lat 4,2 4 3,40 4,4? y 40 y 40 -1 y 40 -2 3,o 6.3 3.3 y 40 r /I 0 v AO 1,1 * AO' ï,2 y 40' 1 C a s c a d e Êr n' 4 n' 2 n 3 n' S 2,42 8 , 22 4,37 4,47 < 4 o ’ 3 y 40' y 4 0' > 40' 1 3.2 4,4 3.3 4.4 y 40 -4 y 40' î y 40 ' 3 y 40 -3 5,» 4,2 4,1 4,4 y 40 -î v AO' y 40' 1 y 40" U. 3 4,4 4,2 40' 1 1 y 40' y 40 4,4 y 40 SainteA nine «¡ours 4, >2 * 40' 3,2 »,0 40' 1.0 * 40 Re Houillère Verrières 3,43 4,5 6 y 40 y 4 0 7,3 î,ï F i ^ w r • : * Pc» t «Imat. prit dans portint oa t u n n «.I CO 55/3

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S 55/4 Fig. 3 Corrélations Pco 2 Fijur» : o s«ri« A Corrí lotion Pco* loto. coltul* Corrélation Pco t m«*ur* portatif C«U « H Corrélation PcOj nn«*uré portatif meturé l«ko.

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S 55/í) avec P atm » pressiifi baraiii?trique du jaur ( en mm Hg) P H 20= pressian de vapeur de î'eau ( en mm Hg), sait : 2 10® 9 mm 15» 13 mm mistry and Physics 20® 18 mm 1965-66) 25» 24 mm La stabilité des mesures et leur rapidité étant meilleure en phase liquide qu’en phase gazeuse, an travaille dans l’eau bidistillée» On prépare des selutiens saturées de mélange gazeux dans un récipient î deublc fend en verre fritté ä travers lequel diffuse le gaz. Le barbettage dure enviren 10 min. Neus dennens ci-desseus les valeurs de nas étalennages (Tableau 1): pH-mètre labo í CO 2 T»c P CO 2 Catm 1 pH E 300 B 4,54 15 4,1 . 102 7,14 i 20 4,1 . 10~ 2 7,16 25 4,1 . 10“ 2 7,14 moy. : 4,1 . 10” 2 7,15 9,86 15 9,0 . 10-2 6,88 20 9,0 . 102 6,86 25 8,9 . 10“ 2 6,84 moy . : 9,0 . 10” 2 6,86 pH-mètre pertatif t CO 2 ; T«c P C02 Catm* PH E 280 A 4,54 10 4,1 . 10" 2 7,63 9,86 10 9,1 . 10“ 2 7,40 0,05 Il faut remarquer qu'avec le pH»mètre pertatif la mesare est mains précise puisque le cadran ne passade pas d’expansien d'échelle. Gemme on le voit, les changements de température ne semblent pas modifier sensiblement le pH. Neus avons pris une moyenne de ces mesures, La fig. 2 donne les graphes d'étalonnage utilisés. 2 . fiesures 2.1. C h oix des paints d 1 eau %  sissa et quelques' unes dans Is jura fraiw»*«wf A l'aide de l'électrode décrite ci-dessus, de nombreuses mesures ent été effectuées dans le Jura , Elles ent été réalisées dans le cadre d'un travail sur la géochimie des eaux du karst jurassien et ont par conséquent porté sur des points d'eau de types multiples : sources, pertef nappes (prélèvements statiques avec bouteille S ouverture eemmandée et prélèvements dynamiques par pompage dans des forages), grottes (rivières, suintements, gours,vasques) ainsi que sur l'atmosphère libre su souterraine en contact. Neus avons par conséquent réuni toutes les conditions nécessaires è un échantillonnage vané, les résultats que nous donnons dans le Tableau 2 portent sur 84 mesures effect tuées en hiver 1969. 2.2. P rélèvements et mesures Dans le but de comparer les méthodes, neus ayons souvent mesuré P CO 2 d'abord sur le terrain, puis au laberateire.Sur place, la mesure se faisait dans un récipient en polyéthylène. Nais, le cas échéant, la miniaturisation de l'électro¬ de permet de mesurer le CO 2 directement jusque dans certaines laisses d'eau de faible capacité» Le P CO 2 atmesphlri-e que était pris juste au-dessus du point d'eau.. Dans les cavités, il est possible et intéressant de prendre cette me¬ sure jusque dans certaines fissures. Les prélèvements ent été faits dans des bouteilles de 1 litre (plus petites si necessaire) en polyéthylène. La mesure au labo doit se faire immédiatement su, S défaut, après conservation durant 12 h au maximum, 2 5 -10* dans un réfrigérateur. Avant la mesure, on amène è 15 20® c. 2.3. A utres paramètres Parallèlement 2 la mesure de P CO 2 , il était nécessaire, comme expliqué plus loin, de connaître d'autres paramètres, i savoir 2 T,.pH et dureté temporaire. La température a été prise au moyen d'un thermemètre spécial avec une préci¬ sion de * 0,05*c; le pH a été mesuré sur place, puis au labe au moyen des pH-mètres Metrshm E 300 b et E 280 A ;sur le.terrain nous utjlisens une électrode 2 basse température et en laboratoire, une électrode courante; les mesures en laboratoire ent été faites î 20®c„ La dureté temporaire a été titrée avec HC'f\0,1 n, en présence de méthyl-erange comme indicateur.

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S 55/6 En «utn» sn accsrd avec netr» pregramme de recherche» mus avens Igalement effeciuî la mesure de la risistivHl et de la duretl tetale (Ceinplextfii 1 1 0,05 m) s ainsi que l’analyse systématique de Ca2% Hg 2 *,Sr 2 *,Na * 9 K* et Fe 3 * par spectrephetemitrle d'abserptien atemiqus (Perkin Elmer 303) o De plus, des desages ceîerimltriques iseîls ent Itl faits peur cennaftre l’erdre de grandeur de SO^ 2 ”, CI °, NC 3 “, SÎG 2 , A 1 3 *«, 3 e Calcul de P C O? thlerique On peut caractériser le système CO 2 =• H 2 O CaC 03 , suppesl i l'équilibre (ce qui est t peu près le cas peur les eaux étudiées), en exprimant la variable P CO 2 è l'aide des variables (nen indépendantes) suivantes:pH, tCa 2 *.} Le calcul,résumé ci-desseus» est tirl de HeReques (Ann.Splll*e 18 (2), 150 (1963) ; A partir de l'équilibre classique (CO 3 H J ( H ) _ ig «, kl #n ^ p e . (CO 2 ) (COgH") » 10 »( 003 ) puis, en remplaçant l'activité du ien bicarbenat* par sa cencentratien au meyen de : (CO 3 H“) ^ (CO 3 H“ J. f COs H“, en intreduisant la l»i de Henry ; P CO 2 « D„ (CO 2 ) , ainsi que la cendiiîen de neutra* lité électrique (simplifiée peur un pH ? 8,3 eu le ien CO 3 2 ” n'intervient pas) : 2 CCa 2 *ï(0038^ ¿en ebtient finalement % leg P CÖ 2 » .kl » leg D » leg 2 , &f leg f CO 3 H* * leg (ta 2 * } %  = pH Les valeurs de A, qui dépendent légèrement de la température, sent dennSes par H.Reques<> Le ceefficient d'activité du bicarbenate dépend de la ferce ienique de la selutien qui, en admettant que l'en a affaire à une selutienpitre de bicarbenate de calcium, se calcule ainsi : * 1/2 £ Vf 2 .Ci ^ 1/2. ( 4 CCa2* •) * c cOgH") ) » 3 (Ca 2 * -, H. Reques dsnne également Tabaque de cenversien : f CO 3 H" %  f ( >u ) (Ann. Spélée. 17 (l), 36 ( 1962) ) Peur avair des valeurs cemparablts î celles de l'auteur précité, le leg C Ca 2 *l est tiré de la dureté temporaire (TAC). T0 mg/'î de CaCOj cerrespendent ï 4 rag/T de Ca2+, seit I ÇCa 2 * 3 * lO“^ meles/f. Le pH utilisé est celui me= suré en laberateire, avec le pH=mètre le plus sensible. A titre d' e xempli s, veici deux calculs (Tabl eau 3) : pt. d'eau T®c pH TAC C Ca 2 *J leg (Ca2*) ju ® 3 ( Ca 2 *} f CO3H“ leg f COgH“ Lisen 8,15 7,12 205 20,50.1 0 =4 3,31175 61,50.1 0 “ 4 0,915 1,961 Orbe 4,85 7,55 157,5|;:,75vir' 3,19728 47,25.1 r 4 0,925 1,966 (suTte) pt d'eau A(T®) leg P C0 2 P CO2 A atra ) Li sen 8,134 2,286 1,93 . 10 “ 2 Orbe 8,109 3,722 5,27 . 10 ~ 3 Les valeurs de P C02 calculé figurent aussi sur le Tableau 2. 4.. Fidélité des résultats Neus avens veulu cennaftre dans quelle mesure le calcul appreché de P COg cerrespendait aux valeurs mesurées, res¬ pectivement sur place et en laberateir*.. De même, ces deux medes de masures ent fait l'ebjet de cemparaistn. La fig.3 denne la distrîbutlen des peints d'eau par rapport Wf. droites de régression: P CO 2 mesuré lab# = P CO 2 calculé, P COg mesuré pertatif ~ P CO 2 calculi, P CO 2 mesuré pertatif P CO 2 mesuré labe . Ces corrélations se font sur des graphes t échelles leg* leg® 4.1. Séries de mesures Peur tenir compte des conditions de mesure en laberateir*, il a lté nécessaire de distinguer 3 séries de mesures : = La série 1 englobe des mesures faites sur des eaux qui ent été surgelées après prélèvement, puis réchauffées è 15 20* . Les valeurs mesurées sent trop faibles par rapport S celles calculées, ce qui tend i prouver que le dé¬ gel a brévoqué un départ de CO 20 Néanmoins cet effet a dû agir .uniformément puisque la cerrélatien reste benne. «= La série 2 englobe des mesures faites dans des conditions qui seront désormais considérées couse standard : eaux réchauffées progressivement de leur température initiale jusqu'à 15 20®; mesures faitesle jeur même. Les valeurs ebtenues sent teut á fait cemparables 2 celles calculées.

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S SSZ2 ~ La slrie 3 est celle de mesures effectues® sur le terrain (tirages surteui) au msyen du pH-mítre 1 a be6300 B ali¬ ment! par un greupe Sleetreglne, Ces mesuras sent plus faei 1 e ment sujettes I fluctuatiens et la templrature de 1' air î l' é peque des prfltvements maintenait le pH=m!tre preprement dit dans des candi tiens inhabituelles. Nianmeins la cerrSlatien est benne» alers que la dreîte de rigressïen a une pente sensiblement diffSrente de celles des autres sirles. Peur les mesures au pH=mitre pertatif E 280A, les siries n’ent pas besein d'être distinguées. 4,2. Ceefflcients de cerrllatien et dreitas de rigressien Ces cseffiîients de cerrilatisn sant calculés 2 partir des leg P CO 2 :l » q P CO? calculé leg P C Op mesuré lab « série 1 ; nembre de ceuples : meyenne lig P CO 2 calcule 14 -1,94 (moy P CO 2 calculi : 1,15 . 10"^ ) écart type " " 11 0,35 meyenne log P CO 2 mesuré -2,63 (mey P GO? mesuré : 2,35 . 10”^ ) écart type » » » 0,26 coefficient de cerrllatien 0,88 droite de régression : leg P CO 2 mesuré » 0,67 . leg P CO? calculé 1,34 série 2 ; nombro de couples : meyenne log P CO 2 calculé 39 = 1,76 ( moy P C0 2 calculé :1,75 . 10" Z ) écart type » « " 0,28 moyenne leg P CO 2 mesuré -1,50 ( mey P C^ mesuré :3,20 . 10”^ ) écart type » » ^ 0,28 coefficient de cerrllatien 0,89 droite de régression ; log P CO 2 mesuré » 0,89 . log P C0 2 calculé * 0,06 série 3 : nombre de couples 31 moyenne log P CO 2 calculé -1,69 ( moy P CO 2 calculé : 2,10 . 10“ 2 ) écart type 11 ” ” 0,17 moyenne log P CO 2 mesuré -1,60 ( moy P C0 2 mesuré : 2,55 . 10”^) écart type n B '' 0,30 coefficient de corrélation 0,94 droite de régression : log P CO 2 mesuré « 1,70 . leg P CO 2 calcul! + 1,27 leg P CO? calculé log P CO? mesuré pertatif siries : nombra de couples 1*2*3 moyenne log P CO 2 calculé 50 -1 »84 ( mey P C0 2 calculé : 1,45 ä . 10” 2 ) écart type n « « 0,30 moyenne leg P CO 2 mesuré -1,67 ( mey P CO 2 mesuré : 2,15 . 10" 2 ) écart type » « # 0,34 coefficient de corrélation e,76 droite de régression 1 leg P CO 2 mesuré %  0,86 . leg P C0 2 calculé 0,09 leg P CO? mesuré labo ~ log P CO? mesuré portatif série 1 ; nembre de ceuples 14 moyenne leg P CO 2 labo -2,63 ( mey P CO 2 labe : 2,35 . 1۔ 3 ) écart type t» » » 0,26

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Fig. 4 Distribution de fréquences tog p^p^' t ~ m fréque nces Pertes 0_ 0_ 0. 10 . 5. OJ n 0,1 n n vasques, suintements souterrains n cours d'eau souterrains sources forages — O O O,« O.* 0.« CW 1 4,1 C.V'!,* %  «' z 0.4 0 , 2 . 0,1 0,4 0,6 0,1 4 4.1 4,6 4,6 4,6 2 2,2 log Pc 02 Ht 0 Pc o z at m 03 8/ôi

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s 55/9 sirle 1 msyennt 1*g P CO 2 ptrtailf ; =1 9 8 7 ( ¡n«y P CO 2 pertattf ; 1,35 B 10"^) (suite) | car .f typt na ^ : 0,35 ceeffkient tie cerrilatlen ; 1,00 äPiits ie rigrsssien : leg P CO 2 pertatif « 1,30 « Ipg P CO 2 labe * 1,54 sirles rtfirtbre áe ceupîes 1 36 rooyenni log P C0 2 labo =1,58 ( m*y P C0 2 î abo : 2,65 .10 ° 2 ) écart typt il H il 0,33 moyenne log P C0 2 portitif =1,59 ( moy P C0 2 portatif : 2,60 , ir 2 ) écart type oa» 0,31 coefficient de corrélation 0,75 droite de rlgressien s leg P CO 2 pertatif = 0,7?2 c leg P CO 2 labe «=» 0,46 5, Rapperts P C O ? atwesphlri que ° P C O? H ? 0_ Gemme dljl eit plus haut, la mSthede permet de mesurer indifféremment P CO 2 dans les eaux et 1* a tm® s phère, rendant pessible la rois® en Svidenee des échangés du gaz entre ces deux milieux* P CO 2 H 2 0 Bol, Distributien de triquinees leg P CO 2 ati Peur censtater 1 1 eventuelle mise en équilibre de P C0 2 entre une eau et 1 ! atme sphère en contact, la meilleure fa¬ çon de preceder neus a paru censslster Í établir le diagramme des dîstributiens de frequences de leg ° ^0 peur l'Itabîisseroint de ce rapport,, neus avens teujeurs pris en censldlratien des mesures de P C0 2 rea*í?iels m dans les deux milieux aves un mlm* pH^alfr», seit E 300 B peur lis ferages et les pertes, respectivement E 280 A peur teus Iss autres peints d’eau®, La fl g®. 4 reprfsenit ces dîstributiens ( qui seraient naturellement plus significa¬ tives avec plus d'Ichantiliens), Itablies peur divers types d’eau pris slparément» Cenfe r aiment aux prévisiens, l' é quilibre est I peu pris rial 1 si entre des eaux de suintement donnant naissance I un cencrltiennement et l'aimesphlre d'une cavitl au entre Iss taux d 1 u ne seurce incrustante et l' a imesp h i re libre par exemple, sait peur des eaux 3 Iceulement très divlsi dent l' I vacuatien du gaz carbonique est facilitle, 5,2, Quelques exemp l e s En guise d'exemple, neus peuvens citer la Baume de 5aînte=Anne dans laquelle l'eau d'un lac I ferte alimentatien est lein d'ttre en equilibre avec î'atmesphlre ambiante, alors qu’au contraire des mesures faites dans des geurs ali mentis par des gouttes I gouttes chutant d* une hauteur de pris de cinquante mitres révèlent un équilibré parfait entre 1' eau et l 1 atmosphère., Ctnfermlment I la mesure, l'endroit est caracteri si par la presence d'un tris grand plancher staîagrn t ique, tes memes constatations s’appliquent aux mesures faîtes 3 la grotte de la Cascade, Autre exemple, celui du tunnel de captage de la source des Hoyat s ; ici le courant d'eau «si assez peu dfvisi, mais I'atmesphlre du tunnel rlvlle un gradient de P Gô 2 dlcrelssant en dîrectien de la sertie, si bien qu'i 400 mitres de ï'entrle, P CO 2 ata est pratiquement egale I P CO 2 H 2 O , tandis que le déséquilibre s'accreit i la sortie En guise d'exemple appliqué aux seurces incrustantes, celui d'Ocourt, la veine suplrieur* ds cette seurce denn® naissance I un abondant dlpft ée tuf : on constat® un parfait equilibre entre cette eau passablement déchargé# ®n CÖ 2 et 1* a tm@sphlf® 9 Inversement, la veine Inférieur®, sortant d’une grotte et captée dans un réservoir qui la pré serve du phénemlne e 1 a ération, rlviî» une eau plus shargle en GO 2 que I'atmesphlre libre. Quant aux sources de type vauelusien, leur pression tn gaz carbonique est toujours passablement plus llevé* que celle de l' a tmosphère libre, du moins directement 2 leur émergence, jusqu'l ce que la détente se produis*, certaine¬ ment bien plus •» avad. 6, Essai d'explication d es écarts au moyen des paramétrés analytique s Dans le calcul approché de P C0 2 théorique, seul le calcium intervenait explicitement, ainsi que 1® magnésium im¬ plicitement ( magnésium considéré comme calcium dans 1s dureté) 6*1. Graphes log P C02 mesuré P G0 2 calculi concentration ds 1' é l é ment x

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s 55/10 Nius avons tonti d* mettrs en corrilatlon les icarts, sous forme tie log ? , successivement P CO 2 calculi avec la teneur sie chacun des catiens importants nigligls ou englobés grossifrement (magnésium) dans le calcul. Ces teneurs sont en effet, assez variables et vont de 1 5 18 (exceptionnellement 22) mg/7 pour le magnésium, de 0,02 5 2,6 (exc. 8,5) mg/) pour le strontium, de 0,5 5 3 (exc.13) mg/î pour le sodium, de 0,2 5 2,7 (exc.1l) mg/f pour le potassium, de 0 5 0,9 mg/T pour le fer. Dans aucun des cas la corrélation, meme en différentiant les séries de mesures et en tenant compte de certains particularismes régionaux, n'est suffisante pour être prise en considération. Outre ceux qui sont uniformément distribues sur toute une surface, la plupart des peints se placent suivant des directions plus ou moins parai* lêles aux axes, ce qui démontre que souvent log ( P CO 2 mesuré / P CO 2 calculé) est 5 peu près constant pour des quantités échelonnées de l'élément considéré ou, qu'au contraire, la variation de l'écart entre la mesure et le calcul est Importante même peur des concentrations constantes de l'élément. 11 serait intéressant, avant de tirer une conclusion négative de ces essais, de corréler si possible les écarts avec les anions analysés en série (ce que nous n'avons pas fait), soit : sulfates surtout, chlorures, nitrates éventuellement, ainsi qu'avec la teneur en silice. Quoiqu'il en soit, jusqu' 5 présent la précision des mesures de P CO 2 semble encore inférieure 5 l'influence possible des paramètres négligés dans le calcul. Conclusions La méthode de mesure de P COj que nous avons décrite, après l'avoir simplement appliquée aux problèmes du karst, semble devoir se développer au vu de ses multiples avantages qui sont : la miniaturisation de l'électrode qui permet de mesurer le CO 2 jusque dans certaines fissures ou dans très peu d 1 e au. la mise en route passible de mesures en continu. l'utilisation indifférente de l'électrode dans une phase liquide su dans une phase gazeuse qui permet d'effec= tuer des mesures comparatives dans les eaux et l'atmosphère. ” la rapidité, la simplicité, en même temps que la fiabilité de la mesure. En autre, il est désormais démontré que le calcul approché de P CO 2 théorique est en accord avec la mesure et que l'influence des dïff-erents cations n'est pas directement décelable. Bibliographie Holly F. 1958 Examination of underground karstwater systems by chemical methods. Actes 2me Cong. Spéléo. Ban WS Roques H. 1962 » Considérations théoriques sur la chimie des carbonates (1er mémoîre).Ann. de Spéléo., 17, ( 1 ) , 11 . Roques H. » 1962 Appareillages pour le dosage de CO 2 dans les mélanges gazeux. Ann. de SpéU.,17,(3),455. Roques H. 1963 Sur la répartition du CO 2 dans les karsts (2me mémoire).Ann. de Spéléo. , 18, (2),141. Bügli A. 1964 Corrosion par mélange des eaux. Internation Journal of Speleo. 1, 61. Pitty A,F. 1966 An approach te the study of karst water. Univ. Bull. Publ. Qcc. Papers Geogr.,570,5. Ek C. *= 1966 Faible agressivité des eaux de fonte des glaciers :exemple ae Marmalade (Dolomites), Ann. Soc. Géol.Bel,, 89, (6). X 1966 » 68 Analyses physico-chimiques d'eaux karstiques, résultats analytiques. Spelaion Carso, 4,5, 6,7. Howard A.D., E llis B.Y., ° 1967 Solution of limestone under laminar flow between parallel boundaries. Bull, of National Speleo. See., 29, (3),104. Beck G.L. 196? Quantitative analysis of the Muav Aquifer, Grand Canyon National Park, Arizona. Bull, of National Speleo. Sec., 29, (3),105. Aubert D. 1967 =• Estimation de la dissolution superficielle dans le Jura. Bull. Soc. Vaudeise Sc.nat.32i-. Ek C., Delecour F., Heissen F.1968 Teneur en CO 2 de l'air de quelques grattes belges Technique employée et premiers résultats. Ann. de Spéléo. 23, (1), 243. Bakalewicz M„ 1968 = Le Creux de Seucy., Grottes et gouffres, 41,3. Fishman MJ a, Robinson B.P.-1969Water analysis. Analytical Chemistry; Annual Reviews, 4 1,(5), 323. Paces T. 1969 Chemical equilibria and zoning of subsurface water from Jîchymov or deposit, Czechoslo¬ vakia. Geachimica et Cosmochimica Acta, 33, 591.

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s 35/11 Ouvrages généraux Raques H. 1964 Contribution i Titude statique et cinétique des systèmes gaz carbonique eau carbonate Ann. de Spllio., 19, (2), 255. Handbook of Chemistry and Physics 46 th ed. 1965-66. Eriksson E., Gustafsson Y. Nilsson K. -1966Ground water problems. WennerGren Center International Sypesium siries, 11. Rodier J.. 1966 L'analyse chimique et physico-chimique de l'eau. Dunod,Paris. Garrels R.H., Christ C.L. -1967Equilibre des miniraux et de leurs solutions aqueuses. Gauthier-Vi l i a rs, Paris.

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S 56/1 gisund Schneehöhlen Jugoslawiens FRANCE HABE (Ihstitut zaraziskovanje Krasa SAZU Postojna / Jugoslawien) Ein Drittel Jugoslawiens gehSrOem Karst an. Seine unterirdische Melt erforschen die speläolggischen Vereine der einzelnen Republiken. Der slowenische Höhlenverein registrierte in seinem Kataster schon über 3.300 Höhlen. Obwohl in den anderen Volksrepubliken mit dem Höhlenkataster erst begonnen wurde, können wir doch einen kurzen' überbl ick'über die Eisund Schneehöhlen geben. Trotzdem wir nicht so große Eishöhlen wie Österreich besitzen, sind ubsere doch|interessant in ihren Formen wie aich'in den verschiedenen Eisbildungen. Heil es unmöglichist, die Eisund Schneehöhlen zu trennen, behandeln wir in diesem Referat die Eisund Schnee¬ höhlen als eine Einheit. Sie befinden sich im Hochkarst der Julischen und Steiner Alpen, auf den Hochplateaus des Dinarischen Karstes und des Karpatensystems, ln den Julischen Alpen haben sich die Eishöhlen an den leicht geneigten Plateaüs entwickelt. Auf dem Plateau Triglavski podi befindet sich unter der Kuppe Glava (Kopf) der tiefe Triglavschacht in den untertriassischen Dachsteinkalken, am unteren Rande des Triglavgletschers'in einer, Seehöhe von 2400 m. Als dieser in unserem Jahrhundert stark zusammenschrumpfte, gelang es erst der 5, Expedi. tion, den Eisschacht im Jahre 1961 zu erforschen. Dies ist dèswegèn wichtig, weil uns kein anderer Schacht beikan.rjt ist, in dem das Eis die die Tiefe von über 260 m reicht. Dr. Gams (1961, 1-17), der Leiter der Expedition meint, daß die Schächte vor den Gletscherzungen die kältesten sind und daß daher das Eis in ihnen am tiefsten 1 iegt. ln dergleichen Höhe wie der Trigl avschacht liegt auch der Eingang in die 180 m lange I váíi'í-Ei shöhle. die wegen ihrer Eisformen und ihres mächtigen Schichteises besonders interessant ist. Auf der Eingangshalde entsteht das Eis durch Schneelanrinen, im Inneren der Höhle aber durch das Frieren des Sickerwassers. In den Julischen Alpen ist das Kaninplateau in einer Höhe von 1700 bis 2000 m am besten erforscht. In dieser Höhe hielten sich auch früher während einer Rückzugsphase die Gletscherzungen längere Zeit auf und gerade da sind die Schächte am häufigsten. Zur Bildung einer großen Menge Schächte trugen auch die starke Zerklüftung des Dachsteinkalkes und die reichen Niederschläge, die bis 3000 mm erreichen, bei. Der Schnee liegt da durchschnitt¬ lich 260 Tage im Jahr (A. Melik, 1954, S. 143). Im Kaninmassiv läuft die Grenze des ewigen Schnees in einer flöhe von 2450 m. Schneefelder sehen wir aber in allen Vertiefungen schon von 1700 m aufwärts. Die genauere Erforschung der Höhlen am Kaninplateau (Kunaver, J., 1969, S. 69-80) gab uns ein gutes Bild über die Beschaffenheit dieser Schächte. Von 124 Höhlenobjekten entfallen 100 auf vertikale Schächte, Von diesen erreichen die meisten eine liefe bis 30 m, ein Fünftel von ihnen sind 31 bis 60 m, nur 6 Schächte über 100 m tief. Von der Form, der Größe des Einganges und der Tiefe ist das Vorhandensein des Schnees und des Eises in diesem Gebiet abhängig, jn wenig tiefen Schächten schmilzt der Schnee jährlich. In stufenartigen Schächten bleiben die Schneemassen auf den Stufen erhalten und verstopfen den Grund. In den über 50 m tiefen Schächten ist neben dem Schnee auch das Eis vorhanden. J., Kunaver (1969, S. 79) vermutet, daß sich das Eis in einer Rückzugsphase o*der wenigstens in einer Phase der Stagnierung befindet. Schneeund Eisschwankungen sind von den klimatischen Verhältnissen abhängig. Gams (1962, S. 8) stellte auf Grund mehrjähriger Beobachtungen der Schneeverhältnisse im Triglavschacht fest, daß die intensiven Schneeund Eisveränderungen bis zu einer Tiefe von 30 bis 35 m reichen. g Im August wurden in den EisschäTSiten des Kanins bei der Tiefe von 30 bis 60 m Temperaturen zwischen 0 und 1 C gemessen. Die anderen Gebiete der Julischen Alpen sind viel weniger erforscht. Nur am H 0 chplateau Krizki podi gibt es in einer Höhe von 2040 m einen interessanten, 47 m tiefen Schacht, der ein einen 40 m langen horizontalen Gang übergeht. Die Eisformen stammen vom Sickerwasser, der senkrechte Schacht ist aber mit Schnee verstopft. Bis jetzt kennen wir in den Julischen Alpen 97 Eisund Schneehöhlen. 55 davon liegen in einer Höhe von 1800 bis 2000 m. Die Eingänge befinden sich oft am Rande kleiner kessel artigen Vertiefungen, in tektonischen Klüften, meistens in der Richtung N-S und NNW-SSE. Wenig tiefe Schächte haben fast alle senkrechte, nach unten durch Korrosion erweitete Wände, manchmal mit viel Schnee verstopft. In mittleren Tiefen bis 50 m erweitert sich oft der Grund in einen größeren Raum mit Eisbildungen.

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S 56/2 Die Frage des Alters dieser Schachte ist noch nicht geklärt. J. Kuhaver setzt nach Gospodariîf (1968, S. 139-146) die Entstehung der Höhlen in den Julischen Alpen in die Vorwürmzeit. Auch D. Gavrilovi'c (1963, S. 66), der die Eisschächte am 1800 m hohen LovÊen-Massiv erforschte, setzt das Alter in die postpliozäne Zeit, In den Julischen Voralpen liegt am postpl iozänen triassischen Kalkplateau Mezakla die einzige Schneehöhle 1100 m hoch. Mit dem Eingang in einer Einsturzdoline und mit Eis im Eingangsraum erinnert sie an die Eishöhlera des Dinarisehen Karstes. In den Steiner Alpen (Kamni'^ke planine) ist vor allem das Karstplateau Mali podi in einer Höhe von 1900 bis 200,0 m unter dem Gipfel Skuta (2532 m) erforscht. Auf dem Plateau mit 1800 bis 2000 mm Jahresniederschlägen bleibt der Schnee 200 Tage liegen. Auf dem stark zerklüfteten obertriassischen Plateau sind 9 untiefe Schneeund 3 tiefere Eishöhlen (von 44 bis 70 m) mit unten erweiterten Räumen undEisbildungen aus Sickerwasser. In den Steiner Alpen befinden sich auf dem Plateau Velika Planina (1600 m) 2 Schneeund eine tiefe Eishöhle. Noch vor kurzer Zeit verwendeten die Hirten das Eis und den Schnee für das weidende Vieh. In den Steiner Vor¬ alpen "Na Golteh" gibt es noch 2 Eishöhlen in einer Höhe von 1500 m. Auf dem Menina Planina befindet sich in einer Höhe von 1450 m am Grunde einergroßen Einsturzdoline mit senkrechten, bis 30 m hohen Wänden die Eishöhle Jespa . In einem Sditengang bildet das Sickerwasser im Frühjahr große Eismengen, die 14 m tief hinabreichen. Sogar im September betrug die Temperatur da 0,2 C. Noch interessanter sind die Eisund Schneehöhlen in den hohen Gebirgsmassiven des Dinarischen Karstes. Die ersten Angaben über diese im warmen Süden seltene Erscheinung stammen von J. Valvasor (1689) und B. Hacquet (1 784). Dr. Schwalbe (1887) und E. Fugger (1891) erwähnen Eisund Schneehöhlen auch aus dem jetzigen Jugoslawien. Alle sind an hohe Karstplateaus gebunden. Mehrere Eishöhlen birgt der 800 bis 1200 m hohe Trnovski gozd (Ternowaner Wald) östlich vom Isonzotal. Für dieses Plateau sind das rauhe Klima mit großen Niederschlägen (über 2500 mm)., die Bora und eine bis 6 Monate langandauernde Schneedecke charakteristisch. Zahlreiche Schächte und Einsturzdolinen sind an Störungslinien gebunden. Bekannt ist die Velika ledenica (Große Eishöhle) Paradana am Grunde einer 90 m tiefen, trichterförmigen . Doline mit typischer Vegetationsumkehr in einer Höhe von 1090 m. Sie ist eine 120 m tiefe, dynamische Höhle. Schon am Abhang unter dem Felsentor beginnt der Schnee, der nach unten in Eis übergeht. Mit häufigen Schneelawinen ändert sich auch die Dicke der Schneeund Eismassen, Erst 1950 gelang es hinter den Eissiphon bis zu einer eisfreiei Tiefe von 120 m vorzudringen, Jenseits des Eissiphons lag damals eine 16 m dicke Eisschicht. Leider ist der Siphon derzeit versperrt. Im vorderen Teil der Eishöhle geht der Lawinenschnee in Firneis Uber, die niedrigen Temperaturen (schon vor dem Eissiphon) auch im Hochsommer 0,2 bis 0,5 C verursachen, daß im Frühjahr und Sommer das durchs! ckernde Wasser friert und so mächtiges Bodeneis, an den Wänden eine dünne Eiskruste und Eisvorhänge, an der Decke aber dicke Eiszapfen bildet. Der geschmolzene Schnee und starke Regengüsse bilden vor dem Eissiphon einen bis 4 m tiefen See, der später abfließt. Nur an den Wänden bleibt eine Eiskruste als Wassermarke. Viele Eishöhlen im Karst sind mit den Einsturzdol inen oder mit größeren Karstdolinen eng verbunden. Gewöhnlich, führt der absteigende Höhlengang in einen größeren Raum, wo sich wegen der niedrigen Temperaturen das durchsikkernde Wasser in Eis verwandelt. So kennen wir im Trnovski gozd (Ternowaner Wald) 8 Eishöhlen in einer Höhe von ca. 1000 m. Auch auf dem Hrusica (Birnbaumer Wald)-Plateau mit dem Nanos sind 7 Eishöhlen bekannt, von denen zwei 50 bis . 70 m tief sind. Die Längsprofile zeigen denselben Typus der Eishöhlen: Einsturzdoline mit seitlichen Höhlen¬ gängen. Tiefere Höhlenräume mit kommunizierender Luft sind eisfrei. Am fast 1800 m hohen Sneznik-Massiv (Krainer Schneeberg) hält sich der Schnee nur in 2 Kluftspalten. Auf dem Plateau des Friedrichsteiner Waldes Stojnaund am Rog (Hornwald) bei Ko’c’evje (Gottschee), haben wir typische Eishöhlen in den Einsturzdolinen in den Höhen von 750 bis 800 m. Das Längsprofil der Eishöhle am Stojna zeigt eine 45 Grad geneigte Halde, die etwa 60 m tief hinabreicht, im unteren Teil mit Lawinenschnee bedeckt ist und in eine große Eishalle übergeht. Am E oc j en dieser und einer zweiten Eishalle in einer Tiefe von 105 m sind mächtige Eisbildüngen. Viele Eishöhlen besitzt der Dinarische Karst in Kroatien. Da sind vorläufig 24 Eishöhlen nach Angaben meiner Freunde S. Bozicevic, M. Malez, Er Pretner und Angaben in der Literatur bekannt. Diese befinden sich fast alle im Gorski Kotar, auf den Bergen Senjsko Bilo, Velebit, Velika undMala Kapela und in der Lika. Leider verfügen wir über keine nähren Angaben Uber viele EisundSchneehöhlen im Velebit, in den Biokovound Dinara-Massiven. Fast alle liegen in einer Höhe von 800 bis 1100' m . Meist sind es sackartige Höhlen mit einem größeren Raum am .Grund. In der Lika, am Rande des Srpsko pol je unweit Otocac befinden sich 2 Eishöhlen in einer Höhe von nur 450 m. Die Pilarova ledenica ÍD. Hire, 1905, .704) bei Mrkopalj in einer Höhe von 925 m. 74 m lang, ist eineç der an Eisbildungen reichten Höhlen 1 )

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5 56/4 Die Höhlen Bosniens und der Herzegowina sind wenig erforscht. Die wenigen Angaben über dortige Eishöhlen übermittelte mir das Naturschutzamt in Sarajevo und E. Pretner. Wir kennen da bis jetzt nur 15 Eisund Schneehöhlen auf den bis 2.000 m hohen Gebirgen Grmec, Lunjevaca, Ifran, Prenj, Velez, Bjelasnica und Zelengora. Am nördlichsten liegt die Eishöhle Cukovac im Massiv iemernica zwischen dem Fluß Vrbas ünd dessen Zufluß Vrbanja in einer Höhe von 600 m. Die übrigen Eingänge liègèn zwischen 1000 und 1600 m. Zur Zeit der Dürre sind sie noch immer für die Wasserversorgung wichtig, so z.B„ in der'Vucja-Bara, einer Weide in der Höhe von 1300 m zwischen den Massiven Bjelasnica und Baba, westlich von Gacko. Das Vieh weidet da nur so länge wie Eis und Schnee in den Höhlen vorhanden ist. Ober Eishöhlen in Montenegro Crna Goar berichtet schon G. lähner (1915-1919), doch die ersten Veröffent¬ lichungen über die Eishöhlen am Lov6en-Massiv verdanken wir D. GavriloviÊ (1963, S. 57-68) und E. Pretner (1961, S. 219-235)Von 20 bekannten Eisund Schneehöhlen entfallen auf den Loväen 8, auf den Orjen 5, auf den Durmitor 1 und 5 auf andere gebiete. Besonders interessant ist der ; Lovèen mit Niederschlägen über 4000 mm. Nach GavriloviÊ befand sich die Schnee¬ grenze im Pleistozän in einer Höhe von 1300 m, die heute die untere Grenze für das Vorkommen von Schneehöhlen darstellt. Die an Spalten gebundenen Höhlen sind durch die Korrosion nachträglich erweitert worden. GavriloviÊ stellte fest, daß die Schneemengen in den Höhlen mehr von der absoluten feile als von der Exposition und der I'efe abhängig sind. Wie die Pläne zeigen, sind das vor allem vertikale Schächte, von 10 bis 30 m tief, mit kleiner Öffnung. Nach unten g^ht der Schacht in einen größeren Raum, der Schnee aber in Eis über. Das Eis in den inneren Höhlenräumen entsteht durch das ^rieren des Sickerwassers. Die durchgeführten Lufttemperaturmessungen zeigten, daß die Temperatur bei jedem Meter Abstieg um 1,1 C sinkt. In den inneren Eisräumen betrug die Temperatur der Luft von 1,2 bis 2,5 C. GavriloviÊ behauptet auf Grund der Lufttemperaturmessungen, daß man den ewigen Schnee in den Karsthöhlen unterhalb der Schneegrenze aus dem Mechanismus der Luftströmungen, die in diesen Höhlen im Laufe eines jeden ' r ages herrschen, erklären muß. Die kalte Luft sinkt nicht nur im Winter,' sondern auch im Sommer in.diese Höhlen ab. Ähnliche Verhältnisse treffen wir auch in den Eishöhlen a« Orjen. Die Schneeund Eishöhlen Serbiens am Kalkplateau des Karpatensystems beschrieb J. CvijiÊ (1895, 81-101). Deren Verzeichnis vervollständigte D. Gävriolvib und D. PetroviÉ (1964, 69-73). Die meisten Eishöhlen entfallen auf die Kalkmassive Kucaj, Beljanica, Devica, Rtanj, Ozren und Suva Planina, die meisten in einer Höhe von 750 bis 1000 m, eine sogar in der Höhe von 1750 m. Cvi j i Ê ' u nterscheidet zwar drei Typen der Eishöhlen, die sich jedoch meiner Meinung nach nicht wesentlich unterscheiden. Bei allen Typen führt ein geneigter oder senkrechter Schacht in einen größeren Raum am Grunde, wo der niedrigen Temperaturen wegen (um 0 C und sogar unter 0 ) das Sicker¬ wasser Eis bildet. Im ganzen sind in Serbien 15 Eisund Schneehöhlen bekannt. In diesem Referat versuchen wir zum erstenmal, einen kurzen Öberbück Uber die Verbreitung der Schneeund Eishöhlen Jugoslawiens zu geben. Das Thema ist viel zu umfangreich, "m dj,e verschiedensten Probleme der Ent¬ stehung des Eises, der Eisbildungen,'des Schmelzers, der Wirkung der Schneeund Eismassen auf die Umformung der Schächte und überhaupt das Problem der meteorologischen' ! V erhältnisse in den Eishöhlen zu erörtern. Wichtig ist auch das Verhältni S ' d es Menichen zu den Eisund Schneehöhlen. Im vorigen Jahrhundert waren sie wegen des Wassermangels besonders wichtig für die Almen in den Julischen und Steiner Alpen. Die Bewohner des Ternowaner und des B’rnbaumer Waldes waren, wenn die primitiven Hauszisternen leer wurden, genötigt, die soge¬ nannten "Ledenice" und "Sneznice" (Eisund Schneehöhlen) zur Wasserversorgung heranzuziehen. Im vorigen Jahrhundert, also noch keine Kunsteisfabriken in Tr ; e s t und Görz bestanden haben, wurde Natureis aus den Höhlen in Säcke gefüllt und in die genannten Städte verfrachtet. In den südlichen Karstgegenden, besonders .in Dalmatien u d Montenegro, wurden gleich nach Kriegsende die Eishöhlen ausgebeutet und das Eis in die Küstenstädte verkauft (D. GavriloviÊ, 1963, 45-49). Durch intensive Erfors'hung des jugoslawischen Karstes und seiner Höhlen, besonders im Süden, wird sich die heutige Zahl von 212 Eisund Schneehöhlen (von der Zahl entfällt auf Slowenien 138, auf Kroatien 24, auf Bosnien und die Herzegowina 15, auf Montenegro 20 und auf Serbien 15) wesentlich 'ermehren. 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S 56/1 Bericht über die Tätigkeit des Speläo-Laborat o p iums des OstsIov. r akischen Museums in Kosice (Tschechoslowakei) STEFAN RODA und LADISLAY RAIMAR (Rosnawa / OSSR) £s ist das Verdienst der Herren Kollegen Dr. Friedrich Oedl und Albert Morocutti aus Salzburg in Österreich, dass mir die Ehre zuteil wurde, hier über unsere bescheidenen Forschungen berichten zu können. Ich danke ihnen auch auf diesem Wege auf das herzlichste! Die Arbeiten, über die ich sprechen werde» betreiben wir zusammen mit meinem Kollgen, Herrn Ing. Ladislav Rajman, als externe Mitarbeiter des Ostslowakischen Museums in Kosice, im jebiet des südslowakischen Karstes in der Tschechoslowakei seit 1965. Um unsere Aufgaben erfüllen zu können, haben wir im Herbst 1967 das sog. 3pe!äo-Laboratorium bei der Gombasecka-Höhle inmitten des südslowakischen Karstes gegründet. Unsere Tätigkeit erstreckt sich auf mikroklimatische Beobachtungen und auf physikalisch-chemische Vorgänge in den Höhlen, welche mit dar Entwicklung und Existenz des Karstphänomens Zusammenhängen. An dieser Stelle möchte ich noch bemerken, dass sich unsere Speläologengruppe in Roznava schon seit 1947 mit Höhlenforschungen auf diesem Gebiet befasst. Als bedeutendere Erfolge dieser Gruppe wären die Entdeckung der Gombasecka-Höhle (1951) und der Krasnahorska-Höhle (1964) zu nennen. Seit der Gründung des Speläo-Laboratoriums wurden schon mehrere Forschungsarbeitan abgeschlossen und darüber möchtejich jetzt in Kürze sprächen. Um die hochspezifischen Werte des Höhl en-Mí krokl i mas zu erklären, müssen die physikalisch-chemischen Verhänge in der Höhle untersucht werden. Der Forscher wird dabei vor eine Fülle von Problemen gestellt, deren Lösung schliesslich zu neuen Erkenntnissen führt, die auch in anderen wissenschaftlichen Qiszipli“ nen Verwendung finden. Von diesen und ähnlichen Überlegungen ausgehend, angespornt durch langjährige empirische Erfahrungen aus de!" Zeit unserer praktischen Entdeckungsarbei t en, aber hauptsächlich durch ausländische Forschungsergebnisse, begannen wir 1965 mit unseren mikroklimatischen Beobachtungen in der Gombasecka-Höhle. Heben dem Speläo-Mikroklima haben wir uns auch mikrobiologischen Beobachtungen gewidmet, um die Voraussetzungen dieser Höhle für medizinische Zwecke, für die Behandlung von Bron¬ chialasthma und der chronischen Bronchitis mit allergischer Äthiolagie zu beurteilen. Bei der Wahl des Objektes mussten mehrere Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Neben den medizinischen Voraus¬ setzungen muss die Lokalität möglichst objektive Messergebnisse gewährleisten, was z.B. voraussetzt, dass die Höhle nicht mit äusseren landwirtschaftlichen Kulturen kommuniziert, um eine wesentliche Beeinflussung der Messergebnisse zu vermeiden. Dabei mussten noch die Anforderungen des Fremdenver¬ kehrs berücksichtigt werden, was die Notwendigkeit mit sich bringt, den untersuchten Gang von den zugänglichen Teilen der Höhle zu isolieren. Unsere Messergebnisse wurden zu einem Manuskript für eine Fachpublikation verarbeitet, wo unsere Werte mit den Angaben der deutschen Fachleute aus der Klutert-Höhle verglichen werden. Zu Beginn dieses Jahres wurde von Dr. Karol Klincks eine experimentelle Behandlung von 34 Patienten mit gutem Erfolg durchgeführt. Nach der endgültigen Verarbeitung der erreichten Ergebnisse wird auch diese Arbeit veröffentlicht werden. Während der langfristigen komplexen Forschungen über das Speiäo-Mikroklima in der Höhle Domica im südlichen Teil des südslawakisehen Karstes haben wir einen enormen korrosiven Zerfall des Sinter¬ materials festgestellt, welcher sich über die gesamte Länge des mächtig entwickelten labyrinthisehen Vorderteils der Höhle erstreckt. Der Demieaer Teil des Systems Domica-Baradl a befindet sich in hellen Kalksteinen der mittleren Trias bei relativ verschiedener Mächtigkeit der Überlagerungsgesteine. Infolge der bedeutenden Höhe der Innenräume ist diese Schicht am schwächsten dort, wo die Oberfläche beinahe gänzlich denudiert ist. Die Höhlendecke ist hier durch senile Kapillaren stark durchlässig. Besonders typisch und interessant sind an dem untersuchten Objekt die mikroklimatischen Verhältnisse. Während das Mikrekl ima in anderen ähnlichen Höhlen durch ein beständiges Regime gekennzeichnet ist und die äusseren Schwankungen einen nur minimalen Einfluss haben, ist das Mikroklima der Dsmiea-Höhle infolge natürliche und künstlicher Kommunikationen stark von der äusseren Situation abhängig, was auch unsere Messungen bestätigt haben.

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S 38/2 Im Varlaufe der Forschungen haben wir unsere Aufmerksamkeit insbesondere der Menge und dem Ursprung allachtaner Ablagerungen und ihrer Existenz im neuen Milieu zugewandt. Es interessierte uns die eventuelle ksrresive Wirkung dieser Stsffe als Produzenten destruktiver Komponenten. Im Mittelpunkt unseres Interesses stand eine grosse Menge ca. 10 12.000 van Anschwemmungen Ib'ssartiger Kon¬ sistenz, welche das gesamte Flussbett des Hauptganges bedeckt. Ein kleiner Teil dieser Ablagerungen hat seinen Ursprung im normalen hydrologischen Regime des Karstes. Der Qrossteil aber, ca. 80 %, wurde durch Hochwasser nach zwei Welkenbrüchen in den Jahren 1963 und 1964 aus der landwirtschaftlich bearbeiteten Umgebung des Höhlensystems angeschwemmt. 3ei unseren Beobachtungen des karrosiven Sinter-Zerfalls besonders in den trockenen Teilen der Höhle sind wir zu dem Schluss gekommen, dass neben der gegebenen geologischen Situation (dünnschichtige und sehr durchlässige Überlagerung mit teilweise denudierter Oberfläche), welche schon an sich ein Austrecknen und damit auch einen mechanischen Sinter-Zerfal 1 verursacht, noch ein chemischer, des¬ truktiv wirkender Faktor zugegen sein muss. Dabei haben wir die Möglichkeit einer Anwesenheit karrosiver Stoffe, die auf geologischem Wege in die Höhle gelangt wären, ausgeschlossen. Unsere Annahme wurde durch die mikroklimatischen Messungen und durch die Messungen der (^-Konzentration in der Atmesphäre bestätigt. Für die Bestimmung der i^-Menge, die infolge oxidativer Prozesse im organischen Teil der Anschwemmungen entsteht, haben wir die folgende Methode entwickelt: Zehn Qlaskelben zu je 2 Litern Inhalt wurden mit einem durchbohrten Gummistopfen versehen, durch welchen ein Glasrehr soweit hindurchgesteckt wurde, dass es 5 cm über den Kolbenboden reicht. Auf das obere Ende des Rohres wurde ein GummiscHlaiieh gesteckt, dessen Durchmesser einen luftdichten Anschluss von Indikator-Röhrchen gestattet. Die Öffnung wurde mit einem 31 asstopfen verschlossen. Die so vorberei t e t e n Glaskolben haben wir zunäehst eine Woche lang in geöffnetem Zustand in der Höhle belassen. Naeh dieser Zeit wurden in die Gefässe verschiedene Mengen des angeschwemmten Materials, teils aus 5 cm und teils aus 20 cm Tiefe eingewogen, worauf die Kolben verschlossen und direkt in der Höhle inkubiert wurden. Nach bestimmten Zeitintervallen wurde der CC^-Gehalt in den Kilben mit dem Drägergerät bestimmt. Zum Abschluss der ßrobeserie wurde das Gasvolumen in den einzelnen Kolben bestimmt. Inferuativ haben wir die annähernde C02-ßr@duktien pro Tag berechnet. Die Ablagerungen in der Höhle befinden sich auf einer Fläche von ca. 5.000 ur. Als (iroduktive Schicht wurden die oberen 10 cm angesehen. Das bedeutet, dass am intensiven Oxidationsprezess ungefähr 500 r der Ablagerungen beteiligt sind, was bei einem Gewicht von 1,8 kg pro Liter 900 t bedeutet. Bei einer Durchschnittspreduktien von 6,6 ml CO 2 pro kg Ablagerung und Tag stellen wir eine CO^Tageepreduktien der gesamten Ablagerung von 5.940 1 fest. Diese Menge ist aber wahrscheinlich nech grösser, da auch die tiefer gelegenen Schichten CO 2 liefern können, wenn auch in weit kleineren Mengen. Dies erklären wir uns durch die Dichte des betriffenden Materials, welche eine intensivere Gasdiffusien verhindert. Im Rahmen der Forschungsaufgaben des Speläe-Laborateriums haben wirveiter Fragen der Genetik des Karstphänomens der Qchtinska Aragonithöhle im Gebiet des gemerischen Erzgebirges bearbeitet. Da diese Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, entsteht für die qualitative und quanti¬ tative Existenz dieser durch ihr Formenreichtum einzigartigen Höhle eine Haue Situatien, welche aus Naturschutzund Dokumsntationsgründen die Erklärung einiger genetischer VorgSngo notwendig macht. Die Entwicklungsetappen der Höhle Im älteren Paläozoikum sedimentierte das organogene Schichtensystem, welches in Silur und Devon zu antiklinalen und Synklinalen Bändern verfaltet wurde. Im Karben und Perm wurde dieses Gebiet vem Meere überschwemmt. Der Beginn der hydrothermalen Vererzung und der Metasomatose ist an die tektonisfie Etagpe der Ent¬ stehung gemerider Granite gebunden, deren Alter von Kantor (1959) mit der Methode A/K 4U auf ca. 96 Millionen Jahre bestimmt wurde, infolgedessen sie der oberen Kreide entsprechen. In derselben Zeit kam es auch zur Metasomatose der Kalksteine und zur Entstehung der Ankerite. Die hydrothermale Phase ist durch die Entstehung von Pyritund Quarzadern vertreten. Im Tertiär und Quartär begannen die Ankerite zu verwittern. Dabei kam es zur Ausschwemmung von Ockern, wodurch die Höhlenräume entstanden sind. Dieser Prozess vollzieht sich noch in der Gegenwart.

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S 5873 Als älteste treten in der Höhle verschlissene Risse auf, nach denen der Kalkstein tektonisch zer¬ schlagen und die einzelnen weissen und blaugrauen Schichten gegeneinander verschoben und stark verfaltet wurden. An diesen Rissen entstehen die kleinen Araganitgebilée. Ein zweites System bilden die eingeschlossenen tektonischen Störungen, in denen die üppigsten Aragonitgebilde entstanden sind. Ein drittes System bilden schliesslich mächtige offene Spalten ohne Araganitgebilde, welche als Kemmunikationsn für das Oberflächenwasser dienen. Experimente! 1 er Teil Im Rahmen unserer experimentellen Forschungen haben wir im Verlauf eines Jahres die mikroklimatische Situation der Höhlenräume studiert. Grosse Aufmerksamkeit haben wir weiter der chemischen Zusammen¬ setzung des Speiäo-Aerosols gewidmet. An Proben,.die für das untersuchte Objekt charakteristischen Konkretionen entnommen wurden, wurden Beweisreaktionen für Aragonit durchgeführt, chemische und Spektralanalysen vorgenammen und mikroskopische Präparate und Röntgenagrarame angefertigt. Unser Ziel lag bei der Bearbeitung dieses Problems darin, anhand al 1 gemeingültiger Theorien und eigener experimenteller Erkenntnisse die Entstehung des Aragonits und der exzentrischen Formen unter den Bedingungen der Ochtinska Aragonithöhle zu erklären. Im Laufe unserer Forschungsarbeiten sind wir zu der Ansicht gekommèn, dass das Varkommen von Aragonit in kristalliner Form an dieser Lokalität nicht nur für die exzentrischen Gebilde, sondern,auch für die anderen morphologisch abweichenden Konkretionen des kristallinen Kalziumkarbonats tfcisch istj Aus diesem Grunde haben wir beschlossen unsere Studie in zwei Aufgaben aufzuteilen. Einerseits ist die Entstehung des Aragonits zu klären und andererseits die Art und Weise der Entstehung der exzentrischen Gebilde. Von dar Struktur der Überlagerung und der eigentlichen Kalksteinmasse ausgehend, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die §edingungen für die Aragonitbildung direkt im Huttergestein zu suchen sind. Anhand der geologischen Situation stellten wir fest, dass die Bildung von Aragonit durch erhöhte Temperaturen sehr unwahrscheinlich ist. Im Gegenteil, wir neigen zu der Ansicht, dass die Aragonitbil d ung durch die Anwesenheit verschiedener Elemente im Huttergestein bedingt ist. In der Literatur wird als Vorbedingung einer Aragonitkristallisierung allgemein die Anwesenheit von zwei¬ wertigen Ionen Sr, 3a, Hg und Pb angegeben. Es war also notwendig festzustellen, welches der genannten Ionen in unserem Falle der dominierende Faktor war. Als erste haben wir Blei-Ionen aus¬ geschlossen, welche weder in den Proben vom Huttergestein, noch aus den exzentrischen Gebilden nachweisbar waren. Barium-Ionen wurden zwar spektralanalytisch festgestellt, jedoch nur in Spuren. Also auch diese konnten die Entstehung der Hadifikation nicht beeinflussen. Magnesium-Ionen wurden im Muttergestein in einer Kenzentration van 0,14 % festgestellt, nicht aber in den Exzentriker. Ihre Anwesenheit ist demnach auch nicht ausschlaggebend. Aus den vergenommenen Spektralanalysen geht eindeutig die Anwesenheit van Strentium-Ianen im Huttergestein und auch in den exzentrischen Gebilden hefrvor. Demnach kommt dem Strentium die entscheidende Ralle bei der Aragonitbildung zu. Die für die Araganitbil d ung günstigen Voraussetzungen einer schnellen Präzipitation sind auch vor¬ handen. Der Karstkern ist nur wenig durchlässig, was ein Durchsickern van Niederschlagswasser stark verhindert. Auch der qualitative und strukturelle Charakter des Karstgesteins verleiht diesem eine nur minimale Durchlässigkeit (der Kalkstein ist kampakt, feinkSrnig kristillin mit einer feinen, mit Ocker ausgefüllten Tektonik). Wie die Feststellungen über die klimatischen Bedingungen zeigen, hat sich in der Höhle wahrscheinlich ein Zustand entwickelt, bei dem ein ständiges Verdampfen des Sickerwassers gesichert ist. Die relative Luftfeuchtigkeit lag unter 100 %. Für das Angeführte spricht auch die Tatsache, dass Gravitatiensformen unter den Gebilden nur vereinzelt Vorkommen. Unter diesen physikalischen Bedingungen kennte sich an den Kristallen ein dünner Karstwasserfilm bilden, der schnell entgasen kennte. Die dabai intensive Wasserverdampfung führte zu einer Übersättigung der Lösung, wodurch die Aragonitbi 1 dung wiederum günstig beeinflusst wurde. Durch subjektive Beobachtungen kennten wir in der Höhle vier genetisch unterschiedliche Gebildetypen feststellen: 1. Trepfsteinförmige Gravitationstypen 2. Aerosol typen 3. Nadelförmige exzentrische Typen 4. Gpiralenförmige exzentrische Typen.

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S 5 8 / 4 Di ? 8e Typen können ja nach der Mannigfaltigkeit ihrer Fermen noch in weitere morphologische Gruppen unterteilt werden. Sie unterschieden sich aber im genetischen Sinne nicht vom jeweiligen Haupttyp. 1. Die trspfsteinförmigen Gravitationstypen sind durch alle bekannten Formen vertreten und enthalten auch Aragenit. 2. Der Aerssoltyp ist hier reichhaltig durch feine kristalline Nadeln vertreten. Mikroskopisch erscheinen sie als farblose und durchsichtige Kristalle mit glatten Flächen und geraden Kanten. Es handelt sich hier eigentlich um eine 8#sleifform auf der Oberfläche der eigentlichen Hauptgebilde, die eine innere Kapillare besitzen. Diese Feststellung erbringt gleichzeitig den Beweis, dass diese Form im Gegensatz zu dem tragenden Gebilde nicht aus der Hutterlösung entsteht, da diese die Ober¬ fläche nicht benetzt. 3. Die nadelförmigen exzentrischen Typen stellen einen grossen Teil des Höhlenschmucks dar. Mor¬ phologisch sind es gläsern aussehende, weisse, makrokristalline Nadeln, Die grösseren Exemplare van ihnen weisen eine Anordnung der Nadeln in Segmenten auf. Die untersuchten Gebilde kommen in der Höhle entweder einzeln oder in büschelförmigen Gruppierungen vor. ln beiden Fällen finden sich auch ungeordnete verzweigte Nadeln. Einzelne Nadeln oder Büschel befinden sich entweder als sdbstständige Gebilde an den Höhlenwänden oder auf einer kryptokristallinen Unterlage. Eine gemeinsame Eigenschaft aller nadelförmigen Typen ist ihr Wuchs, der immer geradlinig erfolgt und bei Veränderung der Wuchsrichtung oder bei Verzweigung nie Krümmungen aufweist, sondern immer einen bestimmten Winkel bildet. Die Wuchsrichtung wird nicht durch die Gravitation beeinflusst. Wie unsere Beobachtungen an Schliffbildern zeigen, können wir das Vorhandensein einer inneren Aragonitoder Opalkapil 1 are ausschliessen. Diese Feststellung wurde auch durch Auflösen in schwacher Salzsäure bestätigt. Der Transport der Mutterlauge erfolgt also an der Oberfläche der Nadeln. Infolge der vollkommenen Benetzbarkeit der Aragonitkristal l e bildet die Lösung an ihrer Oberfläche einen Film, der eine dem Kapillareffekt ähnliche Bewegung aufweist. Vorbedingung für die Bildung dieses Filmes ist eine verhältnismässig hohe relative Luftfeuchtigkeit, die eine zu grosse Wa#serverdampfung ver¬ hindert. Auch der Zufluss der Lösung muss in gewissen Grenzen bleiben. Für das Wachstum des eigent¬ lichen Gebildes ist eine gesättigte Lösung nötig,1au*'iwelcher CO 2 frei diffundieren kann. 4. Die spiralenförmigen Typen bilden die Dominante des Höhleninterieurs. Sie kommen hier entweder einzeln oder als verzweigte, meistens an einer gemeinsamen Unterlage sitzende strauchartige Gebilde vor (ähnlich wie die sog. Eisenblüt^f 1 os-ferri ) . Einzeln stehende Gebilde dieses Types sind seltener als die strauchförmigen. Morphologisch sind es Zweige mit annähernd kreisrundem Querschnitt. Sie sind verschieden gekrümmt, manchmal Verzweigt und wiederum verwachsen. Die Dicke dieser Zweige, die sich von der Basis zur Spitze hin verjüngen, beträgt 2 mm bis 1 cm. Manchmal treten an ihnen während des Wachstums entstandene Verdickungen auf. Diese Gebilde erreichen in der untersuchten Höhle eine maximale Länge van ca. 25 cm. Der untersuchte Typ hat eine kryptokristalline Struktur mit einem matten Glanz am Bruch. Charak¬ teristisch ist die Innere, in Längsrichtung verlaufende Kapillare, welche wir nicht nur auf chemi¬ schem Wege, sondern auch mikroskopisch an Schliffbildern identifizieren kannten. Die Kapillare kann entweder aus Aragonit bestehen oder sie kann auch durch ein Röhrchen aus kolloidem SÍO 2 , also Opal, gebildet sein. Im zweiten Falle kann man sie durch Auflösen der Konkretion in schwacher Salz¬ säure herauspräparieren. Vorbedingung für die Entwicklung dieser Gebilde waren besendere physikalisch-chemische Verhältnisse als Folge der geologischen Situation in der Zeit ihres Wuchses. Ein grundlegender genetischer Faktor war dabei das Vorhandensein stark übersättigter Lösungen und eine kolloide Ausfällung von CaCO]. Wir setzen voraus, dass während des Wuchses dieser Gebilde im Höhlenmilieu eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit und ein niedriger partieller C02-Druck herrschte. Ausschlaggebend für die Entwicklung spiral förmiger Gebilde ist ein nur geringes Durchsi iskern der Lösung an die Oberfläche des Muttergesteins, also an die Höhlenwände. Das langsame Durchsickern ist dabei schon durch die Struktur des Gesteins gegeben, welches durch eine grosse Menge feiner Risse gekennzeichnet ist. Diesè Risse sind in der Regel mit 1 i m onitischeu Ocker ausgefüllt, der infolge seiner feinkörnigen (kolloiden) Struktur einen beträchtlichen hydrodynamischen Widerstand leistet und infolgedessen nur kleine Mengen der Lösung in die Kapillaren der Exzentran durchlässt. Die Lösung, an den Gipfel der Kapillare im Gestein gelangt, kristallisiert infolge der schon erwähnten Umstände schnell aus, wobei auch im neuabgesetzten Material eine Fortsetzung der Kapillare entsteht. Die Wuchsrichtung und eventuelle Änderungen dieser Richtung werden durch die jeweilige augenblickliche Stelle und

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s 58/5 Richtung der Kristallisation am Rande, der Kapillare bestimmt. Wir nehmen am, dass dieser Vorgang durch ein Zusammenspiel van Kenzentratlen, Lösungsangebat und der augenblicklichen mikroklimatischen-' Bedingungen bestimmt wird. Der Transport der Lösung im Gebilde selbst erfolgt durch die Wirkung von Kapillarkräftan, so dass auch ein Wuchs gegen die Gravitation möglich ist. Dia vertikale Höhe des ansteigenden Gebildeteile ist umgekehrt proportional zum Kapillarenlumen und wird durch das Jurin'sche Gesetz bestimmt: Wenn man in eine Lösung mit der Dichte "s" und einer Oberflächenspannung eine Kapillare taucht, deren Lumenhalbmesser "r" ist, wobei die Kapillare mit der Lösung einen Randwinkel bildet, steigt die Flüssigkeit in der Kapillare um “h" cm über die Ebene des umliegenden Flüssigkeitsspiegels. Mathematisch ausgedrückt hat die Beziehung folgende Farm: h _ 2 K . cosX s . g . r g » Gravi tationsbeschl euni gung Die Berechnung wollen wir in diesem Falle nicht durchführen, obwohl wir die meisten Grössen kennen g, s). Die Kapillarenlumen liegen nämlich in einer so breiten Spanne, dass wir zur genauen Bestimmung der vertikalen Höhe der Lösung auch die Werte des hydrostatischen Druckes hinzurechnen müssten, der im selben Sinne wie die Kapillarkraft wirkt. Der hydrostatische Druck in der Gesteins¬ kapillare ist aber van Fall zu Fall verschieden und kann sich auch durch den Einfluss verschiedener besonders meteorologischer Faktoren ändern. In vereinzelten Fällen konnten wir in der untersuchten Höhle eine Kombination der Typen 3 und 4 identifizieren. Bei diesen Typen hat sich auf den kristallinen Madeln ein kryptokristal 1 iner Aragonitüberzug gebildet. Der Übergang zwischen diesen morphologischen Aragonitformen ist sehr schroff. Diese Kombinationen sind wahrscheinlich infolge einer lokalen Veränderung der Konzentration und des Lösungsangebotes, bedingt durch eine Erweiterung der Gesteinskapitlaren (durch Korrosion) entstanden. Der Kristal 1 i s atiansmechanismus dieses Überzuges ist nach unserer Meinung identisch mit dem Werdegang der herkömmlichen Sinterüberzüge, was auch die allenfalls senkrechte Stellung dieser Gebilde an der Höhlendecke beweist. Ein Teil aller Typen, insbesondere aber der spiral förmigen, weist eine gelbbraune bis braune Tönung auf. Die Färbung ist dabei immer an einer Seite und in einer Richtung am dunkelsten und umgekehrt, gegen die andere Saite zu hellt sich der Farbton auf, gegebenenfalls verliert er sich ganz. Wir haben festgestallt, dass diese dünne Farbschicht im Gegensatz zu der reinen Konkretion einen hohen Eisengehalt hat. Demnach betrachten wir als erwiesen, dass es sich um sekundär aufgetragenen Ocker handelt. Dass diese Sdhicht nicht aus der Mutterlösung stammt, beweist der rein weisse Querschnitt der Konkretion und ihr nur spurenweiser Eisengehalt. Der Ursprung dieses Materials ist immer mechanischer Art und das Auftragungsmedium ist Luft oder Wasser. Durch strömendes Wasserbei hohem Wasserstand wurde vorhandener Ocker abgeschwemmt, wonach sich dieser auch an Konkretionen absetzta, die sich eine gewisse Zeit lang unter Wasser befanden. In diesem Falle handelt es sich also um eine leicht entfernbare, im allgemeinen dickere, aufgetragene Schicht. Die Verfärbung der höher gelegenen Gebilde, besonders an der Höhlendecke vollzog sich durch die Luft. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 100 X konnte die Oberfläche des angeschwemmten Ockers, der meist in dünnen Schichten auf nichtdurchnässter Unterlage gelagert ist, austrocknen und durch Luftströmungen weggeweht werden, um an den vorspringenden Gebilden erneut abgesetzt zu «erden. Diese Erscheinung datiert sich in der Entwicklung des untersuchten Objektes als die jöngste und direkt abhängige von den augenblicklichen mikroklimatischen Verhältnissen. Ausser der normalen, durch Raumgradi e nte bedingten Zirkulation der Höhlenatmasphäre spielen hier Hikreströmungen eine wichtige Rolle. Wenn wir die Formen der Konkretionen in mehreren Höhlenlokalitäten betrachten, können wir den Schluss ziehen, dass die einzelnen Typenserien in ihnen den für die jeweilige Entwicklungsstufe charakteri¬ stischen Komplex an Faktoren widerspiegeln. Wir sind der Ansicht, dass jedes genetische Entwicklungs¬ stadium durch individuelle physikalisch-chemische Verhältnisse gekennzeichnet ist, die durch ihr Zusammenspiel jeweils optimale Bedingungen für die Entwicklung der einzelnen Typen von Konkretianen schufen. Praktisch bedeutet das, dass die Form und die Entwicklung morphologischer Typen ausser ven den allgemeinen geolegischen Bedingungen hauptsächlich von dem physikalisch-chemischen Zustand dar

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S 56/6 Lokalität ln dar joyalligen gonetischan Zeitspanns abhängig sind. Anhand der Charakteristik der einzelnen Typen, die lamer genügend scharf abgegrenzt sind, kannen dann ihre Entwicklungsbadingungen und sonit auch die einzelnen Entwicklungsphasen beurteilt werden.

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H 1/1 v Sandal,ja bei Pula eine bedeutende Ansiedlung der .jungpaläolithischen Jäger in Istrien MIRKO MALEZ (Jugoslawische Akademie der Wissenschaften, Zagreb/Jugoslawien) Unweit von Py]a in Istrien befinden sich in dem Steinbruch Randal ja mehrere "fossile" Höhlen, die mit verschiedenen pleistozänischen Ablagerungen angefüllt sind. Am grössten ist die Höhle Sandal ja II (Taf. I, 1), und ihre Ablagerungen sind besonders reich an paTáontologischen, paläoanthropologisehen und paläolIthischen Funden. Die Schichten dieser Höhle haben sich im oberen Teile der Würmeiszeit abgelagert, und die einzelnen Abschnitte dieser Eiszeit sind durch faunistische Gesellschaften und Entwicklungsstufen paläolithischer Kulturen gut gekennzeichnet. In der über 7 Meter dicken sedimentären Füllung wurden acht Strata abgetrennt, in dem aufgenommenen Profil sind von oben nach unten folgende Schichten deutlich zu erkennen (M. Malei, 1964): a) Rötlichbraune poröse Erd# ohne Steine 100-160 cm b) Gelblichbrauner kompakter Lihm mit wenig Steinen 190-220 cm c) Heller, gelblichbrauner bit grauoliver feingl immerartiger Leh# mit vielen Steinen 120-150 cm d) Gelblichroter Lehm mit kleinen Steinen 2530 cm e) Dunkelbrauner bis gelblichroter kompakter Lehm 5060 cm f) Gelblichroter bis gelblichbrauner sandiger Lehm 4050 cm g) Rötlichbrauner sandiger Lehm mit Steinen 3040 cm h) PlattenfBruiges Gettein mit etwas rotbraunem Lehm 5070 cm Oie unterste Schicht h liegt auf einem Mutterfelsen, in dem die Höhle entstanden ist, d.h. sie liegt auf cSnomani sehen Kalken. Auf Grund des faunistischen Inhaltes und der Entwicklungsstufen der materiellen paläol ithischen Kulturen wurde festgestellt, dass die genannten Schichten dieser Höhle zur Zeit des Jungwürms (Würm ll-lll) und teilweise auch im frühen Postglazial abgelagert worden sind. Eine strati graphisch# Übersicht der Ablagerungen von^andalja II und ihre Beziehungen zu den paläoJithischen Kulturen, sowie zu einer relativen Chronolgie des Pleistozäns ist auf der Abbildung 1 im Text wiedergegeben. %  y Im faunistischen Spektrue von Sandal ja II sind 1a höchsten Prozentsatz Equidae, dann Bovidae, Gervidae und Suidae vertreten. Das frt auch logisch, weil das die hauptsächlichsten Jagdtiere der paläolithischen Menschen dieser Lokalität waren. In den einzelnen Schichten sind faunistische Gesellschaften aus Wärmezei t en oder Kältezeiten vertreten; diejenigen aus Kältezeiten bestehen regelmässig aus einer Koebination alpiner und polarer faunistischer Elemente. Die faunistischen Gesellschaften bestehen ferner aus Vertretern verschiedener Biotopp, u.zw. hauptsächlich aus Tieren, die Steppen und Wälder bewohnen. Diese Erscheinung weist darauf hin, dass während des oberen iPleistozäns in Südistrien eine Landschaft bestand, in der kleine Wälder und Gebüsche mit Wiesen und offenen Räumen abwechselten, was auch heute noch fflr die Gegenden in Karstgebieten typisch ist. v Fast alle Ablagerungen von Sandal ja II enthalten verschiedene Spuren vom Aufenthalt paläolithischer Jäger in dem ehemaligen HShlenraua. Das sind Handarbeiten in Form verschiedener Typen von Werkzeugen aus Feuerstein oder Knochen, ferner Schmuckund Kultgegenstände, Feuerstellen, zerspaltene und versengte Tierknochen, und es wurden auch Skelettelle fossiler Menschen entdeckt (M. Malez, 1967). Der grösste Teil der Schicht a enthält keinerlei Funde; erst im untersten Teil sind Tierknochen, Silexe, Kohlesplitter, usw. eingelagert. Die Artefakte sind vorwiegend durch Mikrolithen vertreten, während Werkzeuge aus Knochen nur sehr selten auftreten. Auf Grund der typologisehen Charakteristiken gehören die Artefakte zua Epigravettien, teilweise vielleicht auch zu den Anfangsphasen des Mesolithi¬ kums. Die Entdeckung der genannten funde im unteren Teile der Schicht a beweist, dass die jungpaläo1 ithischen und mesolithisehen Bewohner Istriens in der Höhle so lange geweilt hatten, bis sich ihnen der Höhlenraum bis ganz nahe der Decke verringert hatte. Die Verkleinerung des Höhlenraumes ging ziemlich schnell vor sich infolge der intensiven Ablagerung des rötlichbraunen porösen Erdreichs, das in dem an Niederschlägen reichen Postglazial mit dem Wasser von der Oberfläche angeschwemmt wurde.

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H 1/2 Di'e Schicht b ist reich an paläolithischen Funden und, da ihre Dicke Uber zwei Meter beträgt, wurde sie bei der Untersuchung des Terrains in drei Teile, d.h, in drei Zonen unterteilt, die mit b/1, b/2 und b/3 bezeichnet wurden. Im urenzteil zur oberen Schicht a wurden zahlreiche Feuerstellen entdeckt. Die Feuerstellen waren zwischen SteinblScken angelegt, und das Gestein in ihrer Umgebung ist vom Feuer geschwärzt. Die Feuerstellen enthalten ziemlich viel Asche, Kohlesplitter und verkohlte Fragmente von Tierknochen. Um diese Feuerstellen herum sind veeschiedene Tierknochen und Zähne ver¬ streut, aber es ist eine regelmässige Erscheinung, dass die grösseren Knochen der Extremitäten und des Schädels in kleinste Stücke zerschlagen sind. Diese osteologischen und odontoTogischen Überreste gehören vorwiegend zu Wildpferden und anderen grossen Säugetieren, wie z.B. zum Wildrind, Bison, Riesenhirsch, Elentier und dem gewöhnlichen Hirsch. Ausser diesen Tieren sind die Überreste von Wildschweinen und Rehen häufig. Es besteht kein Zweifel darüber, dass all dies die Reste der Jagdbeute der jungpaläol i thischen Bewohner dieser Höhle sind. In dem bis Jetzt untersuchten Komplex der Schicht b sind sehr viele Fauersteinsplitter, Nukleuse und typische Artefakte entdedkt worden. Das Feuersteinmaterial ist ziemlich mannigfaltig; denn die paläolithischen Jäger dieser Lokalität verwendeten zwecks Ausarbeitung ihrer Artefakte verschiedenfarbigen Hornstein, Jaspis, Opal, Chalzedon und andere amorphe und feinkörnige Feuersteinknollen. Dieses Feuersteinmaterial stammt teilweise aus Südistrien, aber es ist teilweise auch aus dem Isonzotal und einigen anderen Gebieten des Alpenvorlandes hierher gebracht worden. Der überwiegende Teil der gesammelten Feuersteingeräte aus der Schicht b gehört zu den Mikrolithen, wobei der Typus des Gravettiens dominiert. Oie Artefakte sind durch verschiedene Typen von Schabern, Handspitzen, Kratzern, Sticheln, Kerbspitzen, kleinen Messern, Bohrern, lamellenartigen Klingen, usw. vertreten (Abb. 2; Taf. II, 10, 13, 14). Artefakte aus Knochen sind im Verhältnis zu solchen aus Feuerstein ziemlich selten; sie sind überwiegend durch schön ausgearbeitete Handspitzen vertreten, und einige sind durch Ornamente verziert (Taf. II, 1-6, 11). Dasselbe trifft auch auf die Schmuck¬ gegenstände in Form von durchbohrten Tierzähnen, Muscheln und Perlen aus ausgeschnittenen und geglät¬ teten Segmenten von Schienbeinen ániger kleinerer Tiere zu (Taf. II, 7, 9 und 12). Wesentlich seltener sind Funde, die in die Gruppe der Amulette einzureihen wären (Taf. II, 8). Unter den Schmuck¬ gegenständen sind besonders bedeutungsvoll die Funde von einem durchlöcherten Eckzahn (Taf. II, 7) des gewöhnlichen Hirsches ("Grandi " ) , der auch noch von den heutigen Jägern als Trophäe geschätzt wird. Solche durchbohrten Hirscheckzähne sind in den europäischen jungpaläolithischen Fundstellen ziemlich häufig und stellen gewissermassen "Leitfossilien" für die materielle Kultur des Gravettiens dar. Bis jetzt wurden aus den Schichten b und c mehrere tausend Silexe gesammelt. Ein grosser Teil von ihnen sind schön ausgearbeitete und definierte Artefakte, die auf grund ihrer Typologie, ihrer Diffe¬ renzierung, ihrer mengenmässigen Zusammensetzung, der Art und Weise der Bearbeitung u.a. zu verschie¬ denen Entwicklungsphasen der Gravettienkultur gehören. Das paläolithische Inventar der erwähnten Schichten stimmt in vielen Einzelheiten mit dem Gravettien überein, das an einigen Fundstellen im benachbarten Slowenien (F. Osóle, 1965) und in Norditalien (P. Leonardi S A. Broglio, 1962) entdeckt worden ist. Es muss erwähnt werden, dass auch grttise Ähnlichkeiten zwischen dem Gravettien von Vandal ja II mit denen in Sudfrankreich, Spanien und Portugal einerseits und denen in Österreich, der Tschechoslowakei und der Ukraine andererseits bestehen. Die Schicht c ist auch reich an paläol ithischen Artefakten, die zu den frühen Entwicklungsphasen der Gravettienkultur gehören. Einige Artefakte aus dieser Schicht zeigen die typischen Charakteristiken der Solutréenkultur, einige andere weisen auf einzelne Fazien des Pfcrigordiens hin. Die tieferen Schichten d, e, f und g enthalten Feuersteinartefakte, aber in bedeutend geringerer Anzahl als die oben genannten Schichten. Die Artefakte aus diesen tieferen Schichten weisen auf das Aurignacien hin, einige aus der Schicht g besitzen sogar Merkmale des Moustlrien. Nur in der untersten Schicht h sind bis jetzt keine paläolithischen Artefakte entdeckt worden. Im Laufe der mehrjährigen Ausgrabungen sind in Vandal ja II auch einige Teile von Skeletten fossiler Menschen gesammelt worden. Entdeckt wurden drei Fragmente vom Schädel dach, eins vom Stirnbein und zwei vom Scheitelbein. Ausser diesen Schädelknochen wurden eine Fingerphalanx und ein Schneidzahn aus dem Oberkiefer entdeckt. Auf Grund der anatomischen und odontologischen Charakteristika gehören alle bisher gefundenen Skeletteile dem fortgeschrittenen fossilen Menschen aus der Gruppe Homo sapiens fossilis an (M. Malez, 1965).

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Abb, 1: Strati graph)sches Schema der quartären Schichten von Sandal ja II in Beziehung zu den pal äolithi sehen Kul¬ turen und zur relativen Chronologie. Abb. 2: Verschiedene Typen von Feuersteinartefakten der Gravettienkultur aus dem Mittelabschnitt der Schicht b von Sandal ja II. 1/1.

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H 1/4 Tafel I. Blick auf die "fossile" Höhle Sandal ja II bei Pula, die bei einer Sprengung im Steint entdeckt wurde und vollkommen mit pleistozänen Sedimenten angefüllt ist.

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H 1/5 12 13 14 Tafel 11. Abb. 1 6 Verschiedene Typen von Knochenspitzen. l/l Abb. 7 9 Durchbohrte Zähne und ein Knochenamulett (?). Abb. 10: Feuersteinmesserchen. 1/1 Abb. 11: Knochenspitze. 1/1 Abb. 12: Seemuschel als Schmuck. 1/1 Abb. 13 u. 14: Zwei Hochkratzer, l/i

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H 1/6 14 Die Besticmungen und Messungen des radioaktiven Kohlenstoffes ( C) an den Proben aus Sandal ja II wurden im "Natuurkundig Laboratorium der Rijks-Universiteit 1 1 in Groningen (Niederlande) durchgeführt. Die Analysen und Messungen machte Dr. J. C. Vogel , dem ich auch an dieser Stelle für die Mühewaltung und Sorge um die erwähnten Analysen meinen wärmsten Dank ausspreche. Bis jetzt sind die ^C-Messungen an vier Proben aus Sandal ja II durchgeführt worden; über die erzielten Ergebnisse hatte mich Dr. J. C . Vogel (1966 und 198?) auf schriftlichem Wege benachrichtigt. Auf Grund der Messung der Probe aus dem oberen Teil der Schicht b wurde ein absolutes Alter von (GrN-4976) 1Ü.83Q &f 50 Jahren vor der Jetztzeit festgestel 1 t . Dies erhaltene absolute Alter weist darauf hin, dass die Endphase der Gravettienkul t ur in Südistrien noch am Ende des Würm Ill-Stadials existierte, und dass die ehemalige Höhl e Vandal ja II noch vor etwa 10.000 Jahren von oberpaläolithischen Jägern bewohnt war. Die Messungen des radioaktiven Kohlenstoffes an der Probe aus dem mittleren Teile der Schicht b, d.h. aus der Zone der Fauerstelle, wo Überreste des fossilen Menschen entdeckt worden sind, ergaben ein absolutes Alter von (GrN-4978) 12.320 &f 100 Jahren vor der Jetztzeit. Der erhaltene Wert erweist das absolute Alter der Ablagerung des mittleren Teiles der Schicht b, ferner das Alter der Skeletteile des paläolithischen Jägers und schliesslich auch, in welcher Zeit während des Würm1 1 1 Stadials in diesen Gegenden eine typische Gravettienkul tur entwickelt war. Die Probe aus der Schicht e zeigte durch die Messung des radioaktiven Kohlenstoffes ein absolutes Alter von (GrN-5013) 23.540 » 180 Jahren vor der Jetztzeit, und die Probe aus der Ablagerung f ergab einen Wert von (GrN-4977) 25.340 &f 170 Jahren vor der Jetztzeit. Diese beiden erhaltenen Werte bezeichnen das absolute Alter des Würm-1 l/l I l-lnterstadials. Die genannten Werte für das absolute Alter, welche durch die Messung und Bestimmung des radioaktiven Kohl enstoffes(^C) in Proben aus den angeführten Schichten von Sandal ja II erhalten worden sind, passen gut in den Rahmen der absoluten Chronolgie des Pleistozäns im weiteren Gebiet der Alpen. Das sind endlich auch die ersten Analysen dieser Art in Istrien, und durch Messungen des radioaktiven Kohlenstoffes an Proben aus dieser sowie aus anderen Lokalitäten wird man mit der Zeit ein vollständ¬ igeres Bild über das absolute Alter der einzelnen Ablagerungen und ihres Inhaltes aus verschiedenen Abschnitten des Pleistozäns in unseren Gegenden erhalten. Literaturverzeichnis: Leonardi, P. & Broglio, A., 1962 Le Paléolithique de la Vénétie. Ann. U niv.Ferrara, (N.3.), Sec. 15, 1. Ferrara. Malez, M., 1964 Sandal ja bei Pula ein neuer und wichtiger paläo. lithischer Fundort in Istrien. Bull. s cientifique, 9, 6. Zagreb Malez, M., 1965 Fundorte fossiler Hominiden in Kroatien. Geol. vjesnik, 18 (1964), 2. Zagreb Malez, H., 1967 Paläolithische Fundstellen in Kroatien. Acta archaeologica, 18, Ljubljana Osole, F., 1965 Les stations paléolithiques dans les grottes èn Yougoslavie. Nase jame, 7. Ljubljana Vogel , J. C., 1966 In letteris 20.10.1965. Groningen Vogel, J. C., 1967 In letteris 7.3.1967. Groningen Diskussion: K. EHRENBERG (Wien): Der Referent ist zu seinen Funden sehr zu beglückwünschen. Es darf vermerkt werden, dass einzelne der gezeigten bearbeiteten Knochen sehr ähnlich jüngsten Funden aus der Schlenkendurchgangshöhle sind. Es zeichnen sich da mancherlei Probleme ab, die Zeitund Klimaverhältnisse betreffend, die hier nur angedeutet werden können.

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H 1/7 tiALEZ: Die Terrainuirtersuchungen in der Randal ja-Höhl e sind noch nicht abgeschlossen, aber ich möchte hier bemerken, dassxhon bis jetzt ein sehr reiches paläontologisches und paläolithisches Material gesammelt worden ist. Die endgültige komplexe Bearbeitung des gesamten gesammelten Materials sowie die Ergebnisse verschiedener sedimentologischer Analysen (die jetzt im Gange sind) werden einen vollkommeneren Vergleich der Randal ja mit anderen ähnlichen Lokalitäten im weiteren Gebiete der Alpen und so auch mit den Funden und stratigraphischen Verhältnissen in der Schlenkendurchgangshöhle im Lande Salzburg ermöglichen.

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H 2/1 Die Grundaspekte der urge s c hiebtliehen Höhlenbesiedlung in der Slowakei JURAJ BÂRTA (Slovenskâ Akadêmia Archeologicky Üstav, Nitra / CSSR) Das Gebiet der Slowakei, geologisch durch die karpatenländische Faltung beeinflusst, enthält zahl¬ reiche Karstgebiete, die in Mitteleuropa eine Vorrangstelle einnehmen. Daher ist es selbstverständ¬ lich, dass die Urbewohner der Slowakei die hier vorhandenen Hbhlenräune für provisorische Siedlungen benutzten, liegen des ziemlich gegliederten Karstreliefs sind die för eine Besiedlung sich gut eignenden Höhlen in der Slowakei nicht so leicht zugänglich wie die Höhlen im Karstflachgebiet anderer europäischen Länder, obschon auch in der Südostslowakei solch ein Karstflachgebiet vorhanden ist. Die Intensität der paläolithischen Höhlenbesiedlungen in der Slowakei dürfte durch die schwieri¬ gere Zugänglichkeit beeinflusst sein, denn es ist eine auffallende Disproportion im Vergleich zur Anzahl der pal äol i thischen Freilandstationen festzustellen. Die archäologische Höhlenforschung nahm bereits am Ende des vorigen Jahrhunderts ihren Anfang. Doch die zeitgemässe Datierung der paläolithischen Funde begann erst mit den Kontrol 1 g rabungen und systematischen Ausgrabungen der slowakischen Höhlen seit dem Jahre 1950. Nach den bisherigen Forschungsergebnissen enthalten die horizontalen Höhlen keine Sedimente aus der älteren Pleistozän-Phase, was mit dem mächtigen Solifluktionseinfluss zumal im Stadial R2 zu erklären ist. Die älteste Höhlenbesiedlung der interglazialen Sedimente Riss-Würm wurde in der Höhle Certova pec bei RadbSina (12) erfasst. Dies beweisen die spärlichen, doch ausgeprägten Moustêrien-Artefakte aus Quarzit und Radiolarit» Diesem Zeitabschnitt ist auch der Holzkohlenfund aus der untersten Schicht der Höhle Jasovská jaskyKa (94) zuzuweisen. Die günstige Lage der Felsnische und der kleinen Höhle in der Travertindecke unweit der Mineralquellen in Bojnice bewirkte das Primat der Probst-Höhle (Prepo'stskä jasky'fia 18) im ausklingenden Hittelpaläolithikum. Bisher fand man hier die der Art nach reichhaltigsten paläontologischen Funde zusammen mit der Mikrofauna, wodurch es möglich ist, die hiesigen Artefakte in die anwärmende Höchstphase des Stadials W1 einzureihen. Die Erzeugungsgeräte aus Bojnice sind überwiegend durch ein Moustêrien in groben Formen vertreten, deren grosse Artefakt¬ typen in nicht geringem Masse durch das Vorhandensein von lokalem Rohstoff beeinflusst wurden. Neben klassischen Moustêrien-Typen wurden auch Knochenretuscheure geborgen. Wegen dem Steinartefaktreichtum gehört Bojnice I Prepo'stskä jaskyna zu den bedeutendsten mi ttelpaläol i thischen Höhlenfundstell e n der Tschechoslowakei. Die dürftigen Szeletien-Zeugnisse aus Radiolarit aus dem Interstadial W1-2 werden durch die C^-Methode in 38 320 &f 2 480 vor der Gegenwart datiert und stammen aus der Höhle Certova pec (12) bei Radd'éina. Dies ist die erste siwreh die C ^-Methode gewonnene Datierung des Szeletien. Weitere stratifizierte Szeletien-Höhl e nfunde aus der Sedimentbasis W2 wurden in der Höhle Dzeravâ skala bei Plaveck Mikulás, (1) entdeckt, eine beachtliche Fundkollektion von flachbearbeiteten Blattspitzen aus Feuerstein und Radiolarit werden durch zahlreiche Knochenspitzen verschiedener Varianten des Lautscher-Typus ergänzt. Stratigraphisch zeitgleich sind die spärlichen Mittelaurignacien-Zeugnisse aus der Höhle Jasovská jaskyna bei Jasovi (94). Auf der alleinstehenden Blattspitze aus der Höhle Domica bei Ketiovo (118), die in sekundärer Lage der Flussedimente aufgefunden wurde, ist der markante Einfluss des ungarischen ßükker Szeletiens festzustellen. Kulturgeschichtlich unbestimmt sind einstweilen die wenigen Funde aus der Höhle Aksamitka bei Haligovce (64), wo eine Knochenspitze des Lautscher-Typus aus einem Rengeweih und einige Silex-Lame11en zutage gefördert wurden. Die angeführten Funde wurden erst im Jahre 1954 rehabilitiert, als sie L. VERTES dem Aurignacien II zugewiesen hatte. Diese Eingliederung kann aber kaum als endgültig gelten, denn Steinspitzen von diesem Typus treten nicht nur in Aurignaciensondern auch in Szeletien-Fundkomplexen auf.

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H 2/2 Abb. 2: Plavecky Mikulá's, Höhle Dzeravá skala

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H 2/3 Abb. 3: K e c o v o , Höhle Domica, neoliihische (Gemer-Linearbandkeramik) Kohlezeichnungen. Abb. 4: A) B) S 1 a t i n k a n/B., Höhle Dupná diera; Gefäss der Lengyel-Kultur, Lu dan iceG ruppe. Spisské Tomásovce, Höhle Certova szura; Feuersieinbeil der Kannelierten Keramik.

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H 2/4 Abb. 5: Silica, Höhle Majda-Hrasl
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H 2/5 Abb. 7: B 1 a t n i c a , Höhle na Vyhni; Vase der Puchover Kultur. Abb. 8: Chvalová, Höhle Mincovña; Funde falscher Münzen aus dem XV. Jahrhundert und Rohstoff zu ihrer Herstellung.

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H 2/6 Die Gravettien-Zeugnisse aus dem Interstadial W2-3, die aus der Höhle DzeravS skala bei Plav. Mikulás stammen (1) und welche die Szeletien-Funde überlagerten, widerlegten zum erstenmal die Gültigkeit von Mortillets Periodisierung des Paläolithikums im Raum von Mitteleuropa, Die Konzentration der wenig zahlreichen Silizit-Artefakte der Gravettien-Kul t ur und auf einer Stelle der verstreuten Hqlzkohlenstückchen in einer vehältnissmMssig offenen Höhle, wie es Dzeravá skala ist, führten F. PROSEK zu der Schlussfolgerung, hier ein kurzfristiges Gravettien-Siedlungsobjekt vorauszusetzen, dessen genauere Konturen durch Kryoturbation verwischt waren. Aus den Sedimenten W2-3 in der Höhle Vertova pec bei Radosina (12) stammen gravettienzeitliche Feuersteinund Radiol a ritartefakte wie auch durchbohrte und nicht durchbohrte tertiäre Schnecken¬ gehäuse, aus denen ein Halsband zusammengestellt werden konnte. Dieses Fundmaterial, wie auch Abfall stücke vom Öffnen der Schneckengehäuse, dürften damit Zusammenhängen, dass diese Höhle gewissermassen als Werkstätte vom Schneckengehäuseschmuck oder Schutzamuletten gedient hat. Vom gleichen Alter kannten scheinbar auch die Funde aus der bisher systematisch nicht durchforschten Höhle Velkä pec bei Prasnik (8) sein. Die Höhle unter der Ni traer Burg (9) war auch von den Trägern von Gravet¬ tien-Kul tur besiedelt, doch wurden leider die Höhlensedimente durch die neuzeitl icheitSchatzgräber zerstört. Die magdalenienzeül iche Höhlenbesiedlung in der Slowakei ist vorerst noch problematisch und bloss mit Hilfe der Stratigraphie können ihr » zwar mit Vorbehalt Einzelsilexe aus den Höhlen Dzeravá skala (1) und ümavä skala (2) bei Plaveck Hifejlá^ zugewiesen werden. Die Obsidianartefakte aus der Felsnisdhe Zbojnická chata bei Silickä Jablonica (108) sind wahrscheinlich dem Epigravettien zugehörig. Einstweilen ¿problematisch ist aus kul tur-stratigraphischem Blickfeld die paläol ithische Besiedlung der Höhle Hörnä TufPÍa bei Harmanec (73), wo in braunen lehmigen Pleistozän-Sedimenten nur angebrannte und abgeschlagene Bärenepiphysen bei einer steinumrahmten Herdstelle gefunden wurden. "Ähnlich sind die Funde aus der schon längst bekannten Höhle Velka ruzinská (90). Höchst beklagenswert ist der Verlust eines nicht vollständigen Menschenschädels vom primitivem Charakter, der mit Mammutmolaren, Silexen und urzeitlichen Scherben in der Höhle Liskovskä (48) bereits im Jahre 1871 gefunden wurde. Ein Kinderzahnfund vom Homo sapiens foss. ohne sonstiges paläolithisches Fundmaterial wurde in der Schlucht Malá l'adnica bei Silická BrezovS (114) geborgen. Das Missverhältnis in der Zahl der besiedelten Höhlen im Pal äol i thikum gegenüber der viel zahlreicheren Besiedlung in den jüngeren urzeitlichen Kdturen bezeugt, dass die Bedeutung der Höhlenbesiedlung für den karpatenländischen Raum der Slowakei im Paläolithikum bisher überschätzt wurde. Einen Beweis hierfür erbringen auch die bisher erfassten paläolithischen Artefakte, die ihrer Zahl nach, ausser Bojnice I, ziemlich bescheiden sind, so dass hier bloss eine kurzandauernde Höhlenbesiedlung scheinbar im Zusammenhang mit saisonartiger Jagd auf die Gebirgsfauna zu vermuten ist. Im Zusammenhang mit der Wirtsdhaftsweise als Jäger und Hirten im Neolithikum und Äneolithikum ent¬ boten die Höhlen der Slowakei den damaligen Hirtenund Jägerbewohnern überraschend häufig Unterschlupf. Die älteste sporadische neolithische Besiedlung, repräsentiert durch den Keramik-Typus des Starcevo llb, wurde in der Höhle Domica bei Kecovo (118) ermittelt. In dieser Höhle konnte der genetische Entwicklungs¬ gang durch die Linearkeramik zur klassischen Stufe der Bükker Kultur verfolgt werden. Dadurch wie auch durch die parietalen neol ithischen Zeichnungen stellte sich die Höhle Domica unter die klassischen neol i thischen Siedlungshöhlen und hatte vielleicht auch eine kultische Funktion. Die Forschungsgrabittigen in den benachbarten Höhlen Ardovo (119) und ífertova diera (117) ergaben wichtige chrono¬ logische Erkenntnisse für die Unterteilung der Bükker Kàïtur. Auf die Besiedlungsintensität des slowakischen Karstgebietes und des benachbarten Raumes während der Bükker Kultur weisen die weiteren Höhlensiedlungen hin, und zwar bei Ruzin (90, 91), Jasov (94), Drienovec (99), Turna nad Bodvou (100), Zádiel (103, 196), Silická Jablonica (108), Silica (111), Silická Brezová (114), Slavec (121), delsavská Teplica (126), Chvalová (130) und Driencany (133). Aus diesem Raum besitzen wir nach dem bisherigen Wissensstand ein ziemlich zahlreiches Bükker Fundgut, sowohl aus Höhlensiedlungen als auch aus Freilandstationen. Danach dürfte man an zyklische Wanderungswellen denken, indem ein Teil der Sippengemeinschaft, deren landwirtschaftliches Hinterland sich in entferntere Ti a flandsiedl u n gen erstreckte, mit dem Vieh die Heiden des slowakischen Karstgebietes als Weide benützte. Infolge der jährlichen Durchschnittswärme der Höhlen war die Höhle im Winter gegenüber ihrer Umgebung bedeutend wärser und für eine Winterunterkunft wie geschaffen. Die Winterbesiedlung von Höhlen mit Wohnobdach, wie sie in Domica (118), Silická jaskyna (111) und in der Höhle Ludmila (121) gefunden wurde, konnte auch mit einer Herdenüberwinterung Zusammenhängen. Oer Wassermangel auf den Heiden war auch ein Grund dazu, um die Höhlen für Siedlungszwecke zu erwählen.

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IL IE (GE IÑUDE • DAXIIIE HÄTTE IDEMIKIMIÄILEIH. DER. MATE EEEILEEM JMJILTIDÍR. o MCCHT ElATniEIftTE DEMIKMAILEIR/^ DER IMIATTE IR.EEEEEM ElULTUIR/' o RDETTCJIRMHSTDIßn^OHIE./“ DINED ETMM©(EIßÄFIIS(CIHIEi dUJEEDE INI ZUZAWHMEMIESSTEIIXT VHM^IDIRJ. BARTA GEZEICHIMET VDM: VPETJLÁJC , KAIRTE ' DER. DEMIKMAEER DER MATEREELDEIM IKEETFEIß 'IM DER IHIÉI Hin.E M DER SEE) WAKED Abb. 9: Karbe der Denkmäler der materiellen Kultur in den Höhlen der Slowakei.

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H 2/8 Zeugnisse der 1 i n e arkeramischen Kultur wurden nur in der Zips erfasst. Oer Scherbenfund der íel iezovce-Gruppe in der Höhle Puklinová jaskyXa bei Zehra (68) verschiebt das Vorhandensein der Linearkeramik in der Slowakei mehr ostwärts und deutet auf die Migration des Volkes mit der band¬ keramischen Kultur in der Nordslowakei auch im Hinblick auf das vermutliche Durchschrei ten der Karpatenpässe. Auf der Scherbe von ' íehra lässt sich der Einfluss der zeitlich gleichen Bükker Kultur wahrnehmen, wobei diese letztere in den naheliegenden Höhlen bei Porác (87) erfasst wurde. Hier wurde sie gemeinsam mit der jüngeren Linearkeramik in derselben Schicht gefunden. Im Bereich der Lengyel-Kul t ur waren es die Träger der Ludanice-Gruppe, die sine Vorliebe für Höhlen¬ siedlungen aufweisen, z.B. in Plaveck Mikulâï (1), Radosina (12), Moravany nad VShom (16), Slatinka nad Bebr. (¡U)^ wie auch für Felsnischen bei Smolenice (3, 4) und Dobrá voda (7) in der Westslowakei, was mit der Ausnützung von Weideplätzen für die Viehzucht im Zusammenhang stand. Die Besiedlung mancher Höhlen in hihsren Lagen könnte vielleicht mit der Suche nach neuem Rohstoff in Verbindung gebracht werden. In der Höhle Dzeravâ skala bei Plavecká Mikulâ^ wurden Siedlungsobjekte der Ludanice-Gruppe aus mehreren Phasen aufgefunden, worin ein Beweis fpr eine langfristige neolithische Ansiedlung besteht. Eben aus diesem Zeitabschnitt stammen in den Höhlen Slatinka nad Bebr. (23), Sßlov (33), Omastinä (21), Plav. Hikuläs (1) und Radosina (12) die ersten Funde des Kupfers in der S1 owejkei . Von ähnlichem Charakter ist auch die Besiedlung der Badener (kannelierten ) Kultur und der ihr nahen Boslca-Gruppe in fünfzehn Höhlen, vorwiegend in der Nordslowakei. Die Träger dieser Kultur besiedelten oft die Höhlen in hohen Lagen, um Wasser für ihr Vieh zu haben, i,3. kann die Höhle Mazarná bei Blatnica (42) angeführt werden. Diese Höhlensiedlungen der Nordslowakei hängen mit der Besiadlungswelle dieses Gebietes zusammen, was enge Beziehungen zu Polen aufweist. Dies beweisen auch Silex¬ artefaktimporte aus Polen (Spií. Tomâ^ovce 84, ¿fehra), die auf Tauschhandel mit diesem Gebiet Hin¬ weisen. Zeitweise andauernde Höhlenbesiedlungen belegen die Funde aus Jasov (94), Slovinky (89), Letanovsce (82), Demänovä (54), Lisková (48), Lûf(ky, Omastiná (21), Slatinka n/3 (23) und Kr&sna Ves (22), während die Funde aus Bojnice (18, 19) und Zehra (67, 68) mit Höhlenbesiedlungen Zusammenhängen. In der Bronzezeit ist die Höhlenbasiedlung der Westund Nordslowakei sporadisch und manchmal ^n Bezug auf die Wende zur Hal 1 s t attzsit ziemlich schwer zu unterscheiden. Die Scherben aus der Höhle Strecha (33) dürften vielleicht mit dam Birgwall in Drevenlk in Verbindung ss ! n . Die lausitzsilesische Besiedlung der nordund westslowakischen Höhlen hängt einerseits mit dem nahen Burgwall¬ system (Pru^ina 30, Bojnice 18, 19, LiskovS 48, Demänovä 53) zusammen, andererseits bezeugt es die Suche nach provisorischen Höhlenunterschlupfen zu Zeiten der Gefahr. Einen Beweis hierfür ergibt auch der Fund einer versteckten Bronzenadel in der Höhle Ramová jaskyKa bei Blatnica (40) oder einer Bronzetasse (HB) aus der Höhle bei Dubnica nad Vähom (27). In Anbetracht der wenig intensiven Höhlenbesiedlung ist die Überlegung naheliegend, dass die Höhlen von solchen Menschen, die aus irgendwelchem Grund den Arm der Gerechtgikeit fürchten mussten, aufgesucht und bewohnt wurden. Auf das Hirtenleben deuten vielleicht die hallstattzeitlichen Funde aus der Höhle bei Radosina (12), Slatinka n/B (23), OmastinS (21), Partizánska Lupca (51) und Slovenská LupCa (77). Überraschend ist die sehr häufige Wahl von Höhlen für Siedlungszwecke in der Hallstattzeit B bis C, wo man geradezu von einer Massenbesiedlung der nordund südostslowakischen Höhlen sprechen kann. Mehr als 28 Fälla sind uns bekannt. Vorwiegend geht diese Besiedlung aus der bronzezeitlichen Pilinyer Kultur hervor und wird durch die neuerlich herausgestel 1 te Kyjatice-Kultur repräsentiert. Im Gegensatz zu den bisherigen Kenntnissen über die Streuungsdichte bei Siedlungsfunden, die sich in den meisten Höhlen gleich am Eingang konzentrieren, ist für die Höhlenbesiedlung des slowakischen Karstgebietes kennzeichnend, dass si^ vorwiegend im hinteren, dunklen Teil, in ständiger Finsternis bewohnt waren, wie z.B. in der Höhle bei Skeresovo (129), Slavec-Gombasek (121), Slavac (122), Ardovo (119) und Silica (111). Neue Forschungsgeabungen erhellten die Situation in der Höhle Chvalovskl jasky'na (130) mit eingemausrtem Eingang und Skelettgräbern. Die erfassten zerstreuten Menschenskelettreste in den Höhlen bei Jasov (94), Drienovec (99), Zádiel (104), Silica (109, 111), Slavec-Gombasek (121), Ardovo (119), Kecovo (116), Jels. Teplica (126) und noch weiteren stellen die Frage nach einer Erklärung für so zahlreiche anthropologische Funde. Als europäisches Unikat gilt der Fund von Kultmasken aus der Schlachthöhle Majda-Hrasková bei Silica (110), die gemeinsam mit den Überresten von zwölf Menschenindividuen gefunden wurden, von denen mehr als die Hälfte von Kinderskeletten stammt. Einen weiteren analogen Fund einer Menschenmaske gewann man in der vertikalen Omastiná (21), Pruzina (30), Zern. Zävada (31), Sulov (33),

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H 2/9 Höhle BabskS diara bei Silica. Anscheinend weisen diese Funde auf anthropophage Opfer hin. Vielleicht ist hier ein Ausgangspunkt zur Lösung weiterer, schwer zu erklärender menschlicher Skelett¬ fundein den Höhlen der Slowakei zu suchen. Kultcharakter hat möglicherweise auch der Fund von ver¬ branntem. Getreide Panicurn italicum aus der Ardovo-Höhle. Oie mächtige Höhlenbesiedlung während der genannten Kultur wird neben den angeführten Fundstellen durch die Höhlen bei ^ehra (67), H&j (101), Turtfa nad Sodvou (102), Zädiel (105. 106), Silická Jablonica (168), Silica (112), Silickâ Brezovâ (114), Slavec (122, 123), Bretka (128), Jel^. Teplica (125), Skere'^ovo (121) und Driencany (133) vertraten. In der Frühlatlnezeit weisen die Zeugnisse aus den Höhlen bei S1avec-Gombasek (121), Silica (111), und Ketiovo (116) auf ein wesentlich kleineres Interesse für Höhlenbesiedlung. Barbarenzai tl iche Besiedlung mit latène-El ementen wurde in Ardovo (119) ermittelt. Latinezeitl iche Elemente melden sich auch in der intensiven Besiedlung während der PGchov-Kul t ur. Aus dieser Zeit stammt auch die Münze des Marcus Aurelius aus der Höhle Jasovskä jaskyna (94). Kontakte zu römisch-barbarischen Burgwallen verraten die Funde aus den Höhlen bei Zädiel (106), Rajeck§ Teplice und SSsová (74, 75), wo auch kultische Anthropophagie erfasst wurde. Diese trat in der Römerzeit markant in der Höhle LiskovskS (48) unterhalb des wichtigen Püchover Burgwalls völlig unerwartet hervor. Von de« dort gefundenen 48 menschlichen Individuen waren ähnlich wie in Sâsovâ die Hälfte Kinder. Ein Teil der Knochen war verkohlt, zerspalten und manche auch durch Hiebwaffe zerstückelt. Trotzdem in der Römerzeit bereits eine ziemlichhohe Zivilisationsstufe vorhanden war, bezeugt dennoch der Fund¬ reichtum der Püchover Kultur aus der Höhle bei Blatnica (41), Lietava (34), Nitr. Pravno, Denänovä (54), Maluzînâ (59), Spis. TomSsovce (84), dass wir es hier mit einer langfristigen Höhlenbesiedlung zu tun haben und diese Höhlen auch als Refugium dienen konnten. Oie alleinstehenden Funde slawischer Gegenstände aus sieben Höhlen und Felsnischen stehen wahrschein¬ lich mit Jagdunternehmungen, zumal in der Nähe von slawischen Burgwällen, in Zusammenhang. Ein saisonartiger Jagdund Refugiumcharakter zeigt sich ebenfalls sowohl bei den mittelalterlichen, als auch bei den neuzeitlichen Höhlenbesiedlungen, im letzteren Fall muss dabei aber noch mit der Versteckmöglichekit für Räuber und Raubschütze« gerechnet werden. Alleinstehend ist der Fund einer Falschmünzerei aus dem 15. Jahrhundert in der Höhle bei Chvalovä (131). In der Höhle bei Letanovce (83) fand man auch Überreste einer Alchimistenwerkstatt. In der Höhle bei Molca wurde ein Hortfund von Kupfermünzen des 18. Jahrhunderts zutagegefördert. Trotz mancher Lücken in bezug auf stratigraphische und kulturhistorische Fragen ist die Forschungs¬ tätigkeit in den Höhlen der Slowakei soweit fortgeschritten, dass nun im Museum des slowakischen Karstgebietes (Mdzeum slovenskêho krasu) in Liptovskâ Mikuläs in Zusammenarbeit mit der Slowakischen Akademie der Wissenschaften bereits mit der Errichtung einer selbstständigen speläoarchäologischen Ausstellung begonnen werden konnte, womit die Höhlenbesiedlung in der Slowakei objektiv dokumentiert sein wird. (Oie Numerierung bei den Fundstellen stimmt mit der Bezeichnung der Höhlen auf der beigelegten Karte überein.) Schriftenverzeichnis: Bárta, J. BSrta, J. Bârta, J. Bârta, J.4 Bârta, J. Kotâzke pravekêho osldlenia Liskovskej jaskyne v Chocskom pohorl, Geograf, 'casopis VII, 1955 Chvalovskâ jaskyKa a pilitfskê jaskynnê pohrebiskâ v juhosloven skoji krase, Slov. archeolfigia III, 1955 Jaskyne Netopierska a Kaplnka v Nlzkych Tatrâch a ich rlmske osTdlenie s antropologickmi nâlezmi, Slov. archeolfigia III, 1955 Neolitickê osldlenie jaskyrf pri Por&Ki na Slovensku, Arch, rozhledy VIII 1956 Neolitické a eneolitickê osldlenie Puklinovej jaskyne na Orevenlku pri Zehre, Arch, rozhledy X, 1958

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H 2/10 Baria, J. BSria, J a Bária, J. Bârta, J, Bârta, J. Lichardus, J. Praveké osidlenia jaskyne Cartova cfiûra v Slov, raji, Arch, rozhledy X, 1958 JaskyKà Haïarnà v krasovom ùzeml Velkej Fairy, Slov. archeolfigia VI 2, 1958 Majda Hra'skova jaskyKa a jej kuliová funkila v dobe halsiaiskej, Slov. archeo1 5 gia VI 2, 1958 Pal'áol i ihische H'dhl enbssi ediung îm Karpaiischen Teil der Tschechoslowakei, Arch, vesinik Xlil-XIV, 1962 Slovensko v siarïej a sirednej dobe kamannej, 1965 Jaskyna Donica, 1968 Piskussion : K. EHRENBERG (Wien): Redner weisi auf die regionalen Unierschiede in der Häufigkeit der Höhlenbesied¬ lung hin, die sich aus den Ausführungen des Vortragenden ergeben, die eine genauere Analyse verdienen würden. Auch die Besiedlungsstellen (eingangsnah oder eingangsfern) wären einer solchen zu unterziehen.

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H 7 3/1 La maison des premiers hommes ( La prospection d'abris préhistoriques ) JEAN-PIERRE 7/1 DM ER (Lausanne / Suisse ) Spéléologues mes amis, lorsque vous prospectez une région en quite de grottes ou de gouffres» il vous arrive parfois de trouver de petites grottes ou des abris sous roche. Bien que ceux-ci soient souvent d'un aspect in« signifiant» ils peuvent néanmoins Itre d'une importance capitale» du point de vue de l'archéologie préhisto¬ rique. C'est pourquoi j'attire votre attention. Généralement» l'accès î la station préhistorique est facile, parfois dans des lieux escarpés. L'entrée est bien visible ou masquée par des rideaux de branchages ou des blocs de rochers tombés de la partie avancée de la voSte. 11 y a trois sortes de stations préhistoriques : 1. L'auvent : Petit abri sous roche plutôt large que profond avec un surplomb rocheux de quelques metres seulement. La lumi¬ ère du jour y pénètre facilement. Ex: La Vallon des Vaux près de Ghavannes le Chine, VD, ait. 550 m. 2. L'abri sous roche : Cavité en forme de coupole» vastes, spacieuse avec un grand porche oí pénètre encore la lumière du jour. Ex: La Baume du Four dans les Gorges de 1' A reuse» NE, ait. 540 m. 3. La grotte s Cavité plus ou moins horizontale avec une ou plusieurs galeries qui peuvent s'étendre sur plusieurs kilomètres La lumière du jour ne pénètre que parcimonieusement près de l'entrée. Ex; La grotte de Cotencher dans les Gorges de 1' A reuse, NE» alt» 600 m. La station en plein air n'entre pas en considération ici» Formation : L'auvent ou l'abri sous roche est une cavité peu profonde creusée sous la paroi surplombante d'une roche qui peut être du grès» du basalte, du granit» etc. S'il s'agit de calcaire» ce qui est généralement le cas» l'abri est formé soit par T érosion latérale d'un cours d'eau» soit par l'action d'une corrosion différentielle par des infiltrations et des suintements» soit par une desquamation sous l' i n fluence du gel» du dégel et des varia¬ tions thermiques» ou encore par la corrosion due au vent chargé de sable» La grotte par contre est creusée par l'érosion et la corrosion des eaux d'infiltration qui circulent dans les interstices que lui offre la roche. ( CaCO^ + CO^ » H ^0 Ca ( H C(P Ÿ » C'est-â-dire : carbonate de cal¬ cium insoluble * anhydride carbonique dissous * eau ->— bicarbonate de calcium soluble. Il est probable que les cavernes de nos régions datent de l'avant-dernière glaciation du Riss; l'âge de celle-ci se situe environ en¬ tre 190 et 240 millénaires. D'autre part» il existe des cavités beaucoup plus anciennes d'tge tertiaire» mais elles sont pour la plupart obstruées par des dépits sidérolithiques. C'est dans ces abris que nos lointains ancêtres se sont réfugiés depuis l'aurore des temps préhistoriques jus¬ qu'il nos jours. En effet» il y a des milliers d'années, dès le 1er interglaciaire Günz-Hindel 550 480, les tous premiers hommes étaient essentiellement des nomades, dépourvus d'habitation stable ! part de simples cou¬ pe-vent fait de branchages feuillus» garnis d'écorce ou de peaux de befes soutenues par des perches en bois. Leurs outillages en silex taillé se trouvent uniquement dans les alluvions fluviátiles et dans les loess. Ce n'est qujau cours des dernières périodes glaciaires du Riss-Wurm que l'homme est contraint de chercher un refu¬ ge contre les intempéries» la pluie, la neige» le froid devenu de plus en plus vif. Alors» il s'abrite dans les cavernes» L'occupation permanente de celles-ci ne date que depuis le 3ème interglaciaire du Riss jusqu'au 4ème glaciaire du Würm 190 120», Ce qui correspond lia période s'étendant depuis le Moustéri en jusqu'au Magdlénien. A la fin de l'époque glaciaire» un réchauffement général se produisit, les glaciers reculèrent et firent très rapidement place I de vastes forêts» Les seuls endroits oí l'homme pouvait s'installer furent les lieux oí la végétation était moins dense» rives des lacs» des marais» et comme auparavant les grottes et abris. Bien enten¬ du la prospection de ces stations préhistoriques ne se fait pas sans une étude préalable de la région, d'après une carte géologique, en tenant compte des cuvettes lacustres; dis terrasses les plus élevées de rivières, des flancs des vailles, des falaises, des gorges et des bancs de rochers isolés ou il est probable de trouver des traces d'habitations. Vous tiendrez aussi compte de son hydrologie (Ex; grotte inondable au printemps) et de son climat (Ex: gratte froide en altidude), ainsi que de sa phytagéagraphie (description des plantes). Vous pouvez vous référez I des documents archéologiques récents ou anciens, des photos de revues eu des bibliogra-.,

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H_3Z2 phi es, etc» Sur le terrain, vous tiendrez compte des faits suivants : Plriedes froides (glaciaires) En Suisse, d ! immenses territoires sont impraticables 3 cause de 1' Stendue des glaciers» Les précipitations hi~ vernales sont plus abondantes, tandis que les étés sont plus froids. La temperature moyenne semble avoir oscillé auteur de 8'Co Par contre, certaines regions alpines au-dessus des glaciers sont praticables en partie. Hais les conditions de vie, nourriture, feu,, etc. nécessitent une adaptation de la part de l'homme. Ex: Grette du Drachenloch, 2’445 m„, St Gall et Ranggiloch, 1*845 m. Berne. Périsdes chaudes (interglaciaires et interstadiaires) : Les interglaciaires sont des périodes de réchauffement durant lesquelles les glaciers fondent et reculent 3 nouveau vers les Alpes® Les alternances de progression et de régression glaciaires, auxquelles s'ajoute la puis¬ sante érosion des eaux de fonte, modifièrent 3 la langue complètement le paysage de la fin de l'ire tertiaire. La majeure partie de la Suisse est habitable, aussi bien le Plateau que le Jura, les Préalpes et les Alpes. Le gibier se trouve sur presque tout le territoire, les conditions de vie sont bien meilleures. Altitude : Les grottes habituées se trouvent réparties a toutes les hauteurs, mais leur répartition est très inégale. L'ha¬ bitat a pu ftre permanent ou temporaire suivant la saison et surtout durant les périodes chaudes. Ex: Grette du Scé, 410 m., près de Villeneuve et celle du Drachenloch, 2'445m. s prés de Vättis. Cependant, la mej e ure partie des stations se trouvent entre 340 et 1'900 m. d'altitude. Orientation : Les entrées des abris se situent généralement au sud-sud-est, et dans un endroit bien ensoleillé, I l'abri des vents humides de l'ouest et froids du nordeu nord-est, et exempts de trop d'humidité. Peints d'eau : Des sources, des cascades, des rivières, des lacs et des étangs se trouvent généralement 3 proximité d'une sta¬ tion .préhistorique® Gisement : Matière première si possible aux alentours de l'abri pour la fabrication d'industrie du silex, etc® Chasso et cueillette : La gratte se situe au voisinage d'un terrain de chasse su près d'un passage du gibier. Celle-ci nécessite une adaptation saisonnière ce qui contraint l'homme 3 changer fréquemment de lieu d'habitat. Chauffage et éclairage : Dans ces cavernes-abri, la lumière du jour pénètre parcimonieusement près de l'entrée® Le feu était entretenu en permanence près de l'orifice. C'est d'ailleurs psr 13 que venait l'air et que s'échappait la fumée du foyer. L'air froid venait se réchauffer au contact des roches, asséchées par l'air chaud issu du feu. Ainsi la caver¬ ne n'était pas trop humide et permettait une habitation stable et permanente. L'homme se servait aussi de torches (genévrier) pour oser s'aventurer dans les galeries profondes, ainsi que de lampes grossières fabriquées dans des godets de pierre, imprégnés de mousses, de résine ou de graisse animale Défense : Possibilité de défenses avec des blocs de rechers, des pieux, des buissens épineux. Le feu servait aussi 3 com¬ battre les innombrables faites fauves, ours des cavernes, hyènes, etc. qui rodaient près de l'entrée et parfais 3 l'intérieur de la cavité. Vestiges : On peut trouver des vestiges près de l'entrée, dans des galeries éloignées de celle-ci, dans des étroîtures, dos infractuosités de rochers, sur des corniches, au fond des gouffres, etc® Auvent et abri sous roche : Dans ces cavités 3 l'air libre, l'actien du gel, du dégel, de la pluie, des sécrétions végétales produits de la décomposition des végétaux, détruit assez rapidement les surfaces calcaires® Cependant, certains abris sous ro che bien orientés, dans un climat sec peuvent conserver des traces de gravures, peintures, pendant des dizaines de millénaires. Par contre, les traces d'argile tombent rapidement en poussière®

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Les caví ils montantes : H 3/5 Les cavités montantes sont en général chaudes. En été, il se produit une condensation très intense. L'eau qui se dépose chargée de gaz carbonique attaque assez rapidement les parois calcaires. Donc, il est fort improba»» ble de trouver sur ces parois très usées depuis le Paléolithique des traces de l'homme préhistorique. Les cavités horizontales : Avec son courant î double sens, elles captent en été l'air chaud qui se réfugie dans la partie supérieure de la grotte, tandis qu'en hiver, c'est la partie inférieure. Dans ces cavités horizontales, la partie basse s'é¬ caille par l'action du gel jusqu'l une certaine profondeur. Plus loin, la galerie présente un aspect corrodé et spongieux. En été, les voûtes sont parsemées de goutelettes de condensation et les concrétions sont humi¬ des. Los cavltls doscendantes ; Ce sont les cavités descendantes avec une entrée étroite qui sont généralement très froides. Dans ces cavités, il n'existe peur ainsi dire pas de condensation de vapeur due $ l'échange avec l'air extérieur. Ce sent les échanges d'air avec 1' extérieur qui modifient constamment le climat de la gratte, ainsi que la cor. rasion et la condensation des parois. La modification sera d'autant plus profonde que l'entrée et les dimen¬ sions des galeries sont plus grandes. Les échanges d'air avec l'extérieur sont soumis aux changements de temps, qui modifient la pression atmosphérique. Les volumes d'air entrant ou sortant, sont en fonction du volume total do la caverne, toutefois des changements peuvent se produire s'il y a d'autres orifices supérieurs au inférieurs dans la même gratte. En général, ce sont les cavités descendantes avec une petite entrée, donc I faible circula» tien d'air, qui présentent les meilleures conditions de conservations des oeuvres d'art, que ce.sait de la pein¬ ture, gravures au sculptures, etc. Celles-ci se trouvent dans des galeries profondes aû la température et le degré hygrométrique sont ¡ peu près constants. Grotte habitat : Près de l'entrée, présence de larmiers (?), traces de foyers, de cendres, d'industrie du silex ou des poteries néolothiques, art mobilier. Grotte sanctuaire : Galerie fossile profonde, art pariétal : peinture.gravure, sculpture, etc. La Suisse n'a livré jusqu'ici aucune oeuvre d'art rppestre. La gratte sanctuaire n'est généralement pas habitée. Paléontologie ; On peut trouver des traces d'animaux, hyènes des cavernes, ursus spelaeus que l'on rencontre dès l' A eheuléon jusqu'à la fin de l'Âurignacien. Des traces d'empreintes, de pattes, de griffes sont visibles même dans des galeries profondes, ainsi que de nids d'ours qui peuvent atteindre de 2m. î 2,50 m, de diamètre et 0,50m. de profondeur. La présence de traces d'ours est un indice certain que les conditions climatiques souterraines sent favorables è la conservation d'autres vestiges sur l'argile. Anthropologie : Les squelettes humains sent beaucoup plus rares. Les plus anciens remontent au Moustérien. Au Magdalénien,, le squelette est orienté d'ordinaire est-ouest, très replié sur lui-même, les genoux è hauteur du thorax, les pieds sous les os du bassin, les coudes sur les genoux, les mains soutenant la tête. Le Paléolithique saupou¬ drait les morts d'une substance rougeâtre, l'ocre, (oxyde de fer ), parfois il déposait des armes I proximité et des coquillages dessus . Sur le sol, il arrive que l'on trouve des traces d'empreintes de genoux, talons et pieds, pour autant que celui-ci sait argileux. Les ossements peuvent se fossiliser lorsqu'ils sont baignés par des eaux calcaires ou se conserver dans une couche d'argile qui les isolait de l'oxygène de l'air et de l'acide carbonique. Je suis persuadé qu'en tenant campte dezenteres ci-dessus, vous obtiendrez de bans résultats, 3 condition d'être attentifs, perspicaces et patients. En cas de découverte, vous devez avertir l'archéologue cantonal. Toutes les fouilles faites par des amateurs ne sont que du vandalisme. Ainsi la prospection enrichira notre patrimoine archéologique par les révélations qu'elle obtiendra grSce î la collaboration des spéléologues et des archéologues, ce qui a permis de concilier bien des domaines de la science:-.

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IT V1 Revision des successions chronologiques observées à la Grotte de Spy (Belgiqu e ) MICHEL C. DEWEZ ( Yerviers/Belgique) Le Glstment de Sp y La grette de la Betche-al-Retche se treuve dans la vallie de l'Orneau (Bassin de la Meuse) sur le territeire de la cemmune de Spy, Prevince de Namur, Le gissement a acquis une cilibrîtS mendiais depuis la diceuverte des restes anthropslegiques neanderthal i e ns en 1886, Les divers niveaux archéolegiques de la grette et de sa terrasse étaient tres riches en vestiges prihistariques, industrie$lithiques et osseuses, faune et mfme quelques restes humains. C'est paurquei de nombreux préhisto¬ riens, tant amateurs que professionnels, y entreprirent des recherches; ces feuilles furent menées avec plus eu moins de méthode selon les fouilleurs et les époques.... Parmi les travaux les plus importants, nous pouvons ci¬ ter ceux dus î : A. Rucquoy 1879(1 ) qui fut le premier î sonder le sol de la grette. Ses recherches se déroulèrent malheureu¬ sement sans le souci d'une méthode scientifique. M. de Puydt et H. Lohest -1886 et 1887(2)(3). Ils furent plus soucieux d'observation sur le terrain et de mé¬ thode et eurent la chance de découvrir les célèbres "hommes de Spy". A. de Leë et E. Rahir -1906-1909(4). Ils entreprirent de nouvelles recherches particulièrement sur la terras¬ se de la grette. J. Hamal-Nandrin, J. Servals et leurs collaborateurs 1927 -(5) Dr.F.Twiesselmann et une équipe de l'Institut Royal des Sciences Naturelles -1952-1956. Ces travaux sont enco¬ re inédits. Interprétation des séquences chronologiques 1) A., Rucquoy : Aucune de ses opinions concernant la stratigraphie ne peut être prise en considération. Elles semblent en effet, avoir été Inventées longtemps après la feuille ! 2) M« de Puydt et M. Lehest : Distinguent trois niveaux archéologiques superposés. Niveau 1 : Industrie lami¬ naire, dont certains silex "ä tranchant abattu" sont comparés è des documents de Chaleux et d'Engis, î quoi viennent s'ajouter des "peintes dites meustériennes" mais plus étroites et se rapprochant plus des Mbeuts de lance que des pointes du 2ième niveau", ainsi que de l'industrie osseuse. Niveau 2 ; Industrie lithique laminai¬ re et silex de type moustérien, ainsi qu'une abondante Industrie osseuse. Niveau 3 ; Industrie de l'homme de Néanderthal. 3) de Lee et Rahir ; Ces auteurs reconnaissent aussi trois niveaux. Niveau 1: "Peintes de la Fent-Robert","La¬ mes de la Gravette" etc....Niveau 2: Lames, "grattoirs carénés", quelques racloirs simples ou doubles dits pein¬ tes meustériennes". Niveau 3: Industrie sur éclats, pointes moustériennes Ils concluent selon les avis de Rutet, qu'il y a lî les trois niveaux "aurignacieni" Niveau d'Hastière, niveau de Mentaigle, niveau du Trou Magrite. 4) J,. Hamal-Nandrin : Estime avoir fouillé une couche inférieure, plus ancienne que le 3ème niveau de De Puydt et Lohest, et l'attribue î un "Vieux Moustérien" "qui correspond au Riss-Wurm". 5) H. Breui 1 : (6) Le célèbre préhistorien français s'est aussi Intéressé au gisement. Après une étude des do¬ cuments, il proposa la succession chronologique suivante,; de bas en haut : 1) Niveau vieux moustérien bifaces) 2) Niveau Moustérien supérieur (sépulture humaine) 3) Aurignacien typique (fin de la phase moyenne) 4) Aurignacien finalavec toute la transition vers le solutréen et peut-être un peu de celui-ci. 6) R. Angelreth (7) a signalé que la couche la plus récente du Paléolithique supérieur (Aurignacien final de Breuil) méritait l'appellation plus précise de "Périgerdient supérieur"Méthodologie d'une nouvelle révision Aucune des feuilles ne pouvant fournir une stratigraphie utilisable, et aucun pilier témoin n'ayant été conservé dans la grette, force est d'employer la méthode typologique pour essayer de préciser le problème de la succes¬ sion des groupes culturels à Spy. Nous n'ignorons pas le danger que présente une interprétation basée sur une

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H 4/2 dîagnes* typolegiqu», alars qu'aucun •nserabl« ¿'«uilllage ne peut-être attribuS avec une certitude abselue ä une cauche strati g raphique dennSe. Neamrains nous creyens utile de présenter les problèmes que pose une étude typologique de la documentation conservée» confrontée avec les successions chronologiques admises jusqu'î présent. Documents typolagiquessusceptibles de préciser le problème des successions chronologiques Paléolithique Moyen : L'interprétation la plus récente a été émise par fr. Bardes (8). 11 s'agirait d'un "Mou stérien de type Quina" et d'un "Moustérien de tradition Acheuléenne» Type A". Cette hypothèse intéressante de¬ vra être revue prochainement lors do la publication du travail de doctorat de Madame M. Ulrix-Closset» qui a étudié l'ensemble du Paléolithique Moyen de Spy, étude qui n’avait jamais été réalisée (9). Paléelithique Supérieur : Solutréen î l'hypothèse d'une occupation solutréenne ou Proto-selutréenne a été émi¬ se par H e , Breuil dès 1922 (6) et (10), elle fut reprise par L» Eloy (li) et examinée î nouveau par P„E»Smith en 1966 (12), Tous.ces auteurs se sont basés uniquoment sur la documentation lithique. En considérant le faciès du Périgordien S Fent-Robert, dont certains documents portent une retouche solutrefde (pièces a retouche plus eu moins plate et envahissante). Breuil y voit des "indications protosolutréennos indubitables", Eloy du Protesolutréen, et Smith un indice probable selon lequel.les "périgordiens supérieurs étaient entièrement capables de produire ce type de retouche " (solutréenne). Depuis la découverte du gisement paléolithique supérieur de plein air de Maizière (Belgique) (13), une nouvelle vérification de ces opinions peut être tenté*. Il est en effet concevable d'imaginer un faciès particulier du Périgordien Y î Font-Robert, qui se serait attardé et dé¬ veloppé en Belgique , ajoutant 2 son outillage traditionnel des éléments nettement solutrotdes. (Documents la¬ minaires 2 retouche solutréenne partielle).'Ce faciès semble s*être prolongé au moins jusqu'â la fin du Wurm III et piiát-ltf« même dans l'interstade Wurm lll-IV. Spy devait probablement posséder un stade de ce faciès (fin du Wurm III ?7. L'aiguille 2 chas est déjS connue dans ce Périgards-Solutréen do Maizière. Il est cepen¬ dant très difficile d'attribuer ê cette séquence les quelques documents prouvant l'existence de l'aiguille î chas î Spy. Ceux-ci pouvant en effet appartenir 2 la séquence suivante. Magdalénien S Quelques documents plaident en faveur d'une occupation du Paléolithique Supérieur final, en particulier du groupe Magdalénien. L'outillage lithique n'apporte peut-être pas d'éléments concluants : Des lamelles minces î bird abattu rectiligne sont s-v abondantos, mais pourraient être périgerdiennes. Des burins du genre "Bec-de-perroquet" dont la merphologît paraît plus ou moins proche de la forme typique se¬ lon les exemplaires peuvent poser des problèmes intéressants. Les exemplaires que nous figurons dans cette étu¬ de proviennont d'une série conservées í l'Université de Liège. Cette série paraît bien homogène (bien que nous n'ayons aucun appui stratigraphiquo) et paraît Aurignacîenne. Me peutfon imaginer, en considérant un "grand nombre" du coups-de-burin rentrant sur troncature, que l'on puis¬ se rencontrer eccasionellement des coups-de-burîn rentrant sur troncature plus ou moins convexe? D'autant plus que de tels burins semblent se rencontrer également en Allemagne, Í Zeitzberg par exemple (14), dans une indus¬ trie aurignacienne; a moins qu'il ne faille distinguer aussi un faciès Magdalénien î Zeitzberg, ce qui en fait nous paraît bien possible. Dans la limite des informations dont nous disposons actuellement nous ne pouvons attribuer ces burins 2 une séquence plutît qu'â une autre, faute d'argumentation scientifique suffisemment so¬ lide. L'industrie osseuse appert* heureusement des témoignages plus convainquant, citons : Ades aiguilles î chas Meus figurons (flg,10) un fragment preximal d'une aiguille 2 chas (conservée 2 1* I.R.ScJJ. de Bruxelles). L* travail de polissage de l'os est bien achevé, l' e xtrémité proximale présente un amincissement assez brusque des¬ tiné a faciliter le travail de perforation. La pointe, brisée» manque. Dimensions : longueur: 16,6 mm, Largeur: 4mm» épaisseur : 3 mm, épaisseur 2 la hauteur du chas: 1,6 mm, diamètre du trou: 1,5 mm. Un fragment proximal de grande aiguille en os, (fig.9). La point* inachevé, les deux faces présentent des tra¬ ces de stries longitudinales. Le chas n'est pas perforé , mais le travail a été entamé sur les deux faces, se¬ lon la techniquo de perforation bîconique. Il est possible que ce document inachevé a été fracturé en cours de fabrication» Dimensions: longueur:22mm, Largeur: 7,5 mm, épaisseur: 3 mm. 8Des fragments de baguettes demi-rondes. Meus en figurons 2 exemplaires conservés dans les collections de 1' Université de Liège. Il s'agit de fragments médians, l'un est en ivoire (fig.8), l'autre en es (fig.7). Ces do¬ cuments ont une face convexe et l'autre plate, assez bien polies, des stries de raclage sont cependant encore visibles sur les deux fragments» Dimensions: Longueur: 37,5mm et 17,5mm» largeurïmédiane: 7 et 13 mm» épais¬ seur médiane: 3,5 et 5 mm. Deux fragments de baguettes demi-rondes en ivoire, sont également conservées dans la collection F.Beaufayt

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H V 2

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( Jemepjaes»sur-Sambr«). Leurs dimensîens sent de : Lengueur:25,5 et 36 mm. Largeur mîdiane: 7,2 et 10 mm. Censtatens que ces documents de Spy seht de ^reportions plus petites que les baguettes demi-rondes du Magda¬ lénien de France, contrairement î'ia majorité de celles-ci, elles ne portent ni diceration, ni stries inten¬ tionnelles. Elles n'en témoignent pas moins de la connaissance d'une technique bien caractéristique qui ne sem ble être connue de France que du Magdalénien 111 au Magdalénien V-VI. CDes fragments osseux décorés de motifs géométriques. Certains d'entre eux sent comparables ? des décors in¬ cisés sur es que l'on retrouve dans le Magdalénien supérieur du Sud-Ouest de la France. Nous figurons ici cim motifs décoratifs incisés sur dos petits fragments osseux de Spy. Le plus grand de ces fragments n'atteint pas 65 mm. de longueur. Les figures 12 et 15 nous paraissent les plus proches des décors magdaléniens de France. (La figure 15 est un modéle reconstitué d'après un fragment osseux fortement abimé). Les figures 11,13, e t 14 représentent des motifs assez fréquents î Spy, dont on connaît des variantes formées par la combinaison des croix de St André et des traits horizontaux ou obliques, recoupés su non par des incisions plus courtes. Post-Paléolithique : Le néslothîquo est représenté également î Spy; on y connaît notamment des fragments do ha¬ ches polies, des armatures do flèches variées, parmi lesquelles les pointes î pédoncule et ailerons semblent dominer. Nous figurons ici (fig.6) une pointe d'un type assez particulier qui n'est pas sans rappeler les ar¬ matures géométriques d'origine mésolithique. Les Sges des métaux sent connus par des fragments de céramique, la plupart 2 fond plat et sans décor, quelques fragments d'objets de bronze et do for. Rappelons qu'un fragment osseux décoré d'une swastika, découvert on 1902 par R. Chalen, avait déjà été publié comme appartenant i l'âge du Bronze. (15) Peut-être pourraît-on terminer cette petite note, en ajoutant que les silex les plus récents découverts 2 Spy peuvent dater du XlXème siècle, des chasseurs y ayant abandonné des pierres-l-fusils, usagées.... Roaarcl a ments: Nous.avons.Ijagriiblfl devoir de remercier notre professeur 2 l'Université de Liège, Mademoiselle H. Danthine, ainsi que Madame Ulrix-Closset, pour les conseils qu'elles nous ont prodigués lors de cette étude. Notre vive gratitude va également au Dr. Twiesselmann, qui avec une grande libéralité nous permet toujours d'étudier les riches collections de T Institut Royal des Sciences Naturelles de Belgique. Bibliographie 1A. RUCqUQY, N etes sur les fouilles faites en août 1879, dans la caverne de la Bêche-aux-Reches, près de Spy Bull.. Soc. Anthr.Bruxelles, t.5,1886-1887,pp. 3 18-328. 2M,de PUyOT et M> LOHEST , Exploration de la grotte de Spy , Ann.Soc.Géol.Belg.,t.13, M émoires, 1 8 86, p . 3 4=39 3M.de PUYDT et M.LQHEST , L'homme contemporain du mammouth â Spy, P rovince de Namur (Belgique), Namur, 1887, 36,pp.10 pl. 4A.de LOE et E.RAHIR , Nouvelles familles â Spy, grotte de la Retche-al -Retche . Bulletin.Sec.Anthr.Bruxelles t,3Q, 1911,pp.XL-XLVI II. 5J.HAMAL-NANDRIN, J. SERVAIS, C. FRAI PONT, S. LECLERCQ, M,L0UIS, La grotte de Spy. In Mélanges. H.Begouen Toulouse, 1939, pp. 143-:148 6H.BREUIL , R e marques sur les divers niveaux archéologiques du gisement de Spy . Rev.Anthr.,t.22,1912,pp.126129. 7H.ANGELROTH , Le Périgprdien et TAurignacien? Essai d'introduction d'industries de stations belges dans les stades péri gordien et aurignacien. Bull. Sec.roy.belge Anthr.Préhi st.,t.64,153,pp.163-183. 8F.BQROES , Le Paléolithique dans le monde , Paris, 1968,p.106. 9Travail de doctorat en cours î l'Université de Liège, concernant le Paléolithique moyen dans le bassin de , la Meuse. 10H.BREUIL , Les subdivisions du Paléolithique supérieur et leur signification. Pari s, 2e éd., 1937, 78 pp, 47 flg. 11L.ELQY , Le Prato-SelutFeen dans le bassin de la Meuse en Belgique. Bull. Soc.Prêhist. franç., t. 53, 1956, pp. 532-539. 12= P.E. SMITH, Le Selutreen en France , Bordeaux, 1966, p. 286 et p. 355 13« F.H,(Hubert) , Maisières (Halnaut ) ' W artens : Gisement périgordien supérieur en plaine . Archéologie, 1,1968 PP. 7-9. 14R. FEUS TEL , P as Aurignacien vem Zoltzberg bei Gera , Alt-Thuringen, Vil, 1965,pp.15-39.(Cfr.P1.9, fig.1). 15= J.CHALQN et M. de PUYDT , Au sujet du swastika de Spy , Bull. soc. Anthr. Bruxelles, t, X XXI11, 1914, p . 223-228.

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Caves occupied during the prehistoric Iron Age in the Hendip Hills, Somerset, England H y-i E. K. TRATMAN (Bristol, Great Britain) Summary : In the Hendip Hills, Semerset, £ngland,a number sf caves were used as dwellings during the prehisteric Iran Age prier ta the Raman canquest sf South Britain in A.D. 43. In some cases the eccupatien continued an into the 4th century A.D. Three sites only require detailed consideration. At Wookey Hole the entrance passage of the present day show cave used as a dwelling from about the 2nd century 3.C. till after 300 A.D. Many objects were found that illustrated the everyday life of the pepple. There was evidence that cannabalism was occasionally practised. Rowberrow Cavern was the major iron smelting centra for the area but was otherwise not used. The iron ares had been smelted in a long trench furnace. Read's Cavern when it was occupied was really a deep rocksheiter rather than a cave. It was used between 150 3.C. and 50 B.C. The cave was abandened in a hurry when a major collapse of the walls, the roof and the cliff over the entrance took place. Some of the people were killed while trying to escape. The cave remained sealed till it was discovered in 1919. Objects left behind by the people were found still lying where they had been dropped. The location of the Hendip Hills is given in fig. 1. They are in the main compesed of Carboniferous Limestane arranged in a series sf periclines with the core of Old Red Sandstone farming the main summits at about 300 metres. They are flanked by Dalomitic Conglomerate of triassic age. There are many caves in the hills and a number are so situated as to be suitable for occupation by man. Within this group are several that were lived in during the prehistoric Iron Age and continued to be used after the Roman conquest sf isuth Britain in A.D.43. There are, however, only three caves that call for special consideration because of their use far considerabls time prior ts the Roman conquest. Firstly the Treat Cave of Woekey Hole, now a well-known show cave (Fig. 1). The parts shown to the public are all in the Dolomitic Conglomerate which here infills a short steep N-S valley in the limestane. The entrance ts the shew cave is an old high level resurgence of the river Axe, which now emerges some 12 metres lower down to the east. The chief area of occupation was in the vestibule where Saleh (1914) excavated about 1 metre of deposits. The range of pottery types indicate an occupation beginning around the 3rd centrury 3 C. in Iron Age "A" times of Britain (Hallstatt of Europe). The site continued in use till long after the Roman conquest, possibly as late as 3oo A.D. ar even later. Iron objects were not very plentiful and all were badly corroded. They include a variety sf tools including bill-hooks, (the form of which has not changed much), sickles, a saw, spokeshave or draw knife, knives, a lance head or so, pins, needles and brooches. Objects made of bronze included brooches while those of bone included, that speciality of Britain, combs used in weaving. In all, a considerable collection of complete and broken objects used and lost over the centuries of occupation. The food supply consisted of grain, chiefly wheat, domestic animals (sheep or goat, ox and pig). Wild animals were poorly represented with red deer (Ç. elaphus ) the commonest. In places human bones were found but not complete skeletons. Some of the banes were found in the actual hearths and some were partially burnt so that the possibility of occasional cannabalistic practices must be admitted. Though the eccupatian was in the main confined ta the vestibule, pottery finds show that the first chamber, where the river Axe is seen, was at least visited and ene of the paols under drips fram the reof seemed to have been used as a well. Overleoking the river is a massive stalagmite boss which has some resemblance to a human head and neck and which is generally known as "The Witch 1 *. Thus backing up the traditional story of the cave having been inhabited by a witch, who was such a nuisance that the local people called in a monk from Glastonbury Abbey to exorcise her. He sprinkled her with Holy Water and she was turned into stone.

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H 5/2 Beneath and t® ®ne side af the yitehthe excavatsrs feund ssckets with the remains af wsaden pasts in them. It csuld be that the pests had been used as tethering pests for man or beast and thus, perhaps, for victims t® be sacrificed to the witch. The people went beyond the first chamber as far as the fourth; this is not new accessible to the public because a dam at the cave mouth has raised the water level inside the cave so much that the arch to this chamber is submerged. Inside this 4th chamber tawards the end ef the peried ef occupa¬ tion the sand banks were used as a graveyard. The second site is Rowberraw Cavern. It has a single open chamber, quite small, and has been formed in theDolamitic Conglomerate. It has been excavated by the University of Bristol Spelaeological Society. In the prehistoric Iron Age the evidence from various sites in the Mendips is that the smelting of iron ores was done in small bawl furnaces capable of producing avoid bloams or iron about 25 cm across. The importance of Rowberrow Cavern is in its use as a principle smelting site in the area for iron ares. The cave was not otherwise used as a living site during the prehistoric Iren Age. At this cave the ordinary bowl furnace was not used. Instead a trench type smelter was used. Only the floor and walls of this survived. The lining had been of slabs of Old Red Sandstone brought to the site. There is a plentiful supply af such slabs about 1 km to the east. The heat had been sufficiently intense partly to fuse a number of the slabs. There was a thick layer of charcoal, ash and slag. The cave also produced by far the biggest "bloom* yet found in southern Britain. It measured about 45 x 30 x 25 cm. Site three is Read's Cavern about 1.5 km east af Rowberrow and 3 km east of one of the great Iron Age fortresses of Oolebury. This cave was discovered by U.B.S.3. in Sept. 1919. It lies at and under the foot of a limestone cliff, close to which a small stream gees undergrsund. The entrance made to the cave led dewn an extremely steep slope covered with loose scree and larger boulders. At a depth of over 10 metres a large chamber was entered running parallel cliff face. To the intense surprise of the original explorers objects were found lying on the surface of the cave floor and these objects showed that the cave had been lived in during the prehistoric Iron Age. Excavation of the floor was undertaken, but always there was the problem as to why such a deep cave and one so wet and totally dark had been a living site. The existence af an easier entrance had to be postulated. After several years of work it was possible te be sure that there had been only one accupation af the cave extending over a number af years and within the date brackets of 150 50 3.C. and probably centred round 100 B.C. The site had been used far quite a lang time as the cave floor had been levelled up in places more than anee. In one area a hole leading dawn thraugh boulders ta the streamway had been cavered aver by hurdles on top of which clay had been rammed dawn ta give a smooth solid surface. On top af this had stood, amongst other things, a wooden tankard with bronze binding haops, an iron sickle and several pats. After the cave was abandoned the hurdles ratted and the flear gave way and the objects an it fell dawn amangst the baulders, same ef the pattery got braken and pieces ladged on a ledge above the boulders. Amangst the other abjects found were bronze breaches and spiral finger or tae rings, the iran rim for a wooden spade, an iran plough share and a fine pair of shackles ar hobbles probably for use with harses. One ef the most interesting objects was a pair of lang slender bird banes sliding one within the other forming a type of instrument very similar to that used by vetinary surgeons at the present day for administering pills ta horses. It was als® passible to demonstrate that since the cave was abandoned much flawstane had formed aver very considerable areas af the flaor and this had, in faveurabls spats, reached a thickness ef as much as 10 cm. The black "hearth" af the occupation lay directly under the flewstane (stalagmite) and there was na flawstane belaw the hearth ar any evidence of any earlier accupation by man or animals. The entrance used in prehistoric times was located from inside the cave and subsequently verified by excavation outside. Here the entrance floor level was covered by 4-5 m ef reck fall material from the cliff face above. This evidence of rock fall was camplementary to that fsund inside the cave. The prehistsric entrance had had a door af woed and provided an easy route dawn int® the cave at the west end. The csnclusisns were: 1. The cave had been a n#rmal habitation by the Iran Age peeple ef the district between 150 50 B.C.

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BRISTOL CHANNEL

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H 5A 2. The cave, while occupied, had been a deep reck shelter rather than a cave. The entrance provided an easy route in. The shelter was then reasonably dry and a fair amount of daylight could enter over all the occupied parts. 3. The site was abandoned in a hurry when major rockfalls took place on a single occasion from the wqlls, the roof and, above all, from the cliff face outside. These massive falls were, presumably, triggered off by some minor earth tremor in the area. 4. A few of the inhabitants were killed by these rockfalls while trying to escape. 5. The rockfalls sealed the cave and altered the micro-climate within to such an extent that the rapid deposition of flowstone occurred from multiple drips from the roof. 6. The cave remained sealed till its discovery in 1919, that is it was sealed for about 2000 years.

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H 6/1 Gravures et peintures rupestres de l'homme primitif dans les grottes Helléniques A.J.PETROCHILOS (Athènes/Grèce) Les recherches spSlSs.legîques en Gr?ce, commencées systématiquement depuis la fondation de la Société Spé~ 1 éalsgique de Grèce 1950, ont mis au jour plusieurs vestiges de l'homme vivant dans l'espace hellénique, de¬ puis l' é poque paléolithique jusqu' ä l'époque néolithique comprise. Ces vestiges se réduisent i des essements d'hommes et d'animaux, outils do pierre et d'as, bijoux des mêmes matériaux, statuettes de terre su de marbre, vases en céramique, etc.. Les dernîeVes découvertes tris importantes í l'intérieur et aux abords des grottes, consistent on des peintu* res et gravures rupestres noires au multicolores, qui témoignent d'une civilisation considérable au cours de cette période. Les régions ai? de semblables découvertes ont été faites sont au nombre de trais : 1) Filian de Voles (Thessalie) 2) Mani occidental (Laconie) 3) île de Céphalanie (Eptanissas). Grottes de Valss Gravures Les premiers ouvrages d'art paléolithiques caractéristiques furent découverts dans la grotte "Cestas", de di mansions : longueur 17 m., 1 arg., 1 3 m., h. 1 3 m., prof. 5,5 m. Elle est située sous le sommet du mont "Sarakina* du massif du Filian, î une altitude de 500 m., pris de Hakrinitsa de Volas. 11 s'agît de plaquet¬ tes extrêmement intéressantes, sur lesquelles sont gravées diverses représentations, illustrant les occupa¬ tions, les préférences et la vie on général des habitants de la région. La première plaquette a été découverte en novembre 1964 (1 ) î la surface d'une petite cavité de la grotte, i gauche de l'entrée. Elle consiste en une pièce de schiste noir (provenant de la région) de forme triangulai¬ re, haute de 0,155 m. Elle représente un couple humain se tenant par la main et un harpon pointu cylindrique comportant 7 pointes, un bout effilé et même son éxteêmjil postérieure. %  f orai«* eh peinte, composant un ensemb¬ le de type magdalénien (Fig.l). Dans la milite caverne, une fouille improvisée a mis au jour recouvertes par des couches d'outils micrelî t in¬ ques de l'époque paléolithique supérieure 5 plaquettes de plus et quelques fragments d'autres plaquettes. La seconde plaquette est en schiste rouge (roche de la région), longueur de 0,093 m. et provient d'une pla¬ quette plus grande dont la partie gauche manque. Sa gravure bien marquée reprisent* une femme nue, un archer visant un animal et derrière lui un demi-cercît. En bas et ? droite, un serpent et un harpon pointu Í 5 poin¬ tes. Entre la femme et l'archer, sur le haut de la plaquette, il y a un trou, correspondant probablement a un semblable dans la parti» manquante. Peut-être les suspendait-on comme offrandes (fig.2). La troisième, du même schiste, haute de 0,085 m., est de forme triangulaire et brisé» en différents endroits. Elle représente deux personnages sur le point de se donner la main et au-dessus d'eux un dessin rappelant un autel bicorne de la Crète mînoi’que. Près du bord supérieur elle porte un trou de suspension (Fîg.3). La quatrième, de schiste violet, longue de 0,092 m., de surface lisse et gravée profondément, de style diffé¬ rent des précédentes (traits plus épais), représente des danseurs ou une scène cérémoniaîe. Le premier per¬ sonnage parte une asassue (semble-t-il), le deuxième porte une couronne, le troisième est une femme. Le quatriè me rappelle une forme humaine mais diffère des trois précédents. Plus s? droite, deux huttes de rondins, la pre mi ère au-dessus de la seconde. De cette image on peut conclure que les hommes habitaient entre autres, pendant l'époque paléolithique supérieure (suivant les conditions de vie), des huttes s? toits horizontaux eu I double pente (Fig.4). La cinquième plaquette, de schiste violet, de surface et de ferme irrégulière de 0,098 m., représente deux

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H 6/2 Carte de la Grèce Régions où des peintures et gravures rupestres ont été découvertes Cephal 1 onie Peloponnese Thessalie

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Plaquettes de la grotte "Costas"

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Fot, 1 und 2: PILICN de VOLOS (Thessalîe) "Grotte A" Peintures Rupestres H 6/4

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Foi. 3 Foi. 5 PILI* de VÃœLOS (lhessalie) "Grotie A 1 ' Peintures Rupesires Foi. 6 Foi. 4 MANI OCCIDENTAL (Laconie) Grotie "Alepotrypa" Peintures Rupesires Foi. 7

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H 6/e chasseurs avec leurs chiens et un harpon J six peintes. A cause de la prSsence du chien Ç naturellement apprivoisi), elle est considérée comme ultérieure Èf l'époque paléolithique (Fig. 5). La sixième, en schiste dur de couleur brunâtre, de forme irrégulière allongée, porte sur son cité inférieur gauche des traits servant è son alignement. Elle représente trois têtes d'animaux, une grille, ensuite une nouvelle tête de tête » pareille aux trois premières et enfin un animal entier. Elle peut signifier un troupeau avec une por¬ te de bois et un chien en gardien. Son exécution est différente de celle des autres plaquettes et consiste en traits parallèles successifs (Fig. 6). On a aussi découvert deux fragments de plaquettes gravées, l’un présentant des symboles curvilignes et l'autre une scène de chasse (formes d'homme et de chien). Un autre fragment trouvé porte de simples perforations. Peut-être n'ont-ils pas eu le temps de le décorer, ou bien les dessins ont été effacés. Selon toute probabilité, la grotte "Castas" était réservée au culte. Les plaquettes découvertes è son intérieur sont considérées comme intermédiaires, liant l'époque paléolithique au début de l'époque néolithique. A Paléocastro, près des villages Agios Vlassios et Ano Lekhonia, situés í 20 km au SE de Volos, un outil de schiste dur en forme de pic, long de 8 cm et gravé de l'Image d'un cheval sauvage, a été découvert S l'extérieur d'une au¬ tre grotte mesurant î peine 5 x 4 m. Il fut considéré comme le plus ancien objet d'art en Thessalie (Fig. 7). Tous les objets précédemment mentionnés sont exposés au Musée archéologique de Valos. Peintures rupestres ° statuettes En plus des plaquettes de pierre gravées, les recherches ont permis de découvrir dans cette même région d'autres objets d'une importance . Dans une grotte longue de 15 m. nommée " Grotte A " située I une altitude de 200 m. dans l'extrémité NO du massif du Pilion, on a découvert, pour la première fais en Thessalie, des peintures rupestres sur les parois et le pla¬ fond représentant pour la plupart des formes d'animaux ( elephas et bes primigenios, bison, cervidés et un poisson) et en nombre moindre des formes humaines, ils. sont exécutés par gravures du contour, puis coloration du dessin soit sur toute sa surface, soit sur le contour seulement. Les couleurs employées sont le rouge sur toutes les nuances (jusqu'au rose clair), le marron et le violet. La gravure est très mince sur le roc, tandis qu'elle est plus pro¬ fonde dans la matière stalactitique. Les représentations sur son plafond les plus caractéristiques sont : un mammouth de couleur rouge, exécuté quelque peu maladroitement; (Phot. 1) deux autres animaux dont l'un est clairement un boeuf de couleur plus claire et de contour gravé plus profondément que le précédent. A côté de lui, deux symboles gravés (Phot.2). Mais la plus merveilleuse oeuvre artistique dans toute la grotte est l'image d'une bête blessée (une antilope peutêtre), qui est atteinte en courant par la flèche meurtrière, tourne la tête en arrière et tombant è genoux est sur le point de se coucher pour toujours. Cette image est unique dans son genre, tant por son exécution admirable que parce qu'elle présente une variété de couleurs, réunissant le marron, le violet et le rouge, de nuance plus claire au ventre et plus sombre aux extrémités. Au-dessus et au-dessous do l'animal on distingue S peine des figures hu¬ maines (Phot. 3). Dans cette même grotte il y a aussi des dessins d'hommes et d'animaux gravés mais non colorés. Les plus caracté¬ ristiques sont ; un mammouth (sur le plafond) avec d'autres images d'animaux. Sa fourrure épaisse est interprètes par plusieurs entailles dans 1® roc (Phot. 4). Une fissure courbe de rocher a servi î rendre îe dos d'un éléphant, qui a été complété par gravure. Sur un autre endroit on remarque gravées des formes humaines, l'une d'elles couchée et l'autre assise. Diverses formes humaines sont visibles sur une surface stalactitique et entre elles an distinguo une femme nue peut-être Vénus (Phot. 5) Cette même grotte recelait une plaque sur laquelle on avait gravé puis coloré de rouge un mammouth; ô son côté le même symbole se trouvant près des deux animaux du plafond dont nous avons parlé. Sur une autre pierre très allongée est gravé le contour d'un mammouth, qui est continué sur la face arrière légère¬ ment coloré de rouge. Un autre mammouth a été trouvé gravé sur une pierre coincée entre deux stalactites dans une petite cavité. Dans ce même enfoncement était posée une autre pierre gravée d'un dessin ressemblant à la tête et aux seins d'une femme. Une autre dépression recelait également une pierre posée, gravée de figures humaines. En plus des découvertes mentiennées. on a trouvé une Vénus paléolithique authentique sn ivoire (de mammouth peutêtre), des statuetUs de la même matière et autres objets d'art portatifs (Phot. 6).

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MANI OCCIDENTAL (Lacónie) ürotte "Alepotrypa" Peintures Rupestres SAMÎ de Cetil lorie Gro'ie "Pitidy" res Rupestres fot. 10 Fot. 12

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H 6/8 Us décauvsrtes dientes ci-dessus ont porté S caractériser cette grotte cenrne lieu de culte des habitants paléo¬ lithiques de la région. Leurtèchnique est classifie corne appartenant £ l'époque paléolithique supérieure, c'estl-dire 35.000-10.000 ans av. J.C. Dans cinq autres grottes de la neme région on a aussi découvert des peintures rupestres paléolithiques et on a bon espoir d'en découvrir d'autres. Les découvertes paléolithiquesde la région de Volos ont ouvert de nouvelles perspectives pour la connaissance de la Grecs préhistorique dans la région de Thessalie . C'est au savant et infatigable archéologue HJ). Théocharis, directeur du Husée de Volas, s'occupant depuis des années de l'étude préhistorique de cette région, que nous devons ces conclusions de ses études, puisées de ses communications et publications (2). .... (1) Toutes les découvertes sont dues aux membres du groupe spéléalogique de Volos, HH. N. Velissiotis, G. Patenaris et C.Pànayiatepoulas. (2) D.R. Théocharis : "L'art paléolithique au Pilion* (The»*aüika, Teme V, pp„ 76-82) O.R. Théecharis : "L'aube de la Thessalie préhistorique". 1967. Grotte de Nani eccidental ( Laconie ) Des recherches préliminaires dans. Ja grotte "Alepetrypa", située à Portarakia, au fond de la baie de Dyros de La¬ conie (Pélopooeîse du S.Q.) ont révélé en septembre 1967 (1 ) des peintures rupestres de l'épeque paléolithique su¬ périeure eu néolithique (1). La première se trouve sur un rocher tombé au centre de la "Grande Salle" (150 m. de l'entrée). Elle représente (de haut en bas) : un singe, semble-t-il, contre les mauvais esprits (2), un homme courant, une femme dansant, des fermes cenfuses (humaines peut-être), un dessin en forme d s S , une femme ceurant en sens Inverse de l'homme et,vers le bas, un cercle (Fig 8), Les représentations sont î peine visibles I cause d'une mince couche de matière calcitique qui les a recouvertes. Elles ont été exécutées par gravures et ensuite remplissage du tracé de peinture rouge Deux autres peintures rupestres ont été découvertes dans une chambre située au point élevé de la parsi droite de •la "Grande Salle". L'une d'elles se treuve sur un recher blanc suspendu î T intérieur de T entrée et l'autre 2 la fin de la paroi droite, sur de la matière stalactitique rougeftre. Toutes deux ont été exécutées dans le même sty¬ le que la première peinture. La deuxième peinture représente; un animal, une femme dansant, un homme portant une couronne, une figure humaine in achevée, de neuveau le signe contre les mauvais esprits, enfin le symbole de la fécondité du sexe féminin. ( P hot. 7) Ce même symbole a été découvert, frappé d'un outil pointu, sur le rocher 2 300 m. environ de la grotte (3). ( P hot. 8) La troisième comprend ; trois danseurs, un oiseau, le signe bien connu... contre les mauvais esprits et enfin une méduse, paraît-il. ( P hot. 9 ) . Sous les représentations, dans une petite fossette (1 x 1,5 centimètres), il y a de la peinture rouge, probablement pour la coloration des dessins. Sur le sol de la chambre il y a des grands vases d'argile brisés, immobilisés par de la matière calcitique blanche Les recherches se poursuivent et nous espérons avoir bientft de nouvelles découvertes. En tous cas, la grotte "Alepetrypa", avec les découvertes de 1958-61 (4) et récemment avec ees peintures rupestres est considérée une des plus importantes grottes préhistoriques d'Europe. Références : (1) La première a été découverte par M.N. Velissiotis, membre de la Société Spéléelcgique hellénique, et les deux autres en collaboration avec Mme Anne Pétrechilas, présidente de la S.S.H., et H.A. Deliverrias, directeur du Mu¬ sée de Sparte. Son Sge n'a pas encore été déterminé avec précision. (2) Elle rappelle les poteaux qu'on enfonçait dans le sol pour y suspendre des crfnes et autres objets suscepti¬ bles d'éloigner les mauvais esprits. (3) Il a été découvert en 1961 par Mme Anne Pétrochi l o s et a été déterminé par le paléontologue H.Emil Ceufalik en 1966, lors de la rencontre gréco-tchécoslovaque organisée par la Seciété SpélSologique hellénique. (4) Outils en pierre et en os, crSnes humains, ossements d'hommes et d'animaux, bijoux faits d'huîtres, de pierres et d'argent, vases d'argile, etc., Communication d'ânno Pétrochi los au 3e Congrès Spéléologique international. Vien¬ ne 1961.

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H_6¿2 Gratte da Sami (Cephallanle ) Dans la gçatte "Phytldî", sîtuSe pris du village Vlachata, ant ?tS décauverts en juin 1966 deux dessins (1), l'un S san intérieur sur de la matière stalactitique et l'autre J sen extérieur près de l'entrée sur le recher. Le premier semble présenter un serpent, d'une sinuosité merveilleuse vers la tète. (Phat.lO) Le second représente un animal, une giraffe semble-t-il. Les deux pattes antérieures et la derrière ont meme langueur, mais la troisi¬ ème est plus ceurte, elle a peut-être été effacé par usure du racher. (Ph8t.11,12) Les deux dessins ant été faits è la peinture noire (sans entaille), par lignes épaisses d'un centimètre. Us ont probablement été exécutés d'un doigt trempé dans la peintura d'un seul trait, parce que le dessin est plus vif vers la tête et plus pSle vers la queue. Ils sont considérés comme les plus anciennes peintures rupestres décou¬ vertes dans les grattes de Grèce et sent âgées de 35.000-25.000 ans (2). (1) Leur découverte est due $ H. Ota Ondroucek, président de la Société Spéléologique de Brno (Tchécoslovaquie), lors de la rencontre gréco-tchécoslovaque organisée en 1966 par la Société Spéléologique hellénique. (2) Ils ont été datés par les outils (en kératelithe) découverts dans la grotte et étudiés par les paléontologues MM. Pr, Dr. Koufalik, Ondreuckk et Dr. Valoch, directeur du Musée de L-'Hemme de Brno.

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H 7/1 Höhle und Karst im Mythos und der Kultur der Hellenen HANS GEMÜND (München / Bundesrepublik Deutschland) Disposition : A Einlsitung: Begriffllchss, Stoffliches; die physischen Wurzeln in den Mythen und Kosmogonien der Völker 8 Höhle und Karst in Mythos und der Kultur der Hellenen: I die Höhle in den Mythen der Hellenen I! der Karst geologisch und morphologisch im Mythos der Hellenen III Höhle und Karst in ihrer Bedeutung für den geometrischen Stil der Hellenen IV Karstformen als Wurzeln des hellenischen Tempels C Die Geomorphologie und der Gestaltungsund Formwille; Überwindung von Vorurteilen. Ursache und Wirkung in der Physis wie in aller Kultur. A Einleitung Ernst von Lasaulx kennzeichnet vor 120 Jahren die Geologie als "die Verkörperung der göttlichen Gedanken in der Natur", welche zu erforschen sie sich anschicke und preist den eigentümlichen Reiz, der darin liege, die historischen Anfänge der Geologie aufzusuchen. Er nennt uns als ersten euro¬ päischen Denker, welcher geologische Erscheinungen beobachtete und zu erklären versuchte, den Begründer der All-Einslehre, den Xenophanes von Kolophon. Und mit E. von Lasaulx können wir teilnehmen an seiner Wahrnehmung, dass "was bei uns das letzte Resultat umfassender wissensch. Forschung ist, dort (im Altertum) als der erste gelungene Wurf jenes wunderbaren wissenschaftlichen Instinktes erscheint, durch welchen die Griechen ohngeachtet ihrer mangelhaften Kenntnis des Materials doch so oft das Wahre getroffen haben." Aristoteles sieht in der Mythologie einen Rest einer früheren in vorgeschichtlieber Zeit untergegangenen Naturerkenntnis , welche die Hellenen "gern in Mythen rätselhaft ein¬ hüllten (so der griech. Geograph Strabon, der um die Zeitwende umfassende geograph. Berichte über den Mittelmeer-Raum verfasst.) No$h exakter lehrt uns die Psychologie unseres Jahrhunderts, dass das Erinnerungsvermögen im Unbewussten bis zu den Anfängen der Menschheit zurückreicht und dass spez. der Mythos "in Urzeiten wurzelt" (C. G. Jung und Karl Kerenyi 1954). Die ersten Mythen der Völker befassen sich alle mit der Entstehung der Welten, Sterne, Planeten und stellen darüber Theorien auf, welche lebhaft an solche der letzten zwei Jahrhunderte erinnern. Es ging in den ersten Mythen im Ur-Mythos darum, physische, astronomische Theorien über die Ent¬ stehung der Welt aufzustellen und zugleich diese Ideen in schöner künstlerischer Form darzustellen. Die eigentliche Wurzel des Mythos ist das psychisch-physische Erlebnis der gesamten Umwelt und der Wille zur Sinnund Entstehungsdeutung der Gestirne, der Erde, und der Wunsch, die Fülle der erlebten geomorphen Erscheinungen zu deuten. Seit Xenophanes und Aristoteles wird bis in unsere Tage die Theorie gewagt und erhärtet, dass zwischen der Natur des Erdbodens und dem Charakter und dem Leben seiner Bewohner eine Wechselbeziehung nach Ursache und Wirkung, eine "durchgehende Analogie" bestehe. Die Wissenschaft der vergleichenden Mythologie stellt diese Wechselbeziehungen unter Beweis, denn die Mythen der Völker beruhen in ihrer Unterschiedlichkeit in erster Linie in den unterschiedlichen geographischen und geologischen Umwelt-Fakten der jeweiligen Völker. Der Mythos erfüllte in der Frühgeschichte der Völker die wichtige Aufgabe, ihnen ihre Umwelt verständ¬ lich zu machen, da durch das Tun und Lassen zu lenken. Die Behausung, Kleidung, Nahrung, Jagd sie alle hingen in ihrem Erfolg davon ab, dass die Umwelt, also die Erdoberfläche mit allen ihren Erscheinungen und Wandlungen erkannt und dann beherrscht werden konnte. 3 I die Höhle in den Mythen der Hellenen. Welch grosse Rolle die Höhle im Mythos der Hellenen, in allen ihren Götter-, Heroenund Menschheits¬ geschichten spielt, sollen nun einige Textauszüge unter Beweis stellen (Karl Kerényi: Die Mythologie der Hellenen, Band I und II). Von jeher haben Höhlen die Fantasie beflügelt; in den Mythen wird die Höhle auch als Wohnstadt den Göttern zugewiesen solange wie sie auch den Menschen als Wohnstadt dienen musste. Beides hebt die Höhle hoch über sonstige morphologische Erscheinungen heraus.

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“Die drei Schicksalsgöttinnen, die Moirai, Töchter des Zeus und der Göttin Themis, wohnten in einer Höhle des Himmels an einem Teich, dessen weisses Wasser durch eben diese Höhle hervorbricht. “ (I, 36) "Die greisen Jungfrauen Graiai wohnten, wo weder Sonne noch Mond schien. Es ist eine Höhle am Eingang zum Lande der Gorgonen gewesen, dem Lande der “Felsenrosen" (Jenseits des Okeanos)". "Ladon, Sohn der Gaia oder der Echidna und des Typhon, war zum Hüter des Baumes eingesetzt, der die goldenen Äpfel trug. Er hielt sich Tn den Höhlungen der schwarzen Erde auf." (I, 47). "Nicht nur der Berg Aigaion nahe bei Lyktos auf Kreta mit seiner Höhl e erhob den Anspruch, Ort der Geburt und der Kindheit des höchsten Gottes Zeus zu sein; auch der Berg Dikte und der Berg Ide, beide mit einer heiligen Höhle, wurden dafür gehalten.“ (1,68) “Als Ort der Hochzeit des Zeus mit Europa die sich willig von ihm Uber das Heer tragen liess galt die diktäische Höhle auf Kreta.“ (I, 88) “Apollo kam mit seiner Hutter Leto nach Delphi, wo der Drache Python, eine Ausgeburt der Erdgöttin Gaia, hauste; seine Behausung war eine Höhl e, die an einer Quelle lag“. (I, 1o8) “In einer Höhl e, unter dem Gipfel des Pelion, erzog jener Chiron, Sohn des Ixion, Göttersöhne und Helden, vor allen den göttlichen Arzt Asklepios.“ (I, 128) “Die Göttin Maja, die ihrem Gatten, dem Gotte Zeus, seinen geschicktesten Sohn schenkte, den Hermes, hauste in einer dunklen Höhl e, als sie ihren Sohn empfing und gebar. Es war eine Höhle des Berges Kylien in Arkadien.® (I, 129) "Hermes blieb nicht lange in der Höhle in seiner heiligen Wiege, sondern erhob sich und schritt isHr-r l ! e Schwelle der hohen Grotte ... geraden Weges schritt er mit leichtem Fuss durch d;«H J b 1 e und erklärte seiner Hutter: 'es ist doch besser, in aller Ewigkeit mu den Fnsterbl ichen zu schäkern, in unermesslichen Reichtümern, als hier in der dämmerigen H hie zu hocken.“ (I, 130 132) “Die einzige berühr,'' Liebesgeschichte unserer Mondgöttin ist kleinasiatischen Ursprungs und spielte sich i : einer Höhle ab. Wenn die Hondgöttin Silene hinter dem Gebirgs¬ rücken Latmos in Kïainasien verschwand, besuchte sie ihren Geliebten Endymion, der dort in einer Höhle schlief. Endymion wurde von der Hondgöttin selbst mit ewigem Schlaf beschenkt, damit sie ihn immer in der Höhle finden und küssen konnte." (I, 156) “Nur die zarte Tochter des Persaios, die Göttin mit dem glänzenden Kopfschmuck, vernahm den Schrei der Persephone aus ihrer Höhle und Helios hörte ihn, der herrliche Sohn des Hyperion.“ ( I , 184) “Die Geister der Toten folgten dem Stab des Hermes, des Gottes von Kyll ene, schwirrend wie die Fledermäuse im Winkel einer heîigen Höhl e.“ (I, 195) “Der Ort der Hochzeiten des Zeus mit Demeter und mit Persephone und der Ort der Geburten, die auf die Zeugung folgten, war eine Höhle,» von den Orphikern als Höhle der drei Nachtgöttinnen und des Phanes aufgefasst. Doch wurde jene Höhl e auch unabhängig von der orphischen Auffassung dargestellt und mit rein griechischen Gestalten gefüllt.“ (I, 198) "Demeter kam aus Kreta und entdeckte in Sizilien, in der Nähe der Quelle Kyane, eine Höhle. Darin verbarg sie ihre Tochter Persephone. ... In der Höhle arbeitete die Jungfrau mit Wolle, wie dies auch unter dem Schutz der Pallas Athene auf ihrer heiligen Burg in Athen üblich war.“ (I, 199) “Sogar die Höhle wurde gezeigt, wo Ino, die Schwester der Hondgöttin Semele, das göttliche Kind Dionysos gepflegt hatte. 'Garten des Dionysos' hiess jene Gegend.“ (I, 207) "In einer Höhle des Kithairon, auf der attischen Seite des Gebirges, wurden die thebanischen “Söhne des Zeus", die Zwillinge des Amphion und Zetho geboren. Eine Quelle entsprang vor der Höhl e.“ (II, 47)

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7/3 "Oie Najaden, die Quellen Nymphen, wehten in einer Höhle der Insel Seriphos, wie sie auch anderswo in den Tropfstein-H ö h 1 e n der griechischen Berge ihre Wohnungen hatten." (II, 47) "Herakles schoss mit feurigen Pfeilen in die Höhle und zwang die Unterweltschl a nge so zum Erscheinen," (II, 118) "Herakles wurde vom Kentauren Pholos in dessen Höhle in Thessalien gastfreundlich aufgenommen." (II, 122) "Der Kampf des Herakles mit den Kentauren wogte vom Pholoe-Gebirge bis zur Höhl e des Chiron am Kap Malea." (II, 123) "Volcanos waltete nicht weit von der Höhl e seines Sohnes Cacus in den Flammen der leichen¬ verbrennenden Scheiterhaufen. Cacus stahl dem Herakles vier Stiere und vier Kühe und zog sie in seine H ö h 1 e ." ( 1 1 , 137) "Jason und Medeia feierten ihre Hochzeit in der Höhle der Hakris, der Insel-Nymphe." (II. 214) "Sieben Monate soll Orpheus unter einem mächtige Felsen an dar Mündung des makedonischen Stromes Strymon in einer Höhle verbracht haben." (II, 223) Die oben angeführten Beispiele stellen Einiges unter Beweis: Allgemein kann die Höhle im hellenischen Mythos nicht als Symbol für Erdgötter und -göttinnen angesehen werden (also für chthonische Gottheiten). Denn aus den Mythentexten geht hervor, dass dem Mythenerzähler, dem "Rhapsoden", stets eine ganz bestimmte, örtlich auffindbare Höhle vorgeschwebt hat wenn sich in der Folgezeit aus Gründen, eines verständlichen Lokalpatriotismus der Standort der Höhle auch verändert haben mag. Zum anderen ersehen wir aus der Beschreibung mancher Höhlen, dass und in welchem Masse Helmut Bervä recht hat, wenn er sagt, dass die Hellenen 1000 Jahre im Raume des Dinarischen Karstes "gleichsam aufge¬ spart blieben", bis sie am Ende des 2. Jahrtausends vor Chr.Geb. ihren Wanderzug nach Süden antraten. Dieser Dinarische Karst darf als Karstgebiet par excellence angesehen werden. Hier standen die Hellenen als Hirtenvolk unter dem ständigen unmittelbaren Eindruck schönster eindrucksvollster karstmorphologischer Erscheinungen. Die dortigen Dolinen. Jamas, Schlote, 31 e t schertöffe, Eishöhlen mussten ihre Fantasie umso mehr anregen, wenn sie unter dem Eindruck strenger geometrischer und stereometrischer Formen standen, wenn sie den Kreis, die Ellipse, den Zylinder und Kegelstumpf im Gletschertopf erkannten noch dazu im Schmuck der stets gleichförmigen segmentförmigen und scharf¬ kantigen Karrenril 1 en, welche sie in tieferen Höhenlagen nicht vorfanden. Umso eher waren sie geneigt, diese Wunderwelt als "von Götterhand" geformt zu erkennen. In diesem Jahrtausend und allein in dieser Umwelt konnten jene Mythen entstehen, wachsen und reifen und sodann viele Jahrhunderte von Mund zu Mund weitergetragen werden, denn es gab damals ja noch keine Schrift. Es ist kaum eine Landschaft denkbar, welche auf ein jung entwickeltes Hirtenvolk so ein¬ zuwirken in der Lage war, als der Raum des Dinarischen Karstes. Das heutige Antlitz dieses Raumes können wir mit demjenigen vor viertausen Jahren nicht vergleichen, denn das Klima im Bereich der hoch gelegenen Weiden und Triften war ausgeglichener, wärmer, die Fauna und vor allem die Flora reicher, die Karstformen sicherlich noch ausgeprägter (der Einfluss humöser Wässer auf die Gestal¬ tung der Karrenrill en! ) . Wenn Hesiod im achten vorchristlichen Jahrhundert seine Théogonie nieder¬ schreibt (auf dem Gipfel des Helikon unweit Theben habe ihn die Muse geküsst), und wenn er seine reiche Götter-Genealogie entwirft, so ist uns heute glaubhaft, dass er damit kein autochthones Erstlingswerk schuf, sondern dass er mit seiner Théogonie nur ordnende Hand an einen reichen Schatz von Einzel-Mythen legt, welche damals noch in allen Landen Hellas' mündlich weitererzählt und von Rhapsoden gesungen wurden. Und es ist durchaus schon eine Spätform, in welcher bei Hesiod die Mythen erscheinen; die Göttergestalten dominieren, der Gott, die Göttin als Symbol für erdgeschicht¬ liche Wandlungen werden damals schon nicht mehr richtig begriffen um wieviel weniger einige Jahrhunderte später, als sich Dichter und Philosophen des Hythenschatzes bemächtigen, die Götter¬ geschichten ausmalen, variieren, noch später sie bespötteln. Diese Spätform der Mythologie gibt heute der Pyscholgie und Tiefenpsychologie durchaus mit Recht ein weites Feld zur Durchforschung auf. Uns interessiert hier jedoch nicht das schmückende Beiwerk der Götterlegenden, sondern die Idee, die Symbolik des Ur-Mythos, wie er von Höhle und Karst, allgemein gesagt, von geographischen, geologischen und morphologischen Erscheinungen entscheidend geprägt wird.

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H 7A 8 II Der Karst geologisch und morphologisch im Mythos der Hellenen Auch hierzu eine Vorbemerkung: Im frühen kosmogonisehen Mythos wird alle Natur personifiziert, durch Göttergestalten symbolisiert Sonne, Mond und Sterne, Himmel und Erde, Tag und Nacht, die vier Elemente, Winde, Wolken, Morgenund Abendröte, usw., usw. Das Prinzip des ''symbolon", die unmittelbare Gleichsetzung der o.a. Fakten mit Göttergestalten heute noch abtun zu wollen, ist nicht möglich. Aus Bekanntem folgern wir auf noch Unbekanntes: Noch ist in der Wissenschaft von den Mythen nicht gemeinhin anerkannt, was nach Kenntnis der Urmythen der Völker und Kenntnis der Grundlagen der Geologie sich als Ideen-Assoziation geradezu aufdrängt: Auch wesentliche Stadien der Erdentwicklung sind im Mythos erkannt und dargestellt. Dass wir auf sehr späte Nieder¬ schrift der Mythen bei unserer ^orschungsarbeit angewiesen sind, soll uns nicht daran hindern, einen Weg zu beschreiten, der nur durch das Setzen von Theorien möglich ist. Das ist aber zugleich der Weg, welchen die exakten Wissenschaften einschlagen. Die Geheimnisse der Welt ebenso wie die Geheim¬ nisse der Mythen können immer nur schrittweise angenähert erforscht werden. Stets steht am Anbeginn eine Theorie mag sie verlacht werden und hinfällig werden. Noch gilt es manchem Mythenforscher als unwiderlegbar, dass sich der Mythos jeder rationalen und logischen Deaiung entziehe, dass also alle Aussagen des Mythos auf personeller oder künstlerischer oder religiöser Willkür beruhten. Ob man darüber nicht auch anders denken kann, dazu mögen die folgenden Berichte anregen. "Als Zeus und die übrigen Götter die Erde unter sichaaufteilten, war die Insel Rhodos noch nicht sichtbar. Sie ruhte verborgen in der Tiefe des Meeres. Helios sagte, er sähe vom Grund des Meeres ein fruchtbares Stück emporwachsen. — Aus den salzigen Gewässern spross die Insel empor*. — "Ipollon sah in prophetischem Geiste in den Tiefen des Meeres eine fruchtbare und gesegnete Insel und bat, dass diese Insel einst sein Eigentum werde. — Rhodos stieg aus dem Heere hervor und Apollon umarmte die Nymphe Rhodos* (Texte nach K. Kerenyi und G. Herrmann 1802). M.E. konnte das Prinzip der Hebung und Senkung der Erdoberfläche, das Prinzip der Epirogenese (» "Festlandsbildung") nicht schöner und künstlerischer im Mythos ausgesagt werden, als hier es geschehen ist! Fossilienfunde in grosser Höhe, weitab vom Meere liessen den Mythen-Rhapsoden ahnen, dass dereinst Meeresboden war, was sich später zu Inseln, Festland und Kontinent heraushob. Die Grundlagen der Geologie zu erkennen, dazu bedurfte es und bedarf es auch heute nicht der verfeiner¬ ten Instrumente der Geophysik. "Die abgeschnittene Männlichkeit des Vaters Uranos fiel in das bewegliche Meer. Dorthin warf sie Kronos von der festen Erde. Lange wurde sie hin und her getrieben. Weisser Schaum bildete sich um sie aus der unsterblichen Haut. Ein Mädchen entsprang und wuchs gross darih. Sie schwamm zuerst der Insel Kythera zu, dann aber nach Zypern. Dort stieg die schöne, schamhafte Göttin aus dem Wasser, und junges Gras entspross unter ihren zarten Füssen. Aphrodite nennen Sie Götter und Menschen, da sie aus Schaum geboren wurde . " (K. Kerenyi, I, 57) Meine Deutung der Geschichte von der Geburt Aphrodites muss erst noch durch folgende Hinweise unter¬ baut werden: Es gibt Bildwerke, welche eine personifizierte Göttin des Meeres darstellen (Thalassa) und diese trägt die soeben geborene Aphrodite auf dem Arme. Auch, dass Aphrodite noch im Meere ruhend eine Liebesgeschichte mit einer Muschel gehabt habe, erleichert das Verständnis meiner Deutung. Ferner, dass sie auf einer Schildkröte reitend oder mit dem Oberkörper aus geöffneter Muschel herauskommend dargestellt wird, gibt zu denken. Meine Deutung lautet: Aphrodite symboli¬ siert das Auftauchen von Sedimenten aus dem Meere. Die Erosion ("abgeschnittene Männlichkeit des Vaters Uranos") und der Kreislauf der Gesteinsmaterie (das Erosionsgut gelangt vom Gebirge über Bäche und Flüsse ins Meer), der Meeresspiegel bzw. der Meeresgrund hebt sich: Die "Insel Aphrodite wird geboren", Sedimente, Muschel Kalke treten zutage. Wenn Aphrodite zu den Inseln Kythera, Zypern, Rhodos schwimmt, liegt die Sinndeutung nahe, dass diese Inseln nach Glauben der Mythendichter einst¬ mals Meeresgrund waren. Die Absichelung der Männlichkeit des Uranos verliert wenn sie geologisch als Erosion gedeutet wird jene Grausamkeit, wie sie für den frühen Mythos, insoweit man ihn geo¬ logisch deutet, nicht typisch ist. Ein weiterer Mythos erzählt von Aphrodite, Ares und Hephaistos. Letzterer war der Gatte der Aphrodite, wurde aber vom Kriegsgott Ares betrogen.

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H 7/5 "Hephaistos tat die Nachricht weh. Er ging eilends in die Schmiede und sann Böses. Er schmiedete Fesseln, die unzerreissbar waren und unlösbar, aber auch unsichtbar, zart wie SpinngewSbe .... Ares und Aphrodite,bestiegen das Bett und schliefen ein. Die kunst¬ reichen Fesseln des Hephaistos umflossen, sie und sie konnten kein Slied mehr bewegen." Hephaistos galt als Schmiedegott und wurde darüber hinaus mit allen unterirdischen Kräften in Ver¬ bindung gebracht. So liegt hier die Sinndeutung nahe, dass er die untreue Aphrodite und den Ares als "lockere Sedimente" miteinander verkittete. Die biologischen und mechanischen Veränderungen, die wir heute als "Sedimentologie" bezeichnen, die Veränderung der Sedimente bei der "Diagenese" konnten gewiss von der Intelligenz eines Volkes erkannt und hier so entzückend in einem Mythos beschrieben werden von einem Hirtenvolk, für welches die Kenntnis aller Vorgänge in und auf der Erdoberfläche die alltägliche Beobachtung und Beschäftigung mit sich brachte. "Hephaistos war der Sehortshelfer, der mit einem Doppelbeil oder Hammer dem Zeus auf den Scheitel schlug. Hervor sprang Pallas Athene mit weithin schallendem Schlachtruf, dass der Himmel davon erschauerte und die Mutter Erde. ... Tief dröhnte rings die Erde, tobend schwoll das Meer in Aufruhr der purpurnen Wogen. Über die Ufer stürzte die Ifcalzflut, und lange liess Hyperions Sohn (Helios) die Sofinenrosse stillstehen." Dem Rhapsoden dürften hier Berichte über Xina».und Vesuv-Ausbrüche Vorgelegen haben oder über die Entstehung vulkanischer Inseln aus der Ägäis. Auch das schöne Bild vom Stillstehen der Sonnenrosse infolge des vulkanischen Aschenregens liegt als Sinndeutung wohl nahe. Dass Atiika und die Akropolis sich als Kalksadimente aus der Meere hoben, symbolisiert der Mythos folgendermassen: "Poseidon (der Meeresgott) schlug mit dem.Drei zack auf den Felsen, auf dem später die Akropolis stehen sollte, und liess.sogar da oben ein Meer, eine salzige Quelle entstehen." Aus der obigen Mythe wie auch aus dem Bilde, dass Aphrodite auf einer Schildkröte ritt, ziehe ich den Schluss, dass die Mythendichter die schildförmige Aufwölbung der Erdrinde ahnten ("Seantiklinen"). "Als Poseidon ztj.» Manne herangereift war, verliebte er sich in Halia und zeugte sechs Söhne ("Inseln"?) mit ihr und eine Tochter Rhodos , nach welcher auch die gleichnamige Insel heisst .... Poseidon liess seine Söhne ob der Schande, die sie der Mutter angetan, unter der Erde versinken . " Wenn der Mythos hier sechs "Söhne* des Meeresgottes Poseidon " versinken * lässt, so deute ich dies im Zusammenhang mit den bereits oben dargestellten Mythen als das Absinken des Untergrundes ("Geosynklinale"). Und Fossilienfunde auch auf der Insel Rhodos liessen die Hellenen erkennen, dass Rhodos sidh aus dem Meere erhob ("vom Meeresgott Poseidon gezeugt* wurde). Nun zusammenfassend einige Stichworte aus dem reichen Mythenschatz der Hellenen, welche des weiteren das Interesse und die Kenntnis der Hellenen von geologischen Dingen und zwar bereits zur Zeit der Mythenentstehung im dritten und zweiten vorfhristl. Jahrtausendglaubhaft machen: "Die Göttin Europa überquert auf dem Rücken des Gottes Zeus das Mittelmee.r und gebiert den Kontinent, der ihren Namen "Europa" trägt." "Die Insel Delos schwimmt auf dem Meer*. "Ägypten war ursprünglich vom Meer bedeckt und wurde erst allmählich vom Nil aufgeschwemmt." "Zeus liess mächtige Regengüsse vom Himmel strömen und überschwemmte damit den grössten Teil Griechenlands. Damals geschah es auch, dass die Gebirge Thessaliens si ch spal teten und das ganze Land bis zum Isthmos und dem Peloponnes ein einziger Wasserspiegel war. Die Gewässer einer Sintflut reichten damals bis zum Berg Apesas über der Strasse von Mykene nach Korinth." Im letzteren Bericht von der "Deukalionischen Flut* sehe ich persönlich eine "Sintflut", wie sie fast in allen Mythen der Völker beschrieben wird. Ich neige zu der Auffassung, dass es sich hierbei um die ausgehende Eiszeit (Würm) handele, deren Schmelzwässer in solchen *Sintflut*-Mythen zu ungeheuren Überschwemmungen wurden.

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H 7/6 "Als Hippolyios entlang der Küste des Saronischen Golfes mit deinen edlen Rossen nach Epidaurus und Argos fahren wollte, entstand ein Erdbeben und ein Beben des Heeres. Es erhob sich eine Woge, die den Isthmos verdeckte." s.o. "Es lag eine kleine Insel im weiten Umkreis von Troja, in der Nähe von Leños. Han nannte diese kleine Insel auch Nea, die "Neue", einem vulkanischen Eiland ziemend, welches leicht auch wieder verschwinden konnte, wie es von diesem Eiland schliesslich berichtet wird.® "Das Auftauchen der Persephone aus der Unterwelt war der Geburt der Aphrodite gleich, nur erhob sie sich aus der Erdentiefe, nicht wie Aphrodite aus dem Heere." Die Hellenen der vorschristl ichen Jahrtausende empfangen ihre geologischen Eindrücke aus ihrer damaligen äeimat, dem Dinarischen Karst, aber sie haben auch eine engere Beziehung zur endogenen Dynamik als nördlicher wohnende Erdbewohner. Sie spüren, je mehr sie nach Süden ziehen, dass die Erde bebt, dass sie unterirdisch in Bewegung ist durch Erdbeben, durch vulkanische Ausbrüche. So bleibt der aufs engste mit der Natur verbundene Hellene empfänglich für die Wandlungen, für das ewig Neue der geologischen Vorgänge in und auf der Erde. Hesiod berichtet in seiner mythischen Théogonie, dass der Himmelsgott Uranos mit der Erdgöttin "Kinder zeugte, die ihm von Anfang an verhasst waren, sodass er sie in der inneren Höhlung der Erde verbarg und sie nicht zum Licht hinauf liess" "die riesige Göttin Gaia stöhnte und fühlte sich eng durch die innere Last". Nur wenn man geneigt ist, den Inhalt aller Mythen als Willkür zu be¬ trachten, wird man die hier doch so nahe liegende Deutung ablehnen, welche lautet: Hit diesen Kindern der Erdgöttin Gaia, welche Uranos nicht ans Licht herauf lässt, sind jene heute als "Subvulkane", Plutone, Batholithe und Lakkolithe" bezeichneten magmatischen und glutflüssigen Hassen symbolisiert, von welchen die Hellenen, um wieder mit den Vorsokratikern und mit Strabo. z u sprechen, dank ihres erstaunlichen Instinktes für geologische Vorgänge eine lebendige Vorstellung hatten und diese Ideenwelt darüber hinaus in so er¬ staunlicher künstlerischer und verständlicher Form zu umkleiden wussten! Zum Abschluss dieser Betrachtungen Uber den Einfluss der Karstlandschaften auf die Ur-Mythen der Hellenen skizziere ich Ihnen, meine Zuhörer, meine Gedanken zur erdgeschichtlichen Einordnung der Götter-Generationen auch wenn mir klar sein muss, dass diesen hier vor mir als erstem vorgetragenen Ideen nicht sogleich Folge geleistet werden kann. Das "Chaos" der Ur-Hythen, den Gott Okeanos mit der Heermutter Tethys, der Erdgöttin; Baia, mit dem Gott Pontos, die Nachtgöttin Nyx und den Gott Eros ordne ich in das Archaikum (Azoikum) mit seiner ersten (Laurentischen) Gebirgsbildung ein. Die Herrschaft des o.a. Uranos mit seiner Gemahlin, der Erdgöttin Gaia ordne ich dem Paläozoikum mit seinen mehr¬ fachen vulkanischen Gebirgsbildungen zu. "Seit der blutigen Tat des Kronos (siehe oben Seite 4) nähert sich der Himmel nicht mehr der Erde zu allnächtlicher Begattung." "Die Urzeugung nahm ihr Ende® (* der Vulkanismus mit seinen Erstarrungsund Hassengesteinen!). Diese Göttergenerationen des Kronos identifiziere ich mit dem Mesozoikum einschl. des Tertiärs als der geolog. Epoche geringeren Vulkanismus und den Frühund Hauptphasen der alpiden Gebirgsbildung, der Bildung erster SSdimentgesteine und-Gebirge (Aphrodite) und wechselnder Heeresüberflutungen als Folge der Hebungen und des Absinkens von Kontinental¬ schollen. Die für alle Mythen kennzeichnende Hervorhebung des Gottes Zeus als des endgültigen Herrschers giM sir Anlass, dessen Herrschaft vom Beginn des Quartärs bis zum Beginn der Hythen-Niederschrift (Hesiod, Homer) zu datieren, also von der Zeit an beginnen zu lassen, in welcher die vulkanische und alpide Gebirgsbildung aufhört und sich die Kontinente ange¬ nähert in ihrer heutigen Form abzeichnen. "Seine Herrschaft erlangte Zeus nicht nur durch den Sieg über die Titanen (vulkanische Kräfte) sondern vielmehr durch Hochzeiten und Bündnisse mit Tächtern und Ekel innen der Erdmutter Gaia." Darin sehe ich im Sinne der Mythen-Dichter das Symbol für die stabilisiert gedachte Gestainsmaterie, bzw einen stabil gewordenen oder verlangsamten Kreislauf der Gesteinsmaterie.

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H 7/7 B III Höhle und Karst in ihrer Bedeutung für den geometrischen Stil der Hellenen Hierzu muss ich mich aus Zeitnot kurz fassen und vermerke als Ergebnis umfangreicher eigener Arbeit hierüber lediglich Folgendes: Dieses Bild (Dia) einer attischen Vase aus der Zeit des geometrischen Stils zeigt ihren geometrisch ornamentalen Schmuck, welcher auch in der Folgezeit mindestens als Umrahmung bildnerischer Darstel¬ lungen nie mehr verlassen wurde. Ob die Hellenen ihre Freude an geometrischen Formen bereits aus dem mittelgermanischen Raum mitbrachten, mag dahingestellt bleiben. Ich gebe hier meiner Überzeugung Ausdruck, dass Höhle und Karst im Dinarischen Raum mit ihrer überreichen Formenwelt, dass Kristalle und das Schneekristall, immer wieder betrachtet und erlebt, geeignet waren, die Freude an geometrischer Form zu weeken bzw. wieder zu erwecken. "Jedes Ding, wohl betrachtet, löst ein Organ in uns aus" dieses treffende Wort von J. W. Goethe kennzeichnet den Weg der Hellenen vom Empfin dungstrieb zum Formtrieb, von der Anschauung zum Gestaltungswillen, von der Natur-, der Urform bis zur ausgeführten Kunstform. B IV Karstformen als Wurzeln des hellenischen Tempels Auch zu diesem Punkt fasse ich das Ergebnis eigener Arbeit zusammen und bemerke ausdrücklich, dass meine Gedanken neu sind und von der Archäologie noch nicht anerkannt werden. Walter Andrä erklärt in seiner Arbeit über die jonische Säule (1933), dass das Vorbild für die Kannelierung der jonischen wie dorischen Säule die "Rohrbündelsäule von Basra" sei und dass die an ihr entstehende konvexe Form von den Hellenen ins Konkave verkehrt worden sei. Dieser Auffassung zuzustimmen, sehe ich umso weniger Anlass, als der Anblick dieser Rohrbündel-Säule mich zu einer Ehrenrettung der Hellenen ermuntert: Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Schöne, Gute und Natür¬ liche so nahe liegt. Mehrere Geologen und Morphologen haben vorgeschlagen, die Karrenrille umzu¬ taufen in "Kännelierung" Sie haben damit zwar nicht sagen wollen, dass sie die Karrenrille als das Vorbild, als die Naturform, die Urform der Kannelierung betrachten aber sie hätten es m.E. getrost tun dürfen! Ich bringe Ihnen dazu mehrere eigene Dias in Gegenüberstellung von "Kannelierungen" aus den Kalkalpen über den Dinarischen Karst bis zur Peloponnes, Attika und dem Parnass,nicht zuletzt auch jene 90 ßeter senkrecht verlaufenden Karrenrillen der Sandsteine von Meteora in Thessalien. Die diesen Natur-Kannelierungen gegenüber gestellten Kanneluren der Dorischen und Jonischen Säule zeigt die absolut getreue Übereinstimmung der wesentlichen Merkmale der Urform und der Kuhstform: 1) die Karrenrillen haben stets segmentförmigen Querschnitt , wie ich das in zahlreichen Beispielen in homogenem Gestein feststellen, fotografieren und nachmessen konnte. Das Gleiche weist Prof. Friedrich Krauss, München, 1957 für die Kannelure seiner Arbeit über den Tempel von Olympia nach. 2) die Karrenrille verläuft stets senkrecht bzw. i.d. Fall-Linie der betr. Kalksteinplatten. 3) Die Karrenrillen sind nebeneinander gleicht breit und stets durch scharfkantige Grate getrennt. Ein Jahrtausend lang hatten die Hellenen die Karrenrille im Dinarischen Karst täglich vor Augen, in Hellas fanden sie die Karrenrille wieder. Ihr begeistertes Erlebnis dieser Urform legt es umso mehr nahe, den Hellenen das Aufgreifen dieser natürlichen Urform zuzumuten, als sie die strenge geometrisch-stereometrische Karrenrille als "von den Göttern " eingemeisselt halten mussten. Was von der Kannelierung der Tempelsäule gilt, gilt ebenso vom Entwurf des Tempels in seinen sämtlichen Grundmassen; Nirgendwo ist hier künstlerische Willkür festzustellen. lass und wie der griechische Tempel auf das Exakteste aus dem Sechseck und seinen Propor¬ tionen, den Diagonalen des Sechssterns konstrui ert worden ist und zwar ein Jahrtausend lang hat Pater Odilo W o 1 ff 1912 in seiner Arbeit "Tempelmasse" zwingend nachgewiesen. Dieses Werk steht in allen archäologischen und baugeschichtlichen Bibliotheken. Den Fachleuten ist est bekannt. Keiner hat bis zum heutigen Tage die Ergebnisse dieser Arbeit des hochverdienten Paters Odilo Wolff in Zweifel stellen können. Das Sechseck wird aus der KreisGeometrie entwickelt, so dass ich auch hier die These wage: Grössere Kreislinien fand der Hellene an den Rändern zylindrisch ausgestrudel t er Dolinen. Jamas und Schlote. Auch hier hielt er die strenge Kreislinie, die reine Zylinderform als "von den Göttern" geschaffen und suchte es den Göttern im Tempelbau gleich zu tun.

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H 7/8 C Die Geomorphologie und der Qestaltungs» und Formwille; Überwindung von Vorurteilen. Ursache und Wirkung in der Physis wie in aller Kultur flach den unmittelbar vorher gemachten Darlegungen und gezeigten Dias begnüge ich mich auch hier mit einer abschliessenden Zusammenfassung: P e 1 a g i u s schreibt im 4. nachchristl. Jahrhundert in seinem berühmt gewordenen Brief an die 16-jährige Demetrias: "Denn Gott hat den Menschen, sein gSttlichstes Werk, mit Vernunft begabt, damit er über die Elemente und über die Wesen herrsche, die ihm an Kraft überlegen sind, damit er die Materie bezwinge und das Gesicht der Erde Umstürze und umge¬ stalte durch sein Tätigsein". Die Hellenen haben mit ihrer Kultur dies vorgelebt und der abendländischen Kultur in allem den Weg und die Richtung gewiesen. Als Begeisterte am Leben f a ls Natur-Liebende, als Erkenntnis-Suchende sahen si e in allen Naturerscheinungen das Wirken des göttlichen Logos, und dessen Gesetzmässigkeiten geordnet nach Mass, Zahl und Gewicht. Spätere Zeit hat aus Vorurteilen die hellenische Götterwelt missverstanden. Den Hellenen waren ursprünglich alle Götter und Göttergenerationen Symbol für Naturerscheinungen. Sie zwangen daher niemanden, an diese Götter zu “glauben", sie muteten ihren Göttern keine "Offenbarung" zu. Dass und wie geographische, geologische und morphologische Dinge wohl betrachtet zur Ursache des Denkens, Handelns und Gestaltens werden können, das hoffe ich mit meinen Ausführungen über jenen Bruchteil der Erdoberfläche "Höhle und Karst" darge¬ legt zu haben. Die Wirkung dieser Umwelteinflüsse liegt in der gesamten hellenischen Kultur offen zutage nicht zuletzt in ihrem Tempelbau, ihrer Plastik, allen ihren schönen Künsten und ihrer Philosophie.

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H 8/1 Gravures nèblitlxiques sur l'Ile de Naxos (Cyclades) A.J. PETHOCHILOS (Atïiènes/Grèce) Sur l'H® it Naxas, la civilitatien oycladiqu» a f]«uri,
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H 8/2 Un» imrr» rend» de 57x57x10 cm. a iti treuvSe 3 AgU Triada Mouts*unas,(9) partant de chaque cfftî une spirale. Uune d'elles est ferraie de fessettes denses et minuscules, tandis que l'autre prisente des fossettes de dimen¬ sions diverses. Sur les herds sent taillis des signes ressemblant 3 ceux de la plaque de Driti (Fig. 8-9). D'aprSs cette constatatien, teutes les spirales reprisentent le soleil aux diverses saisons : une grande spirale avec une petit» fermSe de fessettes, c'est l'itS, l'inverse c'est l'hiver et les spirales de dimensions moyennes reprisentent le printemps eu l'automne suivant leur orientation. Le nombre total de tours dans les deux spirales qui est teujeurs de deuze, reprisent» las dpuze mois de l'annie (fig.10). Taut cela montre que les habitants prihistériques de Maxes avaient des connaissances astronomiques il'y a 6.000 ans. Fn plus des reprisentations cities ci-dessus, en a dieeuvert dans la rigien Athalasseu. (15), gravies sur un ro¬ cher, plusieurs plantes de pieds humains par paires successives (Fig.11), Les cenclusiens ci-dessus dicaulant des recherches, diceuvertes et itudes du professeur de mathimatiques Michel Bardanis, membre de la S.S.H. (l) Dans le même style, mais portant des rpprssentatiens totalement différentes, dix plaques de marbre ont Sti diceu . vertes incorporées dans un mur (Phet.,1) contemporain sur la colline "Cerfi t'Areniou 1 ' (16) (alt,200 m.), situie entre les baies de Panarmes et de Klideu, au S-E de l'île (Phet.2). Les plaques sont de couleur grise eu blanche. Six d'entre elles ont été recueillies par le prof. M. Bardanis en 1961, deux par l' a rchéologue M-Chr. Doumas et deux autres par Mme A. Pitrechiles et M.J. loannou en 1962, dont la première après démolition d'une partie du mur. La second» a éti provisoirement laissée emmurie î cause de difficultés rencentries relativement 3 la démeli. tien du mur (2) (Phot. 3). Les plaques sont 3 peu prés des mêmes dimensions (50x30 cm et grosses de 30 cm. environ) et sent censidéries corn me des matériaux de construction de la demeure d'un notable de quelque village préhistorique de la rigion. Les incisions ferment les scènes suivantes : 4 scènes pastorales, 3 scènes de chasse, 2 3 flot et 1 scène de dans* Pastorales : 1) Trois hommes et une chèvre (dicouverte par A. Pitrechiles et J. leannou ) (Phet.4). 2) Un homme et un cerf (Phot.5) 3) Un boeuf, une chèvre et un homme (Phet.5). 4) Un boeuf et un homme (Phot. 6). Toutes quatre prisentent les hommes, comme les animaux, du même air calme. De chasse : 1) Un homme et un animal, la gueule ouverte, et des lignes verticales sur le des. Elles expriment probablement le poil hirissé de 1' animal. 2) Le même animal apparaît sur une autre pierre, entre deux hommes. Le premier semble le blesser par derrière. Le deuxième tient une massue dans chacun» de ses mains levées, probablement prêt 3 faire face 3 un» attaque de l' a nimal. (3) Un homme tirant un animal par la queue, l'animal s'efforçant visiblement î s» libirer. (Découverte par A. Pitrochiles et J. loannou (Phot. 9 et 3 ). A flot : 1) Une femme et un hemm» dans une embarcation (Phet.10). 2) Un animal dans un» barque et un hemm» sur 1» peint de monter dans 1' e mbarcation (Phot.11). De Danse : 1) Jrels hemmes dansant. Cette scène rappelle un» dans» grecque centemperain» (Phet.12). L'étude des plaques citées ci-dessus a iti entrepris» par les archéologues MM. Chr. Doumas (3) et G. Korres (6), qui les attribuent 3 l'épeque protocycladi q uo (3000-2500 ans av. J.-C.). Très peu de recherches ont iti effectuées tant dans la rigien "Cerfi t'Areniou" que dans l'île de Naxos entière. 11 est certain que des recherches systématiques doivent révéler d'autres vestiges de la très ancienne civilisatier cycladique. Teutes les plaques gravées mobiles qui ont éti découvertes 3 Naxos »nt éti déposées au Musé» d'Apiranthos, 3 Naxs< par les soins de H.M. Bardanis.

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Eté (9 tours) Equinox* (3 tours inachevés à chaque spirale) Planche 2 Fia w 6 t. Eauinoxe 6 t. « -> Sole il Différentes spirales représentant le soleil aux diverses saisons. Crète Planche (+ w v>)

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Planche 1 Plaque de Driti CD ® ^ O Vier. Góm.Bél.Poiss.Sag. %  ^Pois. ÖVers. y^Gapric. I Sag. rtscor. T Balance

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NAXOS Colline "Corfi t'Aroniou" H 8/5 Fot. 5 Fot. 6

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H 8/6 NAXOS Foi. 7 Fot. 8 m Fot. 10 Fot. 11 Fot. 12

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H 8/7 A/ A X O 5 Planche 3

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H 8/8 Plaques gravées ¿ Dr ire (CrSta ) En plus ¿es plaques de Naxas, ¿eux plaques gravies de scènes pastorales ont ít? diceuvertes entre autres en 1932 36, au caurs de feuilles entreprises par les professeurs P. Demargn®, Sp, Marinates et H , Effenterre, èDrires, ancienne citî de la CrSte situé entre les villages Fournis et flicopelis Miraimlau (Lassithi). La plus grande des plaques représente, sur les deux cotés, un troupeau d 1 a ninaux, probablement des cri~cri (chè¬ vres sauvages de la Crète), avec des bergers et des archers embusqués. L'autre représente les memes animaux sur l'une des surfaces seulement, sans autres représentations (fig,12). Les plaques en question sont attribuées par les spécialistes è une époque plus récente (7e-6e siècle avJ.-C. ) „ Les gravures rupestres découvertes tant î Naxos qu'en Crète présentent une similitude surprenante de style avec celles découvertes en Italie (Monte Begs, Valkaraonica), en Suède, en Russie, en Afrique (Sahara, Haute Egypte)etc D 2 ) 3 ) 4 ) 5 ) 6 ) 7 ) 8 ) 9 ) 10 ) 11 ) 12 ) 13) 14) 15) Bibliographie Michel Bardanis A. Pétrechi l o s • Chr. Doumas Chr. Doumas Chr. Doumas G.St.Cerrés , Sp. Marinatos Prof. Demargne Gius P. Isetti : Données sur les connaissances astronomiques des hommes préhistoriques (Bulletin N*7 de la Bibliethèque Nicolas N. Glezas, tome II, 1966-67). J. Isannou : Bulletin de la S.S.H. tome 6, fase. 7-8, p. 43, 1962. : Bulletin Arch. 18, 1963 (1965), Partie B 2, Chronique, p. 276. : Bulletin Archéol., 20, 1965, Etudes A. : Le incision! rupestri di Nasso, nolle Cicladi, B.C.S.P. Ill, 1967. : Sur la détermination de l'âge des plaques de marbre découvertes â Corfi t'Aroniou" de Naxos, Chronique archéologique 1965. : B.C.H, 60, Le temple géométrique de Dréros. Les pierres i graffites (pp. 278-280). : B.C.H. 1937. : Rivista di studi Liguri, 25 N. 1-2 1959. Osservazioni su alcune differenze tra la incision! di Val Meraviglie et Nal Fontanabla, p. 111-129. Man. Sis : Gravures sur les rochers de Valkamonica. H» Kühn : Die vorgeschichtliche Kunst Deutschlands (Propyläen), Berlin 1935, p . 72-106. H. Kühn : Die Filsbilder, p. 299. H.G. Bandi, H. Lothe : Die Steinzeit, Vierzigtausend Jahre felsbilder, Baden-Baden 1 962, en Wadi-Djerat (Tassi li), P. Huardt-D. Lapatinsky : Bull, de la Seci. Préhist. française 59, fas. 9-10, 1962 (1963). Gravures rupes¬ tres de Guona et de Bardai (ver. Tibesti), pp. 226-635. P. Huardt-J, M. Massif : 60 f, 78, 1963 (1964), Gravures rupestres du Tibesti méridional et du Bsrkou, p. 468 suiv.

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H 9 /1 Las pinturas rupestres de O,jo Guareña, Burgos JOSE LUIS de URIBAREI ANGULO ( Burgos/España ) Summary Prahistaric Cav* Drawings in "Ojo Guaraña", BüíUOS, Spain. This complíx karst of "OJO G'JARDf'A" is placad in the northern part of the province of Burgos : 43°02' N, 0 o 01'W. The object of the author ;is to make known the discovery of the paintings, engravings, sculptures and bare foot-prints found in these caves, which form altogether probably the most complete assembly in the world. The chronology of these works is provisionally catalogated within the periods : Auriñaci e nne, Magdalénien and the Bronze age. But it is probable that more periods exist. The representations of a prehistoric art already discovered show fundamental differences with those found in OJO GUARENA, therefor* the author proposes a new term : OJO GUAREfOSE. Might be said that this new art 0JÛ GUAREOSE could be the result of a union in Castilla between Levantine and French Cantabriqu* art. The thousands of bar* foot-prints found in one of the galleries in OJO GUARENA are perfectly conserved and because they are situated near a chamber containing ingravings that are typically "Auriñaci e n", the auther puts forward his Hypothesis that they probably belong to the same period. In the "Chamber of Paintings" the estrat* is rich in carbon and in one of the basins in the rock wall the base of the artist prehistoric palet has been found, deep enough to contain adequate material for a precise calculation of the age of these drawings. Howener, at the time of meeting such analysis has not been made. Zusammenfassung : Vorgeschichtliche Kunst in "OJO GUARENA" (Burgos / Spanien). Der Karstkomplex OJO GUARENA befindet sich im Norden der Provinz Burgos, südlich der Kantabrisehen Gebirgskette,auf den Koordinaten 43 o 02’n, Ü 0 ÜT : k. ln dieser Mitteilung wird üoer di Entdeckung von Malereien, Gravuren und Fuss-Spuren in dem genannten Komplex bohandel t. Er ist einer des grössten Karstkomplexe in der Welt (ca. 36,5 Km^). Seine Erforschung ist noch nicht abgeschlossen. Obwohl das Studium der Chronologie noch nicht beendet ist, können wir mit Sicherheit Aurignacien, Magdalénien und Bronzezeit (neben anderen noch nicht bestimmten Perioden) registrieren. Di* künstlerischen Darstellungen bilden eine der vollständigsten Sammlungen und sehr wahrscheinlich di* ursprünglichst* der bisher entdeckten. Gewiss* fundamental* Unterschied* zu den bekannten vorgeschichtlichen künstlerisch* Darstellun* gen geben Anlass, einen neuen Terminus zu verwenden : OJO 3ÜARENENSE. Es wird auf di Möglichkeit hingewiesen, dass der OJO GUAREÑENSE des Ergebnis der Vereinigung der Kunst der Ostküst* mit der Kantabrisch-französisehen Kunst ist. Di* Tausend* von Fuss-Spuren in sehr gutem Erhaltungszustand und in der Näh* eines Saals, in dem typische Aurignaciengravuren Vorkommen, lassen den Autor vermuten, dass di* Spuren zu dieser Periode gehören. Di* Sediment* im Malereiensaal sind reich an Kohl*. Ausserdem wurden Farbstoff* in ein«'Höhlung gefunden, di* darum di* "Palette des vorgeschichtlichen Mannes" genannt wurde. So steht reichliches und geeignetes Material zur Ausführung radioaktiver Analysen zur Verfügung, mit welchen dies* Malereien genau datiert werden können. Dies* Analysen sind zur Zeit des Kongresses noch nicht ausgeführt worden, weshalb ein* definitiv* Chronologie noch nicht angegeben werden kann. Resumen : El compleje kSrstico de OJO GUARENA se encuentra al norte de la provincia de Burgos, al Sur de la cordillera en las coordenadas 43°02 N Q 9 01 M. El objeto de la comunicacifin es poner en conocimiento del hallazgo de pinturas, grabados, esculturas y huellas do pies descalzos en dich* complejo, uno do los mayores del mundo con una topografía do 36,5 Kms. sin finalizar la exploracién.

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H 9/2 SI bi«n 1* crsnología «sti aun pandi*nti d* »studios, podtmos catalogar con s»guridad: Auriñaci*nsi, Magda!*ni » ns» y Edad d«l Bronc», apart* d* otros p«ríodos aún sin dífinir. Las r*pr»s»ntacion»s artísticas forman uno dt los conjuntos más campistos d*l mundo, y *s s*guram«nt» »1 mSs original de los aparecidos hasta la ftcha. Ciertas diferencias fundamentales sobre *1 arte prehistórico conocido dan base a la necesidad de utilizar un nueve termino ; * EL OJO GUAREÑENSE " Se apunta la posibilidad de que *1 OJO GUAREÑENSE sera *1 resultado de la unión en la meseta castellana del Arte Levantino y *1 Franco Cantábrico. Los miles de huellas de pies descalzos, en perfectísimo estado de conservación y próxima a una sala en la que apare¬ cen grabados típicamente auriñacienses, sugieren al autor la posibilidad de que las huellas pertenezcan a dicho pe¬ ríodo. La estratigrafía de la Sala de las Pinturas, rica en carbón, así como el hallazgo ds la masa de la pintura en un hueco de la roca, a la que se pduría denominar "paleta del pintor prehistórico", proporcionan material muy abundante y sobradamente suficiente para realizar análisis radioactivo» que fechen exactamente dichas pinturas. En *1 momento del Congreso dichos análisis aún no se han realizado por lo que no se establece la cronología definitiva. Aparición de pinturas rupestres en »1 complejo de "OJO GUAREÑA" Burgos (España ) . PreSmbul o : Ante la imposibilidad de presentar la totalidad de hallazgos arqueológicos realizados en OJO GUARENA provincia de Burgos España, la presente comunicación se ciñe exclusivamente a las pinturas rupestres aparecidas en el año 1968. Situación geográfica del complejo klrstico de OJO GUARENA . el compleja se encuentra en el norte de España, en la provincia de Burgos, al sur de la cordillera cantóbrica.partido judicial de Villarcayo y sus coordenadas son 43 a 02' latitud Norte y 0°01 ' longitud Oeste. Descripción del complejo "OJO GARENA" . Entre las localidades de Cueva de Sotoscueva, Villamartin y Horillayuso queda ubicada la red de galerías que forman el complejo. El desarrollo de la caverna es de un recorrido topografiado de 34.ÜÜÛ metros estando su exploración en unos 4J.0ÜÛ metros. Sus entradas son : Ojo Guareña, San Tirso y San Barnabe, Kaite, Kubía, Palomera, Dolencias, Covaneira, Sima de los Huesos, Cueva de Cornejo, Torca, Torquilla y Torcona, Cueva da Villamartin, Cueva del Prado. Arqueológicamente tienen interés las entradas de : Kubiá, Palomera, Kaita, Sima de los Huesos. La estratigrafía inmediata al complejo tiene la dominante E-'»/ y paralelas a la Galería Principal del Complejo. Al norte del complejo justamente en Medina de Pomar debemos señalar *1 contacto entre *1 infracratScico y el cenomanense; ya en el valle de Cueva de Sotoscueva el contacto entre este último y »1 turonense inferior, ligeramente al sur y situado en la pérdida del Guareña encontramos el contacto entre turonense inferior y superior. Siempre al sur y situándonos en la entrada de Palomera y Dolencias, se halla »1 contacta entre el turonense superior y el conaciens*. Localización topográfica de la Sala de las pinturas. Para estudiar la "Sala de las Pinturas" debe escogersa la entrada de Palomera por ser esta entrada *1 acceso más có¬ modo y cercano. Se halla esta entrada en una dolina de unos 800 n/ inclinada a favor de los estratos N-S. Aquí se hal¬ lan tres refugios en los que *1 Servicio de Investigaciones Espeleologicas de la Diputación ds Burgos ha encontrado fragmentos de cerámica principalmente Bronce, al lado de los mismos está la entrada de Palomera, sus dimensiones son 40 mtrs. ancho 6 metros alto, la galería desciende en plano inclinada, elevándose *1 techo, y acortándose en cam¬ bio la anchura, hasta encontrar a los 80 mtrs. un muro dotado de reja metálica realizada por la Diputación de Burgos, para proteger la caverna. Pasada la verja, se encuentran encharcamientos, siguiendo el descenso hasta enlazar con la Galería Principal, atrave¬ sando esta se encuentra la Sala de Cartón en la que aparecen numerosos grabados rupestres realizados la mayoría con los dedos, " macarronis ", siguiendo su pared derecha y remontando una colada estalagmítica encontramos la "SALA DE LAS PINTURAS". Sus dimensiones son de unos 13 mtrs. per 7 mtrs. la altura de unos 12 mtrs., en el fondo de esta sala y a en su parod derecha se dan con mayor profusión las pinturas. A su entrada y antes de descender el talud, en su parte derecha apparece en una huella de erosión la masa con la que se efectuaban las pinturas. Analizada esta masa d* pintura sus resultados son :

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Complejo Karst ico de Ojo Guareña Sala de las Pinturas Perfil Longitudinal M N Escala: 1 : 400 JL " 1 2 3 4 5 6 7m Escala de planta y secciones figura 9 a 16 Topografía: José Miguel López Vicente Espinosa Arnulfo Bou Burgos Noviembre 1968 X '•O OJ Paleta del pintor

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H 9/4 Figuras 13, 14 y 15 Triángulos y figura 6 (abajo)

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H 9/5 Figura 5 Figura 12

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H 9/6 figura 11 Panel derecho figuras 11 al 16

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ÍL2Z2 Humedad Grasa Cenizas Cal ció insol ubie Manganeso Garbín 8,2Q? 3,58? 30,00? 18,30? 14,51? indicios 51,20? DescripciSn de las pinturas. Las pinturas estín realizadas todas ellas en negro, la mayoría realizado silo el perfil, su altura es sobre el suelo primitivo de 50 cms. a 1 mtr. de altura. La ejecución es "dextrorsum" es decir pjpcutada de izquierda a derechera todas la cabezas de animales se encuentran a la derecha del cuerpo. Las representaciones son aisladas en general ya que el caballo encabritado puede estar relacionado çon otras figuras, í.Representación de venado. Mide 88 cms. de longitud y 53 cms. de alto. Se trata de un cérvido, su contorno está rail izado con trazo sencillo y muy seguro, el interior del cuerpo rayado aunque la pintura ligeramente desvanecida, su vientre sugiere la posslbilidad que se trate de un animal grávido, la cabeza muy pequeña será una constante en las representad ones de animales de esta Sala, por o desaparecer o encontrarse minimizada de ella sale en este caso una poderosa y bella eormamenia. Fig. 2 Mancha negra amo r fa. De unos 35 cms. de longitud 28 cms. de ancho su contorno no permite definir de que se trata. Su ferma recuerda la de la tortuga o sugiere un escutiforme, hemos preferido denominarla amorfa. Fig. 3 Mamífero con cria . Mide 2,4 mtrs.de largo, y 1,30 alto, se trata de un bóvido en cuyo interior aparece una figura igual que podría tra¬ tarse de la cría. El contorno está relizado con trazos negros aprovechando la morfología de la pared. Fig. 4 Figura femenina 7 esquemática. A la altura del pecho de la fig. 3 nos aparece una figura muy dudosa que puede tratarse de un animal ligeramente esbozado o una figura femenina esquemática muy parecida a las de la Cueva de la Roche ( Dordogne). Fig. 5 Caballo Alargado y estilizado . Mide 103,50 de largo y 42,5 cms. de alto. Se trata de un óquido excesivamente alargado y estrecho en relación con las restantes proporciones del cuerpo. El contorno se halla realizado por trazo negro y seguro, también aprovecha la forma de erosión que justamente coincide con el vientre del mismo. La cabeza se halla también minimizada y el artista no ha prestado gran interés a las patas de! animal. ¿1 conjunte re¬ sulta muy agradable. Fig. 6 Animal parcialmente oculto . Resulta interesantísima esta figura de 54 cms. de largo y 13 cms. de alto que se halla enterrada en gran parte y recu¬ bierta de recristalización estai a gmítica. El ola que se excave y se ponga al descubierto se podra saber ie que animal se trata en principio recuerda una figura de fabalí. La pintura está efectuada con exactitud sorprendsnte.y su cuerpo totalmente relleno por pintura negra. Figura 6 bis Serie de triángulos . Miden aproximadamente 20 cms. de largo y 15 cms. da alto. Podrían se representaciones sexuales femeninas. Fig. 7 Mamuth. Mide 18 cms. ancho y 12 cms. ae alto Al igual que la figura 6 está también parcialmente oculta pero reconocible. Cabeza ojo y trompa están claramente visibles. Realizada en trazos negros, Fig. 8 Serie de puntos. Figuran varios puntos cuya interpretación desconocemos. Fig. 9 Figura cazador . 27 cms. alto y 8 cms. ancho es una figura muy dudosa que hemos denominado de cazador. Fig.9bisFigura filiforme. 27 cms. al to y 8 ancho. Podría considerarse como figura humana estilizada, cerca de la misma aparecen serpentiformes.

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H 9/8 Fig. 10 Caballo acéfalo . 59 cms. ancho, 15 cms. altoLa pintura se halla parcialmente djluida. Fig. 11 Reno. 41 cms. largo 15 cms. alto, trazos gruesos y firmes, se trata de un cérvido que recuerda mucho al reno, carece de patas. Fig, 12 Caballo negro . Mide 56 cms. longitud 28 cms. alto. Contorno con trazos firmes y gruesos , interior relleno con pintura plana. Posi¬ blemente, tirando del cordel se vislumbra una figura humana, aunque también se puede tratar de una figura superpuesta incompleta. Fig. 13 Dos cérvidos . hide 75 cms. largo 5b cms. alto el uno, el otro 41 cms. largo 20 cms. alto. Trazo firme y seguro, contorno negro sin reí 1 e no. Fig. 14 Brujo . Los espeleologos hemos bautizado a esta figura coma brujo si bien puede tratarse de una félico femenino, hide 80 cms. alto y 38 cms. ancho. Hasta su mitad es fusiforme más abajo la figura se abre simulando das piernas. Fig. 15 Dos cápridos . Se trata de dos cabras muy estilizadas con la cabeza minimizada, cuerpo relleno de pintura negra. Fig. 16 Perfil humana 7 . hide 31 cms. alto 12 cms. ancho. Es una figura similar a la anterior que recuerda un brujo recubierto de ramas. ConclusiSn, Es prácticamente seguro que nos encontramos ante un santuario paleolítica, dotado de una forma de arte muy original que nos presenta variantes de conceptos sobre el arte prehistórico existente. La aparición sistemática de triángulos, las cabezas que o faltan o son minimizadas y el sentido dextrorsum de ejecusián, la ausencia de patas o la falta de interés por las mismas son a nuestro juicio las constantes más importantes del conjunto. La excavación del suelo puede poner más figuras al descubierto. La existencia de restos importantes de pinturas y la existencia de varios estratos en los que aparece carbón permitirán, aparte de los datos quq se obtengan del análisis granulométrico, el empleo de carbono radioactivo para fechar exactamente la cronología de este conjunto artístico. Pendientes de estos análisis hemos omitido premeditadamente dar nuestra opinión sobre la época a que corresponden, permitiéndonos sin embargo poner un énfasis especial en el hecho que las circunstancias señaladas permiten fechar exactamente la antigüedad de este conjunto prehistórico.

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H? 10/1 La grotta preistorica di Capriles nel supramonte di Orgosolo (Sarde^na-Centro-Orientale ) L.3ENTINI -P.P.BIONDI t L. DONINI (Faenza/It a l ia) U gratta ¡sreistarica di Capriîes e stats aggetta di studi s ricerchs da parte del Grupps Speleslsgics faentins G o AaL“EcN 0 AoL (,9 «¡»ll'Unisne Spsleslsgiea Beîsgnsss a de! Centre Speleolsgiee Sarda ns) corss delle spediziani svelte dal 1965 al 1968 nella Sardegna centro-erientaie c Il piocele vane iniziale era da temps note ai pastsri delle lacalità vloins sd in esso si rHugiavane sovente due neti bandit! ergslesi (une dei quali di neme îandæsdu); quesiî Ultimi, intern® al 1950» notando una stree¬ ts apertura nel la párete appssta al l 1 ingress®, vi si introducer* pervenende in una grande caverna nella quale trevareno un laghetto di límpida acqua 0 L 1 i n s perata scoperta, che permetteva una lunga sspravvi v enza in quella zona asseîutaraente priva alPesterne del preziess li q uia», îndusse i eus 'canditi a conservare per lunge tem¬ ps il segrete; infin® pera ne venne-'o a ctnenscenza anche alcuni pastori di Orge se la e di Brzulei, che tuttara si rifernisceno d ! a cqua nella gretfa e dai quali vennere fsrnite le natizie per la sua individuaziane. La cavitl, le oui caardinate geagrafiche sono F o 108 IV SO (Honte Oddeu)» Lat«, 40 s IO 1 29 "» Long 0 2® 58* 35 11 W Ho. Marie, si âpre in cenrnne di Orge so la (Huaro) a q 0 , 700 nei ealcari grigiastri del Halm superiore che sana qui vi i termini plu elevati asila serie tnesazoiea sevrappssta ai calcari marnasi biancs-verdastri, anch’essi del Giurassice superior* castituente la sinclinale a fonds piatte pasta a Sli della gala di Garrepu, recentamente studiata da G 0 Chabrîer (1 ) 0 In prascimiti della gratta ad ail* interna della stessa gli strati» spessi in media 30 cm, hanno direziene fl 55® U, immersiene a NE» pendenza 25® 0 L ! apertura» seminascosta da secelari lecci» í pasta verso la sammitî della scescesa e dirupata riva destra de! ria Titiane» che sanfluisce nei rio Fluminedeu pac® prima dalla grandiosa e selvaggia gola di Garropu, Quesfultima e le valli del Flumineddu» del Titiane, della cadula Orbisi» nenchl altri minsri e mena prafondi so¬ lch! di erosione» sona impóstate su direttrîci tettaniche orientate preval entemente N -S e Ntf SE» che hanna di¬ slocate e piegats 1® altiplano cestituita esssnzi al mente da recce carbanatiehe, deposi tatesi nel Mesozoico e poggianti sapra granit! e seist! palaozeicî , estesa, In csrrispondenza del Golfa di Orosei, da Sud a Nord per circa 35 Km e da Est a Ovest per circa 20 (2)„ In carrispondenza £Íe^ , ingress® della gratta» alta m 7 e larga 2 (tav 0 1Punto A rile) vi sono due caminí ellittici e si ha poi una saletta il cui asse I direlt® da SSE a NNH, alta in media m 2,50 o larga m 4x3, adorna di cancrezieni in via di degraaazîane«, il pavimenta e censtituito da un cenglemerat* ben ceméntate» di calare ressastra» can ciattalî calcarei ai piccele e medie dimension! a spigoli viví» il cui spasssre visible è di circa Sembrerebbe che non «sistesse alcuna preseeuziene, ma arrampicandosî sulla ccLata stalagraitica délia párete di fonda» si perviene ad una streite cunicele» peste a circa m 3,50 dal livella asila cavernetta; percorrendale car¬ pen!, depe pochi meiri si raggiungs Terifizia di un pezzette ci reel are che scande quasi perpendi ce! ármente per m 4 (punta B ril,). Il diaaetre è di sali m 0,60 e si pua scendare agevelment® sfruttando appigli farniti da alcune tazze stalagmiti, alcuna del 1 e quai!» specie all® i m boecatura, recano i segni di fratture nan accidentali, sebbene siano attualmante smussate e levigate per 1* u s e. Il budelle I annerita in agni sua parte da fuliggine a conduce in una vasta sala adorna di cancrezieni, fra le quali spiccans grasse calanne stalatte-stalagmitiehe che si innalzana fino al soffitto» posto a circa 5 m dal punta pliî basso del cavernane (punto C ril 0 ) , e d Implantate lunga un ripidissime scivolo res# vi sei do dal 1® acqua di percalaziane (sez. trasv. 1=2 ril.). La colaraziene predominante delle cancrszioni 3 un giallo-arancio» ma anche su esse si hanno quasi devunque tracce di nerefume, come d*altrenda nei punti ove le pareti sano spagîie. Il salene S' lunge 45 metri ed il sus asse mediano e erientats da Nord a Sud; la sua ampiezza media si aggira sugli 8=9 m e nella prima parte si pus 1 percorrer® agevelment® costeggianea in alta la párete Est della gratta,

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HT 10/1 La grotta preistorica di Capriles nel supramonte di Oygosolo (Sardej3;na-Centro~0rientale ) L.BEîTTINI -P.P.BIONDI f L. DONINI (Paenza/It a l i a ) La gratta preistorica ai Capri les e stata eggetto di studi s ricercho da parts dsl Gruppo Speleologies faentin# C„AoL“EoNoAoLo» dïlPUnione Spsleelegica Sslegnesa % dsl Centre Speleologies Sardo nel corse delle spedizisni svelte da] 1965 a] 1968 nella Sardegna eentro-erientaieo Il piece’s vano iniziale era da tempo note ai pastsri delle localita vieine ®d in esso si rlLgiavans sevente due nati bandit! srgalesi (una dei quali di nom® Tandeddu); quest! Ultimi» intern® al 1950» tistando una stree¬ ts apertura nel la párete sppssta al l 5 ingress®, vi si intredinsere pervenende in una grande caverna nella quale trevarono un laghatto di límpida acqua 0 l'insperata scaperta, che permetteva una lunga sepravvi v enza in quella zona asselutamente priva all 1 e sterna del preziss® li q uise, indusse i due bandit! a conservare per lungs tem¬ ps i 1 segrete; infíne pero ne venne*'® a eenenscinza anche alcuni pastor! di Orge sel o s di Srzulei, che tuttora si ri fern! scene d s acqua nella gratta e daî quali vannera fsrnite le netizie per la su a individuaziene. La cavitl, le cuî ceerdinate geografiche sono F o 108 IV SO (Monte Oddeu), tat, 40 s 10' 29 ", Long, 2 a 58* 35" Id Mo, Marie, si âpre in cemune di Orge so le (Uuora) a q 0i 700 ne! calcar! grigiastri del Malm supsrisre che sano qui vi i termini pii elevati del 1 a serie mesezsica » sevrappesta ai calcari mamas! biancs-verdastri, anch’essi del Giurassice superior® castituente la sinclinale a fonde piatte pesta a SW della gala di Gorrepu, recentemente studiata da G 0 Chabrier (1) 0 In prassimitî della grotta ed all' interno della stessa gli strati, spessi in media 30 cm, hanno direzione N 55® W, immersiane a NE, pendenza 25®» L 1 a pertura, saminascasta da secelari lecci, # pasta versa la sammi t í della scescesa e dirupata riva destra del ria Titiane» che confluí see nel rio Flumineddu poca prima della grandiosa e selvaggia gela di Garrapu, Quest 1 ultima e le vallî de] Flumineddu» del Ti tiene» della cédula Orbisi, nenchê al tri minar! e mena profond! saIchi di erosione» sons impóstate su direttrici teiteniche orientate preval entemente N -S e NW SE» che hanno dislscata e piegate l ! a 1tipian» castituits essenzi al mente da recce carbanatiche, depesi tatest nel Mesozoico e poggianti sapra granit! e sei sti paleozoic!, estes®, in cerrispondenza de] Golfa di Oro sei, sa Sud a Mord per circa 35 Km a da Est a Ovest per circa 20 (2), In carrispondenza dell 1 ingressa dalla gratta» alto m 7 e large 2 (tav, 1Punta A ril,) vi sono due caminí ellittici e si ha pai una saletta il cui asse I dirett® da SSE a NNW» alta in media m 2,50 e larga m 4x3» adorna di canereziani in via di degradazian», il pavimenta è censtituita da un canglamerata ben ceméntate» di calore ressastra, con ciattoli calcarei ai picea le e medie dimensieni a spigsli vivi» il cui spessore visible e di circa LG cm, Sembrerobbe che non esistesse alcuna proseeuziane, ma arrampicandosi sulla ce Lata stalagrai t ica della párete di tanda» si ¡servíene ad una stretta cunicala* pos+s a circa ra 3,50 dal live! ¡ a asila cavernetta; percorrondalo carponi» dopa ¡tochi matri si raggiunge l'arifizie ai un pazzetto circalare che scande quasi perpendicelarmente per m 4 (punta B ril,), 11 diámetro e di sali m 0,60 e si pua scandera agave!mente sfruítando appigli farniti da alcune tazze stalagmiti, alcuni del 1 e quail, specie allMmbsccatura, recano i segni di fratture non accidanta!i, sebbene siano attualmante saussaie ® levigate per ] ! u s o« Il budelîs e annerits in agní sua parte da fuliggine e conduce in una vasta sala adorna di concrezioni, fra le quali spiccano grasse caíanme sta! atta-stal agmi ti che che si innalzano fino al soffitto» posto a circa 5 m dal punta p'iü basso del cavernane (punto C ril,)»ed i api anta te lunga un pipi dissi ma scivolo reso vi sei ¿o dall'acqua di percolaziane (sez, trasv, 1-2 riL), La eolarazione predominante delle concrezioni $ un giallo-arancio, ma anche su esse si hanno quasi devunque traces di ñera fume» come d’altronde ne i punti ave le pareti sane spoglie» II salen® f lunga 45 matri ed i] sus asse mediano i orí entato da fiord a Sud»* la sua ampiezza media si aggira sugli 8-9 m e ne’la prima parte si puí percorrers agevolmente costeggiande in alto la párete Est della gratta.

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H 10/3 sez i o n i 1 1 IL. ! I GROTTA DI PISCHINA URTADDALA URZULEI -NUORO ril. del 11 agosfo 1965 pia n lÂ’a

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H 10/4 Fot. 1: Il laghetto della grotta preistorica di Capri les, oggetto del culto del le acque. Fot. 2: Parti col are del le conccezioni sovrastanti il laghetto.

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H? 10/3 sotto la quale si ha lo scivolo di cui giá si è detto, che scende fino alia base della párete opposta. Helia seconda parte invece (punto H ril.) il fondo ? quasi pianeggiante, ma i anch'esso reso molto vi sei do da "latte di mente" formatosi sulla superficie del crostone staiagmitico che ricopre tutto il pavimento. Circa a metí della párete Ovest si apre un breve ramo laterale (punto D ril,), che mediante tre pozzetti separa¬ tiva piccoli pianerottoli, termina in un bass® cunicolo orizzontale lungo 14 m ed occluso da concrezioni (panto G ril.). Traces di fumo sono evidenti anche in questo ramo, diretto verso la scarpata in cui si apre la cavitl. D 1 a ltra parte, anche il soffitto del cavernone raggiunge quasi la superficie, come i indicato dalle lunghe radici di piante osservate nella parte terminale (sez. trasv. 3-4 ril.). In quest'ultima la volta ha un profilo di arco a tutto sesto, montre ail'inîzis la sua morfologia i suborizzontale, essendo costituita dal letto di un ban¬ co calcáreo. L'aspetto pn'l spettacelare e suggestive delía cavitl si ha in corrispondenza di un piccolo, ma abbastanza pro¬ fondo laghstto di limpidissima acqua, sevrastate da un portale naturale formato da due arc hi ad ogiva sovrapposti, che con le loro splendide ed elaborate concrezioni simulano un altare gótica (punto N ril. figg. 1-2). II laghetto, che ha livelli stagionali variabili e tracima durante l'inverna invadendo anche la parte pil bassa della caverna, ove si sono formate alcune vaschette concrezionatr in prossimitl della párete Est, termina dooe soli 3 m in corrispondenza di una colata alabastrina che s'immerge nell'acqua; I pesaibile anche superarlo da]] 1 alto, arrampicando si can notevoie difficoltl sulla destra lungs le concrezioni che offrono precari appigli, in quanto rese vi sei de da uno spesso deposita di " latte di monte". Neppure da questa parte si I trovata alcuna prasecuzione, ma si sano nótate le solite tracce di fumo, dovute fors® alia circolazione dell'aria attraverse strette fessure in Gallegamente can l 1 e s terna; pil prababilmente pero questa ardita via e stata percarsa in un remata passata dall'uoma preistorico. Infatti diverse stalattiti e staiagmiti sano state spezzate, farsa par sistemare statuette vative di brenze che, secando letestimonianze di alcuni pastori, i banditi a^ebbero rinvenuto ed aspartate. Purtreppe, dopa la marte violenta di questi Ul¬ timi, avvenuta alcuni anni ar sono, dei branzetti in questione non si I avuta pil alcuna notizia. Di fronte al laghetto, a m 7 dalla stesso, un rilieva spess» circa 40 cm e larga m 3x2,50, costituita da un depa* sita cancrezianare con vaschette ora in via di dagradaziane, in seguite ad un saggio di scave ha restituita frammenti di vasellame fittile di impasta grosse! a na c di calare rossa e nerastra frammisti a terra ñera per i resti carbenissi inclusi. Di.versi dei frammenti estratti dal 1 e vaschette, eve erano stati depesti per scopi ritual! a votivi, arana increstati di carbonato di calcio avente la spessare di qualcha millimetre su una a su entrambe le suporfici; saltante in pachi si í patuta asservare qualche motiva decorativo graffita difícilmente decifrabile, anche perchí i mareriali, sstramamente frágil! in quanto imbevuti dell 1 a cqua di percelaziane cd inglebati nelle concrezioni, si sana patuti estrarre soltanto in piccali frammenti. Altri material! fittili sons stati raccolti in superficie in varie parti della gratta : pschi metri prima del rilieva, ir corri spondenza della diramazione laterale, nella saletta prospiciente Tingresso ed anche all'esterno, fra i detriti in frana. La gratta e stata dunque frequenteta dall'uemo in epaca preiitarVa ed anche sa, alio stata attuale della nostre canescenze, nan ci e data determinare la cranologia «ssaluta dei reparti, si passeno fare alcune considerazieni. Le tracce di fumo, che hanno amerito quasi completamente la cavitl, indicherebbera che il periodo di frequentaziane della stessa si I protratto per lunge tempo. II motiva dell 1 i m portanza attribuita dall'uoma alla gratta si deve ricercare nella prasenza dell'acqua, che vi permane tutto l'anne. E' noto infatti cama, durante la preistaria ed ancha in época storica e particalarmente in Sardegna, dalle eti dei metalli in pai, abbia avuta ampia diffusiene il culto delle acque. Gli autari antichi, quali Sallusti®, Salina ed Isidora, affermane che le acque sana una benediziane per la Sar¬ degna, deve in alcuni luoghi sgargana fanti d'acqua calda miracalesa, úsate can scopi terapeutici (3). M. Pallettina afferma che l' i n t éressa magics religiose per i pateri visivi casf legati al culto dallo acquesi palesa anche nel ricardo di essari famminili can doppia pupilla rappresentati nei bronzetti votivi sardi (4). Ma la grande diffusiene in Sardegna del culta delle acque, caneiderate simbola, done e strumenta di manifestaziene della diviniti, pur essenda una credenza religiosa prapria delle regiani pal earned!terranee ed africana, si giustifica naturalísticamente tenenda canto delle particelari censizieni di aridit! della Sardegna (5).

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H" 10/6 infatti, par un raggia dî divers! chiloraatri attarno alla gratta di Capri las nan v’e alcuna sargenta; gli ani¬ mait, e gli stessi pasisri utilizzane le pazze'd* a cqua stagnante che parmane durante l ! e state in alcune depressiani ("marmitte de! giganti”) negli alvei del ria Titiane e del ria flumineddu.^ E'questa una pratica csnune in tutta la zsna mantuesa di Drzulei e di Orgasela; ad esemp's i pasteri del cufie Sedda Arbaccas utilizzane I s acqua di una marmitta che si treva pressa Tingressa del vieine inghiaititaie di Qrbisi (6) e, quanda si recana al pascale versa la gela di Gorrapu, b e vens le acque limaccias* di un laghette di circa 50 m di diámetro che si trova in una deprtssïane della gigantesca caverna denominata Pischina lirtaddala (Tav. 2) (7). Anche il Peítazzani (8) ricerda che nelle regieni mentuose della Sardegna centrale, e piiî specialmente nel Nuorese» s'incentrana spessa delle cavitl eircelari della mantagna, specie di pezzi naturali dave sprsfondano le acque piavane e dove talara per vendetta i pastan fanne sparire ’e traces dei lora nemici . Quests cavi + í,' delle quail I un esempio grandiosa la vorágine denominata "su Disterru di Orgesolo", profonda 90 m (9), vengan* localmant* chiamata "sas nurras"« Secanda le stesss Pettazzoni esse sembrane col loro nome accennare alie apache remate che videra sargere anche i nuraghi e sarebbsra una casa sala can quelle primitive canche naturali che furano pal ripetuie ad art® entra i santuari . E ! da ricardare in prapasita che alcune gratte sul fan d a delle quali si trevano piccali bacini a vene d ! a cqua, carne ad ssempia la nurra di Tuvedeuli pressa Campas Sargias (10} s Funtana s’Arga presse Campu Dananigare (ll}, sane frequentate anche attualmente per rifarnimente idñco dai pastari, che discendane al fände mediante tronchi can rami icisi a me* di rudimentale scala (Tuvadduli) s semplicemente sfruttand®, al bula, i pachi appigli delle pareti, re se levigatissime per il prelungaís passaggis (funtana s’Arga}, Si ha un 5 e vidente analagia con quells caratteristiche cestruzioni megalitiche sarde attribuite al Huragico me¬ dia I e íi che sena i íempii a pszza o pazzi sacio 61 i isalani infatti, eltre che approflitare di stagni a laghsíti carne abbeveraiei per gli animal i, professera alcune fsnii con apere archit'itonicre e cestruireno pozzi ove si raccaglieva 1* a cqua pisvana, facendann aggetta di culi®. Si canescena poca pií ai una trentina di tempi i a pszza, diffus! in tutta la Síriegna, all' interno o nelle vicinanze di villaggi nuragici piiî a mena conservai?, triera facen ti parte di santuari ed in qualche caso apparente¬ ments isalatio Tutti, sia i piiî antichi in "apera pal?panale" e " subquadrata", sia i piu recent? in "apera quadrata" a "isadama", sana cssiruiti secanas un unies schéma: un vestí balo a fiar di suolo, una scala única rettilinoa esperta da un salais di architravi che segna la linsa di scandent* dei gradini ed una camera a "tholos" che funge da pazze a che ricapre un pazzatíe sattestantd. Q u*st 5 u l t ima castituiva il centra materiale e idéalo del complessa architettenica, in quanta cantentva i 1 acqua di ven«, ritenuta sed® delle spirite a aegli spirit? idralagici; nel vestibelo si svelgeva la funziene religiosa riservata al sacerdote e si depenevano le offerte; la scala, cansentenda di attingere 1* a cqua, che era nella stesso tempo d'us* e sacra, faceva anche da tramite tra 11 manda esterna, dagli uemini, e il pszza, régna saiterranao del die a dagli dei delle fanti (12}« Natissimi sana ad esempia i tempi i di Su Pu tzu pressa Orrai 1, di lamarzu presse Rebeccu, di Kùkkuru Nuraxi pres¬ sa Sittime S. Pietra, di Baila* (funtana Caberta), di S. Lucia (funtana Sansa} sull'altipian# di Bsnarva, di S, Cristîna a Paulilîtina, di Sa Testa presse Qlbia, di Lasa press® Abbasanta, di Su Tempiesu press® Orune, di S. Anastasia in Sardara e di S. Vittaria sul tavelate basaltic* di Serri . 05 quast'ultima manumento, una dei piiî insigo?, diama la descriziane fattane dal Pettazzeni (13}: " Si traita di una camera circelare di fine lavara, a cupala agi va, cal diametre di eltre due metri alla base, cinta intor¬ ne da un rabustissimo mura, pure circelare, dal quale si pratendano verse mezzagierne due braccia di ritte, para Hele, fiancheggianti une spazie quadrangelare che funge da vestibele. la camera si sprefsnda per circa tre quart? della sua ajtezza sotte il piano del vestibele: una scala di pietra di tredici gradini canduce dal vestibal* al fenda della celia j] quale í fermât* da una specie di canea incavata nal basalte sella roccia. In cape alla s,ce?a e sul sua as sa mediana, una delle lastre che pavimentan* il vestibele presenta un tenue rialza prefijáis in ferma di iavsja trapézoïdale labata agli angoli, che fungeva da ara, ed aveva nel mezza un incavo circelare fern i te di un Tere aemunicante can un canal e tío di seals che passava safo il 1 asir? cate". £ sebbene l'Autore affermi che la satterrsneitá (parziale) del terapia a cupala di S, Vittaria nan implichi di nécessita un culta ctenice, pit! formale che reale (14}, viene spontanes il confronte tra il msnumente della giara di Serri e la gratta di Capri les, Infatti anche dsüe^racce di quel tavelate non sgarga alcuna fonte, "il basalto dur! s sime della calata lavica, che si siese arlzzontalmente coma un immense tappeio sulle marne ierziarie settostanti, non ha scaturigini, nS lasóla filtrare 1* acqua piavana, che si raccoglie e rimane per giorni e gisrni entra le piccsle a grandi con¬ che naturali dclla superficie impermeabile, Questi deposit? d'acqua,..,, davettera assera largamente utilizzati nell'antichití. infatti agni acqua, s fasse pullulata dalla terra o caduta dal cielo, era prowidenzíale pel Sarda primitivo.,.,«.» E cerne serví vaga agli stessi bisagni, cosí avevan* 1® stesss virtu csrte acque di erigine

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H 10/7 ealtste t certs altre sergenti sgsrganti dalle viscere della terra» Ora quel serbatoi temparanei nella recela che prsvve d evana magen t añe-ámente al blsognl della tribu, dsvettero fernîre il prêt* t ip# naturale a quel la cen¬ ca rupestre che fu il nudes e 1’ e l e m ents intrínseca ende pel si svdss il temple a cupela". E la gratta di Capri les effriva appunt® tutte Is caratteristiche del tempi® naturale, cel sua 1 aghetto nel qua¬ le si raccelgene le acque di percalaziene» Inaltre la sua pasiziane nascasta, 1* a ccesss impervia alia grande caverna tramite i] pazzexta, ía maestesiia, l'ascurlta ed i] silenzi® deli 5 a mbienta ipegeo, devano aver natural¬ mente accresciute nei prirai scapriteri que! sensa di sacro e di divina che i primitivi attribuiscans a cia che i misterioso. Donde la frequentaziane per scape praties e magi es-re 1 igiasa della cavité alla luce di terce fu¬ mase e di fuechi che hanna annerito la cavitl stexta ed il depasits di sfferte vetive sulla esnereziani antistanti e sevrastanti ] ! a cqua, Pensiame si devano escludere invec® insediamenti permanenti, a causa delíe sfavorevali esndiziani climatiche della gratta, fredaa ed umidá» Ánche 1’ ingressa della relativamente vi ci na risergente "Luigi Denini", che si apre a metí circa della rupe chiamata "Scala su Pertellu" (15), sens stati rinvenuti framraentl di vase! l a me fittile nella caverna fossile sovrastante i primi laghi, il che fa pensare ad una pratica diffusa in malte cavila natural!, alcune dille quali prsbabiImente non aneara individuate, del "Supramonte" di Urzulci e di Orgaselo, Suante ai frequentateri dalla gratta di Capri l e s , éssi furena indubbiamante gli stessi che costruirano ed abi¬ taran« i vicini nuraghi ai Gerrapu, di Mereu ed il villaggia nuragice pressa quesrultims; la cavitl infatti B situata ira i due campltssi megalitid e dista in linea #’ a ria circa 350 m da] prims a circa 55C dal $ecendo(l6). Past! su alture di large daminia strapiambanti ad Ovest e rápidamente déclinant! ad Est, i due nuraghi sena in cal legamente visiva tra di ¡ora, deminand® quells di Gerrapu il ris Titiane aquella di Mereu sia tale valle che qutlla del Flumineddu, essende state edifícate ad arte a cavalier® ¿elle due, Pecs csnesciuti ed affatt® studiati (sal® il nuraghe di Gerrapu viene cítate dal Taramelli cha, peraitra, non avendelo vista di persans, ne rífense* erreneamente la ¿ pista distruzisne (17), i due manumenti nan ci possene assers per il momenta di valida aiute per determinare a quale fase del l ! í t 3 nuragica si deva attribuirc il culto praticata nella gratta di Capriles, i frammenti di vasellame fittile travati nel lora interne e nelle immediate vicinanze, di rozze impaste, sena frantumati s dégradai! in mads tale da non paiersene desumare alcuna fsggia vascolare. Saltante una sc ava stratigrafice, che sarebbe invera auspicabile specialmente al nuraghe di Hereu, magníficamente conservât®, petrebbe cantrlbuire a riselvere il preblema; nsn ci sembra infatti suffici¬ ents per la dataziane la fsggia dsl la castruzienî, 1® oui terri principal! h a nna prefila pura, dalla figura pri¬ mitiva di terre bassa e massiecîa car na te vele inclinaziene delle muratu e esterne caratteristiche queste dél¬ ié pii! antiche nestruzioni nuragiche (18) menire altre parti, aggiunts prebabî 1 mente in un second® tempo (torrette e cartine de! nuraghe d! Mereu, bastiene murarle eîlitiice con carte e celle, ara distrutte, del nuraghe di Gerrapu) sembrara denunciare caratteri stiche delle farme piiî evelute. Debbiama tener conte infatti del ] ’ a ttardamente culturale che si ebbe in questi dirupi mantuosi dell’Ogliastra e della Barbagia, eve trevareno rifugîo per T ultima disperata resistenza contre gli invasor! Cartaginés! e Roma¬ ni quel Sard! che vellera conservare ¡Mndipendenza e 1® antiche tradizieni „ Bibliegrafia (1) G« GHÁBRIER, La synclinal Crítacl de Gerrapu (Sardaigne), in "Bull.Soc, Géel, de Prance", Paris 1968, pp, 321-322. (2) SoVARDABASSO Sardegna Spelealogica, in "Rassegna Speleologica italiana", n. 3, Vil (1955), p p „ 119-134; Mi COIUMBU, Note su alcune gratte dalla provincia di Muaré, ibidem, pp„ 139-149, (3) R,PETTAZZQNI La raligiene primitiva in Sardegna, Piacenza 1912; G» PATRON 1, La Preisieria,Milano 1937, (4) MéPALLOTTiMO La Sardegna Nuragica, Rama 1950, (5) H»PAJilßl rjJIO #p» cit.; A.H, RADMILU, la praistaria d* Italia alla luce delle ultiqfe scaperte, Firenze 1963, (6) I.GIQ -L.D0M1NI Osservazioni in margine alla "Spedizione Sardegna 1964", in "Natura e Montagna 11 , $er„2, IV (1964), n,2, pp. 163-172; i r E ; , Recent! esplorazioni in Sardegna, in "Rass, Spel.Ital,'’ XVIII (1966), n, 1-2, pp, 15 (est'".) Le csord, dalla cavité sono ; f, 208 III MO (Urzulei), Lat. 40 s 09* 46", Leng, 2 s 57» 45" W. M, Mario, q» 771, (7) Le coerd. geogr. della gratta sano : f, 208 IV Sa (Monte Gddeu), Lat. 40® 10’ 11", Lang. 2° 57 1 43" il.H. Mari®, q. 700» (8) R.PETTAZZ0NI op. cit.

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H~ 10/8 (9) L» C8»rd. geegr. dtlla v»ragine s»n# : f. 208 IV SO (Hants Oddsu), Lat«, 40° 09* 10 n , Lang. 2 ° 59' 07" W H. Haris, q. 925, intarns a questa cavita sons flerits fasche leggende di sireghe e si raccantana storie di banditi s fatti di sangue ben nsti ai pastari dél¬ ié Iscaliti piiî vicine. (10) Le ceord, gesgr*. sano le seguenti : f; 208 111 N 0 (Urzulei), Lat, 40® 08' 37", Lang, 2® 57' 45 B W H. Haria, (11) Le cosrd, geegr, della cavitl sen»: F, 208 IV SO (Honte Oddeu), Lat. 40* 12* 46’ , , i Leng. 2* 57’ 22" W M. Marie, q. 785. (12) Q.LILLIU La civi.lti dei Sardi dal neolitice all'etä dei nuraghi, 2 ed.. Torine 1967. (13) R. PETTAZZOfl 1 tp. cit.; IDEM, in »Bull. Pal. Ital.«, XXXV (1909). (14) 11 Patreni (La Preisteria, ep. cit.) afferma invece che nel culte delle acque di pui veter adembrata la veneraziene di ferze »chtenie e terrigene e di quelle celesti, nella lere benéfica manifestaziene delle varie acque"; Lilliu (La civiltî dei Sardi, »p. cit.) prespetta l'ipetesi che il culte si rivelgesse a divinità femminili delle acque in particalare deli ä a cqua di vena, chtenia cieí alia Dea Madre neslitica che centinuava ad essere eggette di cult® nolle caverne e che sarebbe rappresentata nella celebre statuetta neta cerne " la madre dell' u ccise", rinvenuta in una caverna delle strapiembante bast¬ ion» calcare® di Punta is Gruttas, che demina Urzulei. (15) L. CLO 1 -L.DON1NILa gretta-ri s ergent» di Gerrepu (424 SÂ/NU), in "Speleelogia Emiliana", 1! (1965), n.2, pp. 57-61; A. AS30RGIAP.P. B10NDIA.M0RISI Aspetti geemerfelegici del Sepramen.te di Urzulei Muere (Sardegna centre-orientale), relaz. présentât« al X Congr. Naz. Spel., Rema 1968. Le ceerd, geegr. della cavitl sen» le seguenti: F.208 IV S.O (Mente Oddeu), tat. 40® 10» 20", Leng. 2« 57* 37" O.Mari», g. 675. (16) Le oeerd.geegr. del nuraghe di Gerrepu sene : B. 2»8 IV SO (Hante Oddeu), Lat. 40® 10* 27", Leng. 2® 58* 23" W M. Marie?*quel1e del nuraghe di Mereu : F. 208 IV SO (Monie Qddeu),.Lat. 40^ 10* 13", Leng. 2* 58* 41" W H» Marie, q. 835. (17) Carta Archeelogica d* Italia al 100.000, F. 208 (D»rga1i), Firenze 1929, a cura di A.Taramelli. (18) G. LILLIU I nuraghi, terri preisteriche della Sardegna, Cagliari 1962.

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H 11/1 Über den Stand der arcliäologisclien Forschungen in Schacht höhlen Deutschlands unter Berückt i c htigung; ausländischer Farallelfundsteilen MANFRED MOSER (Landsbut / Bundesrepublik Dedtschland) Zusaacienfassung : Bei der Erforschung lahlreicher SchachthShl e n in Deutschland ctiess man bei Grabungen in den Schutt¬ kegeln auf menschliche Skelette, Kreamik, Bronzen und Waffen aus vorgeschichtlicher Zeit. Die Ent¬ deckungen reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Doch besonders die letzten Jahrzehnte erbrachten neue» wichtige Ergebnisse«, Die merkwürdigen Befunde, insonderheit in Verbindung mit lose umherlieg¬ enden Schmucksachen» GerSll und hassen von Holzkohle sowie die Zusammensetzung der Individuen aus überwiegend Jugendlichen und Kindern» lassen auf rituelle Bestattungen schliesse». Darüber hinaus dürften einige der eftsals sehr tiefen Schächte als regelrechte Begräbnishahlen, Massengräber, Ossuarien und Richtstätten gedient haben. Viele Mythen der europäischen Hochkulturen, Überlieferungen und Volktbrlucha, die sich zum Teil bis ins 3. vorchristliche Jahrtausend verfolgen lassen, unter¬ stützen die Annahme» dass es sich bei der überwiegenden Zahl der Skelette und Skeletteile um Menschen¬ opfer handelt» bei den materiellen Hinterlassenschaften um Weihegaben, ln einigen Fällen, wie in der Jungfernhöhle bei Tiefenellern und in den Höhlen bei Bad Frankenhausen (DDR), gilt Anthropophagie als si cher erwiesen. Jedoch nicht allein in Deutschland gibt es derartige Fundstellen. Die Karstgebiete Sloviniens, Italiens und Frankreichs sind reich an fündigen Schächten» in denen Votivgaben gefunden wurden, die zeitlich vom Barock bis ins Neolithikum» vielleicht sogar bis Ins Mesolithikum reichen. Nirgends aber begegnen wir efidruckvolleren Opferschächten als gerade auf Kreta mit seiner Zeusgrotte und der Höhle von ftychro sowie in Mexiko. Dort spielten nicht nur die Cenote» die das lebensnotwendige Wasser spendeten» im Kult eine überaus wichtige Rolle» sondern auch die trockenen Schächte, die ebenfalls Wohnsitz der Regenund Wettergot^hei t en waren» und von denen das sogenannte •Hohepriestergrab'' (Abb. 6) in Chichin Itzi und die Höhle f i® Cenote X-Coton in Mayapan zu den interessantesten zählen. Wie weit das BfSuehtum um die Schachthöhlen zurückreicht und ob jene manchmal über 100 m tiefen Abgründe bereits im Paläalithikum Ihre Opfer forderten» muss vorerst offen bleiben. Eine klare Antwort auf viele Fragen» welche die deutschen Höhlen betreffen, wird es nur dann geben, wenn neben der Prähistorik die Archäologie» Ethnologie und Volkskunde gleiehermassen berücksichtigt werden und möglichst viele wissenschaftlich exakt beobachtete Befunde vorliegen. RSsumé ; A l'exploration da nombreux gouffres en Allemagne» on trouva auy fouilles des squel 1 e ttes humains, de la cSramique» du bronze» et des armes préhistoriques dedans les troncs de d&combre. Les découvertes datent de dix-huitiême siècle? mais surtout les dernières clcennies apportaient de nouveaux résultats importants» Les curieux états» spécialement en relation de bijoux ou bien d'orne¬ ments dispersés» d'êboul is et de tas des charbons de bols» et en plus la composition desjindivî dus, en majorité des adolescents et des enfants» Indiquent des funérailles rituelles. De plus, on dirait que plusieurs puits étant souvant très profonds, aurait servi comme grotte funéraire ou fosse commune ou ossuaires ou comme 1 i t ux du supplice. Beuacoup de mythes des grande-cultures europêenes, des traditions, des coutumes populaires qui peuvent tire poursuivies jusqu'au troisième millêanaire avant le Christ, soutiennent la supposition qu'i la plupart des squelettes et parts des squelettes il s'agit des sacrifices humains; quant au relicat materiel il s'agit des offrandes. En quelques cas, par example dans la cave * Jungfernhöhle 11 â Ti e fenel 1 ern et dans les grottes â Bad Frankenhausen (DDR) , l'anthropophagie est considérée comme prouvée. Mais pas seulement en Allemagne, il y en # de telles sources. Les régions en pioche de la Slovénie, de l'Italie et de la France sont riches des fosses abondantes» dans lesquelles on a trouvé des suffrages datant du baroque jusqu'au néolithique» peut-être mime au mésolithique. Mais nous ne nous rencontrons pas ailleurs qu'en Crête de plus impressionants puits de sacrifice avec la grotte dédiée au Zeus et la cave de Rsychro (voir image 5); en plus en Mexique.

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Abb. 1: Eingang zum Schacht der Grundfelsenhöhle bei Gaisheim, Kreis Sulzbach-Rosenberg. Abb. 2: Steinbergschacht bei Rinnenbrunn, Kreis Eschenbach. In der kleinen Schutthalde Kinderknochen, Fussknochen eines Erwachsenen, La Tène-Keramik und Holzkohle. H 11/2

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Abb. 3: Geisloch (auch GaislochJ bei Oberfel len dort/ Kreis Ebermannstadt. Unter der rechten Geröllhalde die frühneolithisehen Funde. Abb. 5: Die Höhle von Psychro nach einer Planaufnahme von B.V.Darbishire, Oxford 1900. Abb. 6: Das "Hohe¬ priestergrab"; MayaTempel pyramide mit senk¬ rechtem Treppenschacht, Passage und Schacht¬ höhle; Chichen Itzá, Yukatan, Mexiko (nach J.C. H arrington). PLAN OM LIMt A-t EAST-WEST SECTION LOOKING SOUTH K 11/3

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H 11/4 C liait lâ que non seulement les (¡¡»notes donnant de l'eau importante et vivante jouaient un rôle tris important dans le culte, mais encore les puits secs étant également les domiciles des dieux de la pluie et des dieux des tempêtes. Las plus interessante desquelles devrait être la "tombe du grandprêtre" (voir image G) â Chichln-ltzS et la grotte l en Cenote X Coton â Hayapan. Combien longtemps on y trouve la coutume des gouffres, si ces abfmes mésurant parfois plus da cents metres demandaient leurs sacrifices déjà au paléolithique, c'est encore toujour en suspens. On reçoit uns nette réponse i beuacoup de questions touchant les grottes allemandes seulement si l'on prend en considération l'archéologie, l'éthnologie et le folklore â c3tfi de la préhistoire et s'il y en a beuacoup d'avis examinés scientifiquement et exactement le plus possible. Summary : With the exploration of numerous sink-holes in Germany, the explorers found at their digging in the mud human skeletons, ceramic, bronze, and arms from prehistorical times. The explorations dated back till the eighteenth century; but especially the last decades brought out new and important results. The curious findings, especially in connection with loose scattered ornaments, boulders and masses of charcoal, and the composing of the individuals of mainly adolescents and children, have given rise to the conclusion of ritual burials. Moreover, some of the sometimes very deep shafts are supposed to have served as regular burial caves, common graves, ossuaires, and execution places. A lot of myths of the European high cultures, tradi¬ tions and customs which can partially be traced back until the third thousand year before Christ, force the presumption that the majority of skeletons and parts of them belongs to human sacrifices; the material leaving, however, to devotive gifts. In some cases, as in the ¿angfernhdhle (cave of the virgin) at Tiefenellern and as in the caves at Bad Frankenhausen (DDR) the cannibalism is sure to be proved. But not only in Germany can such findings be discovered. The karst areas of Slovenia, of Italy and France are rich in substantial shafts in which devotive gifts have been found dating from the baroc time back to the neolithic, maybe even to the mesolithic. But nowhere else are we confronted with more impressionable shafts of saerifice than on Crete in particular with the grotto of Zeus, the cave of Psychro (see Picture 5), and in Mexico. There were not only the Cenotes that played a great part in the cult giving water necessary for living, but also the dry shafts which had been the domicile of the rain and tempest gods and of which the so-called "high priest's grave" (see Picture 6) in Chichén ItzS and the cave I in the Cenote X Coton in Mayapan belongs to the most interesting ones. The question of how far the custom of the sink-holes dates back or »hether those abysses which are sometimes over one hundred metres deep, have demanded their victims in the palaeolithic, is still open. Only if man pays equal attention to archaeology, ethnology and folklore besides prehistorics and if as many scientific statements are exactly examined as possible will there be a clear answer to the many questions concerning the German caves. Es gibt in Deutschland kaum eine Schachthöhle, die im Volksglauben und Brauchtum eine grössere Rolle spielte als die Veledahöhle bei Velmede im Sauerland. In einer umfangreichen Sagensammlung hat 1859 Adalbert Kuhn folgendes Uber sie aufgezeichnet: "Zu Velmede an der Ruhr zieht man am Ostertage hinauf nach der oberhalb des Ortes gelegenen Höhle, und zwar nachdem man die Roggenfelder mit geweihten Palmen besteckt hat, damit sie reichlich tragen und ihnen kein Wetter schade. Dies geschieht in feierlicher Procession, und wenn dieselbe am Berge Uber den Aeckern angekommen ist, undjnicht eher, wird mit den Glocken geläutet. In der Höhle rufen die Jungfern in den fast senkrecht hinuntergehenden Gan^ hinab: "Veleda! gib mir einen Mann!" und es antwortet aus der Höhle "Han". Zu gleicher Zeit geht man zu den in der Höhle und aincm Nebengange befindlichen Wasserbecken und sieht zu, ob sie gefüllt oder leer sind, wonach man sich ein fruchtbares oder unfruchtbares Jahr verspricht."

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Abb. 4 1. Diebeshöhle bei Uftruhgen, Südharz 2. Spaltund Klufthöhlen bei Bad Frankenhausen 3. Veledahöhle oder Hollenloch bei Velmede, Sauerland 4. Jungfernhöhle bei Tiefenellern /Krs.Bamberg 5. Försterhöhle bei Waischenfeld /Krs.Pegnitz 6. Esperhöhle bei Leutzdorf /Krs.Pegnitz Kataster Nr. C 238 B 28 D 105 Kataster Nr. 7. Dietersberghöhle bei Egloffstein /Krs.Forchheim D 42 8. Schullerloch oder Hohlloch bei B.uckenreuth /Krs.Ebermannstadt D 114 9. Gaillenreuther Höhle oder Zoolithenhöhle bei Gaillenreuth /Krs.Ebermannstadt D 109 10. Rosenmüllerhöhle bei Streitberg /Krs.Ebermannstadt C 5 11. Rauenberger Höhle oder Brandshöhle bei Breitenlesau /Krs.Ebermannstadt C 21 12. Geisloch bei Oberfell en d orf /Krs.Ebernannstadt C 58 13. Hungenberger Höhle /Krs.Pegnitz B 13 14. Brunnsteinhöhle bei Albertshof /Krs.Ebermannstadt C 10 15. Wundershöhle bei Müggendorf /Krs.Ebermannstadt C 8 16. Felsenloch bei Höfen /Krs.Pegnitz D 313 17. Grosse Hoher-Ast-Höhle bei Sackdilling /Krs. Eschenbach A 39 18. Windloch, früher Ruechloch, bei Sackdilling/Krs. Su Izbach-Rosen berg A 41 19. Brunnerschacht bei Düsselbach /Krs.Hersbruck Ä 129 20. ßreitensteiner Bäuerin oder SeheImbachsteinloch /Krs.Sulzbach-Rosenberg A 32 21. Windloch bei Kürmreuth /Krs. Amberg A 114 22. Steinbergschacht bei Rinnenbrunn /Krs.Eschenbach A 25 a 23. Bismarck grot t e bei Rinnenbrunn /Krs.Eschenbach A 25 24. Windloch, Winterloch oder Schneeloch bei Buchhof /Krs. Su Izbach-Rosen berg A 15 25. Grubenloch bei Oberklausen /Krs. Sulzbach-Rosen berg A 13 26. Grundfelsenhöhle bei Gaisheim /Krs. üuIzbach-Rosen berg A 138 27. Appelshöhle oder Steinbachhöhle bei Steinbach /Krs.Sulzbach-Rosenberg A 29 28. Windloch oder Kaufmannshöhle bei Loch/Krs. Hersbruck A 6 29. Pumperloch bei Gerhardsberg /Krs. Sulzbach-Rosenberg A 17 30. Windloch bei Krottensee oder Maximiliansgrotte /Krs. Eschenbach A 27 31. Pumperloch oder Lupperghöhle bei Schönlind /Krs. Sulzbach-Rosenberg ft 169 32. Osterhöhle oder Osterloch bei Trondorf /Krs.Sulzbach-Rosenberg ft 94 33. Fischerhöhle oder Helmloch bei Heuchling /Krs.Sulzbach-Rosenberg ft 3 34. Peterloch bei Woppental /Krs.Sulzbach-Rosenberg E 7 35. Bretstaller Loch bei Hohenburg /Krs. Parsberg F 6 36. Weiherholzhöhle bei Etterzhausen /Krs. Regensburg F 97 37. Silberloch bei Neuessing /Krs. Kelheim H 2 38. Kleines Reizerloch bei Haunstetten /Krs. Eichstätt K 25 39. Amthöhle, früher Arngrube bei Attenzell /Krs. Eichstätt J 3 40. Hohlloch bei Raitenbuch /Krs.Weissenburg i.B. K 5 41. Hexenküche im Kaufertsberg bei lierheim /Krs.Nördlingen M 14 42. Schertelshöhle im Steinerhaushau bei Westerheim /Krs.Münsingen 7424/06 43. Karlshöhle bei Empfingen /Krs. Reutlingen 44. Spaltenhöhle bei Achtel /Krs. Lauf/Pegnitz D 388 45. Windloch oder Wiedelloch bei Neukirchen /Krs. Su Izbach-Rosen berg A 111 46. Windloch bei Kauerheim /Krs. Hersbruck Eli tr! In dieser Aufstellung sind Höhlen mit schachtähnliehern Eingang inbegriffen. In einigen Schächten sind die Befunde noch sehr unsicher. S/lT

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H 11/6 Anderen Überlieferungen nach gaben die Leute Blumenspenden und beteten vor der Höhle bis die Glocken von Velmede zur Vesper riefen. Noch vor Beginn des Krieges 1914/18 trafen sich jung und alt an den Sontagnachmittagen um Ostern vor der Höhle, um einen altüberlieferten Brauch zu pflegen: Han ging zum oberen Rand der Halle und warf Steine in die Tiefe. Was wunder, dass der Ausgräber der Höhle, Emil Carthaus, im unteren Teil der schachtartigen Halle eine gewaltige meterhohe Geräl 1 h a lde vorfand, der er und dies ist bemerkenswert vorgeschichtliche Scherben, Tierknochen und Metall sachen entnahm. Von grösster Wichtigkeit war jedoch die Entdeckung zahlreicher menschlicher Gebeine, die in den oberen steil geböschten Schutthängen zusammen mit viel Holzkohle, Scherben, Schmucksachen und Eisenwaffen lagen, die zeitlich den Metallzeiten angehören und bis in die römische Epoche reichen. Da Carthaus die Skelette nicht mehr in anatomisch richtigem Zusammenhang vorfand und einige Knochen Brandspuren aufwiesen, darf Anthropophagie als erwiesen gelten, obwohl wir dem entgegenhalten möchten, dass die Böschung die natürliche Selektion der Leichen wesentlich beeinflusst haben dürfte. Obgleich Carthaus die Veledahöhle bereits 1910 der Wissenschaft bekannt machte und 1911 die Funde vorlegte, ist es verwunderlich, dass noch 1923 ein namhafter württembergischer Vorgeschichtler meinte, den Funden aus dem "Fauthsloch' 1 , dem Zugangsschacht zur Karlshöhle bei Erpfingen, bei denen es sich hauptsächlich um Skelettreste, Geschirr, Waffen sowie Bronzeund Goldschmuck handelte, keinen religi¬ ösen Sinn beimessen zu können. Diese befremdliche Auffassung lässt sich nur dahin gehend erklären, dass die archäologischen Ergebnisse im Ausland, in Slowenien, in Frankreich, in Kreta und Mexiko, bei uns nicht gebührend Beachtung fanden. Erst Josef Richard Erl, der ehemalige Kustos der Naturhi¬ storischen Gesellschaft Nürnberg, verhalt einer grundlegenden Erkenntnis zum Durchbruch, die er durch Grabungen in der Grundfelsanhöhle bei Gaisheim, in der Breitensteiner Bäuerin bei Königstein, im Brunnenschacht bei Düssalbach und vor allem in der Dietersberghöhle bei Egloffstein untermauerte. Ferner grub er mit der Arbeitsgemeinschaft "Ahnenerbe" vor Kriegsende erfolgreich im Klingloch der Esperhöhle bei Leutzdorf (Karte Abb. 4). Die sich ähnelnden Fundverhältnisse am Grunde der Schächte und die Zusammensetzung des Fundgutes wiesen auf vorgeschichtliche rituelle Bestattungen, in der Regal wohl Opferungen hin, deren harmlose Ausläufer wir im Brauchtum des Barocks und des 19. Jahrhunderts zu suchen haben. Leider muss die Masse der Schachthöhlenfunde als verschollen gelten, was um so betrüblicher ist, als nur die Hinterlassenschaften aus der Dietersberghöhle wissenschaftlich zur Auswertung kamen. Die Zahl der bis 1945 in Deutschland bekannten fündigen Naturschächte wurden schon bald durch intensive Forschungen und Befahrungen um ein Beträchtliches erhöht. Marksteine setzten Otto Kunkel, der die Jungfernhöhle bei Tiefenellern ausgrub, Günter-Behm-Blancke, der sich in jahrelangen Grabungskampagnen den Gipsspalten im Kyffhäuser bei Bad Frankenhausen (DDR) widmete, und nicht zuletzt Rudolf Albert Maier, der 1968 das Felsenloch bei Höfen ein typisches Wetterloch übrigens, fachmännisch untersuchte. Eine Menge neuer Fundstätten verdanken wir schliesslich dem aktiven Wirken des Speläo-Clubs Frankenalb früher Sulzbach-Rosenberg dem der Verfasser angehört. Um die wichtigsten zu nennen: Windloch bei Kürmreuth, Kr. Amberg (Karte Abb. 4, Nr. 21) Steinbergschacht bei Rinnenbrunn, Kr. Eschenbach (Nr. 22, Abb. 2) Windloch in der Maximiliansgrotte bei Krottensee, Kr. Eschenbach (Nr. 30) Weiherholzhöhle bei Waltenhofen, Kr. Regensburg (Nr. 36) Bismarkgrotte-NW-Schacht bei Rinnenbrunn, Kr. Eschenbach (Nr. 23) Kleines Reizerloch bei Haunstetten, Kr. Eichstätt (Nr. 38) Lupperghöhle bei Trondorf, Kr. Sulzbach-Rosenberg (Nr. 31) Windloch bei Kauerheim, Kr. Hersbruck (Nr. 46) Silberloch bei Neuessing, Kr. Kelheim (Nr. 37) Arnthöhle bei Attenzell, Kr. Eichstätt (Nr. 39) Um die oberfränkischen Spalten und Schächte haben sich 1968 und 1969 besonders Manfred Geyer und Erich Walter hervorgetan. Ihnen gelang, was man kaum mehr für möglich hielt: der Nachweis einer beachtlichen vorgeschichtlichen Strate im Schacht der bekannten Zool ithenhöhle bai Gai 11 enreuth. Daneben fanden sie im völlig durchwühlten Füllsel zahlreiche Scherben, ja sogar vereinzelt Menschen¬ knochen u.a. solche von Kindern, die die ersten Ausgräber unbeachtet Hessen. Zeitstellung: La Téne bis Hallstattzeit, eventuell noch Bronzezeit. Aber auch vor der Abwurfstelle, unterhalb der Fenster, die zum Schacht führen, tritt unter Abraum eine geringmächtige tiefschwarze Lage zum Vorschein, in der Scherben stecken und die die alten Berichte, u.a. den Thomas Grebners von 1748 bestätigt, in welchen von Menschenresten, die überall vor der Schachtöffnung herumgelegen haben solleh, die Rede ist.

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H 11/7 Weiters Schächte, wie die Rauenberger Höhle (Nr. 11) mit frühbronzezeitlichen Menschenknochen und Keramik, das Qeisloch bei Oberfel 1 e ndorf (Nr. 12) mit frühneolithisehen Belegen sowie die ßrunnsteinund Wundershöhle (Nr. 14,15) fügen sich glücklich in die Landschaft zwischen Nürnberg und Bayreuth ein, wo wir auch die Dietersberghöhle und die Esperhöhle finden, ebenso das Felsenloch bei Höfen. Die Übersichtskarte, nach dem neuesten Stand ergänzt, zeigt die überaus grosse Funddichte im Gebiet der Frankenalb auf. Sie vermittelt darüber hinaus ein eindrucksvolles Bild von der fruchtbaren Tätigkeit mehrerer speläologisch interessierter Gruppen und Vereine. Wie bereits eingangs bemerkt, gleichen sich die schichtmässigen Befunde im grossen und ganzen. Als markantes Kennzeichen treten beachtliche Holzkohlelagen hervor, dazwischen die Kulturreste und in denimeisten Fällen Kassen an Geröll. Im Windloch der Maximiliansgrotte z.B. liessen sich noch auf Schutthalden in 30 40 Meter Tiefe einwandfrei Holzkohle und Keramik der Urnenfelder Kultur nachweisen. Brannten demnach in den Schächten regelrechte Feuer? Wohl kaum! Zgmindest ist dies in den wenigsten Fällen bewiesen. Hingegen scheint es wahrscheinlich, dass brennende Äste und Zweige oder glühende Holzkohle bei bestimmten Anlässen in den Abgrund geworfen wurden. Fortis Alberto beschreibt 1776 derartige dalmatinische Volksbräuche, durch die man Wind herbeibeschwören wollte. Grössere Mengen an Holzkohle in künstlichen Opferschächten Deutschlands und Frankreichs dürften auf ähnliche Weise in dieselben gelangt sein. Was die oft gewaltigen Geröllhalden anbelangt, so lässt sich naturgemäss ein Steinopfer, wie es in Krain parktiziert wurde, nicht von einem gewöhnlichen Stein, den der Besucher zwecks Auslotung der Tiefe in die Höhle warf, trennen; ebensowenig, wie ein geweihter Weidenzweig sich von einem ungeweihten unterscheidet. Den Brauch, Wetterlöcher mit geweihten Weidenzweigen zu beruhigen, um Unwetter abzu¬ wenden, hat der österreichische Lyriker Peter Rosegger, der aus der Steiermark stammte, noch gekannt. Eins der merkwürdigsten Entdeckungen machte Otto Kunkel in der Jungfernhöhle bei Tiefenellern. Allen menschlichen Kieferknochen wobei bemerkt sei, dass es sich überwiegend um jugendliche Individuen und Kinder handelte fehlten die Zähne der vorderen Gebisspartien. Trotz intensiver Suche waren die Zähne auch im Höhlenfüllsei nicht zu finden. Was geschah mit den Zähnen? Der Ausgräber fand mit klugem Gespür die Lösung des rätselhaften Befundes. In der griechischen Mythologie erlegt Kadmos mit Steinwürfen einen von Ares abstammenden Drachen. Auf Rat der Göttin Pallas Athene bricht er dem Ungeheuer die Zähne aus und säht sie in die Erde. Sofort gehen aus der Saat bewaffnete Krieger hervor. Die sinnreichste Erklärung gibt uns indessen ein sudamerikanisches Mythologem. Dazu Adolf £11 egard Jensen: "Nach meheeren Quellen besteht bei den Küstenstämmen der Glaube, dass der Mondgott Pachacamac der Berr auf der Erde ist, während seinem Vater, der Sonne, nur der Himmel untertan ist. Das erste Menschenpaar wurde von Pachacamac erschaffen, ohne dass er für genügend Lebens¬ mittel für beide sorgte. Der Mann starb vor Hunger und seine Frau betete aus Not zum Sonnen¬ gott, van dessen Strahlen sie einen Sohn empfing. Der Gott Pachacamac war empört Uber die Geburt des Kindes, ergriff das Neugeborene, tötete und zerstückelte es. Er sähte die Zähne des Getöteten aus, und es wurde Mais daraus, dessern Körner ja Zähnen gleichen; er säte die Rippen und Knochen aus, aus donen der Maniok entstand. Aus dem Fleische gingen die Kürbisse, Pacayes und alle übrigen Früchte und Bäume hervor." Der altpflanzerische Glaube, menschliche Körperteile aufs Feld gestreut trügen zum Gedeihen der Feld¬ früchte bei, muss weit verbreitet gewesen sein, denn auch die Griechen kannten ähnliche Gebräuche. Reste der Ferkel, dieman am Thesmophorianfeste in Felsspalten geworfen hatte, wurden wieder hervorge¬ holt, auf Altäre gelegt oder unter die Saat gemischt. Bevor wir uns einige ausländische Fundstellen betrachten, noch etwas mehr zum heute fast völlig erloschenen Brauchtum, von dem uns viel in der Literatur des Barocks und der Renaissance überliefert ist. Neben anderen bekannten Geschichtsschreibern hat besonders Johann Weichard Valvasor, Freiherr von Galleneck und Neudorff, in weitschweifig-barocker Weise die Zeremonie bei der Segnung der Wetter¬ löcher in Krain, in denen der Teufel das Wetter machen soll, geschildert. Die Überlieferung, dass Steine in Abgründe geworfen fruchtzerstörende Gewitter und Stürme Hervorrufen, ist alt und bereits bei Plinius nachzulesen. Sicherlich ist dieser Volksglaube aber noch älter; schon bei den Akkadern im Zweistromland kam Enlil, der Erdgott, als Sturm aus den Tiefen der Erde. In Vergils Aeneis front König Aol in "weitkrei s e n der" Höhle; u.a. heisst es dort an einer Stelle:

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11/8 n “Dir, o Königin (gsmeint ist Juno), zient's, nach Hsrzsnslust zu befehlen Haine Pflicht ist gehorchen. Dies Reich, so weit sich's erstreckt. Diesen Zepter und Jupiters Huld hab' ich dir zu verdanken. Dir verdank 1 ich den Sitz bei der Tafel der Götter, durch dich nur Bin ich der Stürme und heulenden Ungewitter Beherrscher. Sprach's und stiass den Zepter verkehrt in die Seite des hohlen Bergs: Da stürzen, wie Heere gereihet, die Winde, wo immer die Öffnung sie finden, hervor und durchbrausen in Wirbeln den Erdkreis*. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit senden der Teufel, die Hexen, die Bergdämonen und-geister Stürme und Gewitter aus den unermesslichen Schlünden, werden siedurch einen Steinwurf erbost. Hingegen besänftigen die Berggeister Brot und Kuchen. Der Glaube, der den Wind-, Wetter-, Donner, Dampfund Rauchlöchern wilde Wetter entsteigen lässt, ist in den Alpenländern weit verbreitet. Erstaunlicher¬ weise treffen wir denselben Volksglauben auch bei den Indianern Mittelamerikas an, denn Johannes de Laet weiss 1633 in seiner “Americas utñusque Descriptio“ zu berichten, dass bei dem Dorfe St. Bartholomae in der Provinz Quelenum in Chiapas eine Höhle sei, aus dar, sobald man einen Stein hinabwirft, ein heftiger Sturm hervorbräche. Windund Wärtterlöcher sind demnach und dies hat Valvasor bereits richtig erkannt eng mit den sogenannten Wetterseen verwandt. Wie vielschichtig das Schachthöhlenbrauchtum sein kann Schächte, die als Massengräber, Abfallgruben oder Richtstätten dienten, seien hier ausgeklammert mögen weitere Beispiele darlegen. So beschreibt der römische Schriftsteller Aelian in seiner Naturgeschichte der Tiere einen indischen Opferschacht in den die Eingeborenen in abergläubischer Furcht alljährlich Zehntausende von Tieren hinabwerfen, insbesondere jedoch dann, wenn ihnen Träume oder andere Zeichen Unheil ankündigen. Einen überzeug¬ enden Bericht aus neuerer Zeit verdanken wir dem Al tsteinzeitforscher Hugo Obermaier. Unweit der Ras;=el-Ma Quellen bei Xauen in Marokko, die Obermaier anlässlich einer Expedition besuchte, öffnete sich eine etwa 20 Meter lange Höhlenspalte, die am Ende in einen tiefen Schacht mündet. Zu nächtlicher Stunde wenden sich in ihr Frauen, insbesondere bei Liebeskummer, auf Geheiss eines Zauberarztes oder einer Wahrsagerin an den im Schacht wohnenden wohltätigen Geiste. Ihm muss ein schwarzes Huhn ge¬ opfert werden, dessen Blut in den Schacht geträufelt wird; auch hat sich die Votantin unter bestimmten Zertmonien aus der Höhle zurückzuziehen. Obermaier beobachtete in Nischen der Höhle primitive Behältnisse mit Speisen, daneben Holzkohle und Stummel roter Wachskerzen. Diese Beispiele seien aus einer Fülle Materials herausgegriffen, hier weitere anzuführen würde den gegebenen Rahmen sprengen. Doch nun zu den archäologisch wichtigen Paral 1 el f undste! 1 en im Auslande. Zuvor sei eine Bemerkung gestattet: Die bei uns grabungsmässig gewonnenen Befunde sind in ihrer Zahl noch zu gering, um unmittelbare, absolut sichere Rückschlüsse ziehen zu können. Trotzdem ist es angezeigt, sie einem Vergleich zu unterziehen, um Näheres Uber die geistig-religiösen Hintergründe zu erfahren. Dasselbe gilt für die alten volkstümlichen Öberl ieferungen. Von ihnen aus auf vorahristl iche Zeiten zu schliessen, birgt varständl icherweise einige Problematik in sich. Der Mythos von den in Höhlen eingeschlossanen Winden der sich zuverlässig ins 3. Jahrtausend von Christus zurückverfolgen lässt, und der Glaube von der in die Unterwelt entführten Muttergotthait unterstreichen die Bedeutsamkeit der sinngemäss oft sehr ähnlichen Sagen und Märchen für die Archäologie und Vorgeschichte, Es fällt schwer bei der Überfülle französischer, slowenischer und italienischer Schachtfunde sich auf die wichtigsten zu beschränken. Zwei klassische Höhlen, beide im mediterranen Raum, auf Kreta gelegen, mögen ob ihrer geographischen Nähe vorangestellt sein. Zuerst die Idäische Zeusgrctte, die Geburtshöhle Zeus. Ihr mächtiges Eingangsportal führt in 1350 m Seehöhe im Idagebirge schräg abwärts in den Fels, vor dem sich ehemals ein Opferaltar erhob. Im Winter ist das Loch mit Schneemassen angefüllt und unzugänglich. Die einmaligen Funde, vorwiegend Bronzen und Terrakotten lagen überwiegend am Eingang und in der von Holzkshlebändern durchzogenen schrägen Halde. Ein noch besseres Vergleichs¬ objekt gibt die Höhle von Psychro ab. Diese gliedert sich in zwei Teile: den ebenen Kultraum mit Opferaltar und kleinen Einbauten und den seitlichen Opferschacht, dessen mit Stalaktiten überzogener Boden teilweise unter Wasser reicht. Hier bargder Ausgräber der Höhle, der englische Archäologe David G. Hogarth, eine Unmenge Kleinbronzen und anderer köstlicher Sachen, die er durchaus richtig als “Ex voto objects" erkannte.

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H 11/9 Lassen wir die Al La Welt, wenden wir uns der Neuen zu. Auf keinem anderen Kontinent stossen wir auf eindrucksvoll e re Kultstätten als gerade in Amerika, namentlich in Mexiko. Der heilige Cenote von Chichén itzä ist jedem, der sich ein klein wenig mit Altamerikanistik befasst hat, ein Begriff. Dass es daneben eine ganze Reihe echter trockener Opferschächte gibt, ist weit weniger bekannt. In un~ mittelbarer Nähe des Kultzentrums der alten Mayastadt mit der gewaltigen Kukulcan-Pyramide, der Zeremonialstrasse und dem heiligen Brunnen (Cenote) erhebt sich als kleiner Stufentempel das soge¬ nannte Hohepriestergrab. Sein Inneres besteht aus einem senkrechten, rechteckig gemauerten Schacht, der mit einer horizontalen Passage in Verbindung steht,. An diesen Höhlengang schliesst sich ein grösserer Naturschacht an, auf dessen Grunde der Archäologe E. H. Thompson einen Schutthaufen mit verbrannten Menschenknochen, Schmucksachen, Idolen und Keramik fand. Etwas anders, der Höhle von Psychro ähnlich, der Cenote X-Coton in Mayapan. Auch hier ein ebener Kultraum mit Altar und seitlichem Schacht, in dam zahlreiche Skelette, figürliche Gegenstände sowie longeschirr fest miteinander versintert entdeckt wurden. Die Serie mexikanischer und auch kalifornischer Opferschächte liesse sich beliebig fortsetzen. Man wird ernsthaft die Frage stellen: Geht ein Vergleich Alte Welt Neue Welt Überhaupt an? Die neueste Hypothese von der Landnahme Mittelamerikas von Südostasien aus dürfte die Bedenken aus¬ räumen. Im übrigen hat bereits Otto Kunkel, das Problem grosszügiger zu behandeln, mit Recht vertreten. Denn nur wenn wir Archäologie, Ethnologie und Prähistorik gleichermassen berücksichtigen, wird es möglich sein, den Schleier des Geheimnisvollen der unsere Schachthöhlen umgibt, etwas zu lüften. Literatur: 3ehm-3lancke, Günter Höhlen, Heiligtümer, Kannibalen. Archäologische Forschungen im Kyffhäuser. Leipzig 1958 Bertarell 1 Boegan Due mi la Grotte. S. 97 ff, Milano 1926 Carthaus, Emil Über die Ausgrabungen in der Veledahöhle unweit Velmede imobersn Ruhrtal. Prähistorische Zeitschrift, 3, H.1/2, 1911, S. 132-144 Erl , Josef Ri chard Die Dietersberghöhle bei Egloffstein. Abhandlungen der Natur¬ historischen Gesellschaft Nürnberg, Bd. XXVI, H. 5. 1953 Geyer, M», Moser, M., Walter, E Prähistorische Forschungen in Schachthöhlen Oberfrankens. Die Höhle 1969 (in Vorbereitung) Halbherr und Orsi Antichita dell antro di Zeus Ideo. 1 Band mit Atlas, Firenze 1888 Haft, R. T, and others Faunal and archaeological researches in Jucatan Caves, Cranbrook Inst. Science, Bull. 33, Bloomfield Hills, Michigan, 1953 Hogarth, David G. The Dictacan Cave (Höhle bei Psychro). The Annual of the British School at Athens, vol. VI, 1899-1900 Joly, R. de Notas et observations d’un spéléologue. Bull, de la Société Préhistorique Française, 36, S. 251, Le Hans 1939 Kunkel , Otto Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern Eine neolitische Kulistätte auf dem Fränkischen Jura bei Bamberg. München 1955 Maier, Rudolf Albert Eine vorgeschichtliche Felsspaltenfüllung im Fränkischen Jura mit Sach-, Tierund Menschenresten. Bayer. Vorgeschichtsblätter, München 1965 Moser, Manfred Schachthöhlen als Kultund Opferstätten. Die Höhle, 19, H, 1, S. 6-20, Wien 1968 Moser, Manfred Die Grundfelsenhöhle bei Gaishaim, Kreis Sulzbach-Rosenberg, ein vorgeschichtlicher Opferschacht. Beiträge zur Oberpfalzforschung, 3, Kall münz 1969 Obermaier, Hugo Die Opferhöhle on Ras-el-Ma bei Xauen (Marokko). Mitteilungen über Höhlenund K a rstforschung, Zeitschrift des Hauptverbandes Deutscher Höhlenforscher, Jahrg. 1928, H. 1 Smith, R. E. Cenote X-Coton at Mayapan. Current Report Nr 5 Carnegie Institu¬ tion Washington, Cambridge, Mass. 1953

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H 11/10 Szomtsthy, Josef Altertumsfunde aus Höhlen bei St. Kanzian im österreichischen Küstenlande (bei Triest). Mitteilungen der prähistorischen Kom¬ mission der Akademie der Wissenschaften, Bd. 2, Wien 1913 Thompson, E. H. The high priest's grave Chichen Itza, Jucatan, Mexiko. Field Mus. Natural Hist. Anthrop. Sev., vol . 27, Nr. 1, Chicago 1938-1940 ïozzer, A. M. Chichen liza and its cenote of sacrifice: a comparative study of contemporaneous Maya and Toltec. (umfassender Literaturnachweis über Cenote). Mem. Peabody Mus. Harvard Univ. 1957 Vollrath, Friedrich Zur Frage der Bestattungen in Schachthöhlen der FrankenaTb. Mitteilungen des Verbandes der Deutschen Höhlenund Karstforscher, 13. Jahrg., H. 1, 1967 Wal 1 ace. Hi 11 i a m J. The mortuary caves of calaveras County, California. Archaeology, 4, H. 4, 1951, S. 199-203 Diskussion: H. A» GEYH (Hannovar) : 1. Zu den Schwierigkeiten der Beurteilung von Knochenfunden aus Schachthöhlen ohne andere datierbare Begleitfunde sei bemerkt, dass neuerdings auch mit Knochenmaterial van einigen Jahrtausenden Al ter sehr zuverlässige Radiokohlenstoff-Altersbestimmungen (Radiokarbonatuntersuchungen) durchgeführt werden können. Es si n d dazu zwischen 100 bis 500 g Material notwendig. Noch besser eignet sich Holzkohle. Selbstverständlich sollen nur strati graphisch gesicherte Funde untersucht werden, sofern nicht die Festlegung der Benutzungszeiträume mit Hilfe einer Statistik von C^-Daten angestrebt wird und möglich ist. In diesem Zusammenhang sei der Wunsch vorgetragen, von eingesinterten Holzkohlehorizonten sowehl Je eine Probe von der Uberund unterlagernden Sintersdhicht (ca. 10 bis 50 g) als auch der Holzkahle für Eichzwecke der C -Zeitskala van Kalksinter zur Verfügung zu stellen. Ebenso geeignet sind ein¬ gesinterte Knochen oder datierbare Scherben. Letztere können dem Finder nach Entfernung der Kalkausfällung zurückgegeben werden. Die Proben können an das C^-labor des Niedersächsischen Landesamtes für Badenforschung, D 3000 Hannover-Buchholz, Postfach 54, gesandt werden. Eine kurze Beschreibung der Entnahmesituation ist erwünscht. 14 MOSER: Die genaue Altersbestimmung der Funde mittels C -Daten ist sicherlich wichtig. Für die Beur¬ teilung der Befunde in vielen Schächten, wo Menschenund Tierknochen mit Keramik und wertvollen Beigaben oder Opfergaben beisammenliegen und die in der Regel an Hand der Scherben einigermassen dati erbar sind, ist die genaue Zei tstel 1 ung m.E. von sekundärem Interesse. In vielen Schachthöhl e n Oberfrankens z.B.» die in der Romantik und auch später noch den Touristen zugänglich gemacht wurden, ist heute an ungestörten Sedimenten sowieso kaum mehr etwas vorhanden. M. A. GEYH (Hannover) : 2. Das geringe Interesse an absoluten Altersbestimmungen an Funden aus Schacht¬ höhl en ist bedauerlich. Es sollte in Betracht gezogen werden, dass die heutige Forschergsneration der älteren den Vorwurf macht, durch oberflächliche Ausgrabungen einen grossen Teil der in den Schacht¬ höhlen eingeschlossenen kulturgeschichtlichen Informationen unwiederbringlich zerstört zu haben. Man sollte daraus lernen und nicht den gleichen Fehler begehen, indem man nicht alle heute zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und Methoden zur vollständigen Auswertung des Fundgutes anwendet. MOSER: Bei den heutigen Grabungen sollte es selbstverständlich sein, dass alle wissenschaftlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Besonderes Interesse gilt, gerade was die Holzkohlen anbetrifft, der Bestimmung der einzelnen Hölzer, die man beim Bestattungsoder Opferritual verbrannte. Dies¬ bezüglich erbrachte die Bestimmung der Holzkohle aus der Dietersberghöhle bei Egloffstein interessante Ergebnisse. K. EHRENBERG (Wien): Offene Schächte sind Tierfallen. Solange sie offen sind, kann und wird sich in ihnen Material an Knochen sehr verschiedenen Alters sammeln können. Zur Analyse wäre daher die Datierung der Knochen wesentlich. MOSER: Es ist bekannt, dass Schachthöhl en besonders in Kriegszeiten oft als Massengräber dienten; dazu kommen zahlreiche Unglücksfälle. Es steht überhaupt ausser Zweifel,dass es sich bei vielen Höhlen dieser Art im weitesten Sinne um Grabhöhlen handelt. Bei einer ganzen Reihe aber geben merkwürdige Befunde und auch die eigentümlichen Sagen und Gebräuche zu denken. Die z.T. massenweise gefundenen Votivgaben (Grotta del 1 e Mosche b. St. Kanzian, Höhle von Psychro, Kreta) sprechen jedenfalls für ein intensiv gepflegtes Brauchtum und seltsame Unterweltsvorstellungen.

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Veröffent lichungen des Verbandes der deutschen Höhlenund Karst f o rs e h er e.V, München zu beziehen durch die FR. MANGÜLD'SCHE BUCHHANDLUNG, D 79o2 Blaubeuren, Karlstrasse ö, Postfach 37 JAHRESHEFTE FÖR KARSTUND HÖHLENKUNDE (Mitgliederpreise in Klammem) 1. Heft 196o: "Karst und Höhlen im Gebiet der Brenz und der Lone (Schwab. Alb)" XXIII u. 274 S.,143 Abb.,1 Karte 1 : 5o ooo. 8 .DM ( 6 . 8 o DM). 2. Heft 1961: "Karst und Höhlen in Westfalen und i» Bergischen Land" XXII u. 297 S., 1o6 Abb., 1 Faltkarte. 8.2o DM (6.9o DM). 3. Heft 1962: "Das Laubensteingebiet ii Chiemgau seine Landschaft, seine Höhlen und Karsterscheinungen" XVIII u. 338 S„, 9o Abb„, 12 Beil, (l geol. Karte 1 : 12 5oo). 11. 5 o DM (9„5o DM). 4. Heft 1963: "Vom Wasser und von den Höhlen der mittleren Schwäbischen Alb (östl. Teil)" XXXII u. 384 S., 153 Abb«, 1 Karte 1 : 5o ooo u. 5 Beil. 12.8o DM (lo.9o DM). 5. Heft 1964: "Fachwörterbuch für Karstund Höhlenkunde (Speläologisches Fachwörterbuch)" vergriffen. 6 . Heft 1965: 'Cie Alblardschaft zwischen Rosenstein und Wasserberg" XX u. 192 S., 72 Abb., 1 Karte 1 : 5o ooo 7 Beil. 12.DM (lo.5o DM). 7. Heft 1966: "Die nördliche Frankenalb ihre Geologie, ihre Höhlen und Karsterscheinungen", 1. Bd. XVIII u. 118 S.„ 3o Abb., 1 Karte 1 : 5o ooo 13.5o DM (l1.5o DM). 8 . Heft 1967: "Die nördliche Frankenalb ihre Geologie, ihre Höhlen und Karsterscheinungen", 2. Bd. : "Die H öhlen des Karstgebietes A Königstein" XVIII u. 196 S., 1 Abb. 11. 5 o DM (lè.DM). 9. Heft 1968/69: "Der Südharz seine Geologie, seine Höhlen und Karsterscheinungen" XVI u. 112 S., 27 Abb., 2 Tab., 4 Beil. 1o.8o DM (9.5o DM). 10. Heft : "Mittlere Schwäbische Alb (Arbeitstitel). BIBLIOGRAPHIE FÖR KARSTUND HÖHENKUNDE IN DEUTSCHLAND Nr. 1 (1959) vergriffen, Nr. 2 (l96o) Nr. Io (1969) 1.2o 2.4o DM (-.80 1.6o DM). SCHAUHÖHLEN DER BIM DESREPUBLIK DEUTSCHLAND (vergriffen) ABHANDLUNGEN ZUR KARSTUND HÖHENKUNDE Reihe A (Speläologie) Heft 1 (1966): HENNE í KRAUTHAUSEN: "Eine seismische Methode zur Ortung geologischer Feinstrukturen des Untergrundes* 16 S, 6 Abb. 3.DM. Heft 2 (1966): GERSTENHAUER S PFEFFER: "Beiträge zur Frage der Lösungsfreudigkeit von Kalkgesteinen" 46 S.,1o Diay. 5.-0M. Heft 3 (1968): ADAM, BINDER, HEICH S DOBAT: "Oie Charlottenhöhle bei Hürben" 54 S., 32 Abb., 3 Tab., 1 Plai 2.DM. Heft 4 (1969): BINDER, BLEICH i DOBAT: "Die Nebelhöhle (.Schwäbische Alb)" 55 S., 36 Abb., 1 Tab., 1 Plai 2.5o DM. Heft 5 (1969): ŒRSTENHAUER: "Die Karstlandschaften Deutschlands" ~ 8 S., 1 zweifarbige Karte 3.5o CM. Heft 6 (1972): "Das Gipskarstgebiet bei Düna" (Arbeitstitel). Heft 7 (1972): SCHMID, STIRN X ZIEGLER: "Die Olgahöhle in Honau" 53 S.. 28 Abb., 4 Tab., 1 Plan 2.5o DM. Reihe B (Hydrologie) Heft 1 (1969): HERRMANN: "Die geologische und hydrologische Situation der Rhumequelle am Südharz" 6 S.,2.Abb. 1.DM. Reihe C (Vorund Frühgeschichte, Anthropologie) Heft 1 (l97l): DOMNING: "Zur Technik der Eiszeitmalerei e n im franco-cantabrisehen Raum" 2b S., 12 Abb. ( 4 farbig) 5.DM. Reihe E (Botanik) Heft 1 (1964): STIRN: "Kalktuffvorkommen und Kalktufftypen der Schwäbischen Alb" 92 S., 23 Abb. , 3 Prof. 7.5o DM. Heft 2 (1965): GRÖNINGER: "Rezente Kalktuffbil d ung im Bereich der Uracher Wasserfälle" 113 S., 31 Abb., 9 Tab. 8 .DM.

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Heft 3 (1966): DOBAT: "Oie Kryptogaaenvegetation der Höhlen und Halbhöhlen der Schwäbischen Alb" 153 S„, 79 Abb., 21 Tab„ i. lext, 14 lab. u. 1 Karte als BEIL., « 13»5o OM« Reihe F (Geschichte der Speläologie, Biographien) Heft 1 (1967): KRGER: "David Friedrich Weinland" 32 S„, 1 Abb„ = 3o= OM, Heft 2 (1967): BAUER: "Alte Höhlenansichten der Fränkischen Alb" 36 S., 19 Abb, auf Tafeln ° 7,DM. Heft 3 (1969): GRIEP, LAUB î STOLBERG: "Harzer Höhlen in Sage und Geschichte" « 34 S„ 3o« DM. Kleiner Führer zu den Exkursionen der 14. Jahrestagung des Verbandes der Deutschen Höhlen» und Karstforscher e. V,, München, vom 8. bis Io, Oktober 1971 in Kölbingen, Kreis Tuttlingen » 21, S., 8 Abb. ~ 2„5o DM (2.= DM). 5. INTERNATIONALER KONGRESS FÜR SPELÄOLOGIE STUTTGART 1969 Exkursionsführer Schwäbische Alb, Fränkische Alb, Bayerische Alpen, Dachstein, Tennengebirge 92 S„, 14 Abb. Io.-DH (3.8o DM). Exkursionsführer Schweiz 47 S., 25 Abb. 5.» DM (2.* DM). Abhandlungen Band 1: Morphologie des Karstes Band 2: Speläogenese I Band 3: Speläogenese II / Höhlenbesiedelung Band 4: Biospeläologie Band 5: Hyd~ologie des Karstes Bgnd 6: Dokumentation / Höhlentouristik.


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